Julia Freidank Die Gauklerin von Kaltenberg

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Inhaltsangabe zu „Die Gauklerin von Kaltenberg“ von Julia Freidank

Kaltenberg, 1315. Mit einem sinnlichen Lied aus den »Carmina Burana« soll die junge Anna ihren Geliebten, den Burgherrn Ulrich, verhext haben. In letzter Minute rettet sie der Ritter Raoul vor dem Tod. Fortan steht Anna zwischen den beiden Männern, die sich abgrundtief hassen. Der leidenschaftliche Kampf einer Frau um Freiheit und Glück beginnt.

Interessanter hirstorischer Roman mit Regionalbezug, leider ein bisschen "zu modern" in Weltbild und Sprache.

— black-crown

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Zauberberggast

    23. August 2012 um 11:57

    Vor kurzem war ich beim Kaltenberger Ritterturnier, was wieder mal ein besonderes Erlebnis war! Anstatt mir als Souvenir aber den leckeren Met oder ein neues Accessoire für meine Gewandung zu gönnen habe ich natürlich wieder mal ein Buch gekauft: „Die Gauklerin von Kaltenberg“. Da es auch noch ein signiertes Exemplar war habe ich nicht lange überlegt, außerdem hatte ich das Buch ohnehin auf der Wunschliste. Zum Inhalt: Oberbayern um 1315. Die junge Magd Anna lebt im bayerischen Kaltenberg und gleich zu Anfang stellt sich heraus, dass sie ein Verhältnis mit dem Sohn von Hermann von Rohrbach hat, der Herr über Kaltenberg ist. Weil sie Hermann ein Dorn im Auge ist wird sie der Hexerei bezichtigt – eine Anklage, aus der sie sich nur schwer befreien kann. Sie flieht aus ihrem Heimatort und schließt sich einer Truppe von Gauklern an. Ihr Ziel: sie will ihre Unschuld beweisen. Die „Gauklerin von Kaltenberg“ ist ein reichhaltiger historischer Roman, der von der Handlung manchmal allzu sehr an eine Daily Soap erinnert – nur freilich im Mittelalter spielend. Vom historischen Informationswert her hat er genug zu bieten um auch eingefleischte Mittelalterfreaks zu überzeugen: wir erfahren viel über das frühe 14. Jahrhundert in Bayern, seine herrschaftlichen sowie klerikalen Konflikte und über die Lebensart von einfachen Handwerkern, Gauklern, Bauern etc. pp. Bezüglich des „Infotainment“ habe ich also wenig auszusetzen, auch ganz allgemein gesehen ist der Unterhaltungsfaktor des Romans groß. Allerdings fehlt der oft reißerischen Handlung manchmal tatsächlich ein Schuss Anspruch… Das „Soap-hafte“ an dem Roman ist zum einen sein Tempo: bereits wenige Seiten reingelesen und schon ein Massaker mit Toten und Verletzten – ich weiß gar nicht ob ich schon ein Buch gelesen habe in dem so schnell eine derart dramatische Wendung in der Handlung passiert. Auch der Rest des Buches strotzt nur so vor gewalttätigen Szenen. Auch an der Geschichte der Protagonistin, der Kaltenberger Magd und Schmiedstochter Anna und ihrer Dreieckslovestory mit zwei Männern lassen sich einige Züge finden die Rosamunde Pilchers (ich schaue und lese es nur wegen der Landschaft ;)) Plotkonstruktionen (einer der Männer ist böse, einer ist gut, nur welcher ist bloß welcher?!) durchaus das Wasser reichen können. Da wäre zum Bespiel die platte Körperlichkeit, auf die im Buch stets verwiesen wird: Annas „Cotte“ – und die ihrer männlichen Gegenparts – ist gerne klitschnass und sie ist ziemlich sexy, ohne sich natürlich darüber allzu bewusst zu sein und dann ihr feuerrotes Hexenhaar-hach, sinnlich und ja, ein kleines bisschen Klischeehaft! Die beiden um Kaltenberg und Anna konkurrierenden Männer Ulrich von Rohrbach (der Juniorchef von Kaltenberg) und der reichsfreie Ritter Raoul aus dem Alten Land sind beide ziemlich männlich (Annas Tagträume über die erotischen Begegnungen sind nicht gerade selten) und tja, der „Böse“ hat natürlich auch seine Reize, obwohl sie den mit der nicht ganz so sympathischen und Intrigen spinnenden (Soapalarm!) Jutha verheirateten Ulrich doch so von Herzen liebt. Ich muss sagen ich hätte mir einige emanzipiertere Züge bei Anna sehr gewünscht, auch wenn das nicht in die Zeit gepasst und reichlich anachronistisch angemutet hätte. Trotzdem, mein Frauenherz hätte es irgendwie mehr befriedigt wenn sie ab und zu mal nicht ins Verderben gerannt wäre und einmal mehr einem erotischen Tagtraum (nach dem Motto: hach, wenn ich dann erst wieder auf der Burg bei Ulrich, dem knisternden Feuer und dem Bärenfell bin) weniger nachgehangen wäre. Das Ende ist dann auch dementsprechend Hollywoodreif. Fazit: dieser historische Roman ist sehr unterhaltsam, aber dennoch nur eingeschränkt empfehlenswert. Vielleicht sollte sich die Autorin mal überlegen Drehbücher zu schreiben…

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    anyways

    07. June 2012 um 13:27

    Der Krieg zwischen den beiden Vettern Ludwig IV, aus dem Hause Wittelsbach, und Friedrich I ,aus dem Hause Habsburg, um die deutsche Krone, erreicht im Jahr 1315 auch das Dorf Kaltenberg. Dort lebt die junge Anna, Tochter des Dorfschmiedes, die hilflos mit ansehen muss, wie ihr geliebter Bruder von Heinrich von Wolfsberg, Verbündeter der Österreicher, ermordet wird. Sie rennt um ihr Leben und hofft auf der Burg Kaltenberg Einlass zu erhalten, denn der dortige Burgherr Ulrich von Rohrbach ist ihr Geliebter. Doch ihr wird der Weg von einem fremdländisch anmutenden Ritter versperrt. Einem Mann den sie von Stunde an hassen wird, ist er doch im Gefolge der Meuchelmörder, auch die Tatsache dass er dem Burgherren Ulrich dessen Kaltenberg abspenstig machen will, erleichtert das angespannte Verhältnis nicht gerade. Aber er verschont sie trotzdem sie ihn verflucht und lässt sie durch zur Burg. Neben den heimlichen Treffen mit ihrem Liebsten verdingt sie sich als Magd auf der Burg Kaltenberg und lernt hier den Gaukler Falconet kennen. Ein Spaßmacher, der ihr nicht nur die Liebe zur Musik beibringt sondern im Besonderen der Carmina Burana. An einem schicksalhaften Tag präsentiert sie den Burgbewohnern ein wundervolles Lied. Tags darauf wird sie der Hexerei bezichtigt und soll im Fluss ertränkt werden. Denn das Lied das sie sang soll ketzerisch gewesen sein, da Anna kein Latein versteht kann sie auch nicht das Gegenteil beweisen. Doch sie hat Glück und ihr Erzfeind Raoul rettet sie aus den eisigen Fluten. Da sie bei ihm aber um ihr Leben fürchtet, denn ein Fluch kann nur durch den Tod aufgehoben werden, läuft sie weg und trifft durch Zufall auf die Gauklertruppe Falconets. Nun ist sie nicht nur eine gebrandmarkte Hexe sondern durch ihr umherziehen als Gauklerin, Freiwild. Doch sie verfolgt eine Mission, sie muss denjenigen finden der ihr mehr über dieses Lied sagen kann, so dass sie ihre Unschuld beweisen kann und wieder zurück auf die Burg und zu ihrem Liebsten kann. Aus einer Mischung aus fiktiver Geschichte, in der teilweise historisch belegten Persönlichkeiten agieren und dem Geheimnis umwitterten Fund der Carmina Burana kreiert die Autorin ein wundervollen historischen Roman. Hilfreich sind die zu Anfang gestellten Mitwirkenden, trotzdem habe ich zwischendurch immer mal wieder den Faden verloren, da einige mal mit den reellen Namen und dann wiederum mit einem Spitznamen tituliert wurden. Die Darstellung der mittelalterlichen Städte ist so bildhaft, das ich das Gefühl hatte, mit Falconets Gauklertruppe durch die engen und verschmutzten Gassen zu laufen. Detailverliebt sind die Burgen, Klöster und Städte gezeichnet. Anders sieht es wiederum bei den Akteuren aus. Die Spezies Mann kommt, bis vielleicht auf ein, zwei..., Ausnahmen wirklich schlecht weg. Das liegt nicht nur an den versuchten bzw. durchgeführten Gewalttaten, sondern das alle Männer irgendwie gleiche Charaktereigenschaften aufweisen, und das ganz unabhängig von ihrem Stand. Gefallen hat mir ganz besonders die Darstellung der Protagonistin, jung rebellisch und mit den , für diese Epoche, denkbar schlechtesten körperlichen Merkmalen ausgestattet, schickt die Autorin diese auf eine wahrliche Irrfahrt um Recht und Ansehen wiederherzustellen. Genauso detailliert beschreibt die Autorin recht ausführlich auch die kriegerischen Auseinandersetzungen insbesondere den Schwertkampf zwischen den Kriegsparteien. Zum eigentlichen roten Faden, der Carmina Burana, konnte ich mit dem Buch streckenweise keine Verbindung herstellen. Carl Orffs Inszenierung ist mir sehr wohl bekannt trotzdem blieben mir die angedeuteten lateinischen Liedanfängen fremd. Fazit: Ein schöner historischer Liebesroman mit vielen Spannungsbögen, einer tollen Liebesgeschichte, ein wenig Geschichte und der Version wie die Carmina nach Bayern kam.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    simoneg

    19. November 2011 um 21:16

    Kaltenberg, 1315. Mit einem sinnlichen Lied aus den "Carmina Burana" soll die junge Anna ihren Geliebten, den Burgherrn Ulrich, verhext haben. In letzter Minute rettet sie der Ritter Raoul vor dem Tod. Fortan steht Anna zwischen den beiden Männern, die sich abgrundtief hassen. Der leidenschaftliche Kampf einer Frau um Freiheit und Glück beginnt... Für mich war das nichts. Ich hatte einen historischen Roman erwartet und fand eine triviale Liebesgeschichte. Anne ist ein Dummchen, das mich einfach nur total angenervt hat und die historischen Gestalten und Ereignisse nur Randerscheinungen. Allerdings habe ich das nur 150 von 491 Seiten ertragen.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Siiri

    12. August 2011 um 13:02

    Julia Freidank versetzt mit diesem historischen Liebesroman ihre Leser zurück in das mittelalterliche Kaltenberg und beschreibt, wie sich die bis heute geheimnisvolle Entstehungsgeschichte der Carmina Burana zugetragen haben könnte. Die Geschichte spielt auf der durch die populären Ritterfestspiele deutschlandweit bekannten Burg Kaltenberg. Optisch gefällt mir das Buch mit seinem Softcover, seinem atmosphärisch und farblich gelungenen Titelbild samt Prägung und der stabilen Karte vorne und hinten im Buch sehr gut. Auch das Personenverzeichnis vorne im Buch fällt positiv auf. Gleich zu Beginn des Buches lernen wir die junge Schmiedstocher Anna kennen, die einen brutalen Überfall auf ihr Heimatdorf Kaltenberg miterleben muss, woraufhin sie sich verzweifelt in die Burg flüchtet, in die Arme ihres Geliebten, des Burgherrn Ulrich von Rohrbach. Zuvor jedoch begegnet sie dem geheimnisvollen schwarzen Ritter Raoul, den sie für den Überfall verantwortlich macht. In ihrer Wut stößt sie deshalb einen Fluch gegen ihn aus. Von da an dreht sich für sie und alle anderen Charaktere das Rad des Schicksals unaufhaltsam und die Ereignisse überschlagen sich. Das Buch ist in fünf Teile unterteilt, welche wiederum aus kleineren Buchkapiteln bestehen. Den fünf Teilen ist jeweils ein Ausschnitt aus den Carmina Burana vorangestellt, was ich als sehr stimmungsvoll empfand, da es einlädt, sich weitergehend mit dieser faszinierenden mittelalterlichen Liedersammlung zu befassen. Die Geschichte ist aus wechselnden Perspektiven erzählt, zumeist jedoch erleben wir die Handlung aus der Sicht der Protagonistin Anna. Die Atmosphäre des mittelalterlichen Kaltenberg hat die Autorin meiner Meinung nach recht gut eingefangen, wozu sicherlich auch beiträgt, dass die Autorin in Sichtweite der Burg lebt. Der Plot war zwar an vielen Stellen relativ leicht vorhersehbar, allerdings trat auch die eine oder andere Wendung auf, von der ich überrascht wurde. Wie bei jedem historischen Liebesroman dürfen natürlich auch hier ein Hexenprozess gegen die Protagonistin sowie die obligatorische brutale Vergewaltigung nicht fehlen, was natürlich ein wenig klischeehaft daherkommt. Gut gefallen haben mir aber die Textstellen, die sich um die Carmina Burana drehen und die Wirkung, welche die Lieder auf hohe Herrschaften, aber auch das einfache Volk ausüben, beschreiben. Ich mag Bücher, die der Musik einen hohen Stellenwert einräumen. Der Roman ist sehr flüssig zu lesen und die Seiten flogen nur so zwischen meinen Fingern dahin. Schnell saugte es mich in die Handlung, so dass ich es kaum mehr aus der Hand zu legen vermochte. Gespannt verfolgte ich Annas weiten Weg, den sie als rechtlose Gauklerin zurücklegt und auf dem sie stets von dem Wunsch beseelt ist, ihre Unschuld zu beweisen und wieder zum Ort ihrer Kindheit zurückzukehren. Ihre Begleiter auf diesem Weg sind die Gaukler Falconet, Eva und Steffen, die ich allesamt lieb gewonnen habe. Im Zentrum der Geschichte steht jedoch Annas Liebe zu Ulrich und ihr Hass auf den schwarzen Ritter Raoul, der nicht nur ihrem Geliebten, sondern auch ihr selbst nach dem Leben trachtet. Sehr gelungen ist die Entwicklung der beiden männlichen Protagonisten Raoul und Ulrich geschildert, beide machen im Laufe der Handlung eine interessante Veränderung durch. Anna hingegen bleibt leider während des gesamten Buches ärgerlich naiv und ich hätte mir hier gewünscht, dass auch sie sich auf ihrer anstrengenden und oft gefährlichen Wanderschaft weiterentwickelt und ihre Naivität nach und nach ablegt, was nach meinem Dafürhalten hier zu kurz kommt. Dennoch mochte ich Anna und hoffte und bangte mit ihr, dass sich alles zum Guten wendet. Besonders angetan hat es mir jedoch Raoul, der mir lange Zeit ein Rätsel blieb und den ich doch am meisten von allen ins Herz schloss. Schnell merkt der Leser, dass er neben seiner harten und erbarmungslosen Seite auch eine sanfte und gutmütige Ader hat. Doch welche dieser beiden Seiten wird in ihm siegen? Auch der Charakter Ulrich mit seinem enormen Ehrgeiz, den Mächtigen und insbesondere auch seinem machthungrigen Vater Hermann von Rohrbach zu gefallen, der jedoch mit seiner Zuneigung zu Anna widerstreitet, ist recht gut dargestellt. Gut gefallen haben mir die Szenen mit Schwertkämpfen, da man hier deutlich merkt, dass die Autorin selbst Schwertkampf betreibt, so dass diese Stellen äußerst authentisch und anschaulich beschrieben sind. Auch über die politischen Verhältnisse dieser Zeit erfährt man etwas, das Königspaar Ludwig der Baier und Beatrix tauchen im Buch von Zeit zu Zeit auf und mir gefielen die Szenen mit den beiden sehr, denn sie werden sehr sympathisch dargestellt. Allerdings hätten die historischen Informationen ruhig noch etwas reichlicher ausfallen können. Da die Autorin einen historischen Studiengang belegt hat, vermute ich stark (bin mir aber mangels eigener Sachkenntnisse nicht sicher), dass der historische Rahmen des Roman korrekt wiedergegeben ist und eine fundierte Recherche zugrunde liegt. Der Schluss ist zwar zum Teil recht vorhersehbar geraten, dennoch fand ich ihn recht stimmig und er lässt mich mit einem zufriedenen Gefühl zurück. Fazit: Ich empfehle dieses Buch allen Liebhabern von historischen Liebes- bzw. Frauenromanen, denn er bietet kurzweilige Unterhaltung und eine ziemlich schöne, anrührende Liebesgeschichte. Ich nahm das Buch immer wieder gerne in die Hand und genoss es, in diese mittelalterliche Welt abzutauchen. Trotz ein paar Kritikpunkten hat mir das Buch recht gut gefallen und ich bereue nicht, es gelesen zu haben.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. August 2011 um 09:07

    Kaltenberg, 1315. Mit einem sinnlichen Lied aus den »Carmina Burana« soll die junge Anna ihren Geliebten, den Burgherrn Ulrich, verhext haben. In letzter Minute rettet sie der Schwarze Ritter Raoul vor dem Tod. Fortan steht Anna zwischen den beiden Männern, die sich abgrundtief hassen. Der leidenschaftliche Kampf einer Frau um Freiheit und Glück.(Quelle:Amazon). Mit diesem Roman legt Julia Freidank sicherlich kein Sahnestück des historischen Genres vor, dennoch lässt sich dieser Roman im Großen und Ganzen gut und leicht lesen. Zu Beginn der Geschichte wird der Leser ein wenig verwöhnt. Die Personen werden sorgsam und liebevoll beschrieben, der Handlungsort ist recht übersichtlich. Das ist zuweilen bei historischen Romanen nicht immer der Fall. Mit zunehmender Brisanz und Action innerhalb der Handlung werden aber auch die Handlungsorte und der Personenkreis größer und damit leider des Öfteren auch unübersichtlicher. War das Mittelalter nun sowieso nicht eines der übersichtlicheren Zeitalter, aber hier kann auch der fundierte Leser mal den Überblick verlieren. Das akribisch angelegte Personenregister zu Beginn des Buches bzw. die nett skizzierte Karte können da auch nur bedingt weiterhelfen. Frau Freidank geizt nicht mit Spannung , als auch mit erlebnisreichen Darstellungen und Erzählungen. Da sie nicht mit Detailtreue und Ehrlichkeit geizt wird einem gerade bei den Gewaltszenen schmerzlich bewusst. Dies mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein, für mich gehört es in Maßen zum mittelalterlichen Roman dieses Genre dazu. Was sonst noch so klassischer Weise dazugehört wird auch nicht vergessen. Da kann einem als Leser schon mal der Gedanken kommen es handle sich doch um einen 08/15 Roman. Klassischer Fall von Frau, hübsch, blond, wird als Metze verhöhnt und dann als Hexe angeklagt. Die Wasserprobe gehört auch mit dazu und natürlich wird sie gerettet weil sonst wäre das Buch schon nach 100 Seiten zu Ende. Alle was danach kommt macht eigentlich das Wesen dieses Romans aus. Die mutige Darstellung eines Frauenbildes das so gar nicht erwünscht war zu jener Zeit. Der Stolz und der Willen den die Hauptperson auszeichnen , davon lebt das Buch, die Handlung und die Geschichte. Das sich vieles dabei noch um Musik und Gaukler dreht macht es ein wenig interessanter im Vergleich zu der breiten Masse an historischen Romanen auf dem heutigen Markt. Das die darum rankenden Personen bis auf wenige Ausnahmen ins Abseits degradiert werden verschmerzt man als Leser da gerne. Immer fragt man sich wie geht es weiter. Man kann nichts erahnen und hat bis zum Schluss kaum einen Schimmer wie sich alles ergeben wird. Selbst langatmige Passagen wie sie in jedem zweiten historischen Roman zu Tage treten halten sich hier in Grenzen und sorgen für einen locker leichten Lesefluss. Das wiederum macht den Unterhaltungswert eines historischen Romans aus, die Geschichte bleibt interessant nicht das Gemetzel zu jener Zeit. FAZIT: Julia Freidank hat einen grundsoliden locker zu lesenden historischen Roman geschrieben der einen bestens unterhält und keine zu langen Passagen enthält. Für Freunde des historischen Genre durchaus eine Anschaffung wert.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Ani

    08. September 2010 um 16:58

    Kaltenberg, 1315 Anna ist die Tochter des Dorfschmieds. Zu ihrer großen Bestürzung soll sie Kilian, den Gesellen ihres Vaters, heiraten. Niemand ahnt, dass Anna ihr Herz und ihre Unschuld bereits an den Burgherrn Ulrich verloren hat. Nach einem heftigen Streit mit dem Vater läuft Anna davon. Ihr Bruder Martin folgt ihr, um sie zu beruhigen. Doch plötzlich fallen Plünderer in das Dorf ein. Martin versucht verzweifelt seine Schwester zu beschützen und zahlt dafür mit seinem Leben. Anna kann entkommen und versucht zur Burg Kaltenberg zu gelangen, um sich dort in Sicherheit zu bringen. Kurz bevor sie ihr Ziel erreicht, erregt sie die Aufmerksamkeit eines fremden Ritters. Wutentbrannt verflucht sie ihn für die grausamen Plünderungen und den Angriff auf das Dorf und seine Bewohner. Im letzten Moment kann sie sich auf der Burg ihres Liebhabers in Sicherheit bringen. Anna weiß, dass sie nun in großer Gefahr schwebt, denn der Ritter kann sich nur von ihrem Fluch befreien, in dem er sie tötet. Doch auch innerhalb der Burgmauern ist die Sicherheit trügerisch, denn Ulrichs Ehefrau will die Rivalin nicht auf der Burg dulden. Schließlich werden Anna ihre Sangeskünste zum Verhängnis, denn aufgrund eines vorgetragenen Liedes aus der "Carmina Burana", gerät sie in den Verdacht eine Hexe zu sein und wird verhaftet.... Aufmachung Es handelt sich bei diesem historischen Roman um eine Softcover-Ausgabe. Eine Landkarte der bayerischen Teilherzogtümer und Tirol, mit den Grenzen von 1330, erleichtert die Orientierung. Hilfreich ist außerdem das Personenregister, in dem die historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind. Das Buch ist in fünf große Abschnitte gegliedert, die jeweils in einzelne Kapitel unterteilt sind. Meine Meinung Durch Julia Freidanks lebendigen Schreibstil fällt es leicht, in die damalige Zeit einzutauchen und sich die Handlungsorte und die unterschiedlichen Protagonisten vorzustellen. Die Erzählung wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, wobei das Hauptaugenmerk allerdings auf Annas Perspektive liegt. Man bekommt einen Einblick in das karge und anstrengende Leben der einfachen Bauern und dem der Handwerker. Außerdem wird das damalige Leben auf der Burg Kaltenberg anschaulich geschildert. Dabei wird die Situation der Adligen ebenso beschrieben, wie die der Bediensteten. Da Anna sich einer Truppe von Gauklern anschließt, kommt auch das fahrende Volk und sein gefährliches und abenteuerliches Leben nicht zu kurz. Die Hauptprotagonistin Anna ist wunderschön und bei den Herren sehr beliebt. Trotzdem fällt es beim Lesen schwer eine Beziehung zu ihr aufzubauen, denn einige ihrer Handlungen sind nur schwer nachvollziehbar. Anna ist sehr mutig, impulsiv, selbstbewusst und lässt sich von niemandem den Mund verbieten. Ihre Äußerungen und Handlungen wirken zuweilen sogar rebellisch. Für eine Frau ihres Standes ist dieses Verhalten ziemlich untypisch und wirkt dadurch nicht besonders glaubhaft. Im Bezug auf ihren Geliebten Ulrich ist sie allerdings recht naiv. Annas zwiespältige Gefühle für den fremden Ritter, der von ihr mit einem Fluch bedacht wurde, und die langsame Annäherung zwischen den beiden, wirkt dagegen realistischer. In romantischen Liebesdingen unterscheidet sich dieser historische Roman leider nicht von anderen Vertretern des Genres. Die Liebesromanze ist ziemlich vorhersehbar und bedient sich altbewährter Klischees. Auf dem Buchrücken wird dieser Roman als historisches Abenteuer um die "Carmina Burana" angepriesen. Aufgrund eines gesungenen Liedes aus dieser Sammlung wird Anna der Hexerei bezichtigt. Im letzten Moment kann sie jedoch ihr Leben retten und macht sich dann auf die Suche nach dem Ursprung des Liedes, da sie unbedingt ihre Unschuld beweisen möchte. Annas verzweifelte Suche nimmt einen großen Teil der Handlung ein, dennoch bleibt die "Carmina Burana" dabei eher im Hintergrund. Mein Fazit Insgesamt gesehen ist "Die Gauklerin von Kaltenberg" ein schöner historischer Schmöker. Aufgrund des lebendigen Schreibstils kann man in die damalige Zeit eintauchen und dabei Annas abenteuerliche Suche verfolgen. Ich bewerte diesen Roman mit drei von fünf Bewertungssternen. Aufgrund der vielen Zufälle, der teilweise sehr vorhersehbaren Handlung und der Bedienung zahlreicher Klischees fällt mein Urteil leider nicht besser aus. Dennoch lässt sich die Erzählung angenehm und flüssig lesen und ist gut geeignet um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Chrissie007

    05. August 2010 um 18:01

    Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil dieses Romans. Habe oft Sätze zweimal lesen müssen, kann aber nicht sagen, ob es an der Autorin oder an mir lag. Mir hat die Story gut gefallen, hat mich ein wenig an die Wanderhure erinnert. Das Gaukler-Leben von Anna steht wirklich nicht sehr im Vordergrund, obwohl der Titel des Buches so lautet. Als Erstlingswerk finde ich das Buch nicht schlecht, vielleicht klappt es beim nächsten Roman der Autorin ja sogar besser.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    mariposa27

    01. August 2010 um 12:03

    Inhalt: Bayern, 1315, Anna eine einfache Magd liebt den Burgherrn Ulruch von Rohbach und wir schon bald zu seiner Geliebten. Im Kamp um die Königskrone wird Annas Dorf zerstört und ihr Bruder getötet, sie kann jedoch entkommen. Allerdings verflucht sie einen schwarzen Ritter und ist sich der Konsequenz erst später gewusst, denn um diesen Fluch zu brechen, muss der schwarze Ritter sie töten. Anna besitzt eine besondere Gabe und das ist ihre Stimme, die sie erst duch einen Gaukler entdeckt. Doch schon bald wird sie als Hexe verurteilt und in einem Fluss ertränkt. Raoul, der schwarze Ritter kann sie jedoch retten und Anna schließt sich den Gauklern an und versucht ihren Fluch zu brechen. Es beginnt eine lange Reise, durch viele Orte an denen sie Demütigungen erleidet, Trostlosigkeit, Hungernot, Verzweiflung erleidet aber auch letzendlich ihre wahre Liebe findet. Meinung: „Die Gauklering von Kaltenberg“ von Julia Freidank ist ein außerordentliches Buch, es hat mich in seinen Bann gerissen und ich habe jede Seite dieses Buches genossen. Lediglich die vielen Namen und Orte konnte ich zeitweilen nicht zuordnen. Fazit: Für Liebhaber historischer Romane ist dieses Buch ein absolutes Muss!

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Magda

    31. July 2010 um 23:17

    Schon früher hat man Anna ein unruhiges Leben und eine schlimme Zukunft prophezeit. Durch ihr Verhalten hat Anna diesen Gerüchten ständig neue Nahrung gegeben. Zuerst wollte sie nicht den Gesellen ihres Vaters, Kilian, heiraten. Und sie wurde die Geliebte von Ulrich von Rohrbach, dem Burgherrn von Kaltenberg. Es störte sie nicht, dass er verheiratet war. Als ihr Dorf von den österreichischen und schwäbischen Rittern angegriffen und geplündert wurde, verliert sie ihren geliebten Bruder Martin, der ihr das Leben rettet. Verzweifelt und vom Hass auf die Plünderer erfüllt, verflucht sie den Schwarzen Ritter, den sie auf ihrem Fluchtweg zur Burg getroffen hat. Und auch wenn sie zuerst auf der Burg bei ihren geliebten Ulrich in Sicherheit ist - der Fluch hat ihre Zukunft gebrandmarkt. Denn ein Verfluchter kann den Fluch nur dann brechen, wenn er die Hexe, die ihn verflucht hat, tötet. Das ruhige Leben auf der Burg dauert nicht lange; bald erscheint dort der fremde Ritter, der nach Anna gesucht hat. Ein Reiterspiel zwischen Ulrich und dem fremden Ritter Raoul zeigt deutlich, wie verfeindet die beiden Männer sind. Als Anna bei dem darauffolgenden Essen ein sinnesbetörende Lied aus "Carmina Burana" singt, beschimpft Ulrichs Frau, Jutha, sie. In der gleichen Nacht verliert Jutha ihr ungeborenes Kind und Anna wird der Hexerei beschuldigt. Sie wurde einer Wasserprobe unterzogen und nur Raoul kann sie verdanken, dass sie am Leben bleibt. Obwohl Anna jetzt geächtet wird und auf der Straße leben muss, gibt sie nicht auf. Sie will ihre Unschuld beweisen und um ihre Freiheit und Liebe kämpfen. Diese spannende Geschichte versetzt den Leser nach Bayern im Jahre 1315. Farbenprächtig schildert die Autorin das damalige Leben von einfachem Volk (Bauern, Handwerker, Gesinde auf dem Hof) und das Leben des Adels. Der Roman liefert viel historische Details und sehr eindrucksvolle Bilder des täglichen Lebens im Mittelalter. Man erfährt auch viele Einzelheiten über das fahrende Volk. Interessant ist die Geschichte um die Carmina Burana; bedauerlich jedoch, dass die lateinischen Texte nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Das Buch lässt sich, dank des flüssigen Schreibstils, leicht und zügig lesen. Die Protagonistin Anna wirkt sympathisch und man fiebert mit ihr mit, wenn sie immer wieder in Schwierigkeiten geriet. Ihre spannende Geschichte über den Kampf um Liebe und Freiheit ist eine wunderschöne Lektüre für alle Liebhaber der historischen Abenteuer.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Tanzmaus

    18. July 2010 um 13:24

    Der Erstling von Julia Freidank handelt von dem Bauernmädchen Anna und ihrer Liebe zu dem Burgherren Ulrich. Nach einem Überfall auf ihr Heimatdorf, verflucht sie einen der angreifenden Rittern und flieht auf die Burg ihres Liebhabers. Dort allerdings ist sie nicht gerne gesehen. Nicht nur die Frau von Ulrich macht ihr das Leben schwer, auch der Vater von Ulrich schmiedet Pläne gegen sie, so dass sie letzlich der Hexerei angeklagt und einer Wasserprobe unterzogen wird. Mehr tot als lebendig wird sie aus dem Wasser gezogen und von dem Mann gesundgepflegt, den sie eigentlich verflucht hat - Ritter Raoul. Es beginnt ein zwiespältiger Kampf, in dem sie ihre Liebe zu Ulrich, ihren Hass auf Raoul und ihre aufkeimende Liebe zu ihm auf eine harte Probe stellen muss, um überleben zu können. Das Buch ist spannend und nachvollziehbar geschrieben. Gerade die Schwertkampfszenen sind sehr ausführlich und detailiert beschrieben, dass der Leser merkt, dass die Autorin auf diesem Gebiet Erfahrungen gesammelt haben muss.Etwas kurz kam mir die auf dem Klappentext beschriebene Carmina Burana. Sie spielt in dieser Geschichte zwar eine Rolle, aber eher eine nebenherlaufende Nebenrolle. Trotz allem ist das Buch eine empfehlenswerte Lektüre, die sich auch aufgrund der sehr schön gestalteten Aufmachung lohnt. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher von Julia Freidank.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Calaming

    12. July 2010 um 18:54

    Die Geschichte des historischen Romans "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank spielt im Spätmittelalter um 1315 in Bayern. Die Gestaltung des Buches, Softeinband mit geprägten Buchstaben und passendes Cover, ist sehr hübsch und lässt sich beim lesen gut in der Hand halten. Auf der Innenseite ist eine Landkarte mit den einzelnen Ortschaften und Grenzen zu sehen. Es gibt ein Personenregister und mit einem erklärenden Nachwort endet der 485 Seiten umfassende Roman. . Nachdem mir die Leseprobe „Die Gauklerin von Kaltenberg“ so gut gefallen hat, habe ich mir vom Rest des Buches das gleiche versprochen. Die Carmina Burana, das fahrende Volk, der Ort Kaltenberg, überhaupt die Geschichte im 14. Jahrhundert wären interessante Themen für mich. Allerdings hat sich das nicht bestätigt. Die Carmina Burana stand nicht im Vordergrund der Handlung, sie wurde erwähnt, ok, war aber eher eine Nebenerscheinung. Ich hatte das Gefühl, sie wurde nur benutzt um die Geschichte der Hauptprotagonistin Anna am Leben zu erhalten, denn das einfache, der Hexerei angeklagte Mädchen möchte sich mit dem Auffinden der Carmina Burana vom König von der Hexerei freisprechen lassen. Auch das Leben der Anna als Gauklerin wurde in diesem Roman nur blass beschrieben. Annas Auftritte beschränken sich mehr oder weniger auf zufälliges Singen im Rittersaal, was ihr den Ruf und die Verurteilung als Hexe einbringt oder den einen oder anderen doch schüchternen Auftritt auf einer Bühne mitten im Marktgeschehen mit der ihr bekannten Gauklertruppe oder auch ein Singsang ihrerseits in einer Taverne im Kloster Neustift, warum auch immer Ritter Raoul mit Anna dort hingereist ist… Die Geschichte um die Habsburger und die Wittelsbacher war mir zu oberflächlich beschrieben. . In der Mehrheit geht es in diesem Buch eben um eine verschmähte Liebe und um die Rivalität zwei Männer. Die einzelnen Ortschaften und Gegenden, die stattfindenden Kämpfe oder auch die Reisen der Hauptdarsteller werden sehr ausführlich und auch interessant beschrieben. Die Geschichte ließ sich einfach und flott lesen, manchmal vorhersehbar und manchmal auch nach einem typischen historische-Romane-Strickmuster.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Nefertari35

    12. July 2010 um 15:55

    Ich hatte mich sehr auf das Lesen diese Buches gefreut, nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte. Unsere Bücherei hatte es dann auch bald im Angebot, so das ich es mir ausleihen konnte. Meine Erwartung war, das buntschillernde Leben der Gaukler mit all seinen negativen und poitiven Seiten kennenzulernen, mehr über die Carmina Burana zu erfahren und viel über die Geschichte von und um Kaltenberg zu erfahren. Leider waren meine Erwartungen etwas zu hoch gesteckt. Das Buch ist flüssig zu lesen, allerdings oft etwas langatmig. Anna, die als Tochter eines Schmiedes aufwächst, sich aber mit dem Burgherren Ulrich von Kaltenberg einläßt, wird unehrenhaft. Nach einem Angriff der Österreicher auf ihr Dorf, das dem Erdboden gleichgemacht wird und bei dem auch ihr Bruder sein Leben verliert, flieht sie auf die Burg. Dort hält Ulrich eine zeitlang seine schützende Hand über sie, obwohl er verheiratet ist und seine Frau ein Kind erwartet. Nachdem sie aber auf einem Fest ein Lied aus der Carmina Burana singt, wird sie wegen Ketzerei und Hexerei verurteilt und einer Wasserprobe unterzogen. Das Seil reißt aber und Raoull, der dunkle Ritter, der auch bei der Brandschatzung von Annas Dorf dabei war, rettet sie aus den Fluten. Eigentlich ist es sein Recht sie zu töten, da sie einen Fluch über in gesprochen hat, während sie auf Ulrichs Burg floh. Sie flieht auch vor Raoull und lebt fortan das Leben einer Gauklerin. Leider wird das hier nicht so schillernd beschrieben, wie man es hätte schreiben können. Man erfährt eigentlich nur, das sie nun rote Kleider tragen muß und abundan singt und dubiose Salben auf Märkten verkauft. Sie kommt weit herum, verstrickt sich immer wieder in die Machenschaften der Adeligen, auch derer von Ulrich und Raoull. Irgendwann kehrt sie mit der Carmina Burana nach Kaltenberg zurück um ihre Unschuld zu beweisen. Den Schluß überlasse ich dem geneigten Leser. Ich finde, das halt das bunte und farbenprächtige fehlt, das ja auch diese Zeit ausmacht. Das Dunkle hat die Autorin gut beschrieben, den Schmutz, die Krankheiten, den Krieg, die Verletzungen, die Streitereien um Macht und Land, aber dann gab es eben die Gaukler, die immer etwas Licht in diese finsteren Zeiten gebracht haben, auch wenn die Kirche das nicht gerne gesehen hat. Und dieses Licht, das fehlt in diesem Roman.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. July 2010 um 12:03

    Anna ist jung, schön und stark und unsterblich in Ulrich verliebt, dem Herrn der Burg Kaltenberg. Es sind schwierige Zeiten: denn gleich zwei Könige aus dem Haus der Habsburger und dem Haus der Wittelsbacher streiten um den Thron. Und genau in diesen Wirren geschieht es, dass das Dorf, in dem Anna bis jetzt so friedlich gelebt hat, überfallen wird. Dies ist der Augenblick, der Annas Leben durcheinander bringt und sie lernen muss, für sich und ihr Leben einzustehen. Der Klappentext wirbt mit dem Versprechen, dass man ein großes Abenteuer über die legendären Carmina Burana in den Händen hält. Ein Versprechen, das wie in vielen Fällen nicht eingehalten wird. Die Lieder spielen zwar eine Rolle, aber bei Weitem keine so vordergründige. Das Liederbuch dient lediglich als roter Faden, der dafür sorgt, dass vor allem Anna immer wieder in brenzlige Situationen gerät, aus denen sie dann wie durch ein Wunder immer, aber auch wirklich immer, gerettet wird. Desweiteren weißt das Buch hin und wieder offen gelassene Handlungsstränge auf (bestes Beispiel: wie konnte Anna so unverhofft bei der Wasserprobe gerettet werden? - reiner Zufall reicht da nicht!). Als Leser historischer Romane wird man wohl auch vom weiteren Verlauf der Geschiche eher schnell enttäuscht sein: man erfährt fast mehr um den Thronstreit wie über die groß angeworbene Carmina Burana und selbst dabei hat man das Gefühl, dass die Episoden um diesen Streit nur Lückenfüller sind. Ich hatte zu keiner Zeit wirklich das Gefühl, mich im Mittelalter zu befinden. Was man aber auch beachten sollte, ist, dass das Cover das Buch – meiner Meinung nach – fälschlicherweise als historischen Roman deklariert; was man hier jedoch liest, ist kein historischer Roman, eher ein Liebesroman in historischem Gewand. Das dürfte auch erklären, wieso man Anna dabei beobachten kann, wie sie sehr häufig sowohl Raouls als auch Ulrichs Vorzüge anpreist (und sich dabei häufig in Wiederholungen verliert). Trotzdem muss ich gestehen, dass ich das Buch über weitere Strecken immer wieder spannend fand und es auch gerne gelesen habe. Allerdings: es war spannend für den Moment. Bereits jetzt, knappe 4 Wochen nach dem Lesen, weist mein Gedächtnis schon erschreckende Lücken auf. Fazit: "Die Gauklerin von Kaltenberg" war ein nettes Buch für Zwischendurch, es hebt sich allerdings nicht wirklich aus der Menge des Genres ab.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Bellexr

    23. June 2010 um 07:07

    Baiern im Jahr 1315: Eben noch war die junge Anna stinkwütend auf ihren Vater gewesen, da er sie mit seinem Gesellen Kilian verheiraten will, wobei ihr Herz doch dem jungen Burgherrn und Ritter Ulrich von Rohrbach gehört. Da brechen plötzlich mordend, vergewaltigend und plündernd österreichische und schwäbische Ritter über die die kleine Ortschaft Kaltenberg hinweg. Anna kann sich nur mit Müh und Not in letzter Sekunde auf die Burg ihres Liebhabers retten. Doch diese Sicherheit trügt, denn als sie eines Abends ein Lied aus der Carmina Burana singt, verzaubert sie mit ihrer Stimme die Gäste, was ihr den Ruf einer Hexe einbringt. Mit viel Glück und mit Hilfe von Raoul, dem schwarzen Ritter, der die Burg für sich beansprucht, kann sie fliehen. Doch auch vor Raoul kann sie nicht sicher sein, so hat sie diesen doch bei der Plünderung von Kaltenberg verflucht. Er müsste sie töten, um von dem Fluch befreit zu werden. Anna gelingt abermals die Flucht und sie wird von einem Trupp von Gauklern aufgenommen, die quer durch Baiern ziehen. Anna schließt sich ihnen an, immer in der Hoffnung, etwas über den Verfasser der Carmina zu herauszufinden, um so zu beweisen, dass diese Musik kein Teufelswerk ist. Dann wäre sie von der Schuld der Hexerei freigesprochen und könnte nach Kaltenberg und Ulrich zurückkehren. Anschaulich schildert Julia Freidank in ihrem Debüt zum einen die beschwerliche Suche von Anna, zum anderen zeigt sie aber auch sehr deutlich die damaligen Schwierigkeiten der einfachen Leute auf. Die Fehde zwischen Ludwig IV. und Friedrich I. um die deutsche Krone zermürbt die Menschen in Baiern immer mehr. Da Kriege viel Geld kosten, sind die Abgaben der Bauern extrem hoch, sodass sie kaum noch etwas für sich und ihre Familie zum Überleben haben. Harte Winter und verregnete Sommer tun ihr übriges, dass Anfang des 14. Jahrhunderts die Menschen mehr als einmal mit einer großen Hungersnot konfrontiert werden. Bedingt hierdurch und auch durch die Unwissenheit blüht die Angst vor allem Fremden und so geht es dieser Tage schnell, jemanden der Hexerei zu beschuldigen. Zumal eine ehrenhafte Frau bekanntlich im Mittelalter ihrem Mann zu dienen und den Haushalt zu führen hat, ansonsten aber nicht in Erscheinung tritt. Gehört sie jedoch dem fahrenden Volk an, ist sie Freiwild, steht unter niemanden Schutz und kann von jedem Mann geschändet werden. Dies bekommt auch Anna mehr als einmal zu spüren. In diese Welt entführt Julia Freidank ihre Leserschar. Man begleitet Anna auf ihrem beschwerlichen Weg, die Wahrheit über die Carmina Burana herauszufinden, lernt die damaligen politischen und kriegerischen Machenschaften zwischen Ludwig IV. und Friedrich I. kennen und erfährt so einiges über das Leben des fahrenden Volkes. Hier merkt man auch mehr als einmal, dass Julia Freidank über ein fundiertes Wissen der damaligen Zeit verfügt. Ihre Geschichte erzählt die Autorin durchweg unterhaltsam und stellenweise richtig spannend. Ihr Schreibstil ist flüssig, farbenprächtig und gespickt mit Liedtexten des fahrenden Volkes sowie Begriffen der damaligen Zeit und so gelingt es ihr gut, einem ein Bild des mittelalterlichen Baierns zu vermitteln. Anfangs verwirren die vielen Namenserwähnungen etwas, allerdings gibt es eine Auflistung der mitwirkenden Personen, sodass man hier immer mal wieder nachschlagen kann. Ihre Protagonistin Anna ist eine mutige, selbstbewusste und stellenweise auch ziemlich naive junge Frau, die sich auch von Rückschlägen nicht beirren lässt und ihr Ziel nie aus den Augen verliert. Raoul dagegen ist natürlich ein gutaussehender junger Ritter, der nach außen den harten Kerl gibt und innen natürlich ein weiches Herz hat. Dies wirkt stellenweise schon sehr klischeehaft und seicht, aber wenn man hierüber hinweg sieht, wird man von dem Roman gut unterhalten.

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  • Rezension zu "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank

    Die Gauklerin von Kaltenberg

    Kouga

    07. June 2010 um 17:19

    Kaltenberg, 1315. Mit einem sinnlichen Lied aus den »Carmina Burana« soll die junge Anna ihren Geliebten, den Burgherrn Ulrich, verhext haben. In letzter Minute rettet sie der Schwarze Ritter Raoul vor dem Tod. Fortan steht Anna zwischen den beiden Männern, die sich abgrundtief hassen. Der leidenschaftliche Kampf einer Frau um Freiheit und Glück. Mich hat die Handlung von Anfang gefesselt. Man ist mit der ersten Seite sofort im Geschehen und der Spannungsbogen bleibt bis zun Ende konstant hoch. Nur die am Anfang des Buches oft erwähnten Eltern von Anna und deren Ansichten sind am Ende irgendwie abhanden gekommen. Das Ende lädt ein wenig zu einer Fortsetzung ein, man darf also gespannt sein. Vielleicht ist die Gauklerin dann auf der Jagd nach Ihren Eltern?

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