Julia E. Dietz

 4,4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Julia E. Dietz

Julia E. Dietz schreibt am liebsten Jugendromane, Coming-of-Age und Fantastisches. Wenn sie nicht schreibt, liest und zeichnet sie gerne. Von ihr sind bereits zwei queere Romane, "Glitzernde Nächte" und "Die Nacht ist für uns", im Himmelstürmer Verlag erschienen. In Planung ist eine weitere Coming-of-Age-Geschichte, ein Jugendroman und eine Tetralogie mit Urban Fantasy-Elementen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Julia E. Dietz

Cover des Buches Die Nacht ist für uns (ISBN: 9783863618131)

Die Nacht ist für uns

 (5)
Erschienen am 12.02.2020
Cover des Buches Glitzernde Nächte (ISBN: 9783863616786)

Glitzernde Nächte

 (2)
Erschienen am 02.02.2018

Neue Rezensionen zu Julia E. Dietz

Cover des Buches Die Nacht ist für uns (ISBN: 9783863618131)Korikos avatar

Rezension zu "Die Nacht ist für uns" von Julia E. Dietz

gut geschriebener, authentischer Young Adult Roman
Korikovor 7 Monaten

Story:
Nach seinem Coming-Out und der Tatsache, dass Lennart wieder in Berlin ist, zieht Timo ebenfalls aus dem dörflichen Kaltenbüttel in die wilde Großstadt. Dort verbringt er mit seinem Freund eine unbeschwerte Zeit – die Nächte pilgern sie durch die Bars und Diskotheken, die Tage lassen sie sich durch die der Stadt treiben oder faulenzen an Seen. All das gerät ins Wanken, als Timo Lennarts besten Freund Christoph kennenlernt, einen Pflanzennarr, Graffitikünstler und Quertreiber. Obwohl sie sich zu Beginn nicht gut verstehen, sind sie auf einer Welle, was schließlich darin endet, dass Timo immer wieder mit Christoph schläft. Während seine Beziehung zu Lennart zu zerbrechen droht, weil er sich mehr und mehr in Christoph verliebt, findet Lennart endlich heraus, wer sein Vater ist, was seine Mutter immer vor ihm verheimlicht hat.

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Die Nacht ist für uns“ legt Julia E. Dietz die Fortsetzung ihres Debüts „Glitzernde Nächte“ vor, in dem der Leser Timo und Lennart kennenlernt und in die ihre holprige Beziehung ihren Anfang nahm. Nichtsdestotrotz kann man den beim Männerschwarm Verlag erschienenen Roman als eigenständiges Werk lesen, um die Zusammenhänge zwischen den Personen zu verstehen, empfehle ich dennoch zuerst Glitzernde Nächte“ zu lesen.

Die Geschichte setzt nach den Ereignissen von „Glitzernde Nächte“ an und entführt den Leser nach Berlin, gewissermaßen in Lennarts Heimatstadt. Man lernt dessen Familie kennen und bekommt einen Einblick in dessen unruhiges Leben, in das Timo nur bedingt Ruhe hineinbringen kann. Der Einstieg fällt nicht ganz so leicht – man braucht, bis man wieder bei den Figuren ist und sich auf die Geschichte einlassen kann, was vor allem daran liegt, dass Julia E. Dietz ganz anders schreibt, als man es gewohnt ist (was nicht schlecht ist). Sobald man jedoch den Bezug zu den unterschiedlichen Charakteren hergestellt hat, ist man hautnah dabei. Wie schon im ersten Band gelingt der Autorin eine sehr authentische, realistische Geschichte, die weder fluffig romantisch ist, noch lockerleicht, sondern sehr direkt und vollkommen schnörkellos ist. Das gilt für die alltäglichen Beschreibungen, wenn die Jungs durch die Clubs ziehen oder beim Sex – Julia E. Dietz verzichtet auf alles, was unnötig in die Länge zieht, hält sich in allem lieber zurück und bringt die Sachen auf den Punkt. Diese Art zu schreiben und zu erzählen muss man mögen, gerade wenn man blumige und wortreiche Dialoge und Beschreibungen mag, lange Monologe und Blicke in die Gefühlswelten der Figuren. Dass ihre Figuren trotz der Knappheit an Worten so authentisch und greifbar sind, ist einer der großen Pluspunkte des Buches – die Autorin kann mit wenigen Worten mehr ausdrücken und dem Leser nahebringen als manch anderer Autor mit doppelt so vielen Seiten.
So sind Lennart, Timo, Christoph und all die schillernden Nebenfiguren sehr gut ausgearbeitet und haben alle ihre Stärken und Schwächen. Sie wirken lebendig und greifbar, sind sehr gut in Szene gesetzt und fügen sich stimmig in die Geschichte. Einige Figuren hätte man gerne etwas näher beleuchtet gehabt, auch ist es schade, dass Timos bester Freund Sebastian nur einen kurzen Auftritt bekommt und ansonsten keine größere Rolle spielt, doch man kann es verstehen – dieses Mal geht es mehr um Lennart, seine Freunde und sein „Revier“ (Berlin). Dementsprechend wird sein Freundeskreis beleuchtet.

Stilistisch bleibt sich Julia E. Dietz treu – auch mit „Die Nacht ist für uns“ legt sie ein solides, gut geschriebenes Buch vor, das durch eine direkte, unverblümte Sprache und sehr realistische Beschreibungen und Dialoge besticht. Auch dieses Mal verwirrt ein wenig die Tatsache, dass Timos Passagen aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, während für Lennarts Passagen in der 3. Person geschrieben wurden – das springen zwischen den Erzählweisen mag nicht jedem liegen und erschwert ein wenig den Zugang zum Buch. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen stilistisch ungewöhnlichen Roman, der den aktuellen Zeitgeist einfängt und dem Leser das Leben der beiden Protagonisten sehr glaubhaft und direkt vermitteln kann.

Fazit:
„Die Nacht ist für uns“ ist eine gelungene Fortsetzung von Julia E. Dietz‘ Debüt Glitzernde Nächte“. Erneut gelingt ihr ein gut geschriebener, authentischer Young Adult Roman, der durchaus auch für jugendliche Leser geeignet ist, zeitgleich aber auch Erwachsene anspricht, die gerne an ihre Jugend zurückdenken. Das Buch besticht durch authentische, glaubwürdige Charaktere, einen sehr direkten, unverblümten Stil und einer Dreiecksbeziehung, die gänzlich ohne Drama und Herzschmerz auskommt. Wer „Glitzernde Nächte“ mochte, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, ebenso Leser*innen, die auf der Suche nach schwulen Geschichten sind, deren Schwerpunkt nicht auf Romanik und Erotik liegt. Zu empfehlen.

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Cover des Buches Die Nacht ist für uns (ISBN: 9783863618148)Madamefuchss avatar

Rezension zu "Die Nacht ist für uns" von Julia E. Dietz

Leseempfhelung
Madamefuchsvor einem Jahr

Meine Meinung:

Vorab: Es ist ein wahnsinnig tolles Buch! Der Schreibstil lässt sich locker und  flüssig lesen und man rutscht nur so durch die Seiten- Es ist ein richtiger Pageturner. Dazu hat es wahnsinnig viel Atmosphäre. Ich habe das Buch an einem Stück gelesen, weil es einfach so interessant war. Ich wollte einfach immer mehr erfahren und wissen wie das ganze ausgeht.  Timo habe ich stellenweise echt gehasst, auch wenn seine Gedanken teilweise nachvollziehbar waren, konnte ich damit nicht ganz umgehen. Ich mochte dieses Thema, dass eine ganze weile offen im Raum stand, einfach nicht und war deshalb sehr froh, dass Lennart nicht so blind vor Liebe war und sich selbst das ganze Buch über treu geblieben ist. Lennart war ein wirklich toller Charakter. Ich habe mit ihm gelitten und sogar ein paar Tränchen fließen lassen. Eine ganze Zeit lang wollte ich ihn einfach in den Arm nehmen und für ihn da sein, weil die Situation so beschissen war. Seinen besten Freund konnte ich wohl am wenigsten nachvollziehen. Ich versteh nicht wieso man seinen besten Freund anlügt und so hintergeht, ein richtiges no go. Ich fand es schön, dass neben diesem Liebesdrama auch noch andere Geschichten drum herum gespielt haben. Ob es jetzt um diesen Ausflug von Timo und seinem besten Freund ging oder um Lennart des seinen Vater nicht kennt und von Berlin Abstand nimmt in dem er eine Zeit bei dem neuen Freund seiner Mutter und dessen Familie verbringt. Gerade diese Zeit Ort hat mir richtig gut gefallen, ich hatte richtig das Gefühl das Lennart dort gewachsen ist.

Fazit: Dieses Buch ist einfach großartig. Ich hab es so gerne gelesen, obwohl es dieses Thema beinhaltet, dass ich nicht so gern mag. Ich hab die Gefühle spürbar erlebt und konnte voll und ganz in allem  versinken.  Ich freu mich schon wahnsinnig mehr von der Autorin zu lesen und gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. Es wird in Zukunft definitiv nochmal gelesen und lege es euch wärmstens ans Herz.

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Cover des Buches Die Nacht ist für uns (ISBN: 9783863618131)xTintentraumweltxs avatar

Rezension zu "Die Nacht ist für uns" von Julia E. Dietz

Tolle Atmosphäre, interessante Charaktere & schöne Sommergeschichte
xTintentraumweltxvor einem Jahr

Die Geschichte beginnt damit, dass der 18-jährige Timo nach Berlin kommt - zu seinem Freund Lennart, der ihn mit zu sich nach Hause nimmt und in seinem Zimmer einquartiert. Mit Lennart entdeckt Timo Berlin, das Leben in einer Großstadt, in der queere Menschen keine Ausnahme sind. Und er lernt Christoph, Lennarts besten Freund kennen, den er eigentlich ziemlich unsympathisch findet… Und dann ist da noch Sebastian, Timos bester Freund, den dieser zuhause in Kaltenbüttel zurück gelassen hat, obwohl er ihm eigentlich in seiner schwierigsten Zeit beistehen wollte.

Was ich an diesem Buch geliebt habe, ist Berlin. Timos und Lennarts Leben, wie sie nachts feiern gehen, tagsüber die Stadt und ihre besonderen Ecken erkunden oder am See chillen. Wie die beiden nicht gerade in Geld schwimmen und das okay ist. Wie die Stadt beschrieben wird, das Leben dort, die queere Szene. Es ist echt und ungeschönt und realistisch (soweit ich als Dorfmädchen das beurteilen kann) und doch so, dass ich jetzt am liebsten in den Zug in Richtung Berlin fahren würde.


Das alles ist natürlich auch dem schönen Schreibstil der Autorin zu verdanken, der sich sehr angenehm lesen lassen hat.

Eine Person, die auch Timo, in diesem Buch aber vor allem Lennart, beschäftigt, ist sein Vater. Er weiß nicht, wer er ist, hat ihn nie kennengelernt und seine Mutter, die jung schwanger wurde, spricht nicht über ihn. Bis an einem Tag ein Foto von ihm auf dem Küchentisch liegt. Ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass das Thema noch ein bisschen intensiver behandelt wird, auch wenn mir die schlussendliche Situation diesbezüglich gefallen hat.

Timo hingegen hat ein ganz anderes Problem. Obwohl er Lennart über alles liebt und sich vorstellen kann, mit ihm alt zu werden, gibt es da noch jemand anderen, der sein Herz etwas schneller schlagen lässt.

Kurz möchte ich noch über die Charaktere in dem Buch sprechen, die ich allesamt eigentlich sehr gut gelungen fand - auch wenn es mir irgendwann etwas zu viele waren. Das war wohl der einzige Nachtteil daran, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe - mit einzelnen Namen konnte ich nicht wirklich was anfangen, und obwohl in der Regel kurz erläutert wurde, um wen es sich handelt, hatte ich dann Schwierigkeiten, das im Kopf zu behalten. Ähnlich war es auch bei den Charakteren, die man als Leser, wie Timo, erst in diesem Buch kennenlernt. Übermäßig viele waren es eigentlich nicht, aber dachte ich mir vereinzelt mal: „wer war das jetzt nochmal?“. Und „wer hatte hier jetzt was mit wem?“. Vielleicht lag es daran, dass man über manche Nebencharaktere recht wenig wusste.

Ich finde Timos und Lennarts Form der Beziehung übrigens auch toll und wie damit umgegangen wird. An einer Stelle (und wer das Buch gelesen hat, wird wahrscheinlich wissen, was ich meine) konnte ich außerdem eine Reaktion von Lennart nicht wirklich nachvollziehen und war tatsächlich etwas verwirrt - hierauf möchte ich aufgrund von Spoilergefahr aber nicht näher eingehen. Und auch in einer anderen Situation (die gar nichts damit zu tun hat und eigentlich keine Rolle für die Geschichte spielt) fand ich Lennarts Verhalten etwas fragwürdig… sonst ist er aber ein sehr sympathischer Charakter.

Die Entwicklung der Geschichte hat mir alles in allem wirklich gut gefallen und obwohl sie an der ein oder anderen Stelle etwas vorhersehbar war, habe ich mit dem Ende in der Form nicht gerechnet - wurde aber auf jeden Fall positiv überrascht und bin mit dem Ausgang sehr zufrieden.

Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen - an alle, die gerne queere Geschichten lesen und in den Berliner Sommer eintauchen möchten. Ihr müsst , wie gesagt, nicht zwingend den ersten Band lesen, um in „Die Nacht ist für uns“ Timo, Lennart und co begleiten zu können.

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