Julia Berger Gefeuert

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Inhaltsangabe zu „Gefeuert“ von Julia Berger

Fünfzehn Jahre lang arbeitete Julia Berger als Personalreferentin – und war als solche Hauptverdienerin in der Familie. Dann wurde sie entlassen. Diese Erfahrung, die Höhen und Tiefen, die Hoffnungen und Enttäuschungen, die ihr während ihrer Arbeitslosigkeit widerfuhren, schildert Julia Berger in ihrem Buch "Gefeuert". Die Wirtschaftskrise hat auch Julia Bergers Arbeitgeber fest im Griff, so dass er Mitarbeiter abbauen muss. Am Telefon erfährt die Autorin von „Gefeuert“, dass sie gekündigt ist. Und mit diesem einem Anruf gerät das wohlgeordnete Familienleben aus den Fugen. Für das fehlende Einkommen muss unverzüglich Ersatz gefunden werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Mit Humor und Ironie berichtet Julia Berger in "Gefeuert" vom nun einsetzenden Hindernislauf bei der Jobsuche. Schnell stellt sich heraus, dass auch überdurchschnittliche Qualifikation, Studium oder langjährige Berufserfahrung keinen Schutz vor dem sozialen Abstieg oder Hartz IV darstellen. Als wenig hilfreich erweist sich die Beratung in der Arbeitsagentur. Bergers Fazit in „Gefeuert“: Hier werden Gekündigte behindert, nicht unterstützt. Ehrlich und schonungslos berichtet sie von dem bürokratischen Irrsinn der Arbeitslosen-Verwaltung, von der demütigenden Behandlung dort. "Gefeuert" ist aber auch eine schonungslose Bestandsaufnahme vom Umgang mit dem Tabuthema Arbeitslosigkeit. Kollegen und Freunde reagieren befremdlich und selbst der Familie fällt es schwer, mit Bergers Arbeitslosigkeit offen und souverän umzugehen. Doch Berger lässt sich nicht beirren, schreibt Bewerbungen, wird zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und erkennt mehr und mehr: Eine unbefristete Festanstellung ist ein Auslaufmodell der modernen Arbeitswelt. "Gefeuert" zeigt, wie wichtig es bei all dem ist, Mut zu bewahren und das Selbstvertrauen nicht zu verlieren.

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  • Rezension zu "Gefeuert" von Julia Berger

    Gefeuert
    MellieS

    MellieS

    24. November 2010 um 12:52

    Ein Buch, das hätte interessant und spannend sein können, das Thema ist ja sehr aktuell.
    Gelesen habe ich aber nur Selbstmitleid, völlige Selbstüberschätzung und Egoismus. Sehr nervig auch, das ständig auf "ich doch in Elternzeit" herumgeritten wurde. Schade ums Geld für dieses Buch....

  • Rezension zu "Gefeuert" von Julia Berger

    Gefeuert
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    13. October 2010 um 11:32

    Gekündigtenarbeit Im Zuge der wirtschaftlichen Rezession 2008/2009 ist es auch Julia Berger unverhofft passiert. Ihr Arbeitgeber, die Tochterfirma eines größeren Unternehmens, hat eine hohe Zahl Mitarbeiter entlassen, unter anderem auch sie selbst. Unverhofft, ein kalter Schlag, nie hätte Julia Berger damit gerechnet. Und nun legt Sie einen Bericht über diese Zeit vor. Im Stil ausführlich und langsam erzählt, versäumt Sie es nicht, alle nur denkbaren Umstände, inneren und äußeren Entwicklungen darzulegen. Einerseits erzählt sie damit ihre ganz persönliche Geschichte durch die Monate der Kündigungsfrist hindurch, versteht es, auf den Punkt genau das innere Hin- und Hergeworfen sein dem Leser nahe zu bringen. Andererseits beschreibt sie ebenfalls minutiös die äußeren Ereignisse. Vom Umgang mit den Arbeitsagenturen, Fristsetzungen, Formularkrieg, ständiger Nachfrage und dem Anspruch an sie, ständig verfügbar zu sein über ihre Erfahrungen in Bewerbungssituationen, bei denen die Gesprächspartner oft nicht bestens vorbereitet das Gefühl vermitteln, die Gnade eines möglichen Arbeitsplatzes verteilen zu können bis hin zu den ersten Versuchen der Autorin, auf eigenen Füßen in der Selbstständigkeit ihren Weg zu finden und was dazu dann wieder alles an rechtlich relevanten Schritten zu bewältigen ist. Besonders eindrücklich gelingt es ihr, das Ausgeliefertsein in den Raum zu stellen, die Ohnmacht des einzelnen den Systemen gegenüber. Dem System des Amtes, dem System der Bewerbungssituation, dem System, einerseits ausgegliedert zu werden und andererseits vom ehemaligen Arbeitgeber Angebote für selbstständige Projekte zu erhalten. Der Unsicherheit, ob die eigenen Versuche überhaupt wahrgenommen werden von Seiten möglicher Arbeitgeber und die Ahnung, dass mit den eigenen, persönlichen Daten nicht immer sorgfältig umgegangen wird. Ihre leicht ironisch gefärbten fünf goldenen Regeln für Arbeitslose (Werde zum Din-Bewerber) treffen dabei die Realität viel mehr auf den Punkt als der bigotte Status des Arbeitslosen als vermeintlicher „Kunde“ bei der Arbeitsagentur. Flüssig geschireben ohne natürlich literarische Höhenflüge anzugehen öffnet das Buch von Julia Berger durchaus noch einmal mehr die Augen dafür, dass das gegenwärtige System des Umgangs mit Arbeitnehmer und Arbeitslosen eines vor allem ist: Entmutigend. Nach der Lektüre ist es leicht, nachzuvollziehen, dass selbst motivierte Menschen mit durchaus vorhandener Qualifikation angesichts des formalen Umganges und der formalen Hürden kaum in der Lage sind, (folgenschwere) Fehler zu vermeiden im Wust der Formulare und zudem die eigene Motivation mehr und mehr zu verlieren, sich diesem System der Agenturen und Bewerbungsrunden weiter zuzuwenden. Ein treffender Eindruck von den Schwierigkeiten, nach einer Kündigung gut wieder Fuß zu fassen mit einer ganzen Reihe nachvollziehbarer Erklärungen und Erläuterungen, worauf alles zu achten ist im Fall der Fälle. Zudem ist das Buch mit einem Glossar versehen, das die wichtigsten Strichworte und Abläufe im Umgang mit der eigenen Arbeitslosigkeit eingängig erläutert. Nicht als literarisches Werk, wohl aber als Augenöffner, trotz mancher Längen im mittleren Teil des Buches, äußerst empfehlenswert.

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