Julia Deck Viviane Élisabeth Fauville

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Inhaltsangabe zu „Viviane Élisabeth Fauville“ von Julia Deck

Ein Mord ist geschehen. Viviane Élisabeth Fauville sieht sich selbst, wie von fremder Hand geführt, durch Paris irren. Die Hinweise verdichten sich, es scheint nur eine Frage der Zeit. Dieser flirrende Roman zeigt eindrucksvoll, wie weit eine Frau zu gehen bereit ist, die alles verloren glaubt. Viviane Élisabeth Fauville ist Anfang vierzig. Was sie nicht mehr hat: ihren schönen Mann, ihr einstiges Zuhause. Was sie hat: eine zwölf Wochen alte Tochter, eine neue Wohnung voll mit nicht ausgepackten Umzugskisten, den Schaukelstuhl. Viviane hat ihren Psychoanalytiker getötet und rechnet nun jederzeit damit, dass man sie überführt. Die Tatwaffe ist gereinigt, die eigene Mutter als Alibi angegeben, ein Motiv nicht vorhanden ... und doch. É lisabeth verliert sich in Straßen und Metrogängen, lauert den übrigen Verdächtigen auf, sie fragt und forscht, das Baby im Arm. Dann entdeckt die Polizei, dass ihre Mutter seit acht Jahren tot ist. Es schneit in Paris und die Welt gerät ihr aus allen Fugen. Karg, absurd und lakonisch ist dieser atemlose Roman nur vordergründig eine Kriminalgeschichte. Sie bildet den Rahmen für ein meisterlich in Sprache gesetztes Spiel mit dem verblüfften Leser: Immer wieder werden alle Sicherheiten aufgehoben, stellt sich das, was man herausgefunden zu haben meint, als falsch heraus, oder doch nicht? Die Schriftstellerin Anne Weber hat den Roman hervorragend ins Deutsche übertragen.

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  • Der psychischer Verfall einer Frau, die alles verloren hat.

    Viviane Élisabeth Fauville

    Iudas

    16. May 2014 um 10:29

    Sie sind zweiundvierzig Jahre alt. Ein gerade mal zwölf Monate altes Kind wiegen Sie in Ihren Armen, während Sie in ihrem Schaukelstuhl sitzend in ihre leere Wohnung starren. Von ihrem Mann erst kürzlich verlassen, spüren Sie, wie Ihr Leben langsam zerbricht. Aber Sie wissen noch etwas ganz anderes. Eine schreckliche Tatsache. Ihr Psychoanalytiker ist tot. Und Sie haben das Messer gehalten, daß durch seinen Bauch schnitt. »Sie sind am 15. Oktober ausgezogen, haben eine Kinderfrau gefunden, Ihren Mutterschaftsurlaub aus gesundheitlichen Gründen verlängert, und am 16. November, also gestern, haben Sie ihren Psychoanalytiker umgebracht. Sie haben ihn nicht symbolisch umgebracht, wie man irgendwann den Vater umbringt. Sie haben ihn mit einem Messer der Marke Henckels Zwilling, Serie Twin Profection, Modell Santoku, umgebracht.« (S.14) Und nun irren Sie durch Paris, um mögliche Zeugen des Vorfalles zu finden und über ihre Beobachtungen auszufragen. Und die Polizei sitzt Ihnen im Nacken, da sie Sie für die Hauptverdächtige halten. Viviane Élisabeth Fauville ist eine Frau mittleren Alters, die einen gutbezahlten Job hat und in einem der besten Arrondissements Paris’ lebt. Doch als ihre Beziehung in die Brüche geht, geht es auch mit ihrer seelischen Verfassung rapide bergab. Durch den Mord an dem Arzt und ihrer anschließenden Odyssee durch Paris wird das Spiel um ihrer Persönlichkeit immer verworrener und bald kann man gar nicht mehr wissen, was Realität und was Traum ist. Dabei kommt das Erstlingswerk der französischen Autorin Julia Deck zuerst wie ein Kriminalroman daher, wie man ihn sehr oft liest. Doch zunehmend wird klar, daß hier viele sonst immer so klar festgesteckte Regeln eines hausüblichen Krimis auf den Kopf gestellt werden und man immer tiefer in einen Strudel gezogen wird, bei dem man nicht weiß, was an dem, was die Protagonistin zu berichten weiß, wirklich wahr ist. Sie verstrickt sich immer wieder in Widersprüche, scheint eine verzerrte Zeitwahrnehmung zu haben und scheint von psychischen Problemen getrieben. Besonders charakteristisch und spannend sind die Perspektivwechsel. Dabei wird alles aus der Sicht der Protagonistin geschildert, aber sie wählt verschiedene Arten der Distanzierungen und Perspektivwechsel, um ihre Situation zu schildern. So findet sich der Leser im Wirbel um Ich-, Sie- und Es-Perspektiven wieder. Oder wie der Psychoanalytiker sagte: das Spiel mit dem Subjekt. Man merkt Vivianes verzweifelte Suche nach sich selbst an und ihren Kampf, diese Situation zu meistern, zu schildern und sich davon zu distanzieren, an. Die Geschichte ist intelligent konstruiert und bietet einen besonders interessanten Wendepunkt, auch wenn man ihn an manchen Stellen schon durchschimmern sieht. Einfach zu lesen ist das Werk aber keinesfalls. Deck schafft es, den seelischen Verfall der Protagonistin auf sprchlicher Ebene besonders eindrücklich darzustellen. Aber gerade das, gepaart mit einem hypotaktischen Satzbau, der manchmal fast gedankenstromartige Züge annimmt, kann den Leser oft verwirren und lange Zeit nicht wissen lassen, was nun eigentlich gerade passiert. Zahlreiche Ortwechsel, die auch die wirre Odyssee durch Paris mit sich bringen, bringen Spannung, wirken aber manchmal recht lose verknüpft. Die Sprache ist äußerst nüchtern und rigide, wodurch eine enorme, unüberbrückbare Distanz zum Geschehen geschaffen wird. Dem Leser wird es unmöglich gemacht, auch nur die kleinste emotionale Verbindung zu einer der Figuren aufzunehmen. Sämtliche Akteure bleiben Schemen und erscheinen eher wie leblose Marionetten denn wie fühlende Menschen. Diese emotionale Distanz findet sich auch in der losen Aneinanderreihung von verschiedenen, nicht miteinander in Verbindung stehenden Taten der Protagonistin, die damit nur ihren tristen Alltag unterstreichen will. Zeitliche, räumliche oder logisch verknüpfende Wahrnehmungen sind Viviane durch ihre seelische Erkrankungen schon bald nicht mehr möglich – und das spiegelt sich in der Art und Weise, wie sie davon berichtet, immer wider. Bedauerlicherweise gibt es besonders im letzten Drittel der Erzählung einen recht tristen Durchhänger, bei dem man als Leser zunehmend ermüdet. Die Geschichte tritt auf der Stelle, Informationen, die gegeben werden, haben nur bedingt zur Folge, daß es vorangeht. An diesen Stellen schaltet der Leser, auch besingt durch den verworrenen Schreibstil, schnell ab. Im Grunde ist es ein eigentümliches Werrk, eines, das man so nicht allzuhäufig in den Regalen findet. Es ist auch kein Wohlfühlbuch, sondern eines, das sich mit der schwierigen Thematik psychischer Erkrankungen und dem Umgang damit befaßt. Dabei ist Julia Deck hoch anzurechnen, mit welchen sprachlichen Finessen sie diese bebildert und dem Leser vor Augen führt, ohne daß er es gleich merkt. »Viviane Élisabeth Fauville« ist ein Versteckspiel zwischen Realität und Wahn, daß im Mäntelchen eines Kriminalromans daherkommt und den Leser immer wieder überrascht und verblüfft zurückläßt. Bedauerlich sind da nur die zeitweiligen Längen und Durchhänger, die man bei einem Büchlein von gerade einmal 140 Seiten nun gerade nicht erwartet. Empfehlenswert ist das Buch trotz einiger Makel und besonders Leser, die auf der Suche nach Erzählungen sind, die in die Psyche der Protagonisten abtauchen, werden hieran ihre Freude haben.

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  • Etwas.. anderes

    Viviane Élisabeth Fauville

    Annesia

    24. April 2014 um 21:30

    Ja, eine ganz nette aber total verwirrende Geschichte. Das Buch ist zum Glück sehr kurz. Vivanne Elisabeth Fauville ist eine 39-jährige Journalistin mit einer 12 Wochen alten Tochter, ohne Mann in einer chaotischen Wohnung. Nichtmal die Umzugskartons hat sie ausgepackt. Naja das Hauptproblem ist, dass sie eben ihren Psychiater ermordet hat. Sie versucht nicht erwischt zu werden. Die Tatwaffe hat sie gereinigt und sich ein Alibi verschafft, indem sie angab, bei ihrer seit 8 Jahren verstorbenen Mutter gewesen zu sein. So verliert sie sich mit der Tochter auf dem Arm in den Straßen von Paris. Ja an sich ganz nett. Geschrieben ist es auch gut nur wechselt bei jedem Kapitel der Erzählstil, das verwirrt meine ich etwas. Man will aber beim lesen wirklich wissen wie es endet.

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  • Viviane Élisabeth Fauville

    Viviane Élisabeth Fauville

    Sarlascht

    Inhalt: Viviane Élisabeth Fauville ist Anfang vierzig und ihr Leben steht Kopf. Ihr Mann hat sie verlassen, dass einstige Zuhause bietet keinen Schutz mehr, die neue Wohnung ist noch kahl und leer. Geborgenheit kommt dort nicht auf, doch diese braucht sie, für sich und ihre zwölf Wochen alte Tochter. Dieses Durcheinander ist Nährboden dafür, einen Therapeuten aufzusuchen, doch einer dieser Besuche eskaliert, plötzlich ist ihr Psychoanalytiker tot, ermordet von ihr und obwohl sie flüchten kann, bleibt die Angst ihr im Nacken sitzen, weil es doch nur eine Frage der Zeit ist, bis sie überführt wird. Zeitungen berichten über den Mord, Verdächtige und ein Motiv. Viviane sucht die Verdächtigen auf, will ihre Welt kennenlernen, um ein Teil des Ganzen zu werden, um herauszufinden, was ist und was nur aufgemalt war. Zwischen diesen Unternehmungen verliert sie sich scheinbar selbst und am Ende bleibt den Leser nur die Frage: Wahn oder Wirklichkeit? Meine Meinung: Liest man die Inhaltsbeschreibung, man könnte beinahe davon ausgehen, hier würde es sich um einen Kriminalfall handeln, obwohl man den Mörder zwar schon kennt, allerdings der Polizeiarbeit bewohnen kann, entdecken könnte, was es braucht, um jemanden zu überführen. Davon könnte man ausgehen, aber die Tatsache ist, dass das Buch davon weit entfernt ist. Über wenige Tage begleitet der Leser Viviane, die eine Stille Ahnung hat, ihren Psychoanalytiker getötet zu haben, ohne im Nachhinein wirklich noch ein Motiv nennen zu können, es war vermutlich blinde Wut, die sie dazu trieb. Sie beginnt zu recherchieren, während die Polizei ihr noch nicht auf die Schliche gekommen ist, untersucht sie das Umfeld ihres Therapeuten und stößt schon bald auf durchaus brisante Themen, die ihr Gedankenkonstrukt zum Schwanken bringen. Sollte man Erinnerungen blind vertrauen, wie lässt sich der bittere Beigeschmack erklären, der sich wie ein Film um einen legt? Die Erzählperspektive ist aussagekräftig und wohl eine Sache, von der die Geschichte profitiert. In manchen Sätzen wird man direkt angesprochen, fühlt sich vollkommen in die Situation aufgenommen, rutscht vielleicht gerade deswegen ein bisschen unruhig hin und her, dann wechselt es aber in die Ich-Perspektive, man nimmt ein bisschen Abstand, atmet durch, weil man realisiert, dass man nicht gefangen ist in den Worten, dass es ja eigentlich doch die Geschichte eines anderen Menschen ist und nicht die eigene. Befremdlich war, dass manchmal, wenn von Viviane die Rede war, oft „wir“ oder „uns“ verwendet worden ist, als wäre die Frau mehrere oder als wäre der Leser zu einem direkten Mittäter degradiert worden, es stellte sich bei diesen Zeilen eine Gänsehaut ein, Unwohlsein machte sich breit, aber es ist gelungen, wenn Worte in der Lage sind, einen in Angst und Schrecken zu versetzen, ohne große Grausamkeiten, dann kann man vor einem Autor nur den Hut ziehen und sich bedanken, für die Gefühlexplosion, die man erleben darf. Befremdlich mag es zwar auch wirken, die ganze Angelegenheit und doch wiegt man sich in dem Glauben, zu verstehen, was da vor einen geht, aber Tatsache ist, dass man überhaupt keine Ahnung hat. Was man sich durch Logik aufgebaut hat, wird in den letzten Atemzügen gesprengt und hinterlässt einen Trümmerhaufen aus den Fragen, was ist die Wirklichkeit und was nur eine fragile Illusion? Diese Tatsache, dass man dieses Buch nicht einfach ablegen kann, es nachhallt und gehört werden möchte, lässt dieses dünne Büchlein, doch ein ganz großes Werk sein. Fazit: Gänsehaut entsteht auf der Haut, wenn man als Mittäter durch die Geschichte stolpert und immer nur auf das Ende wartet, die Aufdeckung der Tat, die zwar nur als schlummernde Erinnerung im Kopf wohnt und doch so deutlich fassbar ist, dass man die Hände um den Hals spürt, wie sie ihren Druck beständig verstärken, bis einen letztlich jegliche Luft geraubt wird.

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  • Mörderin irrt durch Paris! Grandioses Buch!

    Viviane Élisabeth Fauville

    PrinzessinAurora

    05. March 2014 um 18:54

    Viviane Élisabeth Fauville ist Anfang Vierzig und hat ihren Psychoanalytiker umgebracht. Die Tatwaffe wurde gereinigt und die Mutter als Alibi angegeben. Dass diese aber schon länger gar nicht mehr lebt, findet dann auch der Polizei schnell heraus. Vor der Tat hat Viviane sowohl ihren Mann, als auch ihre Wohnung verloren, und sitzt nun zusammen mit ihrem zwölf Wochen alten Kind in einer leeren Wohnung... verwirrt über die Tat und unsicher, was Realität und Fiktion ist. Viviane Éisabeth Fauville irrt immer und immer wieder durch Paris, enge Gassen und verlassene Metrostationen, das Kind stets auf dem Arm. Nach und nach lauert sie allen anderen Verdächtigen auf, um diese auszufragen und um selbst Licht ins Dunkle zu bringen. Ist sie eine Mörderin? Absurd und verwirrend ist die Kriminalgeschichte von Julia Deck. Meiner Meinung nach ein sprachliches Meisterwerk. Die Autorin spielt mit dem Leser, lässt ihn im Unklaren, zeigt Vivians geistige Verwirrung. Perspektiven wechseln und der Leser weiß nicht, was passiert. Man sieht sich selbst durch Paris irren. Ein grandioses Buch! Wenn man sich nach den ersten Seiten an den besonderen Sprachstil gewöhnt hat, wirklich ein wunderbares Buch!

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