»Die Schnecke und der Buckelwal« ist für mich das schönste Buch von Julia Donaldson und Axel Scheffler, weil es auf ganz besondere Weise vieles miteinander verbindet: atemberaubende und zugleich kindgerechte Bilder, poetische Sprache, Humor und mehrere starke Botschaften.
Schon optisch ist das Buch ein Erlebnis. Die Reise führt durch unterschiedlichste Landschaften und Meereswelten – vorbei an Korallenriffen, Inseln mit Vulkanen, Palmenstränden und Eisbergen. Jede Seite lädt zum Staunen ein und macht das Buch auch als Bilderbuch außergewöhnlich.
Inhaltlich greift die Geschichte ein Thema auf, das in der Kinderliteratur eher selten vorkommt: Fernweh und Reiselust. Sie zeigt, dass Mut und Neugier zu großen Abenteuern führen können, dass auch kleine Lebewesen Großes bewirken und dass die Großen manchmal auf die Kleinen angewiesen sind. Ganz nebenbei vermittelt das Buch sogar einen Naturschutzgedanken, denn die Strandung des Buckelwals hängt mit Motorengeräuschen von Booten zusammen – also mit einem realen Problem.
Am meisten begeistert mich jedoch die Sprache. Julia Donaldson schreibt in wunderbar natürlichen Reimen und nutzt dabei klangvolle Stilmittel, die das Vorlesen zu einem echten Genuss machen. Alliterationen wie „von Wellen und Wogen“ oder lautmalerische Passagen über Gischt, Donner und Blitze lassen die Szenen lebendig werden. Dazu kommt feiner Humor, etwa bei der Beschreibung des Korallenriffs, das der Schnecke gefällt – die Haie darin allerdings weniger. All diese Nuancen haben die Übersetzung »überlebt« - auch das eine außergewöhnliche Leistung von Mirjam Pressler.
Besonders schön ist auch das Ende: Die Schnecke kehrt zurück, und aus den Zweiflern werden Mitreisende. So erzählt das Buch nicht nur von einer Reise um die Welt, sondern auch davon, wie ansteckend Staunen und Abenteuerlust sein können. Für mich ist »Die Schnecke und der Buckelwal« deshalb das sprachlich schönste und bildgewaltigste Buch dieses Duos.





























