Charakterfrage

von Jule Specht 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Charakterfrage
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Ein hochinteressantes Thema wird hier mit wissenschaftlichen Hintergründen näher beleuchtet

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Aufschlussreich& lesenswert, da es Werkzeug gibt, das Psychologen für Persönlichkeitsbeurteilung nutzen. Wie ein Gespräch unter Freundinnen.

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Inhaltsangabe zu "Charakterfrage"

Wer sind wir – und warum sind wir so, wie wir sind?
Gehen wir gern unter Leute oder bleiben wir lieber allein? Sorgen wir uns häufig oder ruhen wir in uns? Machen uns Schicksalsschläge am Ende wirklich stark? Und: Kommen wir mit einem unveränderlichen Charakter auf die Welt? Jule Specht beschreibt die Entstehung und Entwicklung unserer Persönlichkeit über die gesamte Lebensspanne hinweg: In welchen Eigenschaften wir uns voneinander unterscheiden, wie wir uns im Laufe des Lebens verändern und wodurch, was uns prägt, und ob und wie wir selbst Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unseren Charakter nehmen können. So entsteht ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames Buch für alle Menschen, die sich fragen, wer sie sind, wie es dazu kam, und wer sie sein werden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499631283
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:15.05.2018

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    Victoria_Townsends avatar
    Victoria_Townsendvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein hochinteressantes Thema wird hier mit wissenschaftlichen Hintergründen näher beleuchtet
    Charakterfrage

    Bei diesem Werk handelt es sich weder um einen Fantasy- noch einen Liebesroman oder etwas in der Art. Viel mehr ist dies ein interessantes und aufschlussreiches Sachbuch, das sich mit einer Frage beschäftigt, die mich persönlich sehr interessiert: Wer wir sind und wie sich unsere Persönlichkeit verändert.

    Die Autorin selbst ist Professorin für Persönlichkeitspsychologie und beschäftigt sich in diesem Buch also mit der "Charakterfrage" aus psychologischer Sicht. Die meisten Inhalte und Informationen, die hier zum Thema Charakter und Charakterentwicklung erwähnt werden, kommen von Studien oder Umfragen verschiedener Psychologen, aber auch ihr selbst. Somit sind die Erläuterungen im Buch auch immer auf Fakten oder Experimente gestützt.

    Da es sich bei diesem Buch vorrangig um ein Sachbuch handelt, ist es natürlich auch keine einfache Kost und keinesfalls nur für Zwischendurch gedacht. Man sollte sich für dieses Werk Zeit nehmen, damit man besser in das Thema hineinfindet und den manchmal recht komplexen Ausführungen folgen kann.

    Es lohnt sich das Buch einmal zu lesen, da es sich mit einem hochinteressanten Thema befasst, das vermutlich jeden von uns betrifft. Ich bin auf der Verlagsseite auf dieses Buch durch den Titel aufmerksam geworden. Da ich mich gerade selbst in einer Phase befinde, in der ich mich und meinen Charakter, sowie meinen zukünftigen Lebensweg hinterfrage, stand für mich sofort fest, dass ich dieses Buch lesen möchte. Neben dem Persönlichkeitsbegriff im Allgemeinen greift die Autorin auch die Entwicklung unserer Persönlichkeit mit zunehmendem Alter auf und die Faktoren, die diese beeinflussen, auch auf eine Veränderung der Persönlichkeit wird eingegangen.
    Es handelt sich aber nicht um ein reines Lehrwerk, sondern soll auch helfen den eigenen Charakter etwas besser kennenzulernen, z.B. durch die eingebauten Persönlichkeitstests passend zu den vorherigen Abschnitten. Die erlangten Informationen lassen sich mit Sicherheit auch im eigenen Leben einbauen oder bieten ein besseres Verständnis für manche Dinge.

    Viel mehr kann ich zum komplexen Inhalt nicht sagen, da es wohl es den Rahmen sprengen würde, wer sich aber dafür interessiert, sollte auf jeden Fall nicht an diesem Buch vorbeigehen.


    Fazit

    Ich kann dieses Werk jedem empfehlen, der vielleicht gerade auf einem Scheideweg seines Lebens steht oder einfach so etwas mehr zu seinem Charakter oder der Persönlichkeitsentwicklung im Allgemeinen erfahren möchte. Auf interessante Weise greift Jule Specht verschiedene Aspekte dieses Themas auf und bietet dem Leser einen anderen Blick auf diese komplexe Frage.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Aufschlussreich& lesenswert, da es Werkzeug gibt, das Psychologen für Persönlichkeitsbeurteilung nutzen. Wie ein Gespräch unter Freundinnen.
    Aufschlussreich und lesenswert.

    Das Buch gibt eine gute Vorstellung davon, wie die Psychologen heute eine Persönlichkeit beurteilen, was die Studien heute über eine Persönlichkeitsentwicklung sagen können, was sie als belegt betrachten und was sich eher als Falschwissen entpuppt.


    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Wer sind wir – und warum sind wir so, wie wir sind?
    Gehen wir gern unter Leute oder bleiben wir lieber allein? Sorgen wir uns häufig oder ruhen wir in uns? Machen uns Schicksalsschläge am Ende wirklich stark? Und: Kommen wir mit einem unveränderlichen Charakter auf die Welt? Jule Specht beschreibt die Entstehung und Entwicklung unserer Persönlichkeit über die gesamte Lebensspanne hinweg: In welchen Eigenschaften wir uns voneinander unterscheiden, wie wir uns im Laufe des Lebens verändern und wodurch, was uns prägt, und ob und wie wir selbst Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unseren Charakter nehmen können. So entsteht ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames Buch für alle Menschen, die sich fragen, wer sie sind, wie es dazu kam, und wer sie sein werden.“


    Zur Autorin lt. Umschlag: „Jule Specht i, Jg. 1986, ist Professorin für Persönlichkeitspsychologie an der Humboldt-Universität Berlin. In ihrer Forschung befasst sie sich vor allem mit Fragen der Persönlichkeitsentwicklung im Erwachsenenalter und den Ursachen und Konsequenzen des subjektiven Wohlbefindens.“


    Etwa 222 Seiten des Textes sind in 6 Kapitel aufgeteilt: „Kann ich Persönlichkeit verändern?“ (7 S.); „Was ist Persönlichkeit?“ (4 S.); „Die Big Five“ (15 S.); „Die Persönlichkeit und ihre Entwicklung über die Lebensspanne“ (63 S.); „Die Persönlichkeit im weiteren Sinne“ (115 S.); „Die Persönlichkeit verändern“ (13 S.). Aus dieser Aufstellung kann man u.a. entnehmen, dass es sich hier um die Persönlichkeit dreht, so wie sie heute die Psychologen beurteilen, mit Hinblick auf die Frage, ob man, und wenn ja, wie, die Persönlichkeit verändern kann. Darauf wurde im letzten Kapitel eingegangen.


    In „Big Five“ wurden diese im Sinne von „Emotionale Stabilität“, „Extraversion“, „Offenheit für neue Erfahrungen“, „Verträglichkeit“, „Gewissenhaftigkeit“ besprochen. Zu jedem dieser Merkmale wurde ein Persönlichkeitstest angeboten, bei dem man den eigenen Grad der Ausprägung dieser ermitteln kann.


    Im 4. Kapitel geht es knapp aber prägnant um die Persönlichkeitsentwicklung, anfangend mit der Entwicklung vor der Geburt, über Kindes-, Jugend-, jungen Erwachsenen-, mittleren Erwachsenen-, und endend mit hohem Alter.  Hier gibt es allerlei interessante Erkenntnisse aus den Studien, z.B.: „Bisher ist nicht belegt, dass ein Kind besonders gesprächig, musikalisch oder sportlich wird. Weil es im Mutterleib bereits entsprechend geprägt wurde. …Trainings, die dem ungeborenen Kind bereits Mozart oder chinesische Sprache nahebringen wollen, eher ein Symptom überambitionierter Kindes-Optimierung… S. 39. Oder auch: „Offene Menschen zieht es eher ins Ausland, um dort eine andere Kultur und Sprache, andere Menschen und – im Studierendenkontext – andere wissenschaftliche Herangehensweisen kennenzulernen. Ebendiese Eigenschaft wird dann langfristig durch die neue Erfahrung gestärkt, und die ursprünglich bereits bestehenden Persönlichkeitsmerkmale verfestigen sich noch weiter.“ S. 82. Da gibt es noch paar gute Sätze über die Weisheit und dass diese nicht unbedingt mit hohem Alter zusammenhängen muss, s. S. 91. Gerade dieses Kapitel fand ich aufschlussreich und bereichernd, auch weil ein Menschenleben einem vor Augen geführt wird, was in o.g. Phasen üblicherweise passiert, was die Studien der Psychologen zu den Zusammenhängen bestimmter Merkmale wie „Big Five“ zu berichten haben uvm.


    Auch das 5. Kapitel, in dem über das Selbstwertgefühl, das subjektive Wohlempfinden, die Kontrollüberzeugung und Intelligenz gesprochen wird, ist spannend und durchaus erkenntnisreich. Bei IQ Angaben und Intelligenztests räumt Jule Specht auf: „Aussagen wie ‚Ich habe einen IQ von 142!‘ sind daher mit großer Vorsicht zu genießen und erst dann informativ, wenn zum einen bekannt ist, um welchen Intelligenztest es sich handelt, und zum anderen Informationen zur Messgenauigkeit dieses Tests vorliegen.“ S. 201. Weiter spricht sie von unterschiedlichen Auffassungen von Intelligenz, wie sich Intelligenz entwickelt, darin „… Menschen, die im hohen Alter besonders gesund und munter waren, mehr Zeit mit intellektuell stimulierenden Beschäftigungen verbrachten, mehr Kaffee tranken und auch mehr Rotwein.“ S. 207. Und: „Eine intelligente Person wird sich also in Situationen begeben, die ihre Intelligenz fördert. Eine wenig intelligente Person wird diese Situationen eher meiden. Die anfänglichen Unterschiede im intellektuellen Potential werden sich durch diese unterschiedlich förderlichen Umgebungen damit entsprechend festigen. Auf diese Weise wird sich die Erblichkeit der Intelligenz in einer Gesellschaft mit hoher Chancengerechtigkeit erhöhen.“ S. 212.


    Der Stoff ist sehr zugänglich vermittelt worden. Das Buch liest sich wie eine Art Gespräch unter Freundinnen.


    Mich haben so manche Verallgemeinerungen und Annahmen etwas irritiert. Oft wurden die Ergebnisse der US-amerikanischen Studien herangezogen, um die Thesen zu belegen. Die unterliegende Annahme hier, dass diese ohne weiteres auch für Vertreter anderer Nationen, Alters-, Berufs- usw. Gruppen gelten sollen, was eigentlich nicht oder nicht immer oder eher selten der Fall ist. Klar geschieht es hpts., weil es keine vergleichbaren dt Studien gibt. Wenn es diese gab, wurden sie hier herangezogen.


    Die Tests, davon gibt es reichlich, sind eher so, dass man dabei hpts. im mittleren Segment landet, was weiter nicht von großer Aussagestärke geprägt ist, i.e. es hilft nicht wirklich weiter, zu wissen, man wäre mittel z.B. im Bereich Verträglichkeit oder Offenheit für neue Erfahrungen, etc. Aber man bekommt zumindest ansatzweise die Vorstellung, wie die Psychologen solche Dinge ermitteln. 


    Fazit: Das Buch ist durchaus aufschlussreich und lesenswert, gerade weil es den Lesern Werkzeug gibt, das die Psychologen für die Beurteilung der Persönlichkeit nutzen (können), und so manches Neues zu dem Thema verrät. Das Buch ist klar für Einsteiger auf diesem Gebiet geschrieben worden. Aber auch Fortgeschrittene können hier einiges für sich mitnehmen.

     

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