Julia Franck Die Mittagsfrau

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Inhaltsangabe zu „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck

Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder. Julia Franck erzählt das Leben einer Frau in einer dramatischen Zeit - und schafft zugleich einen großen Familienroman und ein eindringliches Zeitepos. 'Es ist ein tolles, ein wunderbar berührendes, ein frösteln machendes Buch.' Elmar Krekeler, Die Welt

Dieses Buch hat mich einfach nur gefesselt

— Yoyomaus

War nicht so meins, hatte mir was anderes vorgestellt.

— makama

Tiefgründig, traurig und doch fragt man sich immer, wie es weitergeht, beim lesen. Gute Schriftstellerin!

— LadyRilke

Ein bewegendes Buch, das tiefe Einblicke in das Seelenleben der Protagonist gewährt.

— gst

Es ist schon länger her. Ich erinnere mich nur noch, dass ich es sehr gut fand.

— Jana_Hadam

An den Schreibstil mit der indirekten Rede musste ich mich kurz gewöhnen, aber dann war es super

— Steffili

Mochte den Beginn nicht! Das wirkte sich auf das gesamte Buch aus.

— ErleseneBuecher

Traurige Geschichte, die klarmacht, wie nahe die zwei Weltkriege einander lagen und was für Auswirkungen das hatte.

— schickchriska

Das Ende ist mir zu traurig sonst ist das Buch echt toll und bewegend

— blue-star

Naja, naja.... sooo toll finde ich es nicht.

— Molks

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Kukolka

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

Yuyun

Lauter gute Absichten

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  • Julia Franck | DIE MITTAGSFRAU

    Die Mittagsfrau

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:17

    INHALT: Stettin 1945, Peter ist mit seiner Mutter auf der Flucht vor der Roten Armee Richtung Westen. Auf einem Bahnhof in Pasewalk setzt sie ihn auf eine Bank und sagt ihm, er solle sitzen bleiben und auf sie warten, sie sei gleich wieder da. Er wartet und wartet, vergebens, sie kehrt nie zu ihm zurück. Was eine Frau dazu bewegt, ihren Jungen in den Wirren der Nachkriegszeit und der Flucht allein zurückzulassen, wird nach diesem bitteren Epilog in Form einer Rückblende über die letzten dreißig Jahre ergründet. Die junge Helene, schön und begabt, wächst mit ihrer Schwester Martha in Bautzen als Tochter der psychisch labilen Selma auf, die mit zunehmendem Alter immer neurotischer und paranoider wird. Selma beginnt sich einzuigeln und begegnet ihrer Umwelt, insbesondere ihren Töchtern, mit emotionaler Kälte und offener Feindseligkeit. Als der Vater schwer versehrt aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrt und nach langem Kampf seinen Verletzungen erliegt, zerbricht die Familie gänzlich. Helene und ihre Schwester nutzen einen glücklichen Umstand zu ihrer wohlhabenden Tante nach Berlin überzusiedeln. Dort erleben sie die brodelnde Metropole der Golden Twenties, ein Leben voller Spaß und Rausch, dem sich Martha nur schwer entziehen kann und auf der Strecke bleibt, während Helene in Carl ihren Mann fürs Leben findet. Doch das Schicksal schlägt abermals zu und Carl kommt kurz vor der gemeinsamen Hochzeit bei einem Unfall ums Leben. Daraufhin erstarrt Helene innerlich, etwas in ihr geht kaputt und sie gerät in genau den glück- und freudlosen Zustand, an den sie ihre Mutter verlor. Auch die spätere Ehe mit Wilhelm, einem erfolgreichen Ingenieur, der sich als sadistischer Tyrann entpuppt, und die Geburt ihres Sohnes ändern nichts an ihrer inneren Kälte. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und alles scheint verloren… FORM: Julia Franck schreibt sehr dicht, komplex und verschachtelt – kunstvoll aber nicht gekünstelt. Die Sprache wirkt leicht antiquiert, was gut zur beschriebenen Zeit passt. Zwar brauchte ich ein paar Kapitel, um mich vollends auf diesen Stil einzulassen, konnte ihm dann aber sehr viel abgewinnen. Parallel zur zunehmenden Kälte Helenes wird auch Francks Sprache kälter und emotionsloser, beschränkt sich zum Ende hin nur noch auf äußerliche Beschreibungen, ohne dabei ihre Figuren zu verlassen, und lässt den Leser bewusst mit den notwendigen Deutungen allein. Das alles durchweg auf hohem sprachlichen Niveau. FAZIT: Nach ein paar Startschwierigkeiten und ohne dass ich vorher viel von diesem Roman gehört oder erwartet hatte, packte es mich wie selten ein Buch. Eine zutiefst erschütternde und traurige Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ganz große Literatur – Fünf Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Dieses Buch hat mich einfach nur gefesselt

    Die Mittagsfrau

    Yoyomaus

    27. July 2017 um 06:25

    Zum Inhalt:1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder. Julia Franck erzählt das Leben einer Frau in einer dramatischen Zeit - und schafft zugleich einen großen Familienroman und ein eindringliches Zeitepos.Helene und ihre Schwester leben ein gutes Leben. Zwar ist die Mutter psychisch instabil, aber auf den Vater können sie sich verlassen. Als dieser jedoch für den Dienst im ersten Weltkrieg eingezogen wird, ändert sich das Leben der Schwestern schlagartig. Während die Große sich als Krankenschwester ausbilden lässt, ist die Kleine noch mitten in ihrer jugendlichen Entwicklung. Sie ist fasziniert von der guten Freundin der Großen und wünscht sich auch ein bisschen so zu sein wie sie. Als der Vater wieder aus dem Krieg zurück kommt ist er verwundet. Die Große übernimmt seine Pflege, versucht ihn mit Morphium über die Schmerzen zu helfen. Doch bald muss die erkennen, dass die Große das Morphium für sich selbst nimmt und es kommt wie es kommen muss, der Vater stirbt. Fortan beginnt für die Schwestern eine turbulente Reise. Die Große nimmt die Kleine mit zu der reichen Tante in die Stadt, wo sie das Leben in vollen Zügen genießen. Es scheint keine Grenzen mehr zu geben und die Kleine - Helene - verliebt sich und verlobt sich schließlich. Doch es sind die Wirren des zweiten Weltkrieges die immer mehr um sich greifen. Ihre Mutter kommt in ein Zuchthaus und ihr Verlobter wird auf offener Straße von einem Auto angefahren. Helene ist hoffnungslos. Doch da taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf. Eine Chance für ein gesichertes Leben? Und was wird aus der großen Schwester, wenn sie weg zieht? Kann sie sie mit ihrer Lebensgefährtin allein lassen? Das Schicksal um Helene meint es wirklich nicht gut mit ihr und so muss sie sich schließlich entscheiden, was wirklich wichtig ist.Die Mittagsfrau hatte ich zufällig im Regal entdeckt und mir das Buch eher auf Verdacht gekauft. Ich bin nicht enttäuscht worden. Die Geschichte ist ergreifend, fesselnd, schockierend. Sie ist emotional und man muss sich oft die Frage stellen, wie man sich selbst wohl in dieser Situation verhalten hätte. Helene ist wirklich ein armes Kind. Die Mutter hat psychische Störungen und so können die Kinder sie nur an den guten Tagen sehen. Mit der Verletzung des Vaters verschwindet er quasi ganz aus der Bildfläche. Er ist zwar da, aber immer wenn Helene ihn sieht scheint es ihm schlechter zu gehen, bis er schließlich dahin siecht. Die Schwester hingegen, die man erst bewundert hat, verurteilt man dann als Leser, wenn man begreift, dass diese die Schmerzmittel selbst als Drogen für sich genommen hat. Mit dem Umzug in die Stadt geht das Leben für Helene bergauf. Eine Ausbildung als Krankenschwester, bei der sie aber unter anderem bald miterleben muss, wie man behinderte Frauen zwangssterilisiert, da diese nicht mit in das System passen. Wer die Geschichte aufmerksam liest, der erkennt auch bald, dass die Mutter schlicht und einfach verloren ist, nachdem man sie in eine Anstalt einweist und man kann sich wohl auch zusammen reimen, was wirklich mit ihr passiert. Genauso verhält es sich mit Helenes Verlobten der auf offener Straße einem "Verkehrsunfall" zum Opfer fällt. Zufall? In meinen Augen keinesfalls. Auch muss Helene nun auch auf sich selbst achten und auch die große Schwester, wohnen sie bei ihrer Tante die Jüdin ist und stinkreich - somit rutschen sie selbst auch in den Fokus. Helene muss sich etwas einfallen lassen und endlich, als man denkt, dass sie einen sicheren Hafen gefunden hat, da passiert das nächste Unglück.Empfehlen möchte ich das Buch allen, die einen Schicksalsroman suchen. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten. Die Story ist leicht geschrieben und beginnt mit dem Ende, bevor Helenes Geschichte wirklich aufgerollt wird. Das Buch spricht alle Tabuthemen der damaligen Zeit an, ohne sich nur an einem Thema festzubeißen. Es geht um Sex vor der Ehe, lesbische Beziehungen, Drogenmissbrauch, Abtreibung, die Wirren des ersten und des zweiten Weltkriegs und die Folgen. Es ist wirklich interessant die Geschichte aus solch einem Blickwinkel präsentiert zu bekommen. Dabei schreibt die Autorin detailliert, was ich persönlich richtig gut finde. Dieses Buch ist nicht nur einfach zum lesen, sondern es regt auch zum nachdenken an. Gut gemacht.Idee: 5/5Spannung: 5/5Emotionen: 5/5Details: 5/5Gesamt: 5/5

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  • Anspruchsvoll, aber...

    Die Mittagsfrau

    Herbstfeder

    26. March 2017 um 19:09

    Im offiziellen Beschreibungstext heißt es: "Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich schein, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder". Obwohl dies im ersten Kapitel aus Sich ihres Sohnes geschildert wird, ist dies chronologisch gesehen fast das Ende der beschriebenen Handlung, die im zweiten Kapitel zunächst in Helenes eigener Kindheit einsetzt, während bzw. nach dem ersten Weltkrieg. Nachdem ich mich einmal daran gewöhnt hatte, dass wörtliche Rede im Text grundsätlzich nie durch Anfährungszeichen gekennzeichnet ist, hat es mir Spaß gemacht, mehr über die Beziehungen zu Vater, Mutter, Schwester usw. zu erfahren. Trotz der distanzierten Sprache konnte ich mich im ersten Teil mit der aufgeweckten Protagonistin identifizieren. Der zweite Teil dagegen zieht sich schon ein wenig. Ich hatte das Gefühl, es wiedeholt sich das immer Gleiche und die neu eingeführten Personen erschienen mir flach. Im Dritten Teil schließlich ist Helene bereits seelisch so abgestumpft, dass es mich auch als Leserin kaum noch interessierte, was weiterhin passieren würde. Trotzdem hat mir das Buch irgendwie gefallen. Das geschichtliche Drumherum, das gar nicht weiter beleuchtet wird, sondern einfach so stattfindet und von Helene oft auch verdrängt wird, gibt dem ganzen einen interessanten Rahmen, z.B. wenn Helenes Herkunft im Nationalsozialismus auf einmal zur Bedrohung für sie wird, sie angewiesen wird, bei jüdischen Händlern nicht mehr einzukaufen, oder sie als Krankenschwester eine junge Frau sterilisieren muss, um nur wenige Beispiele zu nennen. Dass Helene ihr Kind nicht so liebt, wie man es von einer Mutter erwarten würde, empfand ich nicht als besonders, obwohl dies in der Diskussion um das Buch immer als sehr polarisierend und als sehr wichtiges Element der Geschichte dargestellt wird. Da Helene zu dem Zeitpunkt ohnehin für nichts mehr irgendeine Leidenschaft aufbringen konnte, fühlte sich die Handlung schon vor dem eigentlichen Ende des Buchs für mich abgeschlossen an und es schien mir nur konsequent, dass sie sich für das Kind genauso wenig interessierte wie für den Rest der Welt. Spannend war das nicht. Traurig war es auch nicht, dazu wurde zu distanziert erzählt. Fazit: Das Buch spricht unglaublich viele Themen an, die interessant sind. Allerdings ist die Geschichte, so wie sie geschrieben ist, in weiten Teilen nicht besonders unterhaltend. Also wenn man anspruchsvolle Literatur mag und damit leben kann, emotional nicht mitgenommen zu werden, dann ist es wohl ein gutes Buch. Wer beim Lesen hauptsächlich Unterhaltung sucht, findet sie hier nicht.

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  • Erschütterndes Zeugnis eines schwierigen Lebens

    Die Mittagsfrau

    gst

    22. February 2017 um 16:49

    Was veranlasst eine Mutter nach dem Überleben zweier Weltkriege und dem Wissen, was Verluste bedeuten, ihren kleinen Sohn auf einem Bahnhof für immer zu verlassen? Julia Franck schildert in bewegenden Worten das Leben von Helene, die als zweite Tochter nach dem Tod der vier älteren Brüder quasi ohne Mutter aufwächst. Zum Glück kümmert sich die um acht Jahre ältere Schwester voller Hingabe um das Kind. Der Vater, der die verrückt gewordene Mutter abgöttisch liebt, muss 1914 von Bautzen aus in den Krieg ziehen – was die Familiensituation noch erschwert, aber auch neue Perspektiven eröffnet... Die in diesem Buch geschilderten Episoden führen uns von Bautzen über Berlin bis nach Stettin und sind oft am Rand der Gesellschaft angesiedelt. Sie geben unter anderem einen tiefen Einblick in das Leben der sogenannten „Hautevolee“ in Berlin mit hohem Suchtpotential. Ich habe mit Helene in diesem Buch regelrecht mitgefiebert. Selbst zu jung und unerfahren, um eigene Entscheidungen zu treffen, lässt sie sich von ihrer Schwester Martha mitreißen. Auch wenn ihr nicht alles gefällt, fehlt ihr lange der Mut, sich aufzulehnen und eigene Entscheidungen zu treffen. Julia Franck schreibt ohne wörtliche Rede, beobachtet ihre Figuren aber sehr genau. Kein einziges Mal beschreibt sie Gefühle, stattdessen lässt sie diese im Kopf und im Herzen des Lesers entstehen. Mir fiel es nicht schwer, mich in Helene hinein zu denken – ihre Begeisterung oder ihren Ekel zu spüren, diverse Situationen mit ihr zu durchleiden. Nachdem ich das Buch mit klopfendem Herzen geschlossen hatte, stand das Glück, in einer anderen Zeit leben zu dürfen, für mich im Vordergrund. Kein Wunder, dass Julia Franck für die Mittagsfrau den Deutschen Buchpreis 2007 erhielt. Ein wirklich ungewöhnliches Leseereignis! 

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    • 5
  • Krankenschwester, Fisch & Flederwische

    Die Mittagsfrau

    ErleseneBuecher

    13. August 2016 um 22:21

    Das Buch fängt herzzerreißend an. Eine Mutter verlässt ihren siebenjährigen Sohn. Dieser sitzt stundenlang voller Vertrauen am Bahnhof. Die Mutter muss ja wiederkommen… Ich hätte an dieser Stelle am liebsten schon nicht mehr weitergelesen, aber der Mensch glaubt ja an ein Happy End. Tja, auf den nächsten 400 Seiten wird die Lebensgeschichte der Mutter, Helene, aufgeführt. Soll dadurch Verständnis des Lesers für das Handeln der Mutter aufgebracht werden? Hat bei mir nicht geklappt. Ich finde das Handeln der Protagonistin ihrem Sohn gegenüber grauenhaft. Und dadurch, dass das Buch damit beginnt, hatte ich es ständig im Hinterkopf. Ist das Buch deshalb schlecht? Schwer zu sagen. Eigentlich nicht. Schon oft habe ich Bücher gelesen, bei denen ich die Taten der Protagonisten verurteilte. Aber die Story übte dadurch teilweise eine Faszination auf mich aus oder sie bewirkte auf irgendeine Art Verständnis. Aber hier? Ich weiß nicht. Ist Helene ein Opfer der Zeit bzw. der Umstände? Klar, war das nicht leicht und für unsereins nicht nachvollziehbar. Aber das Verhalten als Mutter kann nicht komplett durch die Umstände entschuldigt werden. Da gibt es zum Glück ganz andere Berichte. Ist mir das Buch also zu ehrlich? Gibt es das überhaupt? Darf oder muss es nicht sogar so sein? Vielleicht. Aber dann kann ich ja auch sagen, dass mir die Protagonistin das Buch vermiest hat. Mir fehlte komplett ihre liebevolle Seite. Sie ist zwar für andere da in ihrem Beruf als Krankenschwester, aber nicht für ihren Sohn? Seltsam. Fremd. Mag ich nicht. Allerdings hat das Buch noch andere Sequenzen, die ebenfalls fragwürdig aber unterhaltsam sind. Helenes Mutter ist wirr und krank, man staunt mit offenem Mund beim Lesen. Die Liebe zwischen den Schwestern wirkte auf mich etwas konstruiert, leicht sensationsgierig. Längen hatte das Buch in meinen Augen beim Auffenthalt bei Tante Fanny. Da zog es sich und der geschichtliche Kontext kam mir zu kurz. Leider habe ich auch die Beziehung zu Carl nicht ganz verstanden. Erst will Helene diese nicht so richtig ernst nehmen/machen, aber als er tot ist, kann sie es nicht überwinden. Natürlich ist das Buch insgesamt schon ein Werk, welches gelesen werden sollte. Der Schreibstil ist gut, etwas nüchtern. Und gerade die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist für Frauen hart und nur die mutigsten, tapfersten und tüchtigsten konnten diese überstehen. Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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  • Fast perfekt

    Die Mittagsfrau

    Charlea

    Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem nicht nur die äußere, sondern auch die innere Handlung der Charaktere gleichermaßen im Mittelpunkt steht, noch seltener habe ich ein Buch gelesen, in dem eigentlich die innere Handlung Vorrang vor der äußeren hat und das auf eine unglaublich intensive und vielschichtige Art und Weise. Überhaupt bewundere ich die Autorin um ihre sprachliche Kunst von Beginn bis zum Schluss. Ja, es mag sein, dass dieses Buch gerade wegen ihrer sprachlichen Eigenheiten die Gemüter spaltet - letzten Endes läuft es wahrscheinlich darauf hinaus, dass es Geschmacksache ist. Aber so ist Kunst - sie hat nicht den Anspruch jedem zu gefallen, sie steht für sich. Ich für meinen Teil habe eigentlich nur einen einzigen Punkt, der mir nicht zu 100% gefallen hat und der mich fast dazu bewegt hätte, dem Buch nicht die vollen fünf Sterne, sondern nur 4 zu geben - das Ende.  ACHTUNG SPOILER! Nachdem Helene den Jungen am Bahnhof zurück gelassen hat kommt der Junge zu seinem Onkel und seiner Frau - Menschen, denen soviel liegt an dem Jungen wie seinem Vater, dennoch behalten sie ihn bei sich - vielleicht weil sie schnell erkennen, dass sie einen billigen und fügsamen Knecht bekommen haben, oder weil der Vater sein schlechtes Gewissen mit sporadischen Zahlungen zu besänftigen sucht. Helene verbringt die Jahre scheinbar in arbeitswütigen und selbst betäubenden Zustand als Krankenschwester bzw. Ärztin, da sie das Gefühl gebraucht zu werden am Leben hält. Dennoch besucht sie den Jungen an seinem 17. Geburtstag bei seinem Onkel, allerdings möchte er sie nicht sehen und sie reist wieder ab..... och nein, das Buch ist zu Ende? Das kann doch nicht sein! Es ist aber so...

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    • 2
  • Rezension zu "Die Mittagsfrau" von Julia Franck

    Die Mittagsfrau

    Sturmhoehe

    Eine Geschichte, die Tabus bricht. - die Bildungschancen der Frauen zur damaligen Zeit - gleichgeschlechtliche/geschwisterliche Liebe - Vorehelicher Sex - Weggabe des eigenen Kindes -.... Angenehm anspruchsvoll zu lesen, aber keineswegs so, dass es langweilig wurde. Für mich war es schwierig, mich komplett in Helene einfühlen zu können. Sie blieb immer ein Stück von mir weg. Was vielleicht mitunter auch am Genre bzw. Thema lag, das sonst nicht ganz so meine Welt ist. Die Sexszenen mussten ins Buch teilweise reingepackt werden, um die Geschichte zu erhalten, das ist mir klar. Aber dennoch hätte man sie anders beschreiben bzw. umschreiben zu können. Hier ist Franck aus ihrem Schreibstil meiner Meinung nach irgendwie ausgebrochen. Es war teilweise nicht mehr stimmig. Die Geschichte ist harter Tobak, aber keinesfalls unrealistisch. Das Buch war bedrückend. Zeitweise sogar erdrückend, da die Geschichte dem Leser unglaublich nahe geht, wenn er das Schicksal von Helene verfolgt. Hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht? Ja. Das Buch lässt mich sehr traurig zurück. Es lässt mich zurück in dem Glauben, dass es keine Hoffnung gibt, egal wie sehr man um etwas kämpft. Warum also kämpfen, wenn es keine Hoffnung gibt? Liebe Julia Francke, hättest du doch bitte Helene (und damit auch der Geschichte) ihren Frieden gegeben.

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    • 2
  • Ein stilles Buch, das trotzdem aufwühlt.

    Die Mittagsfrau

    leselea

    1945 – Helene flieht mit ihrem Sohn Peter von Stettin Richtung Berlin. An einem Bahnhof in Vorpommern lässt sie Peter auf einer Bank zurück – und verschwindet für immer in der Menge. So beginnt Die Mittagsfrau von Julia Francke und der Leser bleibt nach dem Prolog mit vielen Fragen zurück: Warum tut Helene das? Wie kann eine Mutter so herzlos sein? Was wird aus Peter werden? Und warum nennt er sie Alice? Julia Francke beantwortet diese Fragen, indem sie Helenes Lebensgeschichte erzählt: Angefangen von ihrer lieblosen Kindheit mit einer verrückten Mitter in Bautzen, dann von dem Umzug mit ihrer Schwester nach Berlin, wo sie die (nicht immer) Goldenen Zwanziger erlebt. Helene hat Träume und findet ihre große Liebe. Doch das Glück ist nicht von Dauer: Die Zeiten werden härter, die Nazis sind auf dem Vormarsch und irgendwann bricht der Krieg aus… Helenes Geschichte ist auch die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Der erste Weltkrieg, der kulturelle Aufschwung in den Städten, die Wirtschaftskriese, die Nazi-Zeit – all das ist aufs engste mit Helenes Alltag verbunden, formen ihn und haben Auswirkung auf Helenes Entscheidungen. Dennoch bleibt das Historische meist nebulös im Hintergrund: Es wird meist in Nebensätzen und Andeutungen erwähnt, ohne jedoch groß diskutiert werden. Generell ist das Buch in einer klaren und nüchternen Sprache geschrieben – für einige Leser vielleicht zu nüchtern: Die Geschichte um Helene entbehrt jeglichen Pathos und meist auch jegliche Emotionen, grausame oder für den Leser verstörende oder unangenehme Szenen werden beinahe beiläufig erzählt, als hätten sie keine Bedeutung. Die Mittagsfrau ist ein stilles Buch, aber auch ein sprachgewaltiges Buch. Julia Franck spielt mit den Worten und der Satzstellung und erschafft dadurch ganz eigene Bilder. Zudem verzichtet sie durchgängig auf Anführungszeichen bei der direkten Rede. So werden aus Gedanken Worte und aus Worten Gedanken, die Grenze ist fließend. Was wurde nur imaginiert? Was verbal realisiert? Die Mittagsfrau ist ein forderndes und aufwühlendes Buch, das das Schicksal einer einzelnen Figur in einem schwierigen Jahrhundert thematisiert. Es ist sicherlich kein Buch für Jedermann und für jede Zeit. Man muss sich darauf einlassen, muss sich durch die beklemmende Atmosphäre kämpfen und seine eigene Hilflosigkeit akzeptieren. Am Ende wird man mit einer Geschichte belohnt, die einen tief berührt und zum Nachdenken anregt.

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    • 3
  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368
  • Überzeugender Roman mit Längen

    Die Mittagsfrau

    fraeuleinbuecherwald

    14. September 2014 um 13:29

    „Die Mittagsfrau“, ein Roman der Schriftstellerin Julia Franck, gewann 2007 den Deutschen Buchpreis und lachte mich schon länger vom Bücherregal meiner Mutter aus an. Als ich dann die letzten zwei Wochen mal wieder bei ihr war, konnte ich nicht widerstehen und habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen. Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem der Junge Peter von seiner Mutter an einem Bahnhof alleine zurückgelassen wird. Der Krieg ist vorbei, die beiden wollen aus Stettin abreisen und in Richtung der nächsten Stadt fahren. Doch beim Umsteigen verschwindet die Mutter plötzlich und Peter ist auf sich allein gestellt. Dann setzt die eigentliche Handlung des Romans ein, in der die Lebensgeschichte von Helene Würsich erzählt wird. Geboren wird sie am Anfang des 20. Jahrhunderts, erlebt eine schreckliche Kindheit in Bautzen und schließlich in den 20er- Jahren eine wunderschöne Jugendzeit in Berlin, erlebt einen schrecklichen Verlust und eine Ehe. Dieser Teil macht bis auf den Prolog und das Ende (in dem es dann wieder um Peters Geschichte geht) das ganze Buch aus. Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie der Prolog zu dieser Geschichte passt, da Peter zu Beginn des Buches erzählt, dass seine Mutter Alice heißt, Helene Würsich also scheinbar nichts mit ihm zu tun hat. Aber dieser Umstand wird am Ende aufgelöst. Insgesamt hatte das Buch für mich positive und negative Komponenten. Die Lebensgeschichte von Helene Würsich ist toll erzählt, mit einfachen Sätzen, die auch vieles offenlassen, deren Lücken aber jeder Leser mit seiner Fantasie gut füllen kann. Julia Franck hat einen äußerst nüchternen Sprachstil, der auf mich zunächst den Eindruck machte, dass Helene kaum etwas fühlt, was wiederum zu dem Problem führte, dass sie mir fremd blieb. Erst als ich die Figur näher kennengelernt habe, konnte ich mich in ihren unausgesprochenen Gedanken und Gefühlen annähern. Trotzdem habe ich die ganze Zeit irgendwie auf „den großen Knall“ gewartet. Helene Würsichs Leben vollführt zwar einige – auch unerwartete – Änderungen, aber für mich schwebte die Frage im Raum, ob die Autorin Helenes Geschichte als individuelle Erfahrung erzählen will oder nicht vielmehr ein Stimmungsbild aus dem Berlin der 20er- Jahre zeichnen oder Peters Geschichte erzählen möchte. Die tiefere Psychologie, die in diesem Buch verankert ist, die kleinen, aber prägenden Ereignisse, die später zum psychologischen Gesamtbild der Helene Würsich wurden, erschlossen sich mir nur nach und nach, weshalb ich das Gefühl hatte, mich in der ersten Hälfte etwas durch das Buch zu quälen. Je weiter ich in der Seitenzahl kam, desto mehr vereinnahmte mich die Geschichte allerdings. Und als Helenes und Peters Geschichten dann zusammenliefen, als man die Zusammenhänge verstand, hat das Buch für mich erst wirklich Fahrt aufgenommen. Vorher hatte ich doch eher das Gefühl, dass sich die Handlung manchmal etwas in Details des gesellschaftlichen Lebens verloren hat, die zur Geschichte wenig beitrugen. Insgesamt auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, allerdings eines, für das man sich angemessen Zeit nehmen muss. Trotzdem bin ich froh, dass ich es relativ zügig bis zum Ende gelesen habe. Große Pausen beim Lesen würden das Verstehen der psychologischen Vorgänge wohl eher verhindern. Sehr tiefgründige Literatur, die ohne sprachlichen Schnickschnack auskommt – sehr angenehm, wie ich finde, aber ein Buch, an das man vielleicht ohne zu große Erwartungen herantreten sollte (im positiven Sinne), da es sie wahrscheinlich sowieso unterwandern wird mit seiner sehr speziellen Thematik und Erzählweise.

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  • Die Mittagsfrau von Julia Franck.

    Die Mittagsfrau

    simone_richter

    Eines meiner Lieblingsbücher - in geniales Buch absolut toll und fesselnd erzählt. In diesem Buch wird die Geschichte von Helene, die vor den ersten Weltkrieg zurück reicht, vom Ende her entrollt. Mit ihrem Sohn Peter geht Helene 1945 wie fast jeden Tag zu einem Bahnhof in Vorpommern, um vor den Russen Richtung Berlin zu fliehen. Am Bahnhof lässt sie Peter einfach auf einer Bank zurück. Eine traurige Konsequenz, weil Helene's unbeschwerte Kindheit in der Lausitz 1918 ebenso abrupt endete. Sie hatte selbst kaum Liebe erfahren hat und deshalb wird ihr auch die kindliche Liebe unerträglich. Von den Männern enttäuscht und von der Familie verlassen, fasste Helene diesen Entschluss, der so grausam ist wie die Schicksalsschläge, die sie selbst erlitten hat. Völlig zu recht hat Julia Franck dafür den Deutschen Buchpreis 2007 erhalten. Ein wundervolles Buch über Frauen, von Tabus der Zeit vom 1. und 2. Weltkrieg und über Bildungschancen. Die Erzählsprache von Julia Franck ist total fesselnd, zärtlich und voller Virtuosität!

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    • 3
  • Die stumme Mutter

    Die Mittagsfrau

    Newspaperjunkie

    12. November 2013 um 21:50

    1945. Helene macht sich mit ihrem siebenjährigen Sohn Peter auf zur Flucht aus Stettin Richtung Bautzen. Doch am Bahnhof angekommen, lässt sie ihn allein und kehrt nicht wieder zurück. Helene Würsch wächst mit ihrer älteren Schwester Martha bei einem kriegsversehrten Vater und einer jüdischen geisteskranken Mutter in Bautzen in bürgerlichen Verhältnissen auf. Ihre Kindheit ist geprägt durch die Ausbrüche der Mutter und der Abwesenheit des Vaters. Die Mädchen sind nahezu auf sich gestellt. Nach dem Tod des Vaters fliehen beide zu ihrer Tante Fanny nach Berlin. Dort erleben sie die Wirtschaftskrise, den Mangel, die Anfänge der Judenverfolgung aber auch die Partys in den Clubs, die große Liebe. Doch Helenes Glück ist nicht von Dauer, es wird jäh zerstört. Jetzt muss sie irgendwie weiterleben und stürzt sich in die Arbeit als Krankenschwester. Sie lernt Wilhelm kennen, geht mit ihm nach Stettin, bekommt ein Kind und verstummt langsam oder sicher durch die Gewalt, die Sprachlosigkeit in der Ehe, die Trauer um ihre große Liebe, die Ausweglosigkeit, den Krieg. Das Buch zeichnet Helenes Lebensweg vom Anfang des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nach. Es zeigt wie zerstörerisch die Zeit war für Menschen, die den Nazis als Untermenschen galten. Wie grausam ein Schicksalsschlag den ganzen Lebensweg eines offenen intelligenten liebenden jungen Menschen verändern kann, der am Ende kaltherzig und stumm ist. Dieses Buch geht ans Herz. Helene Würsich vergisst man so schnell nicht.

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  • Die Mittagsfrau

    Die Mittagsfrau

    KerstinnI

    05. October 2013 um 14:52

    Die junge Helene wächst mit ihrer Schwester Martha bei ihren Eltern in einem kleinen Dorf auf. Ihr Vater zieht in den ersten Weltkrieg, was ihre Mutter in den Wahnsinn treibt. Auch als er schwer verwundet zurückkehrt kann ihre Mutter sich nicht um ihre Kinder kümmern. Schließlich bleibt den Schwestern nur die Flucht nach Berlin zu ihrer Tante Fanny, die ihnen ein besseres Leben und Arbeit bieten kann. Vom Dorf in die Stadt  ändert sich das Leben der Schwestern und Helene lernt den jungen Carl kennen und lieben. Doch auch der zweite Krieg steht nun vor der Tür und die Liebe unter keinem guten Stern.   Im Prolog verlässt Helene ihren Sohn am Bahnhof, das eigentliche Buch beschreibt ihr Leben bis zu diesem Punkt.  Die Sprache des Buches ist sicher gut. Viele Sätze sind wirklich brillant formuliert und absolut lesenswert. Leider hat mir der Inhalt des Buches jedoch nicht zugesagt. Der Klappentext weist eher auf eine Konzentration auf ihre Situation hin, in der sie ihren Sohn allein lässt, in meinen Augen eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg. Vielmehr bekommt der Leser die Biografie einer jungen Frau von Geburt vor dem ersten Weltkrieg bis nach dem zweiten Weltkrieg. Dazwischen wird von Persönlichkeitsstörungen, Inzest, Homosexualität, Vergewaltigung, Liebe, Krieg usw. alles bedient, was dem Leser interessant erscheinen könnte. Dies allerdings in meinen Augen in einem Erzählstil, der zuweilen eher zu einem Mittagsschläfchen einlädt. Es ist keine Detailreiche Erzählung, was ich nicht schlimm finde, aber über weite Strecken plätschert Helenes Leben so vor sich hin, dass ich immer wieder gehofft habe, dass sie nun bald mal zum Bahnhof gehen möchte, um dort ein Kind stehen zu lassen, damit ich endlich mit diesem Buch fertig bin.   Fazit: Ein schöner Sprachstil mit vereinzelt wirklich wundervollen Sprachschätzen. Aber ansonsten würde ich dieses Buch nicht empfehlen.

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  • Rezension zu "Die Mittagsfrau" von Julia Franck

    Die Mittagsfrau

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. February 2013 um 22:58

    Die Geschichte ist in wenigen Worten erzählt: Die Romanheldin Helene Würsisch entwickelt sich aufgrund vieler sehr negativer Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht hat, zu einer kaltherzigen Frau, die ihren Sohn Peter auf der Flucht 1945 auf einem Bahnhof zurücklässt. Es gibt sicherlich Schriftsteller, die können wesentlich besser mit Worten jonglieren als Julia Franck. Dennoch ist die Geschichte, die übrigens die ihres Vaters ist, sehr spannend erzählt. Realistisch. Nüchtern. Distanziert. Kalt. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Die Mittagsfrau" von Julia Franck

    Die Mittagsfrau

    Perle

    01. December 2012 um 08:22

    Einfach super dieses Buch, ich hatte sehr viel Freude es zu lesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Legte ich es am Abend zur Seite, las ich am nächsten Tag sehr sehr gerne weiter. Ich lese gerne Bücher über den Krieg oder der Nachkriegszeit und da diese Geschichte 1945 beginnt, war es genau das Richtige für mich. Ich bin immer wieder überrascht und erstaunt, dass Autoren, die in den 60ern, 70ern oder 80ern geboren wurden, soviel über diese Zeit erzählen können und so gut darüber bescheid wissen. Das Buch begleitete mich 9 ganze Tage und Nächte und es hat sich wirklich gelohnt es zu lesen. Volle 5 Sterne gebe ich dafür gerne! Am 11.07.2012 sah ich im TV eine Sendung über Bestseller und hörte von Julia Franck und ihrer "Mittagsfrau" (von 2007) zum erstenmal und muss sagen, es ist auch ein Bestseller. Kann ich bestätigen und empfehle es mit Sicherheit weiter.

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