Julia Albrecht

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Julia AlbrechtPatentöchter
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Patentöchter
Patentöchter
 (15)
Erschienen am 14.03.2011
Julia AlbrechtPatentöchter. Im Schatten der RAF - ein Dialog
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Patentöchter. Im Schatten der RAF - ein Dialog
Julia AlbrechtKaribische Erkundungen
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Karibische Erkundungen
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Erschienen am 01.03.1998

Neue Rezensionen zu Julia Albrecht

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Rezension zu "Patentöchter. Im Schatten der RAF - ein Dialog" von Julia Albrecht

Eine bewegende Geschichte
TinSoldiervor 5 Jahren

"Patentöchter" ist die bewegende Geschichte des Versuches der Bewältigung einer Tat, welche die langjährige Freundschaft zweier Familien zerstörte. 
30 Jahre nach dem Verrat der Susanne Albrecht, einem ungeheuerlichen Tabubruch ohne Beispiel, beschließt Julia Albrecht, jüngere Schwester von Susanne Albrecht und Patentochter des damals ermordeten Jürgen Ponto, etwas zu tun, was ihr Vater über Jahre hinweg versucht, aber niemals gewagt hatte: Sie schrieb einen Brief an Corinna Ponto, die Tochter des Mordopfers und Patentochter ihres Vaters. Aus dieser ersten Kontaktaufnahme entwickelte sich ein ergreifender Briefwechsel, dem wir in diesem Buch folgen dürfen. Schließlich finden beide Frauen den Mut, sich auch persönlich zu treffen. In vielen Gesprächen und zahlreichen Briefen erzählen sie sich gegenseitig, jede aus ihrer ganz persönlichen Perspektive, von ihrem Umgang mit dem Ungeheuerlichen, von den Qualen, die sie durchlitten, von der Trauer und der Verzweiflung, welche beide Familien durchlebt haben. Dabei wird schnell deutlich, dass Hass in den Köpfen beider Frauen keine Rolle spielt. Es ist vielmehr, auch nach 30 Jahren noch, eine unglaubliche Fassungslosigkeit, die aus ihrer beider Worten spricht und ein starkes Verlangen nach einer Erklärung für das Geschehene, ein Verstehenwollen, um das Furchtbare endlich verarbeiten zu können. 
Susanne Albrecht, die diesen furchtbaren Verrat beging,  bleibt in dem Buch seltsam schemenhaft und nicht-präsent. So wird sie grundsätzlich nur als "S." bezeichnet, so als würde das Ausschreiben, das Aussprechen ihres vollen Namens einem Tabubruch gleich kommen. Von ihrer jüngeren Schwester Julia wurde sie über 13 Jahre hinweg trotz ihrer schlimmen Tat sehr vermisst. Um so größer war der Paukenschlag, als Susanne Albrecht nach dem Zusammenbruch der DDR in Berlin verhaftet wurde. Sie war 1980 aus der RAF ausgestiegen und hatte sich in die DDR abgesetzt. Susanne Albrecht hatte in der DDR geheiratet und einen Sohn bekommen. Vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart Stammheim legte sie ein umfassendes Geständnis ab und kam in den Genuss der sog. "Kronzeugenregelung". Von ihrer zwölfjährigen Freiheitsstrafe musste sie nur einen geringen Teil absitzen. Wie es heißt, arbeitet sie heute unter einem neuen Namen in Norddeutschland als Lehrerin für eine freien Träger. Zu einer Entschuldigung bei ihren Opfern bzw. deren Familien hat sie sich bis heute nicht bereit gefunden. Ihrer Schwester Julia gegenüber, die 13 Jahre lang um sie getrauert hatte, äußerte sie in einem Gespräch, sie habe "völlig vergessen, dass sie eine jüngere Schwester habe". 
Am Ende dieses zutiefst menschlichen und ergreifenden Buches, welches uns viele Informationen über die Tat und die Zusammenhänge liefert, müssen wir erkennen, dass die wichtigste Frage unbeantwortet bleiben muss, so lange die Täter schweigen: Die Frage nach dem Warum.

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Rezension zu "Patentöchter" von Julia Albrecht

Rezension zu "Patentöchter" von Julia Albrecht
MissGlueckvor 6 Jahren

Julia Albrecht und Corinna Ponto
in einem gemeinsamen Versuch der Annäherung - ein bewegender Perspektivwechsel.

Julia Albrecht – Schwester der RAF-Terroristin Susanne Albrecht
Corinna Ponto – Tochter des 1977 erschossenen Bankiers Jürgen Ponto

Geschrieben aus der Sicht zweier Frauen, deren Familien eng miteinander verbunden waren, auseinander gerissen durch den Mord an Jürgen Ponto.

Die Autorinnen werfen einen neuen Blick auf die Geschichte der RAF.
30. Juli 1977: Jürgen Ponto empfängt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht, in seinem Haus in Oberursel.
Ihre Begleiter, Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, schießen auf Jürgen Ponto. Corinna, seine Tochter, ist zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt, Julia, Susannes Schwester, dreizehn Jahre. Nach dem Mord war das Band zwischen den Familien durchschnitten. 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht – die Patentochter von Jürgen Ponto – Kontakt auf zu Corinna Ponto – der Patentochter von Hans-Christian Albrecht.

So zaghaft, so unsicher und so voller Schuld, die nicht die ihre ist, nähert sich Julia Albrecht Corinna Ponto.
Man möchte sie bei der Hand nehmen und diesen schwierigen und mutigen Weg mit ihr gemeinsam gehen. Zwischen beiden Frauen entsteht ein Briefwechsel, in dessen Verlauf sie sich schließlich treffen. Bemühen und Ablehnung Corinna Pontos sind ebenso nachvollzieh- und spürbar, wie der Wunsch und die Sehnsucht von Julia Albrecht, das Unerklärliche für sich begreifbar machen zu wollen.
Das Außergewöhnliche: Die Täterin, Susanne Albrecht, lebt in Bremen und äußert sich bis heute nicht zu ihrem Verbrechen an der Familie Pontos und an dem der eigenen Familie.

Das Buch ist ein leises Psychogramm zweier Frauenseelen, die einander so weit entgegen gehen, wie es eben möglich ist. Es liest sich so beklemmend, wie berührend wie versöhnlich. Und nicht zuletzt ist das Buch ein Stück überaus lesenswerter Zeitgeschichte.

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hproentgens avatar

Rezension zu "Patentöchter" von Julia Albrecht

Rezension zu "Patentöchter" von Julia Albrecht
hproentgenvor 7 Jahren

Zwei Männer treffen sich kurz nach dem Krieg. Beide studieren Jura, sie werden Freunde, gründen Familien und machen im Wirtschaftswunder Karriere. Viel Karriere, beide gehören zur obersten Etage der Adenauerzeit. Einer der beiden wird Vorstandssprecher der deutschen Bank, berät den Bundeskanzler. Der andere leitet eine bekannte Hamburger Kanzlei und hat eine Tochter, die in den Siebzigern mit dem Vater und der ganzen Gesellschaft im Clinch liegt.

Das wäre alles nicht weiter bemerkenswert, solche Geschichten waren für diese Jahre typisch.

Aber die Tochter, Susanne Albrecht, geht zur RAF und ermordet mit zwei Komplizen den Freund ihres Vaters. Die Freundschaft der beiden Familien zerbricht daran, dreißig Jahre gibt es keinen Kontakt mehr. Der Vater von Susanne Albrecht stirbt, die Frau des Opfers auch.

Doch die Schwester Susanne Albrechts sucht jetzt den Kontakt zu der Tochter des Opfers. Daraus entstehen Briefe, sie erzählen sich, wie ihre Familien mit den Ereignissen umgingen. Die Pontos flohen in die USA, Julia Albrecht durfte viele Jahre die Fotos ihrer Schwester auf den Fahndungsplakaten bewundern. Freunde hatten Hemmungen, mit ihnen über die Ereignisse zu sprechen.

Wie erleben die Opfer die Folgen eines terroristischen Mordes? Wie die Familie die Tat eines Familienmitgliedes, eine Tat, die sie nicht billigen, begangen durch jemand, den sie lieben?

Das schildert das Buch eindrücklich. Erstmals wird hier die Geschichte der Opfer erzählt. Auch [[ASIN:349225263X Für die RAF war er das System, für mich der Vater: Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus]]konnte dies nicht richtig darstellen. Wie sehr Schweigen beide Familien bestimmt. Nicht die Täter schweigen, sondern die Opfer. Das war auch im dritten Reich lange Zeit so, kaum ein General, der nach dem Krieg nicht seine Memoiren schrieb und alle Schuld von sich wies. Kaum ein Opfer für das sich jemand interessierte oder das seine Geschichte erzählen konnte oder wollte.

Aber Julia Albrecht und Corinna Ponto erzählen auch vieles mehr aus der Geschichte. Über den Prozess gegen Susanne Albrecht, über den Tathergang, der letztendlich nie vollständig geklärt wurde. War es eine fehlgeschlagene Entführung oder von vorneherein der Mord geplant?

Manche Deutungen von Corinna Albrecht sind verständlich, überzeugen mich aber nicht. Sie hat die Unterlagen der Stasi durchgesehen, erstaunlich, wieviel sich dort über die RAF findet. Heute wissen wir, dass die Stasi die Raf duldete, zeitweilig sogar ausbildete. Die Akten des BKA sind leider immer noch nicht freigegeben, auch dort bleiben Fragen offen. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Buback schrieb ein Buch über seinen Verdacht, dass das BKA in der Sache seine Finger drin hatte. Tatsächlich gibt es da noch viel, was wir nicht wissen.

Aber stimmt es, was Corinna Ponto sagt, dass die RAF noch lange nicht aufgeklärt sei? Dass Baader, Meinhof und Esslin nur Marionetten an den Fäden der Geheimdienste, der Stasi waren?

Dafür sehe ich keinerlei Anzeichen. Die RAF hat getan, was sie tat, aus eigenem Antrieb. Sie wollte terrorisieren und sie hat terrorisiert. Sie wollte morden und sie hat gemordet. Dass diverse Geheimdienste ihre Finger drin hatten oder haben wollten, klingt nach den heutigen Erkenntnissen sehr plausibel, dass viele dieser Finger noch versteckt sind und "ich wars nicht" schwören, auch. Aber dass die RAF quasi entschuldigt werden muss, weil sie ja "nur" an den Fäden mächtiger Organisationen hing, scheint mir sehr unglaubwürdig.

Auch wenn Verschwörungstheorien natürlich sehr beliebt sind: Wir wissen viel über die RAF, wir kennen ihre Bekennerschreiben, wir kennen die heutigen Aussagen von RAF-Mitgliedern, die das immer noch verteidigen. Wir wissen, wie sie tickten, wie sie ticken. Dazu bedarf es keiner Geheimdienste.

Leseprobe: http://www.amazon.de/gp/reader/3462042777/ref=sib_dp_kd#reader-link

Patentöchter: Im Schatten der RAF, Sachbuch, Julia Albrecht, Cornna Ponto, KiWi, März 2011
ISBN-13: 978-3462042771, gebunden, 244 Seiten, Euro 18,99

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Bereits zum dritten Mal wollen wir in diesem Jahr gemeinsam deutschsprachige Debütautoren und ihre Bücher entdecken. Fast 200 Leser haben sich 2013 beteiligt und die Bücher von über 170 vielversprechenden Debütautoren gelesen. Im Jahr 2014 möchten wir diese schöne Aktion fortführen und Debüts gemeinsam entdecken, zusammen lesen und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Das soll auch im neuen Jahr unsere Mission sein. Bei den tausenden Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es gerade die deutschsprachigen Debütautoren schwer sich zwischen den Bestsellerautoren und vielen Übersetzungen durchzusetzen und wir möchten das gemeinsam mit euch ändern. Bestimmt werden wir gemeinsam wieder besondere Buch-Perlen entdecken können - vielleicht sind unsere Autoren ja sogar die Bestsellerautoren von morgen.

Aktuelle oder demnächst startende Aktionen:

  • Leserunde zu "Hotline" von Jutta Maria Herrmann (14.10.2014)
  • Leserunde zu "Das mit dir und mir" von Sabine Bartsch (20.11.2014)

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Ablauf der Debütautoren Aktion:

Es geht darum im Jahr 2014 möglichst viele Debüts deutschsprachiger Autoren zu lesen. Unsere Partnerverlage vermitteln uns diejenigen Debütautoren, die erstmalig ab 24. Dezember 2013 bis Ende 2014 ein Buch / einen Roman veröffentlichen und gerne bei der Aktion mitmachen möchten. Ihr dürft aber selbst auch sehr gern Autoren vorschlagen - am besten schickt ihr dazu eine Nachricht an mich mit dem Namen des Autors und einem direkten Kontakt.

Wir stellen euch alle Debütautoren hier vor - wenn ihr dem Thema folgt, könnt ihr nichts verpassen. Pro Monat gibt es dann verschiedene Leserunden und Aktionen an denen ihr teilnehmen könnt, es werden dazu immer einige Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt, wobei sich natürlich alle Autoren freuen, wenn ihr das Buch erwerbt und damit teilnehmt :-) Die Leserunden werden von den Autoren begleitet, dann können wir diese gleich persönlich kennenlernen und ihnen Löcher in den Bauch fragen.

Ziel ist es 15 Debüts bis spätestens 15. Januar 2015 zu lesen und zu rezensieren.
Wenn ihr das schafft, bekommt ihr nicht nur den Titel 'Lovelybooks Debütautoren Trüffelschwein' ;-) für einen ganz besonderen Riecher für gute Bücher verliehen, sondern dazu noch ganz viele Punkte auf euer Karmakonto. Lasst uns gemeinsam großartige neue Autoren und Bücher entdecken!

'Debüt' bedeutet, dass der Autor bisher noch kein deutsches Buch in einem Verlag veröffentlicht hatte und im Jahr 2014 sein erstes Buch in einem Verlag erscheint. Auch Romandebüts sowie das erste Buch unter eigenem Namen zählen. Wichtig: Wir können leider keine Ausnahmen machen, wenn der Erscheinungstermin vor 2014 lag oder das Buch nicht in einem Verlag erscheint!

Wie kann man mitmachen?


Schreibt einfach hier einen Beitrag, dass ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann diesen Beitrag unter eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt euren Anmeldebeitrag auch, um euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten - ihr müsst nicht jede Rezension extra posten, sondern es reicht diesen Sammelbeitrag aktuell zu halten. Der Einstieg in die Aktion ist jederzeit möglich. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werden aber nur alle paar Wochen, in unregelmäßigen Abständen aktualisiert.

Weitere Informationen
  • Ihr könnt euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist möglich!
  • Unter allen, die es schaffen 15 deutschsprachige Debüts im Jahr zu lesen und rezensieren, wird am Ende eine tolle Überraschung verlost, die natürlich zur Aktion passen wird und garantiert für Lesenachschub sorgt. Was genau es sein wird, bleibt aber bis dahin geheim!
  • Auch ein späterer Einstieg lohnt sich, weil es im Rahmen der Debütautoren Aktion monatlich mehrere Leseaktionen wie z.B. Leserunden zu den Debüts und mit den Autoren geben wird. Dabei kann man mit etwas Glück regelmäßig Bücher gewinnen.
  • Es ist nicht schlimm, sollte man sich für die Aktion anmelden und später keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
  • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den unten angehängten Büchern auf. Wenn ihr ein Buch entdeckt, von dem ihr denkt, dass es auch zählen müsste, so schreibt mir eine Nachricht und ich überprüfe das dann. Bitte listet erst auf meine Zusage hin ein solches Buch auf.
Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & Freude!

Für Autoren:

Du bist Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch in einem Verlag? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen? Dann schreib eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen! Auch Leser können selbstverständlich Autoren vorschlagen. Bitte schickt mir dazu eure Nachricht mit Vorschlägen und ich versuche dann, etwas mit dem jeweiligen Autor zu organisieren.


PS: Natürlich darf hier auch geplaudert werden - ob über Erfahrungen, Lesewünsche oder Lieblingsautoren usw. - dazu sind alle Leser und (Debüt)Autoren herzlich eingeladen, egal wann ihre Bücher erschienen sind. Ebenso dürft ihr gern Freunde zu dieser Aktion einladen oder auch Autorenkollegen :-)

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