Julia Friedrichs Gestatten: Elite

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Inhaltsangabe zu „Gestatten: Elite“ von Julia Friedrichs

Julia Friedrichs ist fünfundzwanzig, als McKinsey ihr ein lukratives Job-Angebot unterbreitet: Sie soll künftig zur Elite des Landes gehören. Was man sich darunter vorstellt, erlebt sie bei einem Edel-Assessment-Center – und ist geschockt. Doch das Wort ›Elite‹ lässt sie nicht mehr los. Sie schlägt den Job aus und recherchiert ein Jahr lang an Elite-Universitäten, Elite-Akademien, Elite-Internaten. Sie taucht ein in eine Welt, in der ›Minderleister‹ das größte Schimpfwort ist, in der zwanzigjährige Eliteanwärter Talkshow-Auftritte trainieren und Teenager Karriereberatungen buchen ...

Die kapitalistisch bedingten Auswüchse des Bildungssystems und die Illusion der Chancengleichheit! Ziemlich spannend geschriebens Buch!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • The real Business

    Gestatten: Elite

    kassandra1010

    16. March 2017 um 20:10

    Auf den Spuren der Mächtigen von morgen! Alles beginnt ganz harmlos mit einer Strophe der Brit-Popper Pulp und schon steckt man in der Krise. Julia Friedrichs war selbst auf der langen aber schmalen Spur zum Erfolgs-It-Girl und zog noch rechtzeitig die Reißleine.Sie berichtet dem Leser von ihrem Auswahlverfahren bei einem Superunternehmen und kann es nicht fassen, was hier alles auf den Tisch kommt.Für alle Leser, die gerne mal einen realen Einblick in die Welt des Megabusiness haben will und nach dieser Lektüre froh ist, nur ein "Minderleister" zu sein.

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  • Eine Geschichte über Gewinner und Verlierer

    Gestatten: Elite

    MyriamErich

    "Aber deine Eltern sind ja nun auch keine Hartz IV-Empfänger." "Nein, aber fast. Mein Vater ist Arzt." Elitär - so nennt man Leute, die mit pelzbesetzten Mänteln und Dackeln an der Leine durch die Gegend stolzieren, die sich mit den teuersten Federn schmücken, in halb leeren Läden einkaufen, die Nase stets in die Luft gereckt ihres gleichen suchen, mit fünfzehn schon das erste Cabrio in der Garage stehen haben, Estelle-Marie, Leonhardt-Maximilian gerufen werden, die Vornamen sämtlicher Vorfahren wie eine ellenlange Schleppe hinter sich herziehen,... Doch wie ist der Begriff "Elite" konkret zu definieren? Hat er sich verändert oder ist er immer noch gleichbedeutend mit dem Begriff von vor hundert Jahren? Julia Friedrichs hat sich als Studentin auf die Suche nach einer Definition gemacht. Mit viel Witz und Humor, in einer flockig lockeren Sprache, klar verständlich, zugleich aber auch direkt und knapp beschreibt die Autorin das Leben der Elite. Auf die Frage hin, was der Begriff nun genau bedeute, erhält sie im Durchschnitt von Menschen der Elite unterschiedlichen Alters und verschiedener Positionen folgende Antwort: "Es gibt Menschen, die sind ganz oben. Und Menschen, die sind unten - die Verlierer. Pass auf, dass du im Leben zu den Gewinnern gehörst." Verwirrend mag diese Antwort anmuten, verwirrend, arrogant, vielleicht sogar schockierend? Doch was verbirgt sich wirklich unter dem Deckmantel des Begriffs? Ist er nur eine leere Hülle, ein kläglicher Versuch, normale Menschen mit Größenwahn über andere zu erheben? Ihre Reise führte Friedrichs durch ganz Deutschland, sogar in die USA. Sie besuchte Internate, Universitäten, an denen die Kinder reicher Wirtschafts-, Geschäfts- und Businessführer unterrichtet werden. Doch was sie dort erwartet, schockt nicht nur die angehende Journalistin: Jugendliche, die mit fünfzehn Karriereberatungen buchen, Schüler, die trotz schlechtester Noten auf beste Universitäten gehen, nur weil Daddy es sich eben leisten kann, 10.000 Euro im Jahr in die Bildung des Nachwuchses zu investieren. Strikte Einteilungen werden vermittelt, wie eine Doktrin werden sie den Studenten eingetrichtert, sodass sie nachts im Schlaf jederzeit abgerufen werden können. Wer weniger als 70 Stunden die Woche arbeitet, gilt als "Mindestleister", als fauler Sack, der es nicht verdient hat, zu leben, weil er die Fleißigen Reichen um ihren Wohlstand bringt! "Zum Wohle der Allgemeinheit ist es die Aufgabe der Gewinner, die Verlierer anzutreiben, zur Not auch auszusortieren." Noch perverser lässt der Gedanke anmuten, dass diese Einteilung in Gut und Schlecht, Fleißig und Faul, Arm und Reich schon im Kindergartenalter ihren Anfang nimmt. Säuglinge, noch nicht einmal dem Windelalter entwachsen, werden in Erziehungsanstalten deponiert, in denen sie von klein auf die verschiedensten Sprachen erlernen sollen. Bilinguale Erziehung - keine Frage, die ist schon seit Langem in Mode, denn nur wer heutzutage möglichst viele verschiedene Sprachen fließend beherrscht, kann in unserer globalisierten Welt überleben. Doch muss man es gleich so auf die Spitze treiben? Arbeiten bis zum Burn-out, Kinder möglichst früh abschieben, damit die eigene Karriere nicht leidet, zugleich aber neue Karrieren ermöglicht werden können. Wo bleibt da Raum für Familie, Freunde, Freizeit, soziale Kontakte? Die Elite sieht sich dazu berufen, die Welt zu verbessern, Veränderungen vorzunehmen, die allen zugute kommen. Aber wie soll dass gehen, wenn die Ausbildungen immer teurer werden und die Karrierechancen der Kinder vom Willen und Geldbeutel der Eltern abhängen? Unsere Welt kann immer mehr mit dem Slogan "Survival of the fittest" beschrieben werden und die Elite trägt nicht gerade dazu bei, dies zu verhindern. Fazit: Ein durchweg spannendes, unterhaltsames, zugleich aber auch schockierendes Buch. Klare Leseempfehlung vor allem für Menschen, die unsere Gesellschaft besser begreifen wollen. Ein wahres Manifest!

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    • 3

    MyriamErich

    15. May 2016 um 13:35
    Rheinzwitter schreibt Elitäres Denken ohne Mitgefühl und soziales Gewissen provoziert Klassenhass, keine Frage. Wer aber einseitig und ausschließlich nur elitären Abschaum porträtiert, allerdings auch. Ich hoffe, die ...

    Tut sie. Zwar nur am Rande, aber sie beschreibt auch das Leben der unteren und ihre Möglichkeiten, selbst aufzusteigen. Dazu wäre ihr Buch "Deutschland Dritter KLasse" zu empfehlen.

  • elitär

    Gestatten: Elite

    dominona

    27. September 2015 um 20:42

     Als “normaler” Mensch kann man schon Beklemmungen kriegen, wenn man dieses Buch liest und dabei ist die Autorin selbst noch am nettesten. Was ist jetzt genau Elite? Nach einer Antwort wurde vergeblich gesucht – der Begriff ist nicht haltbar und diese wirtschaftlich ausgerichteten Menschen machen mir Angst. Trotzdem war das Buch sehr interessant und persönlich.

  • Nichts Neues im Westen ;)

    Gestatten: Elite

    _Kristin

    04. November 2013 um 16:43

    Wir sollten alle froh sein für Frau Friedrichs. Sie hat sicher den einen oder anderen Euro verdient mit diesem Buch. 
    Viel passiert nicht. Sie schreibt nichts, dass nicht allen Beteiligten, gegenwärtig und aspirierend, sowieso klar ist. Nur hübsch aufgebauscht, rot angesprüht und Otto Normal als zum Leben erwachte Dystopie serviert.

  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Holden

    22. October 2012 um 12:46

    Julia Friedrichs ist eine Nachwuchsjournalistin und hat sich bei McKinsey beworben, um über den firmeneigenen Rekrutierungsprozeß zu schreiben. Anschließend hat sie selbsternannte Eliteschmieden in Deutschland besucht, an denen angeblich die kommende Wirtschaftselite ausgebildet wird, und mit den Studenten gesprochen, um mehr über ihr Leben und ihre Wertmaßstäbe zu erfahren. Außerdem erklärt Friedrichs den Elitebegriff von seiner Herkunft her, und warum der Begriff im Moment so en vogue ist. Eine wichtiges Buch über die neue "Elitisierung" der Gesellschaft.

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    miss_mesmerized

    14. October 2012 um 10:00

    Friedrich ist angehende Journalisten und bewirbt sich mehr aus einer Laune heraus gegen Ende ihres Studiums bei McKinsey. Das Assessment-Centre auf den griechischen Inseln findet sie einerseits ja ganz nett, das Auftreten der angehenden und bereits erfolgreichen Berater ist für sie jedoch befremdlich. Sie lehnt ein hochdotiertes Jobangebot ab und begibt sich auf die Suche nach Deutschlands "Eliten". Die Frage, was "Elite" eigentlich sein soll, wer dazu gehört und wer nicht, versucht sie auf ihrer Reise zu klären. Sie besucht die Brutstätten der zukünftigen Leader: EBS und WHU, daneben natürlich die angesehenen Internate Salem und Neubeuern, das Maximilianeum genauso wie auch die Villa Ritz und sogar nach Harvard führt sie ihre Reise. Viele interessante, bisweilen arrogante Gesprächspartner trifft sie, jedoch sind alle in ihren Ansichten relativ einer Meinung und am Ende bleibt die Erkenntnis: als Elite wird man in Deutschland wohl doch geboren. Das muss aber nicht unbedingt ein Segen sein und eine Garantie glücklich zu werden ist es schon gar nicht. Interessantes Sachbuch, unterhaltsam geschrieben. Erkenntnisgewinn nicht so hoch, da es mehr auf den individuellen Begegnungen und Erfahrungen basiert. Dennoch lesenswert.

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Ferrante

    16. September 2012 um 13:14

    Handwerklich ist dieses Sachbuch, das eine lange Reportage darstellt, tipp topp: durch den flüssigen, aber gehaltvollen Stil liest man das Buch schnell und mit Freude, und die Autorin wechselt auch gut zwischen Darstellung und Kommentar. Es ist kein rosiges Bild der sog. "Elite", das hier gezeichnet wird. Immer konkreter wird zum Ende hin die Kritik der Autorin, dass der Begriff schwammig ist und sich meistens nur durch bessere Ausbildung aufgrund von Reichtum definiert. Standesdünkel, Arroganz und Weltfremdheit begleiten die Begriffsträger oft. Ich habe selbst an einer niederbayerischen Uni studiert, an der sich viele Dozenten und Studenten für eine Elite hielten, und kann die Eindrücke der Autorin nur bestätigen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich denselben Hintergrund wie die Autorin habe, aber mir hat sie aus der Seele gesprochen. Dabei kann man nicht behaupten, dass sie voreingenommen an die Thematik rangeht. Ihre umfassende Recherche spricht für sich, und oft lässt sie auch ihre Schilderungen für sich selbst sprechen. Ein wichtiges und richtiges Buch!

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Babscha

    22. August 2012 um 23:12

    Elite, was ist das eigentlich? Dieser Frage geht die Autorin in ihrem Buch recht akribisch und mit hohem Engagement nach, nur um am Ende ergebnislos zu scheitern. War aber auch klar. Dazu ist der Begriff viel zu unklar besetzt, jeder deutet hier das rein, was ihm in den Kram passt. Und das ist durchaus interessant. Auf ihrem einjährigen Streifzug durch die bekannten deutschen Edelinternate und fest mit der Wirtschaftsmacht verdrahteten Privatunis lautet die platte Erkenntnis: Elite ist im wahrsten Sinne elitär und setzt sich durch Geld, Macht und funktionierende Seilschaften ganz bewusst ab von der „Masse“ und möchte hier bitte auch keinerlei Veränderungen. Und das war´s auch schon. Viel heiße Luft und weitgehende Lippenbekenntnisse des gutsituierten Elitenachwuchses, der, wenn´s ans Eingemachte geht, doch lieber auf die Erfolgsstraße einschwenkt anstelle Verantwortung für die Schwächeren der Gesellschaft zu übernehmen. Punkt. Gut recherchiert, interessant zu lesen, und noch einiges an neuen Erkenntnissen und Eindrücken gewonnen.

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    trd510

    31. December 2011 um 18:09

    2009

  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Susan

    14. April 2011 um 22:57

    Obwohl das Buch im Grunde genommen nicht schlecht ist, wird es auf Dauer doch ein wenig nervig, dass sich Frau Friedrichs einfach nicht mit einer Antwort (und davon bekommt sie gleich mehrere) zufrieden geben will und sich stattdessen immer wieder unbeirrt auf eine neue Suche begibt. Liebe Julia, bloß weil du nicht die Antwort bekommst, die du so sehr herbei sehnst, kannst du doch nicht wirklich die Ansichten Anderer so gnadenlos ignorieren?!

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Chris1985

    14. April 2011 um 11:22

    Als "Sklave" der großen Anwaltskanzleien und Wirtschaftsberatungen musste ich dieses Buch zur Hand nehmen. Ich erwartete eine nette, humorvolle Geschichte mit fundierten Beweisen zur Elitesituation in Deutschland. Leider bekam ich nur eine nette Geschichte. Hier und da kam Julia Friedrichs Humor zwar durch, aber wirklich begeistern konnte mich ihr Buch nicht. Drei Sterne gibt es von mir trotzdem, denn ihre Recherchearbeit hat sie gut gemacht. Ihre Elitereise führte sie von der EBS übers Maximilianeum bis hin zur Brutstätte aller Eliten, Harvard. Offensichtlich hat sich die Autorin viel Mühe gegeben vor Ort mit verschiedenen Ansprechpartnern zu sprechen. Und in einer Sache muss man ihr ja recht geben: die, die sich selbst als Elite bezeichnen, können meist gar nicht beschreiben, was Elite ist und warum gerade sie dazugehören. Also gibt es doch gar keine Elite? Mit dieser offenen Fragestellung endete das Buch. Für mich etwas enttäuschend, aber dennoch nicht zu einseitig geschrieben...

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    sash-man

    09. January 2011 um 09:24

    Interessanter und geistreicher Blick hinter die Kulissen unseres "Machtsystems". Hat mir sehr gut gefallen.

  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Rock-n-Roll

    28. October 2010 um 09:23

    Das Buch bietet einige interessnte Einblicke in die Welt der selbsternannten Elite in Deutschland. Es ist unterhaltsam und lesenswert, aber man sollte nicht den Fehler machen und denken, dass hier etwas unter strikten wissenschaftlichen Richtlinien erforscht wurde. Die Autoren geht der Frage nach: Was ist Elite? und kann am Ende diese Frage doch nicht beantworten. Sie unternimmt viele Reisen in die elitäre Welt, besucht die EBS, das Maximileanueum, Harvard, Salem und einiges mehr, doch das alles scheint eher planlos zu sein, die Begegnungen mit Elitestudenten eher zufällig und teilweise durchsetzt von Klischees über die Reichen. Möchte man grundsätzlich die Ehrfurch vor der sogenannten Elite verlieren, sollte man das Buch lesen, denn wie man feststellen wird, sind praktisch alle, die von sich behaupten Elite zu sein nur aufgrund der reichen Eltern dort, wo sie sind. Leistung wird an staatlichen Unis und Schulen verlangt, nicht aber in Instituten, die das Wort \"Privat\" im Namen haben. Es wird einem Angst und Bange wenn man sich bewusst macht, wer letztendlich das Land steuert, nämlich ehemalige Problemschüler, deren Eltern sie auf ein Internat schicken, damit diese wenigstens irgendwie zum Abi kommen, auch wenn es haarschaft an einer Vier vorbei geht.

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    sarahkolumbus

    21. October 2010 um 23:24

    In den letzten Jahren wurde der Begriff Elite vor allem von der Politik und der Wirtschaft immer mehr propagiert und ist mittlerweile - nach dem Missbrauch durch die Nationalsozialisten- wieder ein etabliertes Wort im Wortschatz jedes Tageszeitungschefredakteurs. Regelmäßig fordern die Vertreter der Wirtschaft oder Parteipolitiker "Wir brauchen wieder Eliten in Deutschland". Doch was genau ist eigentlich damit gemeint? Meint Elite nur die überdurchschnittlich qualifizierten Personen der Gesellschaft? Kann dann jeder Elite sein? Welche Kriterien muss man erfüllen, um dazu zu gehören? An den selbsternannten Elite-Universitäten, - Schulen und - Internaten sucht Julia Friedrichts nach Antworten und spricht dabei mit der zukünftigen Elite, den Schülern, Studenten und Stipendiaten, außerdem mit Soziologen und solchen, die es bereits geschafft haben und bei McKinsey & Co. angestellt sind und trifft hauptsächlich auf die Oberschicht oder obere Mittelschicht, die von sich behauptet in erster Linie gesellschaftliche Verwantwortung für die Gesellschaft übernehmen zu wollen. Will die Gesellschaft das denn überhaupt? Und ist Elite nur den Reichen vorbehalten? Oder kann auch der Sohn eines Hartz-IV-Empfängers es auf ein Eliteinternat schaffen? Entscheidet nicht die Qualifikation über die Aufstiegschancen sondern soziale Herkunft? Die Schulen, Universitäten und Akademien, die von sich behaupten die Elite - die Auswahl der Besten - auszubilden, sind privatorganisierte Schulen. 4.000 Euro pro Semester sind der Standart. Kann sich das ein Hartz-IV- Empfänger für seine Beiden Kinder leisten? Oder gibt es Stipendien? Und wie werden die "Besten" ausgewählt? Sind es die Noten, die Intelligenz oder das Konto der Eltern, die die Kinder für die Elite qualifiziert? Friedrichs lernt sie kennen, die erfolgreichen Unternehmensberater mit 70-Stunden-Woche, die bereit sind mehr zu leisten als Andere, die den Willen haben zu funktionieren und flexibel zu sein - denn der Wettbewerb ist groß. Leistungswille und beständiges Lernen, das zeichnet auch schon eine 19-Jährige Schülerin mit Stipendiat am Maximilianeum aus, die mehr als zehn Stunden am Tag lernt. Die Disziplin und der Fleiß sind bewundernswert. Die Eliten leben in einer Welt, die sich um den perfekten Lebenslauf dreht. Auslandssemester in den USA, Mexiko, Indien und Asien sind jedoch ohne finanzielle Unterstützung durch die Eltern unmöglich. Hat sich unsere Gesellschaft wirklich so sehr in eine Leistungsgesellschaft verändert? Wird die Gesellschaft nur noch in Gewinner und Verlierer unterteilt? Gemessen werden Leistungswille, Einsatzbereitschaft und Effizienz? Sind dabei Gleichheit und Gerechtigkeit in der Gier nach Geld verloren gegangen? Julia Friedrichs stellt die richtigen Fragen. Sie analysiert den Begriff der Elite aus sozialer Sicht, führt Gespräche mit Soziologen wie Michael Hartmann, folgt dabei auch den Definitionen der Masse und Elite eines Gustave Le Bon und kann die rein soziologischen Aspekte sehr gut auf unsere heutige Gesellschaft übertragen, zeichnet dabei allerdings ein trauriges Abbild des immer-kapitalistischer-werdenden Bildungssektors und zeigt außerdem, dass Eliten - vor allem die Wirtschaftseliten- nicht immer das A und O der Gesellschaft sein müssen, wie man am Beispiel Ackermann sehr gut erkennen kann. Auch Julia Friedrichs ist enttäuscht. Die persönlichen Standpunkte, die Friedrichs immer wieder in das Buch mit einfliessen lässt, erleichtert das Lesen der vielen O-Töne, Interviews und Fakten und machen die Autorin durch ihren Sinn für Menschlichkeit und Realität/Normalität unheimlich sympathisch. Einzig und allein der Globalisierungsgedanke des Bildungssektors im freien Markt aus internationaler Sicht fehlt mir ein wenig, aber dann hätte Friedrichs um die ganze Welt reisen müssen, das Buch hätte mit Sicherheit doppeltes Volumen und das wäre dann doch etwas viel verlangt. Alles in Allem allerdings ein tolles, wach-rüttelndes Buch, das den veränderten Bildungsmarkt gut charakterisiert und somit auch vor allem für Abiturienten und/ oder angehende Studenten sehr gut geeignet ist.

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  • Rezension zu "Gestatten: Elite" von Julia Friedrichs

    Gestatten: Elite

    Kleppi

    27. August 2010 um 11:31

    Erschütternd viele Fakten

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