Innenleben. Ein Begriff, der außerhalb des Kopfes, der Haut und aller anderen Organe Verwendung findet, in der Sprache. Aber was er meint, kann irgendwas davon in der Sprache, im Außen Gestalt annehmen?
Immer wieder kommen Zweifel daran auf; vor allem in jenen Momenten, wo man*frau sich unbedingt ausdrücken, einer anderen Person nur etwas Kleines, Kostbares verständlich machen will – und scheitert. Gerade so, als könnte niemand einem*r anderen von sich, von den eigenen Erfahrungen zu trinken geben, sondern sich nur verschütten, tollpatschig, leichtsinnig (unser eigenes Dürsten ist im folgenden Schmerz inbegriffen).
Zu allem Überfluss stellt sich das eigene Innenleben auch für uns nicht als sortierte Angelegenheit dar; wir reisen darin herum und zu jedem Gedanken, den wir ansteuern, jedem Gefühl, das wir betreten, gesellen sich rasch Erinnerungen, namenlose Sehnsüchte und Ängste, bis wir umgeben sind von mehr, als zu sein wir verarbeiten, kanalisieren können.
Von diesen Zuständen, ihrer Fülle und ihren Brüchen, ihrer Fragilität und Wucht, sowie ihrer Schönheit, über die die Endlichkeit gleitet wie eine Plattenspielernadel über einen Lieblingssong, ihn zum Klingen und dem Verstummen näher bringend, erzählen diese Gedichte von Jule Weber. Es ließe sich noch mehr schreiben, aber nie alles. Daher überlasse ich euch den Beispieltexten und, hoffentlich, dem Buch. Da steht (fast) alles drin.
Lyristix


