Juerg Judin

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Adrian Ghenie und Uwe Wittwer.

Alle Bücher von Juerg Judin

Cover des Buches Edouard Baribeaud (ISBN: 9783775744546)

Edouard Baribeaud

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Erschienen am 19.05.2018
Cover des Buches Adrian Ghenie (ISBN: 9783775743525)

Adrian Ghenie

 (2)
Erschienen am 16.03.2020
Cover des Buches Uwe Wittwer (ISBN: 9783775733168)

Uwe Wittwer

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Erschienen am 06.11.2012

Neue Rezensionen zu Juerg Judin

Cover des Buches Adrian Ghenie (ISBN: 9783775743525)annlus avatar

Rezension zu "Adrian Ghenie" von Juerg Judin

Gesammelte Werke
annluvor 2 Jahren

Adrian Ghenie ist ein zeitgenössischer rumänischer Künstler, dessen Bilder aus den Jahren 2014 bis 2019 in diesem Kunstband versammelt sind. 


Als Hinweis vorneweg: Die gesamten Texte im Buch sind in Englisch gehalten. Die Einleitung bildet das Werk „The Darwin Room“ des Künstlers, das von Juerg Judin in einen historischen Kontext gestellt wird. Da die Installation als Hommage angelegt wurde, finden sich hier auch die Verbindungen zu vorangehenden Künstlern. 


Der Installation – samt ihrer Interpretation – folgen Ghenies Ölbilder. Expressionistisch gehalten finden sich Anlehnungen an andere Künstler nicht nur in dem Selbstporträt als van Gogh oder dem Werk sunflowers. Immer wieder ahnt der Betrachter Bekanntes im Neuen. Die Kombination aus Detailgenauem und Ineinanderfließendem hat mich besonders bei den Porträts fasziniert. Ein realistisch dargestelltes Auge kann hier in einem Gesicht vorkommen, das seine Konturen verliert und mehr zu erahnen ist, als zu erkennen. Besonders interessant war für mich auch, dass der Künstler bestimmte Persönlichkeiten immer wieder gezeichnet hat. Es stellte sich mir die Frage, warum gerade die ausgewählt wurden. 


Im Beitrag von Pamela Kort wird neben einer kurzen Biografie Ghenies eine Einbettung seiner Werke in ein politisch/historisches Umfeld aufgezeigt. Dabei gibt sie Hintergründe, die oft auch von Diktaturen geprägt sind. Ob dies der Nationalsozialismus oder die kommunistische Herrschaft sind. Ghenie hat sich damit beschäftigt und sie künstlerisch aufgearbeitet. Im Beitrag werden auch Collagen und Werke Ghenies abseits der Malerei vorgestellt und immer wieder in einen historischen Kontext gebracht. Die Ölbilder „Burning books“ sind ein Beispiel dafür. 


Der Künstler selbst kommt in mehreren Interviews zu Wort, in dem er seinen inneren Antrieb beschreibt, seine Art abstrakt darzustellen und seine Art sich von historischen Werken inspirieren zu lassen. 


Die Textbeiträge werden immer wieder durch die Bilder unterbrochen. Nicht immer konnte ich mit ihnen etwas anfangen. Besonders die Porträts und Selbstporträts wirkten in ihrer Abstraktheit befremdlich auf mich. Andere Werke hatten eine düstere Wirkung. Faszinierend waren die Neuinterpretationen von Werken anderer Künstler.


Fazit: Die Meinungen über moderne Kunst und Künstler gehen auseinander. Hier kann man einen Einblick in das Leben und die neueren Werke des rumänischen Künstlers Adrian Ghenie gewinnen. 

Kommentare: 6
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Cover des Buches Adrian Ghenie (ISBN: 9783775743525)yellowdogs avatar

Rezension zu "Adrian Ghenie" von Juerg Judin

Die Gesichter von Adrian Ghenie
yellowdogvor 2 Jahren

Die Gemälde von Adrian Ghenie sind auf Anhieb faszinierend, aber es ist nicht ganz einfach, sich seinem Werk zu nähern. Auffällig ist, dass die Gesichter in seinen Bildern stets verzerrt sind und expressionistisch wirken. Eine gewisse Düsternis begleitet die Bilder. Themen werden allmählich erkennbar, oft sind auch die Namen der Gemälde sprechend.

Ich mag besonders Adrian Ghenies Selbstportraits.


Es ist ein umfangreiches Buch, das viel zu bieten hat. Neben einer Einführung und einen Beitrag über Ghenies Gemälde auch ein Interview mit dem Künstler. Leider sind alle Texte nur auf Englisch.


Das der rumänische Künstler einer der Großen der zeitgenössische Kunst ist, ist offensichtlich.

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Cover des Buches Edouard Baribeaud (ISBN: 9783775744546)brimars avatar

Rezension zu "Edouard Baribeaud" von Pay Matthis Karstens

Komplex, sehenswert, auch für Laien
brimarvor 3 Jahren

Den Künstler, Edouard Baribeaud, kannte ich noch nicht, aber ich blieb beim Cover hängen und wurde nicht enttäuscht. Das Buch gibt nicht nur Einblick in das Werk Edouard Baribeauds, es führt auch allgemein an die Kunst heran, Kunstwerke zu ‘lesen’. Der Buchtext ist zwar auf Englisch, aber wen das nicht schreckt, dem erschließen sich die Beweggründe und die Bildersprache Baribeauds auf eine recht kompakte und kurzweilige Art. Ich empfehle dennoch, sich erst die eigentlichen Bilder unvoreingenommen anzuschauen, um dann, quasi wie im Bildaufbau der meisten Werke Baribeauds, weitere Ebenen und Schichten zu entdecken durch die Hinweise auf Mythen und Versatzstücke. Man findet christliche Ikonographie und indische Göttergeschichten neben griechischen Mythen und Shakespeare-Dramen in Baribeauds Bildern, kombiniert mit Dschungel, Theaterkulissen, Stoffdrucken, und einer ganz eigenen Darstellung von Bewegung, Dreidimensionalität, oder Perspektive (wie im Bild auf Seite 40, “The Lifting of the Sacred Mountain”, 2016, wo man den Berg gar nicht sieht). Interessant scheint mir auch die Kombination von “Poesie, narrativem Stil und Zeitgeist” (Sabine Thümmler, S. 89) in Baribeauds Bildern: man bekommt bekannte Geschichten neu erzählt, muss sich allerdings gewisse Hinweise und Metaphern erst erschließen; die Bohemiens, die auch schon von Künstlern früherer Epochen gemalt wurden, sehen hier ein bisschen wie ‘Hippie meets Millennial’ aus, und den Stuhl aus “Sleeping Memories”, 2016 (S. 75) hat bestimmt jede(r) schon mal gesehen. Die verschiedenen Werke sind in 3 Zyklen zusammengefasst, und die großen Linien bzw. prägenden Einflüsse werden erfreulicherweise in den Essays aufgezeigt und verständlich erläutert. So bekommt man ein Gefühl für die Chronologie und die Komplexität des Werkes Baribeauds. Im vorliegenden Buch wird es, glaube ich, nicht erwähnt, aber einige Bilder Baribeauds erinnern bei den geschichteten Dschungeldarstellungen an die Bilder Henri Rousseaus, in denen die Vegetation auch wie in Ebenen gezeichnet erscheint (in “Midnight Dance” 2015, S. 53, sogar mit Tiger). Aber das nur am Rande, sicherlich finden andere Betrachter auch ganz andere Details spannend. Denn spannend sind Baribeauds Werke allemal, mit westlichen und östlichen Einflüssen, und ungewöhnlichen Details die es zu entdecken gilt. Weder nichtssagend, noch zu kryptisch, mit einem eigenen Stil, der das Mythische und Phantastische mit dem Alltäglichen verbindet, sind sie sicher sowohl für Eingeweihte, als auch für Laien interessant. Ich persönlich hätte mir weniger Distanz zwischen Künstler und Rezipienten gewünscht. Vielleicht hätte man in einem kurzen Text den Künstler selbst auch zu Wort kommen lassen können. Auch einige biographischen Details oder ein- zwei weitere Fotos wären sicherlich interessant gewesen. Fazit: Empfehlung! Ein schön gemachtes Buch mit Bildern eines vielleicht (trotz des Tuch-Designs für Hermès 2016) noch nicht ganz so bekannten Künstlers, dessen sehenswertes Werk auch für Laien zugänglich gemacht wird, ohne überfrachtet oder zu abgehoben zu sein.

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