Judith Zander Dinge, die wir heute sagten

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Inhaltsangabe zu „Dinge, die wir heute sagten“ von Judith Zander

Uwe-Johnson-Förderpreis 2011Bresekow, ein Dorf in Vorpommern. Als die alte Frau Hanske stirbt, kommt ihre Tochter Ingrid mit ihrer Familie aus Irland zur Beerdigung. Ingrid hatte Bresekow vor vielen Jahren fluchtartig verlassen. Der Besuch verändert vieles im Dorf, wirft gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski alte und neue Fragen auf. Die Dorfbewohner beginnen zu sprechen, über ihr derzeitiges Leben und ihre Verstrickungen von damals. Bresekow war immer eine kleine Welt, eng, abgelegen und heute zudem vom Verfall bedroht. Judith Zander lässt drei Generationen zu Wort kommen. Sie erzählt mit ungeheurer Sprachkraft von einem verschwiegenen Ort im Nordosten Deutschlands, von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst.Die Autorin wurde bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für ihren Auszug aus 'Dinge, die wir heute sagten' mit dem 3sat-Preis 2010 geehrt. Sie erhielt für diesen Roman den Preis der Sinecure Landsdorf 2010 und war nominiert für den Klaus-Michael Kühne-Preis 2010. Zudem wurde der Roman auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2010 aufgenommen.

Wahnsinnig lebensnahe Charaktere, sehr eigen - aber passagenweise auch etwas ermüdend.

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    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Über das Leben in der Provinz

    Dinge, die wir heute sagten
    PaulTemple

    PaulTemple

    Man kann sie quasi hinter den Gardinen lauernd und auf Neuigkeiten hoffend  sehen - die Einwohner eines kleinen Dorfes in Mecklenburg Vorpommern.  Sehenswürdigkeit ist eine mehr und mehr verfallende ehemalige LPG, die inzwischen in der Hand der ortsansässigen Jugendlichen ist. Die soziale Kontrolle ist hoch, die Gerüchteküche kaum zu bändigen. In dieser brisanten Szenerie begleitet der Leser mehrere Einwohner des Dorfes, die von ihrem Werdegang, ihren Sorgen und Nöten berichten und so ein stimmiges, melancholisches Gesellschaftspanorama auffächern, vom Teenager bis zur Seniorin. Lesenswert!

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    Sabine17

    Sabine17

    29. September 2015 um 22:23
  • Tristesse gewordene Idylle

    Dinge, die wir heute sagten
    rkuehne

    rkuehne

    03. January 2015 um 21:14

    Ein schwieriger und gleichsam wirklich tiefgehender, guter Roman. Aus den Blickwinkeln mehrere Bewohner des mecklenburgischen Dörfchens Bresekow schildert Zander die zur Tristesse verkommene Idylle des Landlebens in der Region. Der Tod der alten Anna Hanske und die folgende Beerdigung wühlen die Dorfbewohner auf und bringen so alte Verwerfungen wieder ans Tageslicht. Das Stilmittel der verschiedenen Perspektiven hat mich lange rätseln lassen, wer nun wer ist und auf wessen Seite steht, hat aber auch das Dorf in einer Gesamtheit gezeichnet, die sonst wohl kaum möglich gewesen wäre. Judith Zander findet für jede ihrer vielen Figuren eine ganz eigene, symptomatische Sprache, die nie albern wird und schlichtweg beeindruckt. Ein wirklich gutes Stück Literatur.

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  • Auf´m Dorf

    Dinge, die wir heute sagten
    walli007

    walli007

    16. November 2013 um 14:30

    Nach Jahren kehrt sie zurück ins Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, kommt Ingrid mit ihrem Mann und ihrem Sohn aus Irland angereist, um an der Beerdigung teilzunehmen. Das gibt ein Gerede im Dorf, schließlich hat sie sich ewig nicht blicken lassen. Noch vor der Wende ist sie in den Westen abgehauen und ihren behinderten ersten Sohn ließ sie zurück. Und nun soll das Elternhaus veräußert werden. Eine Weile will sie mit ihrer neuen Familie dableiben bis alles geregelt ist. Und ihr jüngerer Sohn Paul bringt die Welt der jungen Frauen im Dorf durcheinander. Aus verschiedenen Sichtweisen wird die Geschichte dieser Heimkehr, die letztlich keine ist, erzählt. Jung und alt berichten von sich, von Ingrid, von Ingrids Familie und wie alles kam. Teilweise werden die Gedanken der Menschen so niedergeschrieben, wie sie es wohl aufs Band sprechen würden, hochdeutsch, mit Schnauze, Plattdeutsch. Teilweise mit drastischer Direktheit werden die Ereignisse dargelegt. Schonungslos offenbaren sich einige der Berichterstatter. Teilweise geraten sie mit ihrer Gedankenflut jedoch auch ins Lamentieren. Dann wird das Lesen, welches sonst eher zügig voranschreitet, von Goethes Ennui gebremst. Zudem wird  es ein wenig  mühsam die eigentlich etwas bittere Geschichte dieser Heimkehr aus den vielen Gedankengängen der unterschiedlichen Personen herauszufiltern.  Ein Roman, der mir persönlich wahrscheinlich mehr gesagt hätte, wäre die Handlung in einen üblicheren Fluss gekleidet worden. Die vielen guten Ideen und Ausführungen wären möglicherweise in Zwischenspielen oder -kapiteln ebenso zur Geltung gekommen.

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  • Die Idylle bröckelt

    Dinge, die wir heute sagten
    Tree_Trunks

    Tree_Trunks

    13. November 2013 um 11:32

    Vorpommern - das Ende der Welt. So fühlt es sich für Romy, Ella und Paul an. Jeden Tag mit dem Bus vom kleinen Dorf in die kleine Stadt zur Schule und wieder zurück. Der Horizont ist weit auf dem platten Land und trotzdem ist das kleine Bresekow die ganze Welt. Jeder tratscht über jeden und jeder glaubt jeden zu kennen. Doch als Ingrid in das Dorf zurückkehrt, um ihre Mutter zu bestatten und das alte Haus zu verkaufen werden alte Wunden aufgerissen. Romy, Ella und Paul ahnen nichts von den dunklen Geheimnissen der Erwachsenen, die hinter gepflegten Fassaden und pflichtbewussten Gesichtern versteckt sind. Judith Zander lässt sich jeden Dorfbewohner erinnern. In seiner ganz eigenen Stimme erzählt jeder sein Stückchen Wahrheit, bis die kleine ländliche Idylle in Scherben vor dem Leser liegt. Sie trifft dabei genau den Sound der Gegend, erzählt unglaublich verdichtet und intensiv. Es ist kein Buch, in dass der Leser eintaucht. Hier ist der Leser Voyeur, Verhörer und Zuhörer. Am Ende sieht man kein verschlafenes Dörfchen mehr vor sich, sondern blickt in die menschliche Abgründe der einzelnen Bewohner. Aber egal was passiert ist, egal was jeder zu wissen glaubt: Am Ende dreht sich die Welt weiter und man grüßt sich auf der Straße, als wäre nie etwas passiert.

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  • Bannig goodes Book!

    Dinge, die wir heute sagten
    Phliege

    Phliege

    13. November 2013 um 10:35

    Bresekow - ein Dorf wie jedes andere in Vorpommern: klein, leer, nichts passiert und die Leute reden darüber. Dazwischen Ingrid, die aus Irland zur Beerdigung ihrer Mutter anreist und sich ihrer Vergangenheit gegenüber sieht; im Schlepptau Sohn Paul, der sich mit den zwei Mädchen Romy und Ella aus dem Dorf anfreundet, und außerdem Oma Wachloswski. Zander lässt drei Generationen in drei Familien sprechen und schreibt, wie sie reden - mal Platt, mal Hochdeutsch, mal im Vorpommerschen Dialekt - und bleibt so absolut authentisch. Die sich langsam aufklärenden Ereignisse halten die Spannung und die Abschweifungen der Erzählung fühlen sich an, wie bei Muttern auf dem Sofa mit einem großen Stück Kuchen auf einem DDR-Teller angerichtet. Nicht nur ein gutes Buch, für Nordlichter aus diesem schönen Fleckchen Erde ist es auch einfach ein Stück Heimat im Bücherregal.

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  • Sehr gewöhnungsbedürftig

    Dinge, die wir heute sagten
    Mausi7687

    Mausi7687

    19. August 2013 um 10:09

    Ich fand dieses Buch belastend.
    Es wurde ständig in Dialekt geschrieben den keiner versteht und es wurde von sehr vielen Personen erzählt. Ich habe mich durch gequält aber kann es nicht empfehlen.

  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    laurana

    laurana

    31. May 2011 um 13:02

    das musste ich dann nach der hälfte etwa ablegen- hat mir schon bis dahin zu schaffen gemacht, aber dann kam eine derart abstoßende szene, dass ich es drangegeben habe! dabei ist es sprachlich und stilistisch wirklich eine sehr gelungene sache- aber für mich too much...

  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2011 um 11:47

    Nach über 25 Jahren kehrt Ingrid in das Dorf ihrer Kindheit, dem mecklenburgischen Bresekow, zurück. Ihre Mutter ist gestorben, sie muss das Haus verkaufen und einiges sortieren. Es stellt sich aber bald heraus, dass sie und alle anderen, die jemals etwas mit ihrem Leben zu tun hatten, vor allem dieses zu sortieren haben. Die Wiedervereinigung hat einiges geändert, aber innerlich blieb vieles unverarbeitet und wartet auf den Ausbruch. Dieser Roman zeigt einen Mikrokosmos, der nicht festgelegt ist auf ein DDR-Dorf, sondern das menschliche Zusammenleben und die Psyche der Beteiligten auseinander nimmt. Der Stil ist spannend, da die Beteiligten selbst zu Wort kommen, und auch wenn der Dialekt von einigen als anstrengend empfunden wird (ich fand ja den Pfarrer am schlimmsten...), so ist er extrem authentisch. Und so offenbart sich durch die Erzählungen der anderen die Dramatik von Ingrids Leben, ihrer Flucht, ihrer eigenen Distanziertheit und ihres neuen Lebens. Von mir gibt es nur vier von fünf Sternen, weil ich nach wie vor nicht ausmachen kann, welche Zielgruppe das Buch hat: Ist es ein Jugendbuch (die Ausführungen Ellas und Romys sind doch sehr umfänglich, aber andere Teile widersprächen dem) oder soll es doch für den reifen Leser sein (Aber tut der sich tatsächlich all das an, was die Jugendlichen so von sich geben? Findet er das glaubhaft?)? Und den Pfarrer, den hätte es wirklich nicht gebraucht. Der wirkte auf mich völlig deplatziert. Aber vielleicht habe ich auch nur seinen Part an der Geschichte nicht verstanden... Dieses Buch will nicht heilen, es will diagnostizieren. Denn Bresekow ist überall. Zumindest habe ich vieles davon wiedererkannt.

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  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    Chris1985

    Chris1985

    03. March 2011 um 14:00

    Wie passen die Beatles, die DDR, Klatsch und Tratsch über die Nachbarn und der Tod einer alten Frau zusammen? Ach weißt wat, det weeß kener, aber nu isses so - wie Judith Zander antworten würde. In Bresekow, einem kleinen fiktiven Dorf in Vorpommern lebte einst Anna Hanske. Sie ist gestorben und anlässlich ihres Todes kommt selbst Republikflüchtige und Tochter Ingrid mit Mann und Sohn wieder nach Bresekow. Die Dorfbewohner (Spießertum pur, herrlich dargestellt von Judith Zander!) bringt das natürlich in Aufruhr. Alte Geschichten werden erzählt, alte und neue Gerüchte in Umlauf gebracht. Die Darstellung von Extremen gelingt Judith Zander auf jeder Seite neu! Beschreibt sie zuerst die strengen Eltern, gelingt es ihr, diese Eltern auf den nächsten Seiten beinahe lächerlich zu machen, indem sie von der teeniehaften Verliebtheit zu den Beatles spricht. DasBuch stand zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Es stelle eine Hymne an die Sprache dar. Judith Zander, selbst in Anklam, einer Nachbarstadt von Bresekow, aufgewachsen, vermischt Hochdeutsch und Platt. Dieser Mischmasch war für mich zu Anfang eher schwer zu lesen, aber nach und nach hab ich mich reingewühlt und musste aufpassen, dass ich nicht selber anfing, so zu sprechen. Ebenso hat mich zunächst der ständige Perspektivenwechsel und die zahlreichen Personen verwirrt (Tip: Bleistift und Papier benutzen, das hilft wirklich!). Aber auch hier überzeugte mich die Autorin mit ihrer wunderbaren ironischen Sprache, mit der sie groteske Bilder zeichnen kann. Es herrscht ein einziges Gewirr von Menschen und Situatioen, die sich aber alle langsam auflösen. Es bleibt ein eindringliches, komisches und stellenweise auch tragisches Bild von dem Leben in der ehemaligen DDR. Zum Schluss bleibt mir zu sagen, schon der Titel "Dinge, die wir heute sagten", spricht für sich. In diesem Buch kommen viele Menschen zu Wort, jung und alt, Ost und West, einfach und klug. Diese Charaktere hat Judith Zander auf ihre ganz eigene Art zu einer Geschichte verbunden, die mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird!

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  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    yoko

    yoko

    06. February 2011 um 19:30

    Plötzlich stehst du da mit deinem schweren Kopf. Halb verdreht kommt er dir vor. Du kannst nicht mehr denken, stattdessen nur staunen und vorsichtig mit den Augen blinzeln. However. Aus dem Nichts taucht dieses Wort auf und schubst dich an. Es schlängelt sich durch deinen Geist, geschmeidig wie eine Katze raubt es dir deine letzten müden Gedanken. However, sagst du staunend immer wieder und steckst mittendrin im Zanderschen Wortkarussell. Judith Zander hat dir das Wort gleich auf der ersten Seiten in ihrem Debüt „Dinge, die wir heute sagten“ auf die Augen gelegt und mir zunächst in die Ohren, denn beim dtv Podcast habe ich es zuerst gehört und konnte mich dem Sog nicht mehr entziehen. Die junge Autorin erzählt in ihrem Roman die Geschichten der Menschen in einem kleinen Dorf namens Bresekow in Vorpommern. Anna Hanske ist gestorben. Nun kehrt ihre Tochter, Ingrid, mit Mann und Sohn zur Beerdigung in die alte Heimat zurück, aus der sie damals geflüchtet ist. Damit scheucht sie alle auf, vor allem die Geschichten von damals, die in den Köpfen der Bewohner stecken. Es scheint als platze eine Blase und alle fangen an zu erzählen. Wie die beiden jungen Küken, Romy und Ella. Erst durch Ingrids Sohn, Paul, freunden sie sich an und krabbeln aus ihren Schneckenhäusern, in denen sie sich bis dahin häuslich eingegraben hatten. Während die Mädchen wie zwei schillernde Schmetterlinge den Jungen aus der Fremde umschwärmen, kommen sie sich näher. Die eine lädt die andere in die eigene Welt ein. So trinkt Ella zum ersten Mal bei Romy „Öll-gräi“ und findet sogar: „Schmeckt gut.“ Oder die pensionierte Köchin Maria. Sie erinnert sich an die Kriegszeit mit all seinen Entbehrungen, den Männern, die an die Front mussten und an ihre Freundin, Anna, die sie nicht verstanden hat. Komische Dinge hat sie damals zur anstehenden Hochzeit gesagt und auch so gemeint. Weil es für alles eine mehr oder weniger gute Begründung gibt, glaubt Maria: „Aber ich glaub, du warst da wohl bloß n bisschen neidisch, was, Anna, dass du mir das nicht gegönnt hast, das will ich ja nu nich sagen, aber bisschen neidisch warst du.“ Und so hockst du in etlichen Bresekower Köpfen, lauschst den Monologen und den Dialogen. Einige schmerzen, andere berühren und wieder andere belustigen. Plattes trifft auf Tiefes. Angst wird durch Mut zu Nichte gemacht. Sehnsucht streift den Alltag. Du liest dich nicht durch eine Geschichte. Viel mehr entdeckst du viele einzelne Begebenheiten, die das große Ganze ergeben. Und überall dem kreisen die Beatles, ein Relikt aus einer fast vergessenen Zeit. Wie kleine Wegweiser leuchten die Liedzeilen in übersetzter Form auf und lassen dich unweigerlich mitsingen oder einfach nur innehalten und staunend den Kopf schwingen. Judith Zander hat es mir nicht leicht gemacht. Wie eine harte Nuss hat sie sich präsentiert. Sie passte nicht in meinen Nussknacker, so dass ich sie selbst knacken durfte. Gott sei Dank hat sie Erbarmen mit ihren Lesern und beginnt ganz leicht. Die einzelnen Personen sprechen anfangs in kleinen Häppchen und man hangelt sich von Namen zu Namen, voller Neugier, sucht man das, was sich wohl dahinter verbirgt. Je weiter man in den Roman hineinsteigt, um so größer wird der Raum der Protagonisten und doch blieb mir manchmal der Atem im Hals stecken. Ich musste zurückkehren und die eine oder andere Stelle nochmal lesen. Flattersatz ist es genauso ergangen. Er rät in seiner Rezension dazu: „Das ist eine ganze Menge an Personal, das Zander uns Lesern da zumutet und den öfter zu lesenden Rat, mit Zettel und Bleistift im Anschlag zu lesen, kann ich nur unterstützen, weil man sonst wirklich den Überblick verliert.“ Judith Zander fordert ihre Leser. Ich spüre ihr Lächeln im Gesicht, denn sie hat sich einiges gedacht, als sie das eindrucksvolle Buch geschrieben hat. Die Autorin ist dabei sprachgewaltig vorgegangen und ich habe zu Beginn vom Zanderschen Wortkarussell gesprochen. Zurecht! Sie hat für jeden Protagonisten die eigene Sprache parat: Plattdütsch, lodderich, vorpommerisch – alles ist dabei. Unglaublich. Schwindelanfälle befallen dich kurzweilig. Die Augen fahren nicht selten über eine Straße mit Kopfsteinpflaster. Und wenn du denkst, du kannst nicht mehr, startet der Kopf erst recht durch. Dieses Buch ist ein Exot, es hat ein besonderes Eigenleben, was ich selten erlebt habe. Es juckt, es kratzt, aber es streichelt auch, genau dann, wenn du es am wenigsten erwartest. Während ich las, wurde ich immer wieder durch besondere Sätze überrascht: „Der Mensch ist komisch. Man macht nie das, was man will. Sondern immer nur das, was man kennt. In- und auswendig. Bloß sich selbst kennt man nicht.“ Sonjas Gedanken spiegeln das Leben der Menschen in Bresekow wunderbar wider. Sie schmoren alle in ihrer eigenen Suppe, sind gefangen im Netz des Lebens und wollen eigentlich raus. Vielleicht unendlich sein wie das Meer: „Wie auch immer. However. Was für ein Wort. Es ist großzügig, niemand hier kennt es, aber es klingt wie die Wellen, wenn sie gemächlich sich dem Strand überlassen, die ganze Ostsee singt beständig however, however. Es klingt beinah wie ein Name.“ Und das ist er, der Roman. Ein Name mit seinen eigenen Buchstaben, die noch lange im Kopf nachhallen und dir jede Müdigkeit rauben werden. However.

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  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    giulianna

    giulianna

    Durch Zufall stolperte ich in meiner Lieblingsbuchhandlung in Berlin über Judith Zanders Debütroman "Dinge, die wir heute sagten". Was ein Glück, dass mir dieses Buch in die Hände gefallen ist! Judith Zander ist Jahrgang 80 und stammt aus Anklam, mitten im Nichts Mecklenburg-Vorpommerns gelegen. Bei ihrer Lesung in Frankfurt diese Woche sagte sie, dass es an der Zeit wäre den Menschen ihrer Heimat eine Stimme zu verleihen und genau das ist ihr mit ihrem Roman ausgezeichnet gelungen! In einzelnen Kapiteln schildern die Dorfbewohner jeweils aus ihrer Sicht die Geschehnisse. Dabei läßt Judith Zander sie so sprechen, wie sie sind - teils umgangssprachlich, teils platt, teils in Jugendsprache. Anfangs empfand ich das als anstrengend, später als hervorragend genutztes Stilmittel. Die erzählenden Personen entstammen 3 Generationen. Sie erzählen von sich und ihrem Leben; wie die Männer in den Krieg ziehen mußten und nicht mehr zurückkamen und später die Russen ins Dorf einmarschierten. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Gegenwart. Die alte Anna Hanske ist gestorben und ihre Tocher Ingrid kehrt nun mit ihrem Sohn und Mann aus Irland in ihre Heimat zurück um sie zu beerdigen. Alte Erinnerungen kommen bei ihr hoch, während ihr Sohn Paul sich neugierig mit 2 Mädels anfreundet, die durch ihn erst Kontakt zueinander finden und auch vor der Dorfjugend mit Joints und Bier nicht halt macht. Nach und nach erschließt sich einem, welch Geheimnisse hinter diesen Dorftüren stecken. Weit mehr, als gedacht... In meinen Augen ist Judith Zander ein sprachlich sehr hochwertiger Roman geglückt, der zu Recht in der Auswahl für den Deutschen Buchpreis 2010 steht. Ich wünsche ihr viel Erfolg und hoffe, bald mehr von ihr zu lesen; denn auch wenn Anklam nicht pulsiert wie eine Metropole, haben die Menschen dort einiges zu sagen.

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    • 4
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. January 2011 um 20:18
  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    Gruenente

    Gruenente

    01. December 2010 um 16:22

    Das Buch war zwar 2010 auf der Shortlist, und ich kenne welche, die davon ganz begeistert sind, aber ich kann damit nichts anfangen. Viele Bewohner eines kleinen Dorfes (in der ehemaligen DDR) kommen zu Wort, und das oftmals auch auf platt. Durch die verschiedenen Beiträge wird ein Bild des früheren und jetzigen Lebens gemalt. Erst langsam wird dem Leser klar, wie die verschiedenen Ich-Erzähler zusammen hängen. Eigentlich eine sehr gute Idee, aber mir gefiel die Ausführung nicht.

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  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. October 2010 um 14:14

    Judith Zander – Dinge, die wir heute sagten Chor der stillen Stimmen Das Judith Zanders Wurzeln in der Poesie gründen, das merkt man diesem Buch bereits auf den ersten Seiten ab. Sprach- und bildgewaltig sie den Leser hinein in die kleine, überschaubare Welt des Dorfes Breskow in Brandenburg, führt mitten hinein in die Köpfe der Bewohner, die zwar nach außen eher herb und schweigsam wirken, die aber in fast überbordender Form nach innen sprechen. Eine Sprache der Innenschau, die Judith Zander in von Beginn an dichter Atmosphäre sprachlich schärft und in einer Art und Weise zu gestalten weiß, dass auch der Leser sich mit hineinbegibt in diesen Chor der stillen Stimmen. Nur aus der Perspektive vieler Protagonisten heraus erzählt Judith Zander ihre Geschichte in vielen, vielen Kapiteln, die je mit dem Namen jener Person überschrieben sind, die sich gerade zu Wort meldet. Eine Vielzahl von Puzzlestücken rein persönlicher Betrachtungen und Selbstgesprächen liegen so im Buch vor, die erst allmählich beim Zusammensetzen und inneren Sortieren durch die dicht beschriebenen Seiten hindurch den roten Faden verdeutlichen, der im Buch vorhanden ist. Neben einem intensiven Sittenbild dörflicher Gemeinschaft auch heutzutage noch, neben einem Blick auf die Jugend, die in dieser äußerlich doch häufig trostlos erscheinenden Welt ihren Weg versucht, zu finden im Umfeld enger äußerer und innerer Lebensräume. Anna Hanske ist gestorben. Urgestein des Dorfes, die einen Säugling bei sich aufnahm in den Wirren der letzten Kriegstage, die von ihrem Mann Theo später verlassen wurde (nachdem beide in Ingrid eine gemeinsame Tochter auf die Welt brachten). Die selbstbewusst der dörflichen Gemeinschaft, gerade jenen ihrer Generation, die Stirn bot, wohlwissend, was hinter manch schweigsamen oder gar freundlichen Fassaden ihr gegenüber wirklich gedacht wurde. Eine Art, hinter den Fassaden zu denken, die bis zum gegenwärtigen Tag das alltägliche Leben bestimmt im Dorf und die durch die Zeit der DDR als Haltung der indirekten Sprache noch vertieft wurde. Eine Art, die erst allmählich darauf schließen lässt, dass irgendetwas Konkretes auch vorgefallen sein muss unter den alten Bewohnern, etwas, dass die Beziehungen geprägt hat, über das aber tunlichst geschwiegen wird. Ingrid, die dem Ort und der DDR bei einem Westaufenthalt den Rücken kehrte, mit einem Iren verheiratet ist, trifft zur Beerdigung mit ihrem Mann Michael und Sohn Paul in ihrer alten Heimat ein. Aber heimatliche Gefühle? Sie spürt sie nicht, im Gegenteil, die Zeit heilt nicht alle Wunden, sondern reißt ohne weiteres alte Wunden wieder auf. Gerade dann, wenn die alten Verbindungen und Verletzungen wieder zu Tage treten. In all den Stimmen des Buches treten mit der Zeit nämlich jene hervor und heraus, die aufzeigen, dass es einiges an Verbindungen, aber auch Geheimnissen unter manchen der Dorfbewohner gab (und gibt). Bis dahin aber ist es ein langsamer Wege, den Judith Zander Seite für Seite, Impuls für Impuls, abschreitet, ein Weg, der erst spät die eigentlichen Verbindungen und Vernetzungen unter den Protagonisten eröffnet. Ein Weg, auf dem das Gefangensein in sich selbst, das nicht überwinden können der eigenen Begrenzungen oft und oft anklingt und selbst jene Figuren des Buches, denen andere Wege, anderes Denken möglich wäre, mit in den Strudel des Tellerrandes der überschaubaren Gemeinschaft mit hineinzieht. Und wie offenkundig und einfach der Weg ist, immer mit dem inneren Finger auf den oder die anderen zu zeigen, selten ist die innere Überheblichkeit und Angst vor dem Blick auf sich selbst des Durchschnitts so deutlich und präzise benannt worden, wie es Judith Zander gelingt. Sprachlich ungemein überzeugend, jeder Satz, jede Andeutung wohlgesetzt und präzise die Stimmung und die Gefühlslage des je Sprechenden treffend, legt Judith Zander einen vielschichtigen Bewusstseins Roman vor, der über die Grenzen des kleinen Dorfes Breskow hinaus reicht und seinen Widerhall überall dort findet, wo Menschen nicht bereit sind, über sich hinauszugehen und zudem andere versuchen, mit Macht an solchen Weiterentwicklungen zu hindern. Ebenso anregend in der Form, die Judith Zander für die Darstellung ihrer Geschichte aus der Sicht vielfacher Protagonisten gewählt hat. Ein echtes Leseerlebnis.

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  • Rezension zu "Dinge, die wir heute sagten" von Judith Zander

    Dinge, die wir heute sagten
    rd19779

    rd19779

    19. October 2010 um 11:58

    Ich habe noch nie ein Buch gekauft, weil es gerade in den Charts steht oder preisverdächtig ist – diesmal schon und eigentlich auch nur, weil es von der ›alten Heimat‹ handeln soll. Es hat sich allemal gelohnt… Die alte Anna Hanske ist tot und nun hat ihre Tochter Ingrid »eine Pflicht«, die zwar irgendwie lästig ist für sie, aber auch nur weil sie zurückkehren muss in das Dorf, das irgendwo im Nichts zwischen Rostock und Berlin liegt und welches sie vor Ewigkeiten verließ – aus guten (oder besser: sehr schlechten) Gründen: ›Gestern schienen alle meine Schwierigkeiten weit weg, doch jetzt scheint es, als wollten sie bleiben.‹ Nun kehren mit ihr die Erinnerungen (auch der anderen Bewohner) mit Brachialgewalt zurück, alte Wunden brechen auf und neue kommen hinzu. Dennoch bleibt eigentlich alles wie es ist: diese Biederhaftigkeit der Einwohner, das Getratsche und Getuschel hinter Gardinen und vorgehaltener Hand – jenes sinnlose Austauschen von Nichtig- und Halbwahrheiten. Man muss nicht auf dem Land leben oder gelebt haben, um so etwas zu kennen! Völlig zurecht bleibt am Ende nach all den vermeintlichen Aufgeregtheiten die Frage, ob überhaupt was war. Judith Zander ist fast so alt wie ich und was sie ihre jüngeren Protagonisten beschreiben lässt, kenn ich nur zu gut. Zwar habe auch ich Schwierigkeiten einige der plattdeutschen Sätze zu verstehen und genauso nervt mich die jugendliche Pöbelsprache, aber dieses Buch braucht genau das, ebenso wie die übersetzten Beatles-Zitate – es wäre vielmehr ohne diese stilistischen Eigenheiten vermutlich nicht mal halb so interessant. Die Anschaffung und Lektüre hat sich gelohnt und es ist schade, dass nicht ganz für den Deutschen Buchpreis 2010 reichte, aber ehrlicherweise braucht der Roman den auch nicht wirklich!

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