Inhalt (Quelle: Thalia.de): "Der kostenlose Einstieg zu »Wenn dein Herz woanders wohnt« - Was brauchst du, um dich zuhause zu fühlen? Himbeerrot, Honiggold, Bergwiesengrün: Die Einrichtungsexpertin Leonie hat ein Händchen für Farben und experimentiert gerne damit in ihrer Wohnung. Doch im Grunde weiß sie, dass ihr ganzes Leben einen neuen Anstrich braucht: Seit sie den Alltag mit ihrem kleinen Sohn alleine meistert, braucht sie dringend mehr Gehalt und eine günstigere Bleibe in München. Als sich eine überraschende Gelegenheit bietet, zögert sie nicht lange und mietet sich für ein Wochenende in der Wohnung des Wochenendheimfahrers Thies ein, um Kraft und Kreativität zu tanken. Leonie fühlt sich sofort wohl in der Wohnung mit Stapeln von Büchern, Schallplatten, Pflanzen und einem gemütlichen Ledersessel – und fragt sich neugierig, wie Thies wohl sein mag …"
Bewertung: Mir gefällt das Konzept der Vorgeschichte besser, um einen Autoren kennenzulernen, als das Konzept, dass ein Roman in mehrere Teile zerlegt wird. Hier jedoch wurde der Schnitt gut gewählt: Ich hatte den Eindruck, Leonie hätte am Schluss die erste Hürde, eine Etappe auf ihrem Weg hinter sich gebracht; auch wenn sich der Text, wäre er eine Kurzgeschichte, zu ausführlich mit den Figuren beschäftigt und zu viele Handlungsstränge angelegt wurden. Die Inhaltsangabe des Verlags ist eigentlich falsch, da sie auf das Ende des Textes fokussiert und ignoriert, dass er hauptsächlich die Situation der beiden Hauptfiguren, aus deren Sicht die Story erzählt wird, darstellt. Den Anfang fand ich etwas unglücklich, weil für mich zu esoterisch mit den affirmativen Sätzen/Beschwörungsformeln am Spiegel und den Farbnamen. Das hat sich jedoch bald verwachsen und für mich harmonisch in die Geschichte eingefügt. Ich fand sie bald einnehmend, weil ich zunächst Leonie und später Thies in ihrer Situation sehr gut verstehen konnte und die Geschichte ohne Klischees auskommt. Ich fand sie sehr individuell, auch sprachlich entwickelte Judith Wilms ihren eigenen, persönlichen Stil. Und auch das, was ihre Figuren denken, wie sie erleben, wirkte auf mich individuell und damit glaubwürdig und berührend. Ich bin nicht abgeneigt, die Story weiter zu verfolgen, und bewerte sie mit 4 Sternen.










