Jules Michelet Geschichte der Französischen Revolution

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der Französischen Revolution“ von Jules Michelet

Wir verdanken ihr die parlamentarische Demokratie, die Trennung von Kirche und Staat und die Proklamation der Menschenrechte. Die Französische Revolution ist der Beginn einer neuen Zeitrechnung in der Weltgeschichte. „Wie kaum ein anderes Ereignis der Moderne hat sie ihre weiten Schatten bis in die Gegenwart geworfen“ (Benedikt Stuchtey, SZ).Es war eine Wirtschaftskrise, die die revolutionären Ereignisse ins Rollen brachte. Der Haushalt des regierenden Königs Ludwig XVI. war rettungslos überschuldet, ans Sparen wurde aber nicht gedacht. Statt dessen lässt der König seine Kriege und seine ausschweifende Hofhaltung von Banken finanzieren und deckt deren Luftgeschäfte an der Börse. Echtes geld kommt nure aus den Steuern des Dritten Standes, von jenen 95% der Franzosen, die weder adlig noch Geistliche sind und keinerlei Mitsprache bei der Verteilungdes Vermögens haben. Im Juni 1789 lebt die Landbevölkerung in tiefster Armut, in den Städten beginnen die Einwohner zu hungern. Es muss etwas geschehen …Der König delegiert die selbst gemachten Probleme nach unten und lässt zum ersten Mal seit 175 Jahren die Generalstände einberufen um einen Ausweg zu suchen. Doch auch hier ist das Volk nicht wirklich vertreten. Über diese Ungerechtigkeit kommt es zum Eklat, Teile des niederen Klerus schlagen sich auf die Seite der Bürger und gründen mit ihnen die Nationalversammlung, eine Verfassung wird formuliert, die die Monarchie reformieren soll. Aber das verzweifelte Volk will nicht mehr warten … Die Französische Revolution ist der Auftakt zur radikalen und umfassenden Veränderung Europas, die bis heute, 220 Jahre später, noch nicht vollendet ist.Das revolutionäre Geschehen ist oft erzählt und gedeutet worden, bildet den Hintergrund zahlreicher Biografien, Romane und Spielfilme. Sie alle werden überragt von dem Werk des französischen Historikers Jules Michelet: „Michelets Darstellung zählt wegen ihrer Einfühlungskraft, Dramatik und Erzählkunst unbestritten zu den klassischen Werken der europäischen Geschichtsschreibung“ (Die Zeit).Michelet hatte die revolutionären Ereignisse von 1789 zwar nicht selbst erlebt, kannte sie jedoch seit Kindertagen aus den Erzählungen seines Vaters. Und Michelet verließ sich nicht nur auf schriftliche Zeugnisse. „Statt aus Münzen und Medaillen, den bis dato wichtigsten visuellen Quellen der historischen Erkenntnis, saugte Michelet sein Wissen aus Malerei, Skulptur und Architektur“, berichtet Ulrich Raulff in der FAZ. Michelet wird der erste Geschichtsforscher, der gleichberechtigt die Aussagen von Zeitzeugen heranzieht. Seine Geschichte der Französischen Revolution beschäftigt sich nicht nur mit den Helden, sondern gibt auch der Bevölkerung eine Stimme und einen vollwertigen Platz im Geschichtsbuch. Es ist genau diese Mischung aus detaillierten Quellenstudien (Michelet war Chef der historischen Sektion des französischen Nationalarchivs) der Authentizität in der Darstellung unmittelbar am Geschehen Beteiligter und der inneren Anteilnahme des Verfassers, die Michelets Erzählung so lebendig macht. Bis heute ist seine Darstellung das bedeutendste Standardwerk zum Thema.

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