Im unwahrscheinlichen Fall

von Judy Blume 
4,2 Sterne bei25 Bewertungen
Im unwahrscheinlichen Fall
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Anstrengender Einstieg wird belohnt mit schöner Grundaussage am Schluss des Buches!

Andreayyys avatar

ein tolles Buch, sehr empfehlenswert

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Inhaltsangabe zu "Im unwahrscheinlichen Fall"

1951: Die 15-jährige Miri Ammerman wächst wohlbehütet im Städtchen Elizabeth, New Jersey, auf. Ihr Vater hat sich zwar früh aus dem Staub gemacht, aber ihre liebevolle und kämpferische Mutter, ihre weise Oma, ihre beste Freundin Natalie und all die anderen Menschen in ihrem Umfeld stehen ihr bei ihren Schritten ins Erwachsenenleben zur Seite. Als sie ihre erste große Liebe Mason kennenlernt, scheint das Glück perfekt zu sein. Doch dann stürzt ein Flugzeug ab, und nichts ist mehr, wie es war.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453421790
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:13.06.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Anstrengender Einstieg wird belohnt mit schöner Grundaussage am Schluss des Buches!
    Für den (un)wahrscheinlichen Fall, dass Sie dieses Buch interessiert:

    New Jersey, Elizabeth in den 50er Jahren: hier ereigneten sich innerhalb weniger Monate gleich mehrere Flugzeugabstürze, mit schlimmen und eingreifenden Folgen für die Passagiere und Bewohner des kleinen Städtchens. Hätte ich nicht zu Beginn der Geschichte bereits gewusst, dass es sich hierbei um reale Ereignisse handelt, hätte ich die Geschichte vermutlich für übertrieben und kalkuliert empfunden. Doch die Autorin selbst erlebte diese Ereignisse hautnah mit, als sie gerade mal in die 8. Klasse ging und verarbeite ihre Erinnerungen in dieser fiktiven Geschichte über mehrere Bewohner der Stadt und ihre verschiedenen Lebenswege.

    Anfangs fiel es mir sehr schwer in die Geschichte reinzukommen, da man unglaublich viele verschiedene Personen vorgestellt bekommt, die alle hintereinander jeweils ihr eigenes Kapitel erhalten. Diese Personen konnte ich nur schwer voneinander unterscheiden und verwechselte so immer wieder die Geschichten und Namen. Erst im Laufe der Geschichte kristallisiert sich ein Name immer häufiger heraus, Miri Ammerman, eine 15-jährige Schülerin, die zur Hauptperson der Geschichte wird. Miri und ihre Familie wuchs mir beim Weiterlesen immer mehr ans Herz und ich fand es zum Ende, welches dann erstaunlicherweise doch sehr schnell kam, richtig schade, dass ich mich bald von allen verabschieden muss.

    "Das Leben geht weiter für die, die Glück gehabt haben." (S.10)

    Judy Blume erzählt von einer Stadt, die ein schweres Schicksal zu tragen hat, ohne jemals ihre lebensbejahende und positive Stimme zu verlieren. Man stellt sich selbst oft die Frage, wie man damit klarkäme, wenn man solche Tragödien mehrmals hintereinander so nah mitbekäme und man fragt sich wie sehr sie Auswirkungen auf die menschliche Psyche und den späteren Lebensweg haben. Jedoch wird es nie zu einem Horrorbericht, der Angst und Unsicherheit vermitteln soll. Zum Schluss bleiben lediglich die Fragen: was ist schon der Unterschied zwischen wahrscheinlich und unwahrscheinlich? Wieso Angst vor dem unwahrscheinlichen oder gar schlimmsten Fall haben, solange wir nicht mal wissen, welche Folgen er für uns letzten Endes haben wird?

    "...Aber das ganze Leben ist ja nichts als eine Abfolge von unwahrscheinlichen Fällen, oder? Ihres jedenfalls. Ein unwahrscheinlicher Fall nach dem anderen, die sich zu einem vielschichtigen Ganzen verbinden. Und wer weiß, was da noch alles kommen mag? " (S.501)

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    FrolleinJotts avatar
    FrolleinJottvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wie dramatische Ereignisse im Amerika der 50er Jahre die Schicksale der Menschen beeinflussten. Nach wahren Begebenheiten.
    Ein schicksalshafter Ort im Amerika der 50er Jahre

    Inhalt / Klappentext:

    Wenn ein Moment das ganze Leben ändert

    1952: Die 15-jährige Miri Ammermann wächst wohlbehütet im Städtchen Elizabeth, New Jersey, auf. Ihr Vater hat sich zwar früh aus dem Staub gemacht, aber ihre liebevolle und kämpferische Mutter, ihre weise Oma, ihre beste Freundin Natalie und all die anderen Menschen in ihrem Umfeld stehen ihr bei ihren Schritten ins Erwachsenenleben zur Seite. Als sie ihre erste große Liebe Mason kennenlernt, scheint das Glück perfekt zu sein. Doch dann stürzt ein Flugzeug ab, und nichts ist mehr, wie es war.

    Meine Meinung:

    Das Buch erzählt die Geschichte der 15-jährigen Miri und einiger anderer Bewohner des Städtchens Elizabeth, einen Vorort in der Nähe des Flughafens Newark, USA. Es spielt in den 1950er Jahren und vermittelt sehr die Atmosphäre der damaligen Zeit anhand der Mode, der Musik und vor allem der prüden Lebensweise. Plötzlich stürzt ein Flugzeug im Ort ab, was einige Bewohner aus nächster Nähe miterleben und die Welt ist danach eine andere für diese Menschen. Völlig traumatisiert versuchen sie, mit dem Erlebten und dem Tod von einigen Menschen umzugehen, als kurz darauf nochmals ein Flugzeug abstürzt, auch Wohngebäude zerstört werden und somit weitere Bewohner des Ortes ums Leben kommen.

    Als dies dann innerhalb von 58 Tagen zum dritten Mal passiert, denkt man als Leser schnell, das gibt's doch gar nicht, dass ist ja sehr unglaubwürdig. Aber die Autorin klärt uns schon im Vorwort darüber auf, dass dies dort wirklich genau so passiert ist und sie es damals selbst erlebt hat. Das Buch ist also größtenteils autobiografisch.

    Mit diesem Wissen ist die Story wirklich recht eindrucksvoll, denn es wird deutlich, wie schnell sich alles komplett ändern kann, welchen Einfluss solche dramatischen Ereignisse auf die einzelnen Menschen haben und wie schnell das Leben auch vorbei sein kann, von "jetzt auf gleich".

    Der Stil des Buches ist allerdings nicht sehr anspruchsvoll, man kann es deshalb zügig "weglesen". Anfangs haben mich auch die vielen Namen der beteiligten Personen ziemlich verwirrt, da kam ich kaum noch nach, mir alle im Zusammenhang mit den anderen zu merken (wenn z.B. vier Namen in einem Satz vorkommen, von denen man zwei noch gar nicht gehört hat, ist man viel damit beschäftigt, die alle zu sortieren). Das wird dann zwar nach einiger Zeit besser, aber man hätte es strukturierter angehen können und damit angenehmer für den Leser.

    Letztlich sind mir die Personen mit ihren verschiedenen Schicksalen und Lebenswegen dann doch noch ans Herz gewachsen. Deshalb würde ich das Buch Freunden der eher leichten Lektüre empfehlen und den 1950er-Jahre-Style zu mögen, kann auch nicht schaden.

    Der Titel bezieht sich übrigens auf die ersten Worte der Stewardessen, wenn sie den Passagieren die Sicherheitsvorkehrungen erklären, beginnend mit: "In the unlikely event...".

    Bewertet mit 3,5 Sternen (hier auf 4 Sterne aufgerundet).

    Und neugierig wie ich bin, habe ich dann auch mal nach diesen Flugzeugabstürzen gegoogelt und diesen Artikel dazu gefunden:

    http://www.nj.com/entertainment/arts/index.ssf/2015/05/how_three_planes_crashed_in_elizabeth_in_50s.html

    Kommentare: 1
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    MalinaAnningans avatar
    MalinaAnninganvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fand ich sehr lesenswert, obwohl es eher nicht mein Genre ist ;)
    Willkommen in der Stadt der Flugzeugabstürze...

    Im Winter des Jahres 1952 tanzt die fast fünfzenhnjährige Miri bei einer Party zum ersten Mal mit einem Jungen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Wenn nur der Rest ihres Lebens ein bissen mehr nach ihrem Träumen verlaufen würde! Etwas mehr Geld und ein etwas größeres Haus wären doch schön und auch einen Vater würde sie sie wünschen, aber einen von der Sorte, der ihre Mutter nicht verlassen hätte als diese mit 17 schwanger geworden war.
    Während Miri die Sonnenseiten, aber  auch die Schwierigkeiten der ersten Liebe kennen lernt bereitet sich der Rest ihrer Heimatstadt Elizabeth/New Jersey auf ein fröhliches und besinnliches Chanukkha  bzw. Weihnachten vor.
    Doch dann stürzt ein brennendes Flugzeug inmitten der Stadt ab - der Beginn einer unfassbaren Reihe von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten unwiderruflich erschüttern.

    Cover:
    Ein blauer Himmel mit einigen Wolken, die Dächer einer Stadt und ein Flugzeug, das friedlich am Himmel fliegt, das zeigt uns der Schutzumschlag der Hardcover-Ausgabe. Die grauen Wolken könnten als Vorboten eines nahenden Unglücks gedeutet werden, was sich natürlich mit dem Klappentext deckt, ansonsten wirkt das Cover friedlich und freundlich. Das Flugzeug ist winzig klein dargestellt, es überfliegt scheinbar unbemerkt den Ort am unteren Bildrand, fast ist es schon wieder verschwunden, ohne Einfluss genommen zu haben. Der Kontrast zwischen der friedlichen Darstellung und meiner Vorstellung, was das Flugzeug tatsächlich mit den beschaulichen Häusern anstellen könnte, gefällt mir sehr gut, ebenso, wie sich der Titel  des Romans "Im Unwahrscheinlichen Fall" optisch und sinnbildlich so passend zwischen die Bildelemente schiebt.

    Schreibstil
    Es hat ein bisschen  gedauert, bis ich mich an Judy Blumes Schreibstil gewöhnen konnte. Die Autorin hat unendlich viele Charaktere entwickelt, es kommt einem vor, als würde einem die ganze Stadt vorgestellt werden. Sie kennt ihre Charaktere sehr gut, schreibt über sie, als berichte sie  über ihre Freunde, Nachbarn, Bekannten... Die Personen wirken anschaulich und echt, obwohl man die meisten von ihnen lange Zeit nur oberflächlich kennen lernt. Die schiere "Menschenmasse" hat mich zunächst viel Konzentration gekostet, oft musste ich noch einmal nachlesen "Wer was das noch gleich?". Anfangs hat mich das beim Lesen irritiert, im Nachhinein gefällt es mir aber sehr gut, so "ohne große Vorbereitung" in die Erzählung hineingeworfen worden zu sein. Es gibt einem das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein, als sei man  gerade nach Elizabeth gezogen und lerne nun sämtliche neuen Nachbarn kennen.

    Meinung
    Willkommen in der Stadt der Flugzeugabstürze
    Ein Buch, das mir sozusagen in die Hände gefallen ist, denn bewusst und absichtlich hätte ich es mir nicht ausgesucht. Fünfzehnjährige Teenager, Katastrophen, Liebesgeschichten... das klingt nach meinem Geschmack erst mal abgedroschen und langweilig. Ist es aber nicht!
    Ganz ohne Kitsch, dafür aber mit viel Gefühl erzählt Judy Blume die authentischen Liebes- und Lebensgeschichten einer ganzen Stadt. Dabei verliert sie sich nicht im Detail, oft hätte ich mir sogar gewünscht mehr über eine Person erfahren, nur um im Nachhinein festzustellen, dass ich eigentlich ganz genau das erfahren habe, was ich wissen muss und das "große Ganze" zu erfassen. Obwohl man deutlich "Typen" erkennt, hat man nie das Gefühl Stereotype vorgesetzt zu bekommen.
    Die Geschichte handelt von "ganz gewöhnlichen Leuten", aber schnell wird klar, dass all diese Charaktere auf ihre Art und Weise besonders und einzigartig sind. Ganz ohne Superkräfte und Special Effects, einfach nur als Menschen mit all ihren Fehlern, Geheimnissen und liebenswerten Gewohnheiten.
    Bereits in den einleitenden Anmerkungen erwähnt die Autorin, dass die im Roman geschilderten Flugzeugabstürze auf wahren Begebenheiten in ihrer Heimtastadt beruhen. Obwohl die Figuren und deren individuelle Lebensereignisse natürlich erfunden sind, verleiht die historische Basis der Geschichte mehr Realität. Umso  mehr verspürt man beim Lesen zugleich das Bedürfnis, alles über das Geschehene zu erfahren aber auch die "Angst" vor dem Weiterlesen, weil man schon die nächste Katastrophe zu erahnen glaubt.

    Fazit
    Alles in allem ein sehr interessanter Roman, der es wert ist, die anfänglichen Konzentrationshürden zu überwinden!

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    Ayleen256s avatar
    Ayleen256vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine schöne Verbindung aus Geschichte und Fiktion
    Eine schöne Verbindung aus Geschichte und Fiktion

    Wir schreiben das Jahr 1952, Elizabeth, New Jersey: Miri Ammermann ist 15. Während sie ohne Vater, dafür mit einer aufopferungsvollen Mutter und weisen Oma zusammenlebt, verbringt sie die meiste Zeit mit ihrer Freundin Nathalie. Sie trifft auf ihre erste große Liebe Mason und viele weitere Personen begleiten ihre Jugendzeit. Doch dann stürzt ein Flugzeug über der Stadt ab und niemand dort scheint danach mehr der Gleiche zu sein.

    Als erstes muss ich sagen, dass ich das Buch zugeschickt bekommen habe. Ich hatte es erst mal beiseite gelegt, weil ich nicht so der Fan von geschichtlichen Romanen bin und ich auch nichts von Flugzeugabstürzen lesen wollte. Allerdings sprach mich das Cover vom Regal aus immer wieder an, sodass ich mich entschlossen hatte, dem Buch noch eine Chance zu geben. "Im unwahrscheinlichen Fall" beruht auf wahren Ereignissen, als innerhalb weniger Wochen drei Flugzeuge auf die Kleinstadt Elizabeth abstürzten. Die Autorin Judy Blume erlebte die Ereignisse vor Ort und erzählt diese nun anhand fiktiver Romanfiguren. Wer Angst hat, "Oh je ich möchte nichts über dramatische Flugzeugabstürze lesen", der kann beruhigt sein. Wir lernen zwar mitunter ein paar der Insassen kennen, betrachten den Absturz aber von "außerhalb", sodass diese nicht zu dramatisch sind.

    Zu dem Buch gibt es eine Art Lesezeichen auf dessen Vor- und Rückseite ein Großteil der Personen aufgelistet ist, samt einer kurzen Beschreibung. Ich muss sagen, dass ich solch eine Liste noch nie so oft zur Hand genommen haben. Es ist nicht so, als wären die Charaktere schlecht beschrieben gewesen, sondern es sind so viele Personen, die allesamt auf eine Art miteinander verbunden sind. So ist Person X der große Bruder von Miris bester Freundin; die Angestellte Y arbeitet in der Praxis von dem Vater von Miris bester Freundin etc. Die Zusammenhänge zu erschließen fiel mir locker bis zur Mitte des Buches schwer. Die einzelnen Kapitel haben dann immer einer der Personen im Fokus, sind aber auch glücklicherweise mit dem Namen desjenigen betitelt. So war der Einstieg ins Buch recht mühsam, gegen Ende kam ich dagegen sehr gut mit dieser Erzählform klar.

    Obwohl man Miri als die Hauptperson des Romans bezeichnen könnte, wird doch jedes einzelne Schicksal genau beleuchtet. Die Autorin beschreibt diese eher nüchtern sachlich, was die Erzählung realistischer in Bezug auf den eigentlichen Hergang macht, aber auch eine gewisse Distanz zu den einzelnen Personen lässt. Gut gefiel mir, dass die Charaktere unterschiedlicher gar nicht hätten sein können. Als Beispiel nehme ich Miri und ihre beste Freundin Nathalie. Während Miri gar nicht recht verstehen will, was das alles bedeutet und warum sich ihr jetziges Leben nun ändern sollte, leidet ihre Freundin schwer unter den Vorfällen sowie an Psychosen und driftet in die Magersucht. So ähnlich verhält es sich mir allen Personen, sodass sie sehr abwechslungsreich und authentisch für die Kleinstadt erscheinen. Zeitungsartikel, die immer wieder eingeflochten werden, geben einen passenden geschichtlichen Bezug.

    Nach einigen Startschwierigkeiten konnte ich dann doch ganz gut in das Buch hineinfinden: Ein Roman, der die Geschichte einer unglücklichen Kleinstadt in den 50er Jahren beschreibt. Vor allem für die, die gerne Geschichten lesen, die zur damaligen Zeit spielten, dürfte dies eine lesenswerte Lektüre sein. Ich vergebe 4 Sterne, da mir das Buch dann doch überraschend gut gefallen hat, zumindest ab der zweiten Hälfte. Ein wenig lebhafter hätte die Handlung sein können, um 5 Sternen gerecht zu werden.

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    CanisLibrums avatar
    CanisLibrumvor 2 Jahren
    Ein absolut empfehlenswerter Roman

    Auf den Roman „Im unwahrscheinlichen Fall“ bin ich durch einen Zufall gestoßen, der Klappentext und das Cover haben mich überzeugt und so hab ich mich auf eine Reise in die Jahre 1951 - 1952 begeben. Ich wurde positiv überrascht.

    Handlung
    „Im unwahrscheinlichen Fall“ erzählt die Geschichte der 15 jährigen Miri Ammerman und von ihrer Familie und Freunden, deren Leben sich dramatisch ändert, als innerhalb von nur 58 Tagen drei Flugzeuge in ihrer Heimatstadt Elizabeth abstürzen. Die Geschichte spielt während des Koreakrieges und als es noch verpönt war, die Tochter einer Alleinerzieherin zu sein. In dem ganzen Trubel verliebt sich Miri auch noch zum ersten Mal in ihrem Leben so richtig, sie verliert die Verbindung zu ihrer besten Freundin Natalie, die mit den Geschehnissen nicht umgehen kann und sich komisch verhält. Es liegen harte Zeiten vor den Einwohner Elizabeth´s und vor Miri.

    Meinung
    Das Buch ist in vier Teile eingeteilt, die Teile 1-3 befassen sich jeweils mit den Flugzeugabstürzen, Teil 4 ist so eine Art Schlussteil, dem dann auch noch ein Epilog 35 Jahre später folgt, um die ganze Geschichte aufzuklären – einen Abschluss zu geben. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil am Ende des Buches keine Fragen offen bleiben. Das Buch ist sehr einfach zu lesen, ich denke, dadurch das Judy Blume normalerweise Kinder- und Jugendromane schreibt, ist auch dieser Roman eher einfach gehalten, was dem Lesevergnügen aber in keinster Weise schadet (um ehrlich zu sein, würde ich das Buch auch eher als Jugendroman bezeichnen). Die Flugzeugabstürze und auch die Erzählung darüber, wie sich die Menschen anschließend verhielten, wie sie das Passierte verarbeitet haben, ist sehr detailliert beschrieben, man kann sich sehr gut hineinversetzen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Abstürze tatsächliche stattgefunden haben und Judy Blume sie als Dreizehnjährige miterlebt hat. Ihr Vater, der Zahnarzt war, hat damals dabei geholfen, die Leichen zu identifizieren. Judy Blume selbst sagt, sie habe die Ereignisse verdrängt, bis sie anfing diesen Roman zu schreiben. Die Geschichte wird aus sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aus der Sicht vieler Überlebender aber auch aus der Sicht der umgekommenen Fluggäste vor der jeweiligen Katastrophe. Dadurch wird die Geschichte nie langweilig. Zwischendurch wurden immer wieder Zeitungsartikel eingebaut, die von den Unglücken handeln, aber auch vom damaligen Zeitgeschehen. Ich fand es sehr interessant, einen kleinen Einblick in die Vergangenheit gewährt zu bekommen, wie man damals mit Dingen wie Scheidung, alleinerziehenden Müttern, Dating, die erste große Liebe, Ehebruch usw. umgegangen ist. Miri Ammerman ist ein interessantes junges Mädchen, aber auch die anderen Charaktere, wie zB Miris Mutter, ihr Onkel, ihre beste Freundin oder auch ihr Freund sind mir mit der Geschichte ans Herz gewachsen.

    Fazit
    Alles in allem ein wirklich schöner Roman, stellenweise hab ich ein klitzekleines Tränchen vergossen, da mich die Geschichte der Menschen in Elizabeth berührt hat. Empfehlenswert.

    Lieben Gruß

    Canis Librum

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Historische Ereignisse werden anhand fiktiver Charaktere eher sachlich beschrieben. Mir fehlte ein wenig Spannung und Drama.
    Historische Ereignisse werden anhand fiktiver Charaktere eher sachlich beschrieben

    "Im unwahrscheinlichen Fall" beruht auf realen Ereignissen. Im Winter 1951/ 1952 ereigneten sich innerhalb eines Zeitraums von 28 Wochen drei Flugzeugabstürze in der amerikanischen Kleinstadt Elizabeth/ New Jersey. Die Autorin Judy Blume stammt von dort und hat die Katastrophen und das Leid der Menschen als Teenager miterlebt.

    Der Roman ist möglicherweise aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen zu einem Großteil aus der Perspektive der 15-jährigen Miri geschrieben, die den ersten Flugzeugabsturz unmittelbar auf ihrem Weg vom Kino nach Hause miterlebte. Ihr Onkel Henry ist Journalist der örtlichen Tageszeitung und berichtet fortlaufend von den Unglücken und den Folgen für Opfer, deren Angehörige und den nun umstrittenen Airport Newark. In der Bevölkerung werden Verschwörungstheorien und Forderungen nach der Schließung des Flughafens laut, da man sich eine derartige Häufung der Vorfälle an einem Ort nur schwer erklären kann.

    Neben den eigentlichen Unglücken handelt der Roman im Kern zwar von Miri, ihren nächsten Angehörigen und Freunden sowie ihrer ersten Liebe zu Mason, darüber hinaus werden jedoch die Schicksale so vieler Personen der Kleinstadt thematisiert, dass ich vor allem beim Einstieg in den Roman aufgrund der Vielzahl der Namen fast den Überblick verloren habe. Vom Verlag liegt der Romanausgabe als Hilfestellung ein Lesezeichen mit einer Übersicht der 23 Protagonisten bei, auf die man während des Lesens spicken kann, um die Verbindungen der Personen untereinander besser vor Augen zu behalten. Im Verlauf des Romans kamen allerdings stetig weitere Personen dazu, die man aber kaum näher kennenlernte und deshalb eher zur Verwirrung als zur Unterhaltung beitrugen.

    Aufgrund der sachlichen Schreibweise wirkt der Roman authentisch, aber auch wenig lebendig. Innerhalb der einzelnen Kapitel wechselt die Autorin zwischen den verschiedenen Charakteren und erzählt die Geschichte aus deren Sicht. Bis auf Miri, die die zentrale Rolle im Roman innehat und bei der das Personengeflecht zusammenläuft, kommt der Leser keiner Person wirklich nahe. Opfer und Angehörige bleiben fremd und auch das Leid der Menschen wird nur aus der Distanz wahrgenommen.

    Das Buch wirkte auf mich wie ein Tatsachenbericht über drei tragische, historische Ereignisse, die anhand fiktiver Charaktere einer Kleinstadt beschrieben werden. Für einen Roman haben mir trotz einiger emotionaler Szenen und der Verarbeitung von Themen wie der ersten Liebe und der Emanzipation bzw. die Rolle der Frau in den 50er-Jahren, Lebendigkeit, Spannung und Drama gefehlt.

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    simsas avatar
    simsavor 2 Jahren
    Eine etwas andere Geschichte

    Es sind die 50ger Jahre in einer Kleinstadt in New Jersey. Die Stadt Elizabeth liegt mitten in der Einflugschneise eines Flughafens und das Unglück passiert. Direkt nach dem Start verunglückt eine Maschine und keine der Personen an Bord überlebt die Katastrophe.

    Für die Bewohner von Elizabeth zieht dieses Ereignis lange Kreise...




    Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass ein Buch mit Schauplatz in den 50ger Jahren nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Handlungszeiten gehört. Ist es so, dass die Sitten und das ganze Drumherum doch anders als heutzutage ist und natürlich musste ich mich zunächst einmal umstellen. Doch die Autorin Judy Blume schafft es, diesen Einstig für ihre Leser leicht zu machen und man fühlt sich recht schnell in den 50gern „zu Hause“.


    Erzählt wird die Geschichte rund um den Flugzeugabsturz aus verschiedenen Perspektiven. Jeder der Personen lebt sein eigenes Leben, ist aber mit den anderen Figuren verbunden. Miri Ammermann, die 15 Jahre alt ist und gerade ihre erste Liebe erlebt, ist eine zentrale Person in diesem Erzählkreis.


    Was zunächst verwirrend erscheint und was bei mir etwas brauchte bis es fesselte, wird immer lebendiger und die Figuren wachsen ans Herz. Zusätzlich macht es Spaß den Verlauf zu betrachten, auch wenn das Flugzeugunglück natürlich kein fröhlicher Anlass ist.


    Judy Blume hat eine sehr lebendige Art zu erzählen, so wirkt alles sehr schlüssig, die Figuren könnten in der Nachbarschaft wohnen und das Unglück ist zum Greifen nahe.

    Ich hatte das Gefühl ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und den Verlauf der Dingt mitzuerleben.


    Doch auch wenn ich das Buch als sehr gelungen bezeichnen möchte, es gab auch Episoden die sich für mich ein wenig in die Länge zogen und ich brauchte ein paar Anläufe um diese zu überwinden und wieder komplett in meinem Lesefluss zu sein.


    Mein Fazit:

    Ein Buch besonderes Buch, dass das Leben und Leiden einer Kleinstadt zeigt. Mir wird es sicherlich in guter Erinnerung bleiben, auch wenn ich kleine Abstriche machen musste.


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    startbeingabooklovers avatar
    startbeingabooklovervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Noch nie habe ich einen historischen Roman gelesen, der so authentisch und interessant geschrieben worden ist wie dieses Buch!
    Ein atemberaubend authentischer historischer Roman

    “Im unwahrscheinlichen Fall” von der amerikanischen Autorin Judy Blume erzählt die Geschichten dreier Familiengenerationen, Freunden und auch Unbekannten, die eines verbindet: Elizabeth, New Jersey - “die Stadt der Tragödien”.


    Inhalt: 1951 ist Miri Ammermann gennau 15 Jahre alt und ihr Leben scheint kaum anders, als das Leben anderer Teenager zu sein. Miri wächst in dem Städtchen Elizabeth in New Jersey auf und auch ohne ihren Vater, der die Familie noch vor ihrer Geburt verlassen hat, hatte sie eine wunderschöne Kindheit. Umgeben von den Menschen, die sie lieben und unterstützen, stellt Miris Weg ins Erwachsenenleben kaum eine Hürde dar. Als sie den Jungen Mason zufällig auf einer Party trifft, scheint ihr Glück vollkommen zu sein. Doch ihr Glück ist nicht von langer Dauer, als am 16. Dezember 1951 ein Flugzeug genau vor ihren Augen abstürzt und ihr ganzes Leben komplett verändert. 


    Meinung: Der Roman “Im unwahrscheinlichen Fall” von Judy Blume basiert auf tatsächlichen historischen Ereignissen der Stadt Elizabeth im Jahre 1951, die die Autorin in ihrer Heimatstadt selbst miterlebt hat. Auch wenn die Personen frei erfunden sind, gibt das Buch eine mögliche und schöne Vorstellung von den Menschen, die von dem Flugzeugabsturz betroffen worden sind und deren Gefühlen und Gedanken.

    Die Autorin versteht es die Ereignisse atemberaubend und mit ihrer dazugehörigen Atmosphäre darzustellen und durch eingefügte, aus ihrer Erinnerung entstandene Zeitungsartikel, die Handlungen sehr authentisch und gefühlvoll zu gestalten. Es macht Spaß das Buch zu lesen und sich die Geschichten, derer die die Tragödien der Stadt miterlebt haben, anzuhören und sich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen.

    Am Anfang war es für mich persönlich ein wenig schwierig in die Handlung hineinzukommen, da es in dem Buch unglaublich viele Personen gibt, mit deren Namen ich anfangs natürlich nichts anfangen konnte. Doch was mir sehr geholfen hat, war das Lesezeichen, das zum Buch gehört und als Personenverzeichnis gestalten worden ist, sodass man es beim Lesen immer neben das Buch legen und im Notfall noch mal nachlesen kann, wer genau die Personen nochmal waren.


    Fazit: Das Buch hat von mir 4/5 Sterne bekommen und konnte mich auf jeden Fall in seinen Bann ziehen. Das Buch war nicht unglaublich spannend, sodass man es nicht mehr aus den Händen legen konnte, doch es war interessant und das war Grund genug für mich, dieses Buch mit Freude beim Lesen zu beenden. Sowohl die historischen Hintergründe, als auch die Beziehungen zwischen den Personen im Buch sind unglaublich schön und umfangreich beschrieben worden, sodass es leicht ist, in dieses Buch einzutauchen und seinen Inhalt zu verstehen.


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    Ritjas avatar
    Ritjavor 2 Jahren
    Realität und Fiktion

    Das Buch brauchte ein paar Seiten mehr, um mich mitzunehmen. Die Geschichte ist eine Mischung aus realen Begebenheiten und Fiktion. Die Abstürze der Flugzeuge sind traumatische Ereignisse, die sich den Köpfen der Menschen von Elizabeth eingebrannt haben. Erzählt wurde die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und von vielen einzelnen Personen.


    Man muss beim Lesen stets daran denken, dass die Abstürze in den Fünfziger Jahren geschehen sind. Die technische Entwicklung war noch am Anfang und nicht so ausgereift we heute. Dafür war es umso interessanter zu lesen, wie überzeugt die Menschen von ihrer Technik waren. Der Einblick in das Leben, das Denken, die Wertevortsellungen der Menschen aus dieser Zeit fand ich gut. Die Moralvorstellungen, die Ansichten wie Frauen sich zu verhalten haben und was verliebte Paare sich alles einfallen lassen mussten, um sich zu treffen, machten die Geschichte lebendiger.

    Die Geschichte an sich war interessant und gut zu lesen, jedoch schaffte es Judy Blume leider nicht die Spannung durch das ganze Buch zu halten. Auch waren mir zu viele Personen in diese Geschichte eingebunden. Ich konnte zu keiner der Personen eine Bindung aufbauen und mit ihr mitfiebern. Dafür waren die Passagen zu den Personen zu kurz und die Wechsel zwischen den Personen zu oft.

    Insgesamt jedoch eine interessante Geschichte, die mich jedoch nicht komplett eingefangen hat und teilweise zu langsam erzählt wurde.

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    M
    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Geballte Katastrophen

    Geballte Katastrophen

    Ein Flugzeugabsturz zieht bereits breite und lange Furchen an Trauma hinter sich her. Für die Angehörigen, aber auch für jene, die solche Katastrophen unmittelbar miterleben.

    Auf der Basis von tatsächlichen Ereignissen verarbeitet Judy Blume im Buch selbst erlebtes. In dieser kleinen Stadt „Elizabeth“, die nicht nur einmal Augen- und Ohrenzeuge eines Flugzeugabsturzes wird.

    Und breit verarbeitet Blume dies und führt den Leser mitten hinein in die vielfältigen Perspektiven jener Katastrophen und was sie für einzelne Menschen bedeuten. Rasche Perspektivwechsel, eine Vielzahl von Personen, ein dadurch auch schnelles Tempo in der Sprache, da benötigt es zunächst einiges an Konzentration, um den roten Faden im Kopf zu halten und die vielfachen Namen dann, im Lauf der Lektüre, auch zuordnen zu können, die verschiedenen Erzählfäden nebeneinander sortiert zu halten.

    „Wir werden immer verbunden bleiben durch diesen Winter. Wer etwas anderes behauptet, der lügt“.

    In der Person der 15jährigen Miri lässt Judy Blume die Ereignisse zusammenfließen und bietet hier auch, wohl als Alter Ego ihrer eigenen Erfahrungen gestaltet, den durchgängigen roten Faden der Folgen der Abstürze und der Entwicklung der Menschen durch diese Ereignisse. Komplexe Erfahrungen und ebenso sehr differenzierte Entwicklungen in der Verarbeitung des schrecklichen Geschehens, dass so manchen und manche nicht mehr ruhig schlafen lässt, während andere wiederum den Weg der Verdrängung beschreiten und dennoch Nachwirkungen zu spüren haben werden.

    Dies alles verfasst Judy Blume weniger in Form eines Romans, sondern eher in einem etwas nüchternen Stil wie einen Bericht, eine ständig die Perspektive wechselnde Betrachtung psychologischer Reaktionen und Versuche, das eigene Leben wieder „ins Lot“ zu bekommen. Eine gewisse Distanz taucht auf zu den Figuren, die auch den Leser emotional ebenso auf Distanz hält und zum Beobachter eher macht, als dass dieser in die Ereignisse mit hineingesogen wird.

    Dennoch vermitteln auch die eher sachlichen Schilderungen im Buch durchaus ihren Teil an Dramatik. Wenn klar wird, dass eine bei einem Absturz getötete Stewardess kurz vor dem Start noch ihre Zweifel an der Flugtauglichkeit der Maschine mitgeteilt hat und die Schwester dann ohnmächtig erlebt, wie all dies tatsächlich dann passiert.

    Und daneben immer wieder der Versuch, den Alltag weiterlaufen zu lassen, die Bilder aus dem Kopf zu bekommen. Hier geht Blume vor allem der Kraft der Gemeinschaft nach, dem Halt, den die Familie in solchen Momenten gibt und beschreibt ebenso, wie die „Kraft der Regeln“, das „sich nicht in das Loch hineinziehen lassen“, jene Kraft geben, die Ereignisse auch ein stückweit zu verarbeiten.

    Eine interessante, nicht immer übersichtliche, aber lebendige und teils fassungslos machende Lektüre.

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