Julia Franck Rücken an Rücken

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Inhaltsangabe zu „Rücken an Rücken“ von Julia Franck

JULIA FRANCK: bildmächtig, fesselnd, GEFEIERT Ostberlin, Ende der 50er-Jahre: Auf sich gestellt und ohne Zuwendung wachsen Ella und Thomas bei ihrer Mutter, der sozialistisch entflammten Bildhauerin Käthe auf. Ellas Einsamkeit und Thomas‘ Melancholie nimmt sie nicht wahr. Als 1961 die Mauer errichtet wird und Thomas in die unglückliche Liebe zu Marie flieht, kann niemand die Tragödie aufhalten. Julia Franck liest diese Geschichte über eine Liebe ohne Rückhalt und Illusionen mit tragischem Ausgang selbst, balanciert ihre Sätze sanft aus, mit großem Feingefühl und Gespür für das Schicksal ihrer Figuren. (9 CDs, Laufzeit: 10h 15)

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  • Es kann doch nicht alles schlecht sein

    Rücken an Rücken

    walli007

    16. February 2014 um 18:21

    Die Geschwister Ella und Thomas wachsen in der Nachkriegszeit in Ost-Berlin auf. Sie haben zwei jüngere Zwillingsschwestern, die die Mutter aber ins Heim oder zu Pflegeeltern gegeben hat, weil ihr vier Kinder irgendwie zu viel sind. Arbeiten muss sie schließlich auch. Dafür hat Käthe, die Mutter, ein Zimmer an den Untermieter vergeben, der Beziehungen nicht nur zu Käthe, sondern auch zur Stasi und zu Ella unterhält. Thomas ist Käthes Liebling, soweit diese kühle und ichbezogene Frau einen Liebling haben kann. Für ein Studium vorgesehen, muss Thomas jedoch eine Art Arbeitsdienst in einem Bergwerk ableisten. Von den anderen Jugendlichen dort verlacht, gehänselt und gemobbt, bricht er den Dienst recht schnell ab als sein Körper beginnt sich heftig dagegen zu wehren, indem er eine Gürtelrose entwickelt. Zwei mal Kindheit und Jugendjahre in der DDR. Für mich als Wessi und diesmal etwas jüngeres Semester ein sehr interessantes Thema. Wie ging es wohl hinter dem eisernen Vorhang zu? War das Erwachsenwerden dort signifikant anders oder trotz der etwas anderen Rahmenbedingungen doch ähnlich? Ausgehend von diesen Fragen oder Erwartungen wurde ich doch schwer enttäuscht. Kalte, gefühllose Mutter, Missbrauch, Quälerei, Mobbing, Vernachlässigung, Stasi - was hat die Autorin den handelnden Personen nur alles aufgebürdet. Fast als müssten zwei für ein ganzes Land leiden. Das ist doch zu heftig. Wären nicht die eindringlichen Schilderungen, die die Autorin selbst vorträgt, die präzisen und aufwühlenden Beschreibungen dieses Leids, die Modulation der Stimme, mit der sie die Hörer beeindruckt und ihre Wirkung erzielt, ich hätte die Lektüre des Buches möglicherweise nicht beendet. Wenn man einfach etwas über das Leben in den frühen Jahren der DDR erfahren möchte, ist dieses Buch vielleicht nicht die richtige Wahl. Wenn man sich auf eine Schilderung des Lebens in einer kaputten Familie einlassen kann und will, wird einen das Buch aufwühlen und mitreißen, auch wenn es nun nicht so DDR-spezifisch ist, denn auch dort kann ja nicht alles schlecht gewesen sein.

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  • Rezension zu "Rücken an Rücken" von Julia Franck

    Rücken an Rücken

    WinfriedStanzick

    28. November 2011 um 10:33

    Nachdem Julia Franck in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Roman „Die Mittagsfrau“ sich mit der Geschichte ihres Vaters befasste, wendet sie sich in ihrem neuen Roman „Rücken an Rücken“ wie in einer Art tragischem Märchen der Familie der Mutter zu. Die Handlung des Romans erstreckt sich zwischen den Jahren 1954 und 1962. Es ist die Geschichte der politisch voll auf Parteilinie sich bewegenden Bildhauerin Käthe und ihrer beiden Kinder Ella und Thomas. Käthe, anerkannt und erfolgreich, vernachlässigt ihre beiden Kinder, die „Rücken an Rücken“ sitzen, um sich gegenseitig durch ihr trostloses und einsames Leben zu schützen. Denn die Mutter verweigert konsequent jede Form von Zuneigung, sie dürfen sie nicht Mutter nennen. Sie lässt zu Beginn des Romans ihre beiden gerade mal zehn und elf Jahre alten Kinder zwei Wochen allein zu Hause. Das sind sie gewohnt, und tagelang arbeiten die beiden Kinder ununterbrochen, um vor der Rückkehr der Mutter das Haus und den Garten auf Vordermann zu bringen. Sogar eine von ihnen gekochte Linsensuppe steht auf dem Tisch der blitzblank geputzten Küche, als die Mutter heimkommt. Doch die nimmt von all dem keinerlei Notiz und hängt sofort wieder am Telefon. Aus Wut und Enttäuschung beschließen die Geschwister wegzulaufen, doch selbst eine zweitägige Abwesenheit der Kinder fällt der linientreuen Kommunistin nicht auf. Wenn der von dien ersten Szene schon ziemlich erschütterte und an Angelika Klüssendorfs „Das Mädchen“ sich erinnernde Leser denkt, diese Szene wäre nicht mehr zu steigern, sieht er sich im Fortgang des Roman getäuscht. Immer wieder sitzen die beiden Geschwister „Rücken an Rücken“ und denken sich Geschichten aus über ihren Vater, der starb, als sie noch ganz klein waren. Abwechselnd erzählen die Kapitel aus der Perspektive von Ella und dann wieder von Thomas. Es kommt heraus, dass Käthe selbst mit einer schweren Vergangenheit zu kämpfen hat, die sie überspielt. Sie war als Jüdin 1939 aus der Meisterklasse entlassen worden, und hat auf Sizilien und später in der Schweiz die Shoah überlebt. Doch sie stellt sich dem nicht, überspielt alles „mit ihrer knüppelharten Fröhlichkeit“, vor der sich die Kinder immer mehr in eine eigene Welt zurückziehen. Ella, die von Eduard, dem Mann , den Käthe nach dem Krieg heiratete, missbraucht wird, genauso wie später von einem bei der Stasi beschäftigten Untermieter, geht nicht mehr in die Schule und leidet an Magersucht. Thomas, der ein guter Schüler ist, und nach seinem Abitur in einem Steinbruch schwer arbeiten muss, findet Trost in seinen Gedichten. Irgendwann darf er als Vorbereitung auf sein Medizinstudium im Krankenhaus ein Praktikum machen, und lernt dort die Krankenschwester Marie kennen. Doch es ist ihm genauso wenig Glück beschert wie seiner Schwester. Es ist eine dunkle Familiengeschichte, die Julia Franck da aufblättert und mit der sie literarisch abrechnet. Sie erzählt von der Angst und der existentiellen Verlassenheit ihrer Protagonisten in einem Land, aus dem es spätestens nach dem Mauerbau keinen Ausweg mehr gab, eine Zäsur, die das Leben und Handeln der Romanpersonen auch nachhaltig bestimmt. Ein Roman, der ein weiteres Teilstück darstellt einer literarischen Aufarbeitung des Lebens in der DDR und den man nachdenklich und stellenweise verstört wieder aus der Hand legt, nachdem man ihn fast atemlos gelesen hat. Die hier im Hörverlag vorliegende Einspielung als Hörbuch hat die Autorin selbst vorgenommen. Julia Franck liest diese Geschichte über eine Liebe ohne Rückhalt und Illusionen mit tragischem Ausgang selbst, balanciert ihre Sätze sanft aus, mit großem Feingefühl und Gespür für das Schicksal ihrer Figuren.

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