Julia Deck Winterdreieck

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Inhaltsangabe zu „Winterdreieck“ von Julia Deck

Anfang Dezember findet sich eine junge Frau in Le Havre wieder, mittellos, alleinstehend und vom Arbeitsamt als hoffnungsloser Fall abgetan. Sie beschließt, den Namen einer Schriftstellerin aus einem Film von Eric Rohmer anzunehmen, und nennt sich fortan Bérénice. Aus der selbstverschuldeten, überaus prekären Lage versucht sie sich mithilfe dieser neuen Identität und eines unterwegs aufgegabelten Mannes zu retten. Der Schiffsinspektor erliegt zunächst ihrem Charme und Geheimnis, nimmt sie mit nach Marseille und dann nach Paris, versucht aber vergeblich, irgendetwas über sie zu erfahren. Als er schließlich begreift, dass 'Mademoiselle' erstens wirklich einen Knall oder das Gedächtnis verloren hat und ihn zweitens nur ausnutzt, will er sie mit allen Mitteln, wieder loswerden …
Die Autorin spielt klug und originell mit Realität und Fiktion – und mit der Erwartungshaltung der Leser. Auch dieser neue, wieder sehr unterhaltsame Roman von Julia Deck ist in unverwechselbarer Weise charmant, verwirrend und witzig.

Sehr kurweilig. Lädt ein die Phantiasie spielen zu lassen und zu hinterfragen, ob es tatsächlich so passieren könnte.

— Brautprinzessin

Man nennt sie nur Mademoiselle. Eine hübsche, junge Frau. Die ihren eigenen Träumen folgt. Mit allen möglichen ...

— Splashbooks

Trotz guter Schreibe allgemein eher enttäuschend. Wurde für mich erst im letzten Drittel richtig stark.

— TinaLiest

Julia Decks Stil begeistert mich einmal mehr

— Annette69

Es macht einfach ungeheuer viel Spaß dieses Buch zu lesen, Hypothesen zu enträtseln und Parallelen zu suchen.

— JulesBarrois

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  • Winterdreieck, rezensiert von Götz Piesbergen

    Winterdreieck

    Splashbooks

    25. May 2016 um 12:15

    "Winterdreieck" lautet der Titel des Romans von der Autorin Julia Deck. Der Band ist im "Wagenbach"-Verlag erschienen. Es ist nicht ihr erstes Buch hierzulande, da in demselben Verlag auch "Viviane Élisabeth Fauville" erschienen ist. Frau Deck wurde 1974 in Paris geboren. Sie studierte Literatur an der Sorbonne, unterrichtete Französisch und absolvierte eine Journalistenschule. Aktuell lebt und arbeitet sie als Redakteurin und Schriftstellerin in Paris. Sie wird von allen Mademoiselle genannt. Eine junge, hübsche Frau, die ihren Träumen nachhängt. Sie hat seit langem keinen richtigen Job mehr und weigert sich auch, Rechnungen zu bezahlen oder irgendwelchen Maßnahmen des Arbeitsamtes zu folgen. Eines Tages beschließt sie, ihr altes Leben zu verlassen und ein neues anzufangen. Sie nimmt eine andere Identität an, nimmt eine andere Vergangenheit an und kann sich sogar einen reichen Mann an Land ziehen. Doch schon bald wird klar, das ihr Wunsch von einem neuen Leben sich nicht so einfach erfüllen lässt. "Winterdreieck" ist kein einfacher Roman. Die Autorin schreibt eine Geschichte, die nur vordergründig realistisch ist. Und die schon sehr bald schon fast surrealistisch wird. Nichts von dem, was man liest, hat wirklich eine Bedeutung. Das wird vor allem in der zweiten Hälfte des Buches deutlich, als sich einige Ereignisse im Prinzip schon nicht mehr erklären lassen. Doch zuvor lernt man diese wichtige Mademoiselle kennen. Und ist von ihr gleichermaßen irritiert und fasziniert. Es wird deutlich gemacht, dass sie eine Tagträumerin ist, die im Prinzip nur ihren eigenen Willen durchsetzen will. Egal mit welchem Mittel. Was auch der Grund ist, wieso sie ihren letzten Job verloren hat.Rest lesen unter:http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23664/winterdreieck

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  • Von Sehnsüchten und Abgründen

    Winterdreieck

    Annette69

    04. February 2016 um 12:05

    In dem jüngsten Roman von Julia Deck „Winterdreieck“ steht eine junge Frau vor dem Nichts. Ohne Job, ohne Geld und demnächst ohne Wohnung. Sie flüchtet sich in eine neue Identität, gibt sich als Schriftstellerin aus und nimmt den Namen Bérénice an, den sie aus einem Film kennt. Die attraktive Hochstaplerin findet in einem einsamen Schiffsinspekteur einen gutgläubigen Verehrer. Doch bald beschleichen den Mann Zweifel und er möchte seine Begleiterin wieder abschütteln. Auf wen hat er sich da eingelassen? Doch so einfach ist das nicht. Mademoiselle Bérénice reist mit ihm quer durch Frankreich, von Le Havre über Saint-Nazaire und Marseille nach Paris und wieder zurück. Sehr stimmungsvoll sind die Hafenstädte beschrieben, eingefangen in ihrer Tristesse, wecken sie doch - die wie alle Orte am Meer - eine unbestimmte Sehnsucht. Julia Decks Roman lebt von seiner skurilen, abgründigen Hauptfigur. Auf den ersten Blick ein schutzbedürftiges Frauchen trägt sie eine unheimliche Wut mit sich herum. Sie ist eine Verweigerin, die sich nicht in die Arbeitswelt einfügen kann, die bei dem kleinsten Konflikt explodiert, handgreiflich wird, Szenen macht. Eine Lügnerin, die keinen Finger krumm machen, aber auf nichts verzichten will. Sehr subtil baut Julia Deck die Spannung auf und man fragt sich, wie soll das enden? Wird es auch diesmal ein Kriminalroman? So wie in "Viviane Élisabeth Fauville“, Julia Decks erstem im Wagenbach Verlag 2013 erschienen Roman, in dem eine verzweifelte Mörderin Amok läuft. Das bleibt bis zum Schluss offen und soll auch jetzt nicht verraten werden. Am Ende ist die Geschichte jedenfalls rund. Julia Deck hat eine unverwechselbare Art zu schreiben, die Figuren sind immer ein bisschen verschlossen und gehetzt, dies und jenes muss man sich zusammenreimen. Aber es macht auch Spaß, den Escapaden der Mademoiselle zu folgen, … einfach mal alles hinschmeißen, eine andere / ein anderer sein, nicht mehr FUNKTIONIEREN. Mal einen Schritt beiseite treten. „Winterdreieck" ist ein kleiner, kluger Roman, der sich noch aus einem anderen Grund wirklich zu lesen lohnt. Er ist so wunderbar filmisch erzählt. P.S. Ja, und der "geliehene" Name Bérenice Beaurivage stammt aus einem Film des großen französischen Regisseurs Eric Rohmer, der unter anderem einen Zyklus "Erzählungen der vier Jahreszeiten" gedreht hat. Für die Lektüre von "Winterdreieck" ist die Information vielleicht nicht so entscheidend, aber gut zu wissen, es könnte vielleicht noch wichtig werden.

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  • Das Fräulein träumt sein Leben

    Winterdreieck

    JulesBarrois

    04. February 2016 um 11:08

    Winterdreieck – Julia Deck (Autorin), Antje Peter (Übersetzerin),144 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach (29. Januar 2016), 17,90 €, ISBN-13: 978-3803132765 "Mademoiselle" (das Fräulein) ist jung, blond, ohne Arbeit. Am Anfang beschließt sie ein anderes Leben zu führen und nennt sich von jetzt Bérénice Beaurivage, eine Romanautorin die Arielle Dombasle in einem Film von Eric Rohmer gespielt hat. Romanautorin, ist das nicht schon ein Vermögenswert an sich? "Bérénice Beaurivage. Sie braucht nur diesen Namen auszusprechen, und schon weitet sich die Perspektive, schon dehnt sich der Horizont.“ (Seite 7). Und überhaupt „Romanschriftstellerin. Eine verführerische Tätigkeit. Vielmehr als die angeblich so tollen Stellen, die die Arbeitsagentur immer anpreist.“ (Seite 8) Das Abenteuer kann beginnen. Das Leben im Winterdreieck. Der Roman steht unter dem Zeichen der Zahl drei und die Figur des Dreiecks wiederholt sich: in der Liebe, geographisch und astronomisch. In der Astronomie ist das Winter-Dreieck die im Winter auf der nördlichen Hemisphäre sichtbare Konstellation der drei hellen Sterne Sirius, Prokyon und Beteigeuze in Form eines gleichseitigen Dreiecks. Es verbindet die Sternbilder Großer Hund, Kleiner Hund und den markanten Orion. Das gleichseitige Dreieck als ein Bild der Vollkommenheit begleitet diese Geschichten, geradezu als harter Kontrast zu den Unvollkommenheiten der Personen und Geschehnisse. Und in der Liebe sehen wir das Dreieck Fräulein, Inspektor und Mademoiselle Blandine Lenoir. Die Geschichte beginnt in Le Havre im Dezember und endet in der gleichen Stadt nach einer Reise von einem Jahr, die drei Hafenstädte, Le Havre, Saint-Nazaire und Marseille verbindet. Es beginnt auch mit einem Schiff namens Sirius und einem verführerischen Schiffsinspektor. Sie endet bezeichnenderweise mit einem Schiff namens Prokyon. Mit Zwischenstationen in Paris, unvermeidlicher zentraler Eisenbahnknotenpunkt zwischen den verschiedenen Städten. Anstatt eine banale Existenz zu leben, entscheidet sich das Fräulein aus der tyrannischen Sackgasse von Routine, unsicheren Arbeitsplätzen, niedrigen Löhnen und kleinen Chefs zu entfliehen. „Mademoiselle kennt alle Schritte des Einstellungsverfahrens. Bei den Vorstellungsgesprächen erklärt sie meistens Ich bin Autodidaktin, ich lerne sehr schnell und ich würde meine Begeisterungsfähigkeit gerne in den Dienst ihres Unternehmens stellen.“ (Seite 44) Fräulein ist ein namenloser Charakter: keine Vergangenheit, keine Aussichten und keine Arbeit, aber mit Schulden. Diese junge Frau jagt ihrer eigenen Identität nach. Doch die Suche nach dem Geheimnis wird nie abgeschlossen werden, weil sie das Geheimnis selbst ist: Bérénice Beaurivage. Wird sie finden und bekommen, was sie will. Aber was bedeutet es wollen? Sie ignoriert es. Sie wandert. Das Echo der Angst und die Leere des Fräuleins, seine Untätigkeit, seine Melancholie, seine Obsessionen und sein süßer Wahnsinn begleiten uns. Das Fräulein versucht aus ihrem streng dualistischen Weltbild von Gut und Böse, Himmel und Hölle, Leben und Tod, Herrscher und Beherrschte, aus all diesen unvereinbaren Gegensätzlichkeiten auszubrechen. Brillant und teuflisch in seiner Konstruktion wie ein guter Krimi, präzise und obsessiv spielt Julia Deck das Thema und seine Variationen durch. Das Fräulein - eine herrlich abgedrehte Heldin. Es ist das Porträt einer Frau, verloren in der Gesellschaft und in ihren eigenen Augen. Die Atmosphäre wird immer bedrückender und die Verhaltensweisen werden zunehmend rätselhafter. Was als leichte Komödie beginnt schlägt um in eine Tragödie. Ein wahres Schauspiel der Fiktionen. Gleichzeitig ist es ein Roman der Postmoderne. Die Geschichten sind elliptische Geschichten und oft nur Löcher. Sie sind nie stabil und eine eindeutige Interpretation ist nicht möglich. Alles ist in Bewegung. Jeder Charakter oder Hinweis ist bereits Interpretation oder Geschichten aus einer früheren Geschichte und alles verändert sich durch die Wahrnehmung des Lesers. Winterdreieck scheint mir wie eine Endlosschleife, und wir warten auf den Punkt an dem die Kraft erlischt, sich immer wieder neu zu erfinden. Trockene, präzise und trotzdem detailreiche Erzählweise: die kleinen Dinge aus der Wohnung vom Fräulein, die Umrisse des Hafens, Betonarchitekturen, Rekonstruktion, der beladene Himmel von Le Havre, die Werften von Saint-Nazaire, und auch der Geschmack von Tintenfischen im alten Hafen von Marseille, mit Blick auf die Kräne. Dieser Realismus der genauen Beschreibungen, Straßennamen, Gebäuden, Landschaften, die das Fräulein entdeckt kontrastiert mit der Unbestimmtheit der Störungen auf der Suche nach ihrer Identität. „Ich könnte ich könnte ich könnte.“ (Seite 27) Julia Deck liefert eine saubere Prosa, mit einer frischen Ästhetik und phasenweise köstlich ironisch. Fein gearbeitete Sätze von großer Zurückhaltung. Es macht einfach ungeheuer viel Spaß dieses Buch zu lesen, Hypothesen zu enträtseln und Parallelen zu suchen. Das ist ein Roman für die Freunde von Zwischentönen, von unfertigen Geschichten und für Menschen die es lieben, die Geschichten hinter den Geschichten zu entdecken. Sehr empfehlenswert. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1017-winterdreieck.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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