Juli Zeh Leere Herzen: Das Hörspiel

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Inhaltsangabe zu „Leere Herzen: Das Hörspiel“ von Juli Zeh

Der neue Bestseller von Juli Zeh als Hörspiel

Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet - und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben.

Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume aber betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Als ihr Unternehmen unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma in Gefahr, sondern auch ihr Leben...
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  • Leere Herzen - Das Hörspiel

    Leere Herzen: Das Hörspiel

    PoldisHoerspielseite

    20. April 2018 um 10:23

    Leere Herzen - Das Hörspiel Erster Eindruck: Ziemlich viel für zwei Stunden Hörspiel... Nach außen hin führt Britta Söldner ein ruhiges, gewöhnliches Leben mit einer kleinen Familie, guten Freunden und einer erfolgreichen Praxis für Naturheilkunde. Doch hinter den Kulissen der kleinen Büroräume behandelt sie nicht nur Selbstmordkandidaten, sondern rekrutiert unheilbare Fälle auch für Terroranschläge – gegen Bezahlung natürlich. Doch ein anderes Unternehmen auf dem Markt will ihr plötzlich Kunden und Patienten streitig machen... Julie Zeh hat sich in letzter Zeit einen Namen in der deutschen Autorenlandschaft gemacht und sorgt mit ihren ungewöhnlichen Geschichten für Aufsehen. „Leere Herzen“ ist nun vom MDR als Hörspiel vertont und beim Hörverlag auf CD veröffentlicht worden. Sehr lohnenswert, wenn man sich auf das interessante Gedankenexperiment einlässt, denn die Themen, die angesprochen werden, sind sehr gut miteinander verknüpft. In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft angesiedelt macht Zeh zahlreiche politische Anspielungen, beschreibt die Auswirkungen von Trump, Putin und Merkel auf das Weltgeschehen, rückt gerade letztere gegen Ende noch einmal in einen reizvollen Fokus, spricht aber auch die Folgen von Politikverdrossenheit und Populismus an. Dies geschieht vor der Kulisse der Firma von Britta, die das Geschäft mit dem Suizid auf die Spitze treibt. Das sorgt für reichlich Gedankenanregungen, besonders Brittas Einstellung zu dem Thema ist beeindruckend gelöst. Von der anfänglichen Beschreibung entwickelt sich später noch eine dichte Handlung, in der die Konkurrenz auf diesem zynischen Geschäftsfeld thematisiert wird. Toll ist dabei, wie genau Britta und die anderen Charaktere beschrieben werden, wie die frühe Fassade bröckelt und immer mehr Widersprüche und extreme Züge zu Tage kommen. Garniert wird das Ganze mit vielen eindrucksvollen Szenen – besonders krass beim Thema Waterboarding – und einem packenden Finale, das in eine andere Richtung führt als erwartet. Eine fesselnde Geschichte, die Zeit und Aufmerksamkeit braucht, aber eben auch sehr lohnenswert ist. Bettina Hoppe ist in der Hauptrolle der Britta zu hören, die die abgeklärte Frau sehr eindringlich spricht und immer tiefer in den komplexen Charakter eindringt. Sie reagiert in den unterschiedlichen Situationen immer glaubwürdig und setzt gekonnt Akzente. Ihr zur Seite steht das Computergenie Babak, ein ziemlicher Außenseiter, aber eng mit Britta verbunden, der durch Alexander Beyer ebenfalls viel Tiefe erhält und mit vielen feinen Nuancen in der Stimme arbeitet. Jule Böwe ist als Erzählerin im Einsatz, zeichnet mal besonders spannende Szenen gekonnt mit ihrer Stimmfarbe nach, spricht dann aber auch mal sehr neutral und lässt die einzelnen Szenen so ihre gewünschte Wirkung entfaltet. Weitere precher sind Lisa Hrdina, Rainer Bock und Ingo Hülsmann. Die akustische Gestaltung ist insgesamt eher ruhig gehalten und konzentriert sich auf die Dialoge, doch im Hintergrund sind immer wieder glaubhafte Geräusche eingesetzt, die das Geschehen lebendig gestalten und den Hörer in die jeweilige Szenerie versetzen. Musik ist nur wenig im Einsatz, fehlt wegen der glaubhaften Szenerie aber auch nicht. Geliefert wird „Leere Herzen“ in einem hübschen Digipack, das sich mehrfach aufklappen lässt und ein kleines Booklet eingeklebt hat. Darin sind viele Informationen zu den Mitwirkenden des Hörspiels und der Autorin zu lesen. Schade nur, dass nicht alle Charaktere ihren Rollen zugeordnet sind. Das Titelbild greift die Idee des Buchcovers auf, kehrt aber die Farben um und zeigt weiße Punkte, scheinbar wahllos verstreut, auf schwarzem Grund – was es damit auf sich hat, erfährt man im Hörspiel. Fazit: Politische, gesellschaftskritische und persönliche Entwicklungen werden hier in einer gut konstruierten und spannenden Geschichte zusammengeführt und überzeugen mit ihrem starken Ausdruck. Das vorhandene Gedankenspiel fasziniert sogleich und hält das Interesse über die gesamte Laufzeit aufrecht, zumal starke Charaktere und spannende Wendungen das Bild bestimmen. Sehr hörenswert! VÖ: 12. Februar 2018 Label: Der Hörverlag Bestellnummer: 978-3-8445-2912-8

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  • Hörbuch oder Hörspiel? Ein Vergleich

    Leere Herzen: Das Hörspiel

    EmmaZecka

    02. March 2018 um 21:42

    Die Geschichte In Leere Herzen geht es um die beiden Freunde Britta und Babak. Sie leben in der nahen Zukunft (Post Merkel Ära) und leiten dort eine Agentur, die Suizidgefährdeten dabei hilft, einen würdevollen Tod zu erlangen. Wie werden sie das erreichen? Sie vermitteln die Suizidgefährdeten an Organisationen, denen der Tod etwas nützt. Doch eines Tages passiert ein Anschlag in Deutschland, der Britta und Babak bewusst macht, dass ihre Organisation nicht die Einzige auf dem Markt ist. Nun müssen die beiden ihre Position verteidigen. Und zwar mit allen Mitteln.Hörspiel oder Hörbuch - Der Vergleich? Zuerst möchte ich versuchen, einen Überblick über die Gemeinsamkeiten der beiden Medien zu geben, bevor ich genauer auf die Unterschiede eingehe.In beiden Fassungen wird dieselbe Geschichte erzählt. Allerdings werden je nach Medium unterschiedliche Facetten des Inhalts dargestellt. Dazu weiter unten aber mehr.Außerdem wird in beiden Medien die Atmosphäre von Leere Herzen wunderbar dargestellt. Den Menschen fehlt der Lebensinhalt. Sie nörgeln herum, schaffen es aber auch nicht, Initiative zu ergreifen und etwas an der eigenen Lebenssituation zu ändern. Auf mich wirkten viele der Charaktere verloren. Auf der Suche nach einem Lebensinhalt aber nicht in der Lage, diesen aus sich heraus zu finden, sondern immer damit beschäftigt, diesen im Außen zu suchen. .Sowohl im Hörbuch als auch in der Hörspielfassung waren die Sprecher sehr gut besetzt.Das Hörbuch wird von Ulrike C. Tscharre gelesen. Sie schafft es, Brittas Härte zu verbalisieren. Und im Gegensatz zum Hörspiel ist sie alleine für die Gestaltung der Geschichte verantwortlich. Wenn der Sprecher bei einem Hörbuch nicht überzeugt, ist der Großteil bereits verloren, weil es dem Hörer schwer fällt, die Handlung nachzuvollziehen und in die Geschichte einzutauchen. Obwohl ich viele Aspekte inhaltlich fragwürdig fand, konnte mich Ulrike C. Tscharre als Sprecherin begeistern und hat zudem dafür gesorgt, dass ich Leere Herzen ziemlich schnell beendet habe.Wie das beim Hörspiel eben so ist, kommen hier mehrere Sprecher zum Einsatz. Mit dabei sind unter anderem Bettina Hoppe, Rainer Bock und Alexander Beyer. Richtig toll finde ich, dass vor Beginn der Geschichte und am Ende des Hörspiels erwähnt wurde, welcher Sprecher welchem Charakter eine Stimme verliehen hat. Ich habe schon häufiger Hörbücher gehört, die von unterschiedlichen Sprechern gelesen wurden und da fragte ich mich dann oft, wer welche Rolle gesprochen hat.Zudem hat man beim Hörspiel viel mehr Möglichkeiten die Atmosphäre einer Geschichte darzustellen. Als erstes fiel mir auf, dass hier Musik zum Einsatz kam. Beim Hörbuch kommt es auch hin und wieder vor, dass zwischen den Kapiteln Musik eingeblendet wird. Diese wirkt dann aber eher untermalend. Beim Hörspiel hingegen handelte es sich um einen fließenden Übergang. Im Grunde wie bei einem guten Film. Dem Zuschauer fällt gar nicht auf, wenn Musik ein- oder ausgeblendet wird.Beim Hörspiel ist es schwieriger, Orientierung innerhalb einer Geschichte zu schaffen. Natürlich kann man für räumliche Orientierung sorgen, indem man Geräusche einblendet, die zu einem bestimmten Ort passen. Allerdings gibt es bei Leere Herzen viele Szenenwechsel. Daher kam hier eine Erzählerin zum Einsatz. Sie half dem Hörer zum einen, sich in der Szene zurechtzufinden, ergänzte zum anderen aber auch die Aspekte, die uns aufgrund des fehlenden Bildes nicht auffallen konnten. Blickkontakte oder Bewegungen beispielsweise.Interessant fand ich auch die Zusammensetzung der Szenen. Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, dass die Reihenfolge mancher Ereignisse im Hörspiel etwas angepasst wurde. Außerdem ließ man zwei Nebencharaktere weg, was ich einerseits etwas schade fand, weil ich gespannt war, wie sie im Hörspiel dargestellt werden, war andererseits aber auch froh, da ein Nebencharakter Gewalterfahrungen machen muss und mir so die Schreie erspart geblieben sind. Außerdem tauchten auch ein zwei Szenen auf, die mir im Hörbuch geholfen hätten, Britta als Charakter besser zu verstehen.Mein Fazit Mir war der Inhalt von Leere Herzen zum Glück bekannt. Das Hörspiel stellte für mich also einen Bonus dar. Obwohl ich bisher so gut wie keine Hörspiele gehört habe, muss ich sagen, dass es sich hierbei um eine wirklich gute Produktion handelte. Woraus ich das schließe? Ich konnte der Geschichte gut folgen, fand die Übergänge flüssig dargestellt und kam gut mit den Sprechern zurecht. Und oben habe ich ja bereits die Musik beschrieben.Es wurde versucht, das Beste aus der Geschichte zu holen. Allerdings befürchte ich, dass Leere Herzen nicht ganz in das Medium passt. Einige Aspekte von Juli Zehs Roman sind in der Hörspielfassung untergegangen. Sechs Stunden Hörbuch Spielzeit, die bereits gekürzt wurden, werden hier auf zwei Stunden heruntergebrochen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Aber ich befürchte auch, dass viele Aspekte der Geschichte einfach untergegangen sind.Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich das Hörspiel als solches nicht gewohnt bin und Hörspiel Liebhaber keine Mühe mit der Darstellung haben, weil sie es gewohnt sind, dass Geschichten auf das Wesentliche reduziert werden.Wem Juli Zehs Roman gefallen hat und wer wissen möchte, wie das Ganze als Hörspiel umgesetzt wird, sollte unbedingt zu Leere Herzen greifen. Allerdings empfehle ich nicht, mit dem Hörspiel als solches einzusteigen.

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