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Atalante

vor 1 Jahr

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Diese Leserunde mit dem malerischen Titel "Die Prophylaktisch-Anonymen Vogtler" entstand, als drei Twitterer beschlossen, gemeinsam "Die zerbrochene Puppe" zu lesen. Damit mehr als 140 Zeichen zur Verfügung stehen, um sich über Shellys, sprechende Puppen, verrückte Künstler, Flugmaschinen, friesische Luftschiffpiraten und Opiumhöhlen auszutauschen, lege ich hiermit diese wunderhübsche Leserunde an. Wer schon immer die "Puppe" lesen wollte und nur nach einer passenden Gelegenheit gesucht hat, dies zu tun, sei herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.
Ich freu mich! (@Catrinity, @The_Nathan_Grey und @w6vsw: Danke fürs spontane Zusammenfinden bei Twitter! :D )

P.S.: Weil lovelybooks sonst meckert, muss ich ein Verlosungsexemplar angeben. Da wir schon verschiedenfach Leserunden zur "Puppe" und zu "Eis und Dampf" gemacht haben, bin ich da jetzt etwas knauserig mit den Freiexemplaren, also, bitte nicht übel nehmen. ;) Zur Fortführung "Die verlorene Puppe" gibt es dann wieder üppiger Verlosungsexemplare!

Autor: Judith Vogt
Buch: Die zerbrochene Puppe

The_Nathan_Grey

vor 1 Jahr

Halli Hallo, da bin ich schon. Muss ich mich bewerben?? Ich habe das Buch ja schließlich schon. :D
Auf jeden Fall freue ich mich darauf, mich euch allen hier austauschen zu können.

Catrinity

vor 1 Jahr

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@Atalante

Okay, ich versuch mich mal an einer Antwort - erster Versuch hier auf Lovelybooks :)

Danke fürs fixe Erstellen, der Lesezirkel/Buchclub/Selbsthilfeverein kann dann anfangen ;)

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Atalante

vor 10 Monaten

DIE VERLORENE PUPPE - Mann über Bord bis Vor den Schöpfer treten (S.402)
@Catrinity

Ja, ziemlich genau so verhält es sich mit Oppenheimer. Wobei Christian das in der anderen Leserunde noch genauer beschreibt, welches physikalische Paradoxon darin steckt. Es ist nicht genau die Atombombe, aber die Reaktion ist ähnlich. ;)
Ich hasse auch Augenkram. Und Christian noch mehr. Keine Ahnung, die Szene ist reine Selbstfolter. ;) Und halt die einzige Zugangsstelle zum Gehirn, wurde ja auch beim Lobotomisieren "genutzt" *gruuuuseeeeeel*
Richtig, Clockworth-Merenge kam noch nie vor. :) Mia meinte, er sei eine gruselige Mischung aus Darth Vader und Zahnarzt. ;)))

Atalante

vor 10 Monaten

DIE VERLORENE PUPPE - Auftritt zu Ehren Tlalocs bis Von freiem Willen und Schicksal (S.334)
@Catrinity

Ja, genau, Tesla wollte mit seinem Wireless-Strom nicht nur Strom übertragen, sondern auch Informationen und glaubte, dass wenn die Welt an solch einem Informationsnetzwerk teilhaben würde, dass sie durch den demokratischen Zugang zu Informationen zu einem besseren Ort würde, und wenn man dann heute über AfD und rechte Hetze und Chemtrail-Verschwörungen und Filterbubbles nachdenkt, dann ist das sehr sehr sehr traurig, was wir so aus seiner Vision gemacht haben ....... Geht mir auch so. :(

Atalante

vor 10 Monaten

DIE VERLORENE PUPPE - Zerstörer der Welten bis Epilog
@Catrinity

Das finde ich ganz grandios, dass es dir gefallen hat! ^_____^
Von Tesla hab ich während der Schreibphase geträumt, genau. ;)
Ja, richtig, Tesla hat Ferenc' Körper aus dem Meer gefischt, aber Yues Geist ist drin. Ferenc' Geist ist vielleicht auch noch drin, aber Yue hat keinen Zugang zu ihm und wird das vielleicht noch herausfinden, ob sie ihn "wiederfindet". Aber ganz ehrlich weiß ich noch gar nicht, ob das schaffbar ist. ;)
Hmja, mit den Inkas und Azteken, die sich beide Europa unter den Nagel reißen möchten, gäbe es da durchaus Zündstoff für weitere Romane. Wir sagen auch nicht, dass wir sie nicht schreiben werden. :D
Sehr lustig, die letzte Rezension (von "Nach Westen"-Autor Marcus aus "Eis und Dampf") hatte genau diese beiden Punkte als Kritik, die du besonders gut fandest: Ferenc = doof und Zirkus = auch doof. Was ich verstehen kann, es gibt ja Leute mit Zirkus-Antipathien (generell mag ich auch keine Zirkusse, ich mag aber die platonische Idee des perfekten Zirkusses. Ohne Clown ;)) ). Ich fand lustig, dass bislang die meisten Leute sagen: Ferenc > Nathan, Zirkus = yeah! ;) Es ist einfach auch Geschmackssache, aber generell freut es mich natürlich, dass in der Tendenz Ferenc ganz gut ankommt trotz seiner Französinnen-Geschichten und der Tatsache, dass er kein richtiger Mensch ist. ;))) Und dass die meisten doch was mit dem Thema Zirkus anfangen können.
Also, vielen vielen Dank für diese ausführlichen Kommentare! Wir haben es sehr genossen, dir schlaflose Nächte zu bereiten (oder so ;) ).

The_Nathan_Grey

vor 10 Monaten

DIE VERLORENE PUPPE - Zerstörer der Welten bis Epilog

So nachdem ich nun ewig keine Zeit hatte weiter zu lesen habe ich heute den Rest geschafft und muss sagen, ich bin immer noch begeistert.
Wie tragisch das alles ist Yue die erschossen wird und dann in Ferenc weiter lebt und nun ist sie alleine in dem was von ihm übrig ist.
Wow, einfach nur wow zu so einer krassen und gelungenen Idee. Alleine die Vorstellung, dass sie die beiden eine Nadel am Auge vorbei ins Gehirn gestochen haben, lässt meinen Magen rebellieren. Da ich mit Nadel eh nix anfangen kann und bei meinen Augen sehr empfindlich bin.

Clockworth-Merenge kommt sehr gruselig rüber und scheint es (wie alle guten bösen Wissenschaftler) nicht aus Bosheit nicht so genau mit der Moral zu nehmen, sondern weil ihm der wissenschaftliche Fortschritt einfach wichtiger ist. Im krassen Gegensatz dazu steht für mich Tesla, welcher die Moral über die Wissenschaft erhebt, da er sich ja weigert einen Todesstrahl zu bauen und so seine eigentlichen Ziele zu erreichen.

Alles in allem wieder ein wirklich tolles Buch und ich freue mich schon bald wieder was aus der Welt von Eis und Dampf zu lesen.

Atalante

vor 10 Monaten

DIE VERLORENE PUPPE - Zerstörer der Welten bis Epilog
@The_Nathan_Grey

Das freut mich wirklich ungemein! Ja, lustigerweise haben wir beide auch so ein "Ding" mit Nadeln und Augen und finden das super-fies, aber irgendwie haben wir es dann trotzdem geschrieben. ;) Mia Steingräber sagte, Clockworth-Merenge sei wie eine Mischung aus Zahnarzt und Darth Vader. Ja, im Gegensatz zu Tesla, der auch "unmenschliche" Seiten hat in seinem Glauben daran, dass auch Menschen nur natürliche Automaten sind, aber trotzdem ein moralischer Mensch ist.
Vielen Dank fürs Lesen und Rückmeldung geben! Wenn du die Daumen drückst, kommt das Buch ja vielleicht auf die Seraph-Shortlist. ;)

Sal_w6vs12

vor 3 Monaten

3. Leseabschnitt: Eine illustre Gesellschaft bis Ende Eine Gräfin (S.184)

Was lange währt … Naja …

Langsam kommt richtig Fahrt in die Sache. Stimme da Catrinity und The_Nathan_Grey zu: Der Tanzautomat hatte schon etwas. Ein bisschen absurd, wie ausgiebig sich die Gesellschaft mit einem Tanzautomaten beschäftigen kann; Auf einer Verstanstatlung auf der ohnehin fast jeder zum Tanzen kommen dürfte, nachdem ja eine Vielzahl der Gäste mit dem Geburtstagskind tanzt. Aber zum Setting passt das schon.

Domek ist mir in diesem Abschnitt sehr sympathisch geworden. Angefangen mit seiner subtilen Herabwürdigung von Nathan (S. 121: „Du hast dir Mühe gegeben.“) bis zu dem Eindruck, endlich mal einen halbwegs vernünftigen Charakter zu haben (S. 125: Domek untersagt Nathan, jemanden von der „sprechenden“ Puppe zu verraten). Leider ist Domek viel zu schnell wieder verschwunden, wenigstens fürs Erste. Ich hoffe auf ein späteres Wiedersehen. (Bin aktuell auf S. 269: Den Sachsen in Helgoland).

Die Tanzveranstaltung ging mir dann fast ein wenig zu schnell mit den zügigen Wechseln, aber irgendwie passte es aus zu Nathan, keinen Plan zu haben beziehungsweise seinen Plan möglichst selbst zu boykottieren. Immerhin hat er kaum einmal seine Bilder thematisiert, die ja der Vorwand waren, auf die Feier zu gehen. Teilweise hatte ich nicht einmal das Gefühl, dass er a) einen Plan hat, wie er auf der Party vorgehen soll, oder b) überhaupt irgendetwas sinnvolles gemacht hat - aber ist ja jede Seite, die er überlebt, bereits ein Erfolg …

Schön fand ich auch, dass es zum ersten Mal so etwas wie belastbare Spuren gab (S. 156, nachdem Rothblatt sich quasi selbst verraten hat) und nicht nur halbherzige Paranoia eines Verrückten. Allerdings fand ich auch, dass Nathans Beobachtung des Mordes und sein späteres Treffen auf Rothblatt auch andeutet, wie viel Potential Geschichten im Aesta zur Zeit der Arbeiteraufstände bieten würde - Ein schrecklicher Name, dieses „Rothblatt“. Ich lese da immer konsequent „Rothbard“ (von Murray Rothbard), aber das liegt zugegeben natürlich an mir. : D

Bei dem anschließenden Besuch im Turm der Irrenanstalt ging es mir dann so wie Catrinity: Ich habe keine Ahnung, wie der Grundriss aussehen soll. Ich stelle mir irgendwie einen Gang vor dem Paternoster vor, der links in eine Nische führt und rechts an den Teslaspulen vorbei in die Geheimlabore. Im Grunde fand ich das aber auch nicht so wichtig. Die Bilder aus den Laboren fand ich ziemlich eindrucksvoll, wenigstens mein Kopfkino dazu. Ich fände das ja absolut verfilmenswert, schon alleine wegen dieser Bilder von den Shellys beziehugnsweise halbfertigen Shellys.

Bezeichnend fand ich Nathans Umgang mit den Teslaspulen und Maschinen (S. 154, S. 156), die dort personifiziert werden und Nathan (als Ich-Erzähler) ziemlich egozentrisch auf sich bezieht (S. 154: „Ein halbherziger Blitz flog bogenförmig von Spule zu Spule und ÜBERSAH meine Existenz.“). Gab ein paar Stellen, wo man das Gefühl hatte, dass die Maschinen in Nathans Augen nur für ihn gebaut sind, nur darauf warten, ausgerechnet den großen und tollen Nathan aufzuhalten (oder durchzulassen). So richtig kapiert habe ich nicht, wie er auf die Idee kam, sich durch die Blitzwand durchzuwerfen - ich stelle mir diese Teslaspulen so vor, wie die gesicherten Tore bei Dishonored, falls Ihr das kennt. Ein weiterer Moment, wo er mehr Glück und Plotarmor hat, als ihm als Verrückten zustehen - eigentlich warte ich noch darauf, dass im Epilog Aemlie neben ihm am Kanalufer landet, während er im Kanal ersäuft.

Die Rettung durch die Gräfin hat mich dann sehr daran erinnert, dass es normalerweise ein Spielleitertipp ist, solche Rettungen durch NSCs zu vermeiden. Wenn Nathan nicht Nathan wäre, dem man auch zutrauen würde, sich am Schnürband seiner Stiefel zu erwürgen, wäre das ziemlich komisch gekommen. Wobei ich auch die Gräfin nicht besonders mag, spätestens nach S. 180 - als sie sich an Nathan ranmacht und es zum Sex kommt. Im Grunde hat mir das auch die Szene mit Lotte ziemlich versaut, weil mir dabei klargeworden ist, wie grenzwertig die Sexszenen eigentlich sind - nicht weil es Sexszenen sind, sondern weil es verdammt hart an der Grenze zwischen Verführung und Vergewaltigung schrammt. Gerade vor dem Hintergrund von „Nein heißt Nein“- beziehungsweise „Nur Ja heißt Ja“-Bewegungen frage ich mich, ob das im Fall eines weiblichen Hauptcharakters nicht bereits einen Aufschrei unter den Lesern gegeben hätte, hätte ein Mann eine Frau dermaßen bedrängt. (Und das Lotte dafür sogar noch 5 Mark bekommt, macht die Sache nicht besser.)

Und auf Twitter habe ich das ja schon gesagt: Nathans Alter hat mich echt überrascht. Für mich war er Anfang oder Mitte 40 - mindestens. Ich habe ihn mir immer als Greis vorgestellt.

Insgesamt fand ich diesen Abschnitt aber ziemlich cool. Endlich Aktion und wie gesagt, eine hochwertige Verfilmung fände ich aufgrund der Bildsprache möglich. Mehr Plot in dem Gewerkschaftsstreik wäre auch cool, wobei ich aktuell noch darauf warte, dass der bei Nathans Rückkehr nach Aesta noch einmal eine größere Rolle spielt.

Sal_w6vs12

vor 3 Monaten

4. Leseabschnitt: Ein Lebewohl im Nebel bis Ende Nathurn Stak (S.255)

Und Teil 04…

Ein weiterer Abschnitt, den ich auf meinem Berlintrip geschafft habe.

Der Einstieg in den Leseabschnitt hat mir nicht so gut gefallen, weil ich ihn schwer nachvollziehbar fand - eventuell ging einfach alles zu schnell. Ungefähr auf S. 188 fing das an, als Nathan plötzlich von den Helfern der Gräfin als Mörder bezeichnet wird und im nachfolgenden Chaos von den Friesen „entführt“ wird.

Das bessert sich für mich ein wenig mit der Ankunft des Luftschiffs bei den Friesen und meinem persönlichen Highlight des Leseabschnitts auf S. 202, wo es so schön heißt: „Ja, ich war jetzt auf einer Insel gefangen […]“. Neben dem Absatz steht bei nur als Bleistiftnotiz ein „Hihi“, in dem meine ganze Schadenfreude liegt, die ich zusammenkratzen konnte. Die Sympathie ist immer noch nicht da, trotz absolut stimmungsvoller Bonmots, wie (sinngemäß): „Wenn Weibsvolk auf Schiffen etwas zu suchen hätte, hieße es nicht MANNschaft“ (S. 197). Das ist zwar so nicht zustimmungsfähig, aber sehr stimmig und passend.

Die Friesen und Piraten haben es mir auch sehr angetan - gerade im Kampf gegen die Luftschiffe aus Aesta. Wobei hier sich mal wieder zeigt, welches unverschämte Glück Nathan eigentlich hat. Für mich ergibt es überhaupt keinen Sinn, dass sich die Friesen den ganzen Scheiß für Nathan antun sollten - da profitiert er mal wieder unverschämt davon, dass die Friesen ohnehin keine großen Fans der schwimmenden Insel sind.

Beim durchblättern ist mir gerade aufgefallen, dass ansonsten ziemlich wenig passiert auf der Insel. Die Beziehung zwischen Tomke und Nathan beäuge ich misstrauisch. Amelie war ja meinem Eindruck nach schon eine Nummer zu groß für Nathan, aber als Wissenschaftlerin stelle ich sie mir wenigstens noch als Kopfmensch vor. Der Abschnitt liebäugelt ja so etwas mit einer möglichen Beziehung zwischen Tomke und Nathan, bei der Tomke nur verlieren kann, was ich schade fände, weil sie ziemlich cool ist. Aber das scheint mir eine der unpassendsten Liebesbeziehungen der Literaturgeschichte zu sein, weil Nathan in meinen Augen einfach nicht mithalten kann. (Und ich habe „Die Lilie im Tal“ gelesen, die schon ziemlich hohe Maßstäbe an eine verkorkste Ungleichheit in einer romantischen „Beziehung“ ansetzt - große Leseempfehlung, wenn man Romanzen mag.)

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