Juli Zeh Leere Herzen

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Inhaltsangabe zu „Leere Herzen“ von Juli Zeh

Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als die "Brücke " unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr...
"Leere Herzen" ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Es ist ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und es ist zugleich ein verstörender‎ Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

Juli Zeh hat mich enttäuscht. Furchtbarer Schreibstil, obwohl ich das bei Frau Zeh sonst immer genossen habe.

— Golondrina

Es geht zehmäßig gut los - und verirrt sich dann erst in schleppender Handlung&hektischer Auflösung. Die Rafinesse&der Hintersinn fehlen.

— franzzi

Sieht so die Zukunft aus? Realistisch, aber doch auch beängstigend. Mein Herz blieb beim Lesen nicht leer.

— typomanin

Trotz enttäuschendem Ausklang, gelungene Analyse. Jederzeit wieder.

— KasiaJaeckel

Sehr gute Idee und tolle Umsetzung zum Anfang. Nimmt aber im Laufe der Geschichte leider ein wenig ab.

— steffischultzzz

Juli Zehs Roman gibt viel Stoff zum Nachdenken und zur Diskussion, konnte aber leider meine Erwartungen nicht so ganz Erfüllungen.

— Literaturwerkstatt-kreativ

Dystopisch, spannend, beklemmend, aber vor allen Dingen aktuell! Lesen!!!

— sunlight

Überraschende Wendungen

— Caro_Lesemaus

Idee & Ausführung dies Mal nicht so gelungen. Charaktere flach, manches erscheint unlogisch, krude

— thursdaynext

Wie eine Art Thriller, sehr viel Politik, manchmal sehr duster, braucht aufmerksames Lesen

— Buchraettin

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  • LEERE HERZEN. JULI ZEH.

    Leere Herzen

    buecherkompass

    16. January 2018 um 16:54

    INHALTSeit die Besorgte-Bürger-Bewegung an der Macht ist, hat sich in Deutschland einiges verändert.Brittas Praxis macht sich die Veränderungen zu Nutze, indem sie online potenzielle Selbstmordattentäter akquiriert. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Babak unterzieht sie geeignete Kandidaten zahlreichen Tests, nur um sicherzustellen, dass diese auch tatsächlich den Wunsch hegen zu sterben.Die Einnahmen, die durch diese Vorgehensweise zustandekommen lassen nicht zu wünschen übrig. Bis zum dem Tag, an dem ein Attentat verübt wird, dessen Strippenzieher nicht Britta und Tabak sind.MEINUNGVon Juli Zeh habe ich im letzten Jahr viel Gutes gehört, sodass ich mir vornahm ihren neuen Roman, der im November erscheinen sollte, zu lesen.Leere Herzen ist Politthriller und Dystopie in einem und vereint (Alt-)Bekanntes mit Neuem. In ihrem Werk lässt Juli Zeh eine Partei an die Macht kommen, die die Lage in Deutschland beträchtlich verändern soll. So ändern sich beispielsweise gesellschaftlich verbreitete Vorstellungen von Moral derart, dass es Britta Söldner und ihrem Geschäftspartner Babak Hamwi möglich ist eine Praxis für potenzielle Selbstmordattentäter zu führen. Unter dem Deckmantel einer psychotherapeutischen Praxis akquirieren die beiden Selbstmordgefährdete und verdienen damit gutes Geld.Nebenbei führt Britta ein gesittetes Familienleben, das für sie jedoch eher selten Priorität besitzt. Ihr Fokus liegt auf der Ausbildung der Kandidaten, auf der Akquise weiterer Attentäter und auf der Erhaltung ihrer Geschäftsbeziehungen.Bei allem was sie beschäftigt merkt Britta nicht, wie sie langsam aber merklich den Halt verliert und das nicht nur in geschäftlicher Hinsicht. Als Brittas Mann eines abends verkündet er wolle nun das Geld für die Familie verdienen ist die zweifache Mutter geschockt. Wie kann er sie ihrer Position berauben wollen und zugleich behaupten, dass es zu ihrem Besten sei und das auch noch zum denkbar unpassendsten Zeitpunkt.Ein Konkurrent macht Britta ihr Geschäftsmodell streitig, sodass sie sieht sich gezwungen sieht, das letzte Bisschen Familienalltag zu Gunsten ihrer Praxis zu opfern. Doch je stärker Brittas Alltag von ihrem moralisch fragwürdigen Geschäft bestimmt wird, desto mehr muss sie sich eingestehen, dass sie den Blick für das Richtige verloren hat.Leere Herzen entwirft ein erschreckendes, wenn auch nicht allzu abstruses Bild von der Zukunft unserer Gesellschaft, in der sich die Moral hinten anzustellen hat. Denn welche Bedeutung hat ein Leben in einer Welt, in der moralische Grundsätze tagtäglich beiseite geschoben werden, um wichtigeren Dingen Platz zu machen?Auch wenn ich so meine Schwierigkeiten hatte eine Verbindung zu den Protagonisten des Romans aufzubauen und mich das Buch entsprechend nicht ganz mitreißen konnte, ist Leere Herzen ein gut geschriebener Roman, der dem Lesenden nur allzu deutlich Augen führt was in einer Gesellschaft, in der das Leben des Einzelnen scheinbar seinen Wert eingebüßt hat alles möglich wird.

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  • konnte mich nicht wirklich packen

    Leere Herzen

    katze102

    12. January 2018 um 15:20

    Julia Zehs „Leere Herzen“ spielt im Jahr 2055: Angela Merkel ist zurückgetreten, eine mit großer Mehrheit gewählte Partei, unter der es das bedingungslose Grundeinkommen genauso gibt, wie den Kampf gegen Überfremdung oder starke Einschränkung der Presse, ist an der Macht. Erzählt wird unter anderem die Geschichte von zwei befreundeten Familien mit jeweils einer Tochter und unterschiedlichen Lebensstrategien und Plänen. Es handelt sich um die Familien von Britta und Janina; Britta, desillusioniert von Welt, Politik und Gefühlen betreibt zusammen mit Babak die „Brücke“, eine Praxis für Leute, die bei Internetrechcherche auf Selbstmörderseiten aufgefallen sind. Ausgewählte werden eingeladen und durchlaufen in einer Therapie verschiedene Übungen und Stufen um ihren festen Willen zu testen, Niedrigbepunktete zurück ins Leben zu entlassen und Standhafte äußerst gewinnbringend als Selbstmordattentäter an Orgnisationen zu vermitteln – bis zu dem Zeitpunkt, an dem „die Brücke“ Konkurrenz zu erhalten scheint...Britta und Janina spielen immer wieder ein Spiel, dass sie „Dilemma“ nennen; eine von ihnen denkt sich eine Situation aus und die andere muß sich zwischen zwei vorgegebene Lösungen entscheiden. Bei einem Dilemma-Spielchen muß man sich entscheiden zwischen einer Waschmaschine oder dem Wahlrecht. Und in ein ähnliches Dilemma gerät Britta am des Buches: Sie muß sich entscheiden, ob es vertretbar ist, eine demokratisch gewählte Regierung zu putschen. Dieses war das zweite Buch von Julia Zeh, das ich gelesen habe, direkt nach „Unterleuten“, an das es meiner Meinung nach nicht herankommt.Julia Zehs Schreibstil empand ich als sehr kühl und distanziert; was für dieses Thema vielleicht genau passend sein kann. Für mich hat es eine ganze Zeit, etwas mehr als die ersten 50 Seiten, gedauert um in der Geschichte anzukommen; als auf Distanz gehaltener Betrachter wurde ich mit keiner der beschriebenen Personen wirklich warm. Ein bißchen dick aufgetragen war mir dann auch der erzieherische Ansatz dieses als „Lehrstück“ empfundenen Romans. Selbstverständlich ist es wichtig, sich politisch zu bilden und für seine Überzeugungen einzutreten, aber als Apell und Quintessenz dieses Buches macht das Ganze auf mich schon den Eindruck, das es sich wohl eher als Schullektüre für Jugendliche mit anschließender Diskussionsrunde eignet. Die, die sich Sorgen machen, wohin die Angst vor Entfrendung und der Wahlerfolg der Afd führen könnten, werden durch diesen Roman kaum erschüttert werden...Ich muß gestehen, dass ich etwas mehr erwartet habe; so läßt mich das Buch noch nicht einmal betroffen oder nachdenklich zurück.

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  • Leere Herzen analysiert exzellent, leider kein konsequentes Ende

    Leere Herzen

    KasiaJaeckel

    07. January 2018 um 18:02

    In einer nahen Zukunft hat in Deutschland nach Merkel die sogenannte Partei der besorgten Bürger die Regierung übernommen. Die grossen Despoten dieser Welt haben neue Alianzen gegründet und dennoch überraschende Ergebnisse – wie das Ende des Syrienkrieges – geliefert.Der Alltag ist von einer gewissen Optimierungs-/Gesundheitsdoktrin beherrscht. Für die Antiheldin Britta haben daher Prinzipien wie Pragmatismus, Effizienz und Funktionsfähigkeit den Siegeszug angetreten. So wie der Leser sie kennenlernt, glaubt sie an nichts und niemanden. Ausser an den eleganten Rückzug ins Private.Um dies zu finanzieren betreibt sie, zusammen mit einem engen Freund, eine Agentur namens „Brücke“. Dort landen die an der Gesellschaft verzweifelten, an allen Therapieversuchen gescheiterten Existenzen. Ziel ist es, nach einer Reihe von Tests, sich als Selbstmordattentäter an radikale Vereinigungen vermitteln zu lassen. Dafür erhalten Britta und Babak, der Teilhaber, Geld.Sie fliegen gern unter dem Radar und müssen sich keine Gedanken mehr um Rechnungen machen.Bis sie scheinbar Konkurrenz bekommen. Hier entgleist ihnen die Kontrolle mehr und mehr. Natürlich stellt die neue Situation auch die Berechtigung ihres Modells als solches komplett in Frage und es wird eine erschreckende Naivität der Akteure erkennbar, die erst jetzt erkennen, dass der Einsatz für eine solche Tätigkeit schnell das eigene Leben sein kann.Klar werde ich nun keinen Spoiler in Bezug auf des Ausgang der ganzen Geschichte einbauen. Ich muss allerdings bei aller Begeisterung über die Ideen der Autorin zugeben, dass die Entwicklung der Charaktere etwas auf der Strecke bleibt. Mich konnte gerade der grosse Wandlungsmoment von Britta – trotz der Gewaltmetapher mit einer „quasi aus Lust und Laune ermordeten Katze“ – nicht wirklich überzeugen. Je näher ich mich als Leserin dem Ende des Buches näherte, desto lahmer wurde die gesamte Auflösung. Trotz dieser Kritik, beharre ich auf meinem Statement weiter Zeh´aner bleiben zu wollen. Jede Gemeinschaft, Gesellschaft, Situation als solche hat ihre Vor- und Nachteile. Nichts ist schwarz-weiss. Um allein zu dieser Einsicht zu kommen, bedarf es eines stets analytischen Blickes. Über einen messerscharfen analytischen Verstand verfügt Juli Zeh. Man kann ihr Mangel an Optimierungsvorschlägen vorwerfen. So weit so gut. Die Analyse der gesellschaftlichen Situation stimmt trotzdem.Freue mich auch, wenn Ihr das Buch weiter diskutieren wollt. Sei es hier oder auf meinem Blog nichtohnemeinbuch.com.Eure Kasia

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  • Interessantes Geschäftsmodell

    Leere Herzen

    los_lesen

    06. January 2018 um 21:54

    Der aktuelle Roman von Juli Zeh beschäftigt sich vor allem mit der politischen Situation Deutschlands im Jahr 2025. Das neue Staatsoberhaupt ist Regula Freyer, die der besorgten Bürgerbewegung (BBB) angehört. Obwohl viele Bürger mit Frau Freyers politischem Handeln nicht einverstanden sind und durch ihre Aktionen eher noch besorgter werden, schaffen sie es nicht ihre politische Lethargie zu überwinden. Somit sind immer neue, sogenannte Effizienzpakete die die demokratischen Werte nach und nach unterwandern, die Folge.In dieser Zeit lebt Britta zusammen mit ihrer Familie in Braunschweig. Gemeinsam mit einem Freund aus Studientagen führt sie eine Heilpraxis mit dem Namen „Brücke“. Britta und ihr Bekannter Babak haben sich auf suizidgefährdete Menschen „spezialisiert“. Vordergründig möchten sie den Betroffenen natürlich helfen und mit ihnen alternative Handlungsstrategien erarbeiten. Ihre wahre Absicht hingegen ist eigentlich die Rekrutierung von Selbstmordattentäter für verschiedene Gruppierungen. Mit ihrem ungewöhnlichen Geschäftsmodell ist es ihnen nicht nur gelungen sich am Markt zu etablieren sondern auch ihren Lebensunterhalt mehr als nur zu sichern. Doch mit einem Mal erscheint von einem Tag auf den anderen ernstzunehmende Konkurrenz auf der Bildfläche. Und plötzlich werden nicht nur die Grundsätze der „Brücke“, sondern auch Brittas gesamtes Leben in Frage gestellt. Auf den ersten Blick vermutet ein Juli Zeh Anhänger möglicherweise, dass ihr aktuelles Buch ganz neue Genres bedient. Handelt es sich um „Leere Herzen“ doch um eine Dystopie bzw. um einen Politthriller. Aber bei genauerer Betrachtung ist auch diese Geschichte ein gesellschaftskritischer Roman mit einem „bedrohlichen“ Bezug zur Realität. An einigen Textstellen musste ich kurz innehalten um über unsere aktuelle politische Situation nachzudenken. Sind wir vielleicht auch gerade dabei uns zu einer Gesellschaft zu entwickeln, der Ungerechtigkeit und Missstände egal sind, solange man sich selbst in einem gesicherten Wohlstand befindet? Wird keiner mehr etwas sagen, wenn einzelne Person oder Personengruppen denunziert werden? Werden möglicherweise die hart erkämpften demokratischen Werte klammheimlich abgeschafft und es interessiert niemanden? Juli Zehs Geschichte hat mich auf jeden Fall wieder etwas wach gerüttelt. Man sollte die gesellschaftlichen Geschehnisse mehr hinterfragen und für Werte aktiv eintreten, die einem wichtig sind. Fazit: Ein spannender Roman mit erschreckend, aktuellen Aspekten, der an den Leser appelliert für demokratische Grundwerte einzustehen.

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  • Die Brücke

    Leere Herzen

    Literaturwerkstatt-kreativ

    31. December 2017 um 18:00

    „Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor: "Leere Herzen" von Juli Zeh Der Roman spielt im Jahr 2025. Bundeskanzlerin ist Regula Freyer von der BBB (der Besorgte-Bürger-Bewegung). Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi leben in Braunschweig und haben eine gemeinsame Praxis „Die Brücke“. Keiner weiß so ganz genau was sich dahinter verbirgt. Die Beiden retten bzw. vermitteln Selbstmörder, in dem sie die Kandidaten mehrere grausame Stufen durchlaufen lassen, um sicher zu gehen, das diese auch wirklich sterben wollen. Viele finden auf diesem Weg wieder zurück ins Leben und sind Britta und Babak sehr dankbar. Andere hingegen halten an ihrem Wunsch zu sterben fest. Diese werden dann als Selbstmordattentäter an bestimmte Institutionen ( z.b.Umweltbewegungen, politische Institutionen etc.) weiter vermittelt, und in deren Namen begehen sie dann Selbstmordattentate. Das Geschäft ist durchaus lukrativ und Britta und Babak können sehr gut davon leben. Als die "Brücke " jedoch Konkurrenz bekommt, müssen die beiden handeln und ihren Nebenbuhlern das Handwerk legen. Doch ihre Gegner sind nicht zu unterschätzten... Fazit Juli Zeh ist in der Literaturszene ja kein unbeschriebenes Blatt mehr, Sie hat bereits viele Literaturpreise gewonnen. Ich hatte bis dato noch kein Buch von ihr gelesen und meine Erwartungen an diesen Roman und an Frau Zeh waren (natürlich auch durch die Literatur-Kritiken) entsprechend hoch. Das Buch ist auch durchaus spannend und bis weit über die Hälfte war ich gefesselt, ja förmlich gepackt, dann jedoch verflachte der Spannungsbogen und konnte nicht aufrecht erhalten werden. Ab da wirkte der Roman auf mich etwas arg konstruiert und auch das Ende war mir etwas zu weit hergeholt. Ihre Protagonisten sind mir zudem fremd geblieben und gerade Britta konnte ich überhaupt nichts abgewinnen. Aber vielleicht war dies ja genau Frau Zehs Absicht gewesen, - dann hätte sie ja eigentlich alles richtig gemacht. Leider lösen ihre Protagonisten bei mir gar nichts aus, weder Wut, noch Nähe, auch keine Traurigkeit - somit bleiben sie für mich leider zu oberflächlich und somit nicht lange im Gedächtnis. Was mir aber auf jeden Fall in diesem Buch gefehlt hat ist Humor. Ich habe nicht einmal gelacht, nicht mal geschmunzelt. Gerade bei solch einer Dystopie gehört für mich auch eine Prise Humor dazu. Juli Zehs Roman gibt viel Stoff zum Nachdenken und zur Diskussion, konnte aber leider meine Erwartungen nicht so ganz Erfüllungen. Vielleicht waren diese aber auch aufgrund der vielen Lobeshymnen viel zu hoch gesteckt. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch von ihr lesen um meine Meinung nicht von diesem einen Roman abhängig zu machen.  Ich fände es sehr spannend, wenn Ihr den Roman auch lesen würdet, damit wir dann vielleicht darüber diskutieren und ins Gespräch kommen könnten !!! https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/12/31/leere-herzen/ Besten Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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  • Ungewöhnlich, aber gut

    Leere Herzen

    dominona

    31. December 2017 um 13:30

    Wer sich wirklich selbst umbringen möchte, kann das doch auch für eine 'gute Sache' tun oder? Das denken sich zwei Menschen und gründen eine Firma, die Selbstmordgefährdete entweder heilt oder aber vermittelt. Da besteht natürlich Konfliktpotential, nebenbei gibt's noch politische Dystopie, die einem Schauer über den Rücken jagt. Die Autorin ist wie gewohnt treffsicher in der Sprache und bringt Grundsätze auf den Punkt. Trotzdem war mir die Geschichte am Ende zu schnell vorbei.

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  • Eine (nahe) Zukunftsvision

    Leere Herzen

    Caro_Lesemaus

    30. December 2017 um 19:51

    "Leere Herzen" spielt in Braunschweig im Jahr 2025. Angela Merkel wurde abgelöst von der neuen BBB-Partei (Besorgte-Bürger-Bewegung), die mit neuen Gesetzen um sich wirft. Britta und ihr Kollege haben schon vor Jahren "Die Brücke" aufgebaut, eine psychotherapeutische Praxis. Von Anfang ist klar, dass es keine gewöhnliche Praxis ist, aber was sie dort wirklich machen, wird erst im Laufe der Kapitel enthüllt. Ich habe gesehen, dass es eine Rezension gibt, in der es verraten wird, ich fand aber eigentlich gerade den Überraschungsmoment sehr gelungen und wichtig, da es auch im Buch gegenüber den Freunden ein großes Geheimnis ist. Deswegen werde ich die weitere Handlung nicht im Detail beschreiben. Die Geschichte entwickelt sich im Verlauf fast zu einer Art Krimi und ich war sehr gefesselt. Das Ende ist auf den ersten Blick sicherlich paradox, aber ich konnte Brittas Entwicklung und Veränderung nachvollziehen. Ich denke, das war ihre Art, ihre (neu entdeckten) Prinzipien zu verteidigen. Fazit:Es war mein erstes Buch von Juli Zeh und hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schon einige Meinungen gesehen, die Unterleuten deutlich besser fanden, so dass ich mir das nun schleunigst zulegen werde :)

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 2070
  • Wie eine Art Thriller, sehr viel Politik, manchmal sehr duster, braucht aufmerksames Lesen

    Leere Herzen

    Buchraettin

    25. December 2017 um 11:02

    Es ist ein Buch, in dem der Leser erst spät in der Geschichte erfährt, worum es hier eigentlich geht. Also werde ich hier nicht viel zum Inhalt erzählen, denn das sollte jeder Leser selbst entdecken, weil dieses Unwissen über den Inhalt bewirkt, dass der Leser umso mehr überrascht wird beim Lesen.Ich muss sagen "Unterleuten" fand ich besser, aber sie hat diesen Stil, mich als Leser zu überraschen mit einer Art Knalleffekt während des Lesens der Geschichte, das gefällt mir an der Autorin.Die Geschichte spielt in Braunschweig. Britta ist Heilpraktikerin. Sie betreibt „Die Brücke“. Doch was genau machen sie dort? Sie und ihr Mitinhaber?Ich habe mich anfangs gefragt, zu welcher Zeit die Geschichte spielt. Es gibt so kleine Andeutungen, wie die Jahreszahl einer Weinflasche, die auf eine nahe Zukunft deuten lassen. Auch die vielen politischen Veränderungen lassen darauf schließen. Der Stil war etwas schwer und duster zu lesen. Die Figur wird gut dargestellt. Sie liebt ihre Arbeit, es scheint eine Art Profession zu sein, wobei mir anfangs nicht klar war, was sie da eigentlich genau machen in „ der Brücke“.Ich muss sagen, zu Beginn hatte mich das Buch nicht wirklich gefesselt. Ich war immer mal versucht es bei Seite zu legen, aber dann kamen Kleinigkeiten, die mich weiter lesen ließen auch die Neugier zu erfahren, warum geht es hier eigentlich.Doch dann kommt die Auflösung. Das Geheimnis. Die Szenen, wo sie berichtet, wie sie ihren Mitarbeiter kennenlernt, wie sie die Idee für ihre Firma entwickeln, was sie da eigentlich tun. Ab nun ist es wie eine Art Thriller. Als Leser kennt man dieses Geheimnis, doch nun steht etwas Neues im Mittelpunkt und wirft wieder Fragen auf. Ich fand es hatte nun Züge eines Thriller. Es gibt auch viel Politik. Die Politik der dortigen Gesellschaft, auch der Welt wird dargestellt. Das regt auch natürlich zum Nachdenken an, das gefällt mir gut. Ich finde das Buch hat einen ganz eigenen Stil, der auch Aufmerksamkeit möchte, der fesselt, aber kein Buch ist, das man so gemütlich lesen kann. Die Figuren sind speziell. Man muss sie nicht mögen als Leser, aber sie wirken lebendig und perfekt ausgeformt. Es hat schon einen geheimnisvollen Flair, fesselt, ist aber dennoch anspruchsvoll zu lesen, mit viel Politik.

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    • 3
  • Politikverdrossenheit

    Leere Herzen

    TochterAlice

    23. December 2017 um 16:12

              Und mehr noch eine Verdrossenheit in Bezug auf soziales Denken - diese zeichnet die Gesellschaft der Zwanziger Jahre aus - nicht derer, die wir schon hatten, sondern derjenigen, die kommen werden und zwar ziemlich bald. Es ist eine Vision der nahen Zukunft, die Juli Zeh hier zeichnet, eine Vision einer möglichen Nach-Merkel-Ära. Wir schreiben - ungefähr - das Jahr 2025, Frau Merkel ist schon seit einigen Jahren nicht mehr im Amt - abgelöst von der BBB, der Bewegung besorgter Bürger und an wen diese angelehnt ist, das kann man sich denken.In dieser Gesellschaft nun lebt Britta mit ihrer Familie, ihrem Mann Richard und der kleinen Vera. Sie ist es, die das Geld nach Hause bringt, gutes Geld, das sie in einer psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis, die sie mit ihrem langjährigen Freund Babak teilt. Einer Praxis der ganz besonderen Art, die sich gewisse gesellschaftlich-politische Auswüchse, die sich bereits heute abzeichnen, zu Eigen gemacht hat.Es ist kein Science-Fiction-Roman, den Juli Zeh hier vorlegt, nein, sie wagt einen Blick in eine nahe Zukunft, in der sich gewisse aktuelle Trends, wie eben zunehmende Politikverdrossenheit und abnehmender Sinn für soziale gesellschaftliche Belange der Art, die einen selbst nicht unmittelbar tangieren, verstärkt haben. Die Geschichte, die sie darin entwickelt, ist gut angelegt, aber aus meiner Sicht nicht ganz schlüssig zu Ende gedacht. Zudem hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem Stil der eigentlich sehr eloquenten Autorin Zeh, die sich wieder und wieder in Aufzählungen diverser Art erging, die ein wenig den Eindruck von Lückenfüllern erweckten. Also ein durchaus lesenswertes Buch, das mich aber nicht vollkommen für sich einnehmen kann. Ich empfehle es dennoch weiter, an die, die sich Gedanken über unsere Gesellschaft machen, aber auch an die, die dabei sind, langsam, aber sicher die Lust daran zu verlieren.       

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  • Spannend, gruselig und ein beklemmendes Bild unserer politischen Zukunft

    Leere Herzen

    meppe76

    19. December 2017 um 22:13

    Der neue Roman von Juli Zeh spielt im Jahr 2025. Handlungsort: Braunschweig. Dort hat Britta zusammen mit Babak eine so genannte psychotherapeutische Praxis mit dem Namen ‚Die Brücke‘ aufgebaut. Es handelt sich dabei aber nicht um eine wirklich therapeutische arbeitende Praxis, sondern um ein Geschäftsmodell, in dem potentielle Suizid- Kandidaten an diverse Terror-Organisationen vermittelt werden, um Selbstmord-Attentate zu begehen. Zynisch ausgedrückt: für beide Seiten eine win-win-Situation. Eingebettet ist die Geschichte in ein politisches System, das von der BBB (Bewegte-Bürger-Bewegung) beherrscht wird, die Schritt für Schritt demokratische Grundrechte abschafft, einen Überwachungsstaat aufbaut und auf das zunehmende Desinteresse der Menschen am politischen Geschehen setzt. Rückzug in eine private Idylle, in der Kinder auf sich allein gestellt sind und sich mit Ballerspielen vergnügen. Allein die Vorstellung ist so gruselig, dass ich schon beim Schreiben Beklemmungen bekomme. Juli Zeh gibt dem ganzen noch dadurch einen realistischen touch, indem sie tatsächlich existierende Politiker wie z.B. Trump und Merkel erwähnt, die ‚früher mal‘ eine Rolle in der Politik gespielt haben… die aktuelle Innenministerin der BBB heißt übrigens ‚Wagenknecht‘… eine kleine Randnotiz, die mich zum Schmunzeln gebracht hat. Das war aber auch die einzige Sequenz, die mich schmunzeln lassen hat. Ansonsten ist mir ein um’s andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen und ich hoffe inständig, dass dieses Szenario mit unserer wirklichen Zukunft nichts zu tun hat.  Die Geschichte ist spannend, packend und beklemmend. Sie ist mir in manchen Passagen fast zu schlicht, kurz und präzise geschrieben, sehr wenig 'erzählend'. Das passt zum Thema des Buches, gefällt mir persönlich aber nicht so. Deshalb nur vier Sterne, aber auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung!!

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  • Erschreckend realitätsnah

    Leere Herzen

    bookgirl

    19. December 2017 um 13:49

    InhaltIm Jahr 2025: Britta betreibt mit ihrem Freund Babak "Die Brücke", eine psychotherapeuthische Praxis, deren genauer Daseinszweck nicht sofort deutlich wird. Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Aber da ist auch noch mehr, was sie zu einer sehr interessanten Protagonistin und das Buch umso spannender macht. Meine MeinungJuli Zeh schreibt meisterhaft einen Roman, der auf Grund seines Inhalts unglaublich spannend ist und von Seite zu Seite mehr die Neugier des Lesers weckt. Die Autorin lässt ihre Geschichte nur ein paar Jahre in der Zukunft spielen, aber das Bild, welches sie zeichnet, ist erschreckend, da es zwar teils ihrer Phantasie entspringt, aber doch auch so realitätsnah ist, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass es genau so werden könnte. Ich für meinen Teil hoffe, dass es nie so weit kommen wird. Britta und Babak sind im Fokus der Geschichte, bei der Richtig und Falsch häufig kaum mehr unterschieden werden können. Die Entscheidung, die Britta getroffen hat, lässt mich allerdings mit Zweifeln zurück. Fazit"Leere Herzen" ist ein spannender Roman, den ich zwischen Thriller und Gesellschaftsporträt einordnen würde. Für mich ist es nicht nur ein Pageturner, sondern auch ein Buch, welches ich jederzeit weiterempfehlen würde 

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Einfach beängstigend

    Leere Herzen

    leserattebremen

    18. December 2017 um 11:23

    In „Leere Herzen“ beschreibt Juli Zeh eine mögliche Zukunft. Eine Welt, die zynisch ist und in der der große Berlinhype dazu geführt hat, dass alle in farblose Kleinstädte ziehen. Auch Britta hat das getan und mit ihrem Geschäftspartner Babak mit der „Brücke“ ein Unternehmen gegründet, das auf den ersten Blick wie eine Therapieeinrichtung für Suizidgefährdete wirkt, in Wahrheit aber einen völlig neuen Geschäftszweig für sich entdeckt hat. Doch genau darf das niemand wissen, denn das Geschäft mit dem Tod ist gefährlich. Plötzlich scheint jemand ihre Geschäftsidee kapern zu wollen und Britta und Babak müssen zu ungewohnten Maßnahmen greifen, denn auch ihr eigenes Leben ist plötzlich bedroht.Juli Zeh hat zuletzt mit ihrem Gesellschaftsroman „Unterleuten“ uneingeschränkt überzeugt. Ihr neuer Roman „Leere Herzen“ setzt jetzt an einer ganz anderen Stelle an, es ist ein Zukunftsroman, der eine von vielen Möglichkeiten durchspielt, wie die Welt sich entwickeln könnte. Und es ist für mich ein sehr glaubwürdiges Szenario, das sie packend beschreibt. Als Leser ist man sofort gespannt auf diese Welt, auch wenn sie einen gruselt. Denn es ist eine kalte und zynische Welt ohne Mitgefühl, die Juli Zeh hier erschaffen hat. Es bleibt zu hoffen, dass wir diese Entwicklung noch abwenden können, denn folgt man dem Gedankengang der Autorin, sind wir auf dem direkten Weg in die dieses Szenario. „Leere Herzen“ ist keine unwahrscheinliche Science-Fiction-Idee, sondern die Realität, die uns allen blüht, wenn es einfach weitergeht wie bisher. Lediglich die Figuren bleiben mir etwas zu blass, da hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht, um einen guten Zugang zu finden. In ihrem Roman „Leere Herzen“ schafft Juli Zeh eine beängstigende Aussicht auf die Zukunft, spannend und packend realistisch, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann, wenn man erst einmal in die Zukunft eingetaucht ist. 

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  • Deutschland im Jahr 2025

    Leere Herzen

    frenx1

    17. December 2017 um 13:34

    Ihre Herzen sind leer. Lahmgelegt von dem gesellschaftlichen Überdruss. Desinteresse und Lethargie herrschen vor bei den Menschen im Deutschland des Jahres 2025, das Juli Zeh in ihrem neuen Roman „Leere Herzen“ ausmalt. Politik ist zur lästigen Nebensache geworden. Nachdem Angela Merkel den Posten der Bundeskanzlerin an Regula Freyer von der Besorge Bürger Bewegung (BBB) abgegeben hat, ist Deutschland wie erstarrt. Ein Effizienzpaket nach dem anderen hebelt die Demokratie aus. Zeitungen? Gibt es kaum noch. Dafür aber ein Grundeinkommen, das alle zufriedenstellt. Und um die, die nicht zufrieden sind, kümmert sich die Partei der BBB. Die Anspielungen auf die AfD lassen sich kaum übersehen. So ist „Leere Herzen“ in erster Linie ein politisches Buch, in zweiter Linie ein Roman und zuletzt auch ein Thriller. Das politische Buch ist ein Appell, sich einzumischen. Moralingetränkt kommt der Schluss daher, dieses „Empört euch! Mischt euch ein! Demokratie muss man ertragen!“ der Juli Zeh. Britta, die Hauptfigur des Werkes, erkennt, dass man mit Zynismus und Nüchternheit die Welt nicht verändern kann. Und: dass es möglich ist, die Welt zu ändern. Mit ihrer Dystopie will Zeh keinen Blick in die Zukunft wagen, sondern den Blick auf die Gegenwart lenken. Daher stört es auch nicht, dass Zehs Zukunftsvision eher zufällig und sporadisch wirkt, wenig durchdacht. Hier und da erfährt man etwas von den Veränderungen, die Deutschland umwälzen. Oft wird es nur am Rande erwähnt. Mit ihrem Roman fährt Juli Zeh dabei mehrgleisig. Da ist zunächst die Welt zweier Familien, die gegensätzlicher nicht sein könnten. So erinnert der Anfang des Romans ein wenig an Juli Zehs Roman „Unterleuten„. Die kleine Welt der Familien wird geschildert. Hier ist Zeh eloquent und prägnant wie eh und je. Doch kommt in ihrem Roman „Leere Herzen“ eine weitere Welt hinzu: Britta und ihr Geschäftspartner Babak leiten die Therapie-Praxis „Die Brücke“ für Selbstmordgefährdete. Und sie schlagen Kapital aus ihrer Praxis. Denn wer nicht heilbar ist, wird an Organisationen weitervermittelt, die Selbstmordattentäter suchen. Ein lukratives Geschäft. Die hohe Erfolgsquote dieses Unternehmens lässt Britta ein finanziell sorgloses Leben führen. Für sie zählt das Geschäft, ein schlechtes Gewissen hat sie nicht. Allerdings endet mit einem versuchten Selbstmordattentat im Leipziger Frachtflughafen ihre Sorglosigkeit. Das waren keine von ihren Leuten. Immer mehr festigt sich in Britta die Gewissheit, dass es sich dabei nicht nur um Konkurrenz handelt, sondern dass „Die Brücke“ vernichtet werden soll. Sofort machen sich Britta und Babak daran, unter Beweis zu stellen, dass mit ihnen zu rechnen ist… Doch können die beiden nur darüber rätseln, wer denn nun gegen sie agiert. Spätestens hier wird aus dem Roman ein Thriller, ein Katz-und-Maus-Spiel mit ungewissem Ausgang. Doch drei Dinge sind zwei zu viel. Dem politischen Roman fehlt es an substanzieller Gesellschaftskritik, dem literarischen Roman an Ausgestaltung und dem Thriller an Komplexität der Handlung (und an einem glaubwürdigen Ende). So sehr mir vieles in dem Roman gefallen hat: ein rundes Ganzes ist er für mich nicht.

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