Julia Friedrichs Ideale

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Inhaltsangabe zu „Ideale“ von Julia Friedrichs

Die Diagnose der Sozialforscher ist eindeutig: In Deutschland wächst eine Generation heran, die vor allem pragmatisch ist. Doch wollen wir eine Gesellschaft, in der sich nicht einmal mehr die Jungen gestatten, an Utopien zu glauben und für eine bessere und gerechtere Welt einzutreten? Und wo sind die Vorbilder? Ein Jahr lang machte Julia Friedrichs sich auf die Suche nach Menschen mit Idealen. Sie traf jene, die ihnen treu blieben, und jene, die sie verrieten. Ihre Reise führte sie in die Büros von Gerhard Schröder und Peter Hartz; aber auch zu Nichtprominenten, die jenseits des Rampenlichts an der Verwirklichung ihrer Ideen arbeiten. Eine persönliche Suche nach Antworten auf die Frage, was wirklich zählt im Leben.

Ein schwieriger Einstieg, der sich dann aber zügig verflüchtigt hat. Wieder mal ein tolles, unterhaltsames und kluges Buch.

— MyriamErich
MyriamErich

Hat im Gegensatz zu den Vorgängern enttäuscht, das gemalte Bild ist etwas einseitig. Trotzdem stark formuliert und unterhaltsam zu lesen.

— secretmeeting
secretmeeting

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  • Ideale - So was von 68-er?!

    Ideale
    MyriamErich

    MyriamErich

    27. May 2016 um 07:05

    "Dieses Wort Jugend bedrückt einen irgendwie (...) Es bedeutet ja etwas Neues, Junges, das noch alles vor sich hat. Man will nicht versagen, will es schaffen, es zu etwas bringen. Zu was? Zu Wohnung, Auto, Beruf - ist das schon alles?" Ja, soll das wirklich schon alles sein? Oder darf es außerdem noch was sein? Vielleicht eine kleine Familie mit zwei Kindern oder noch ein zwei Haustiere, die Dame? Und für den Herrn noch eine steile Karriere und viel Geld, damit es der Familie an nichts mangelt? Ja, nicht versagen wollen sie, die neuen Generationen, träumen tun sie immer noch. Doch sollen das die neuen Ideale sein? "Ja früher, früher war alles anders, alles besser", hört man von den Alten. Von Onkel Alfred, der in den 68-ern gegen Vietnamkrieg und für den Umweltschutz demonstrierte. Von Tante Gerda, die mit 12 Jahren schon in der DDR gegen Repressionen des Regimes protestierte. Ja, das waren noch Zeiten, als die Jugend auf die Straßen ging, die Stimme zu erheben gegen sämtliche Ungerechtigkeiten der Welt, sich naiv in dem Glauben wog, die Welt verändern zu können. Weltenveränderer, Weltenverbesserer oder doch einfach nur hoffnungslose kleine Romantiker, die sich einfach nur, angetrieben durch individuelle Veränderungen während der pubertären Phase, gegen jegliche Konventionen auflehnten, aus Spaß rebellierten? Die Journalistin Julia Friedrichs geht dem auf den Grund, macht sich auf die Suche nach dem, was wirklich zählt und porträtiert so ein neues Bild der heutige jungen Generationen, die sich nunmehr im Windschatten ihres Handy verkriechen, wenn es darum geht, unbequemen Wahrheiten die Stirn zu bieten und sich einfach nur noch ein normales Alltagsleben fern jeglicher Störungen ersehnen. Es lässt altmodisch, spießig, langweilig, vielleicht sogar rentnerhaft anmuten, wenn 14-, 15-, 16-jährige von ihren Zukunftsplänen berichten: "Mein Leben sieht momentan ziemlich trübe aus (...) Morgens früh aufstehen, zur Schule gehen, Sport machen, schlafen gehen", erklärt ein Junge.  "Mein Traum ist es, später einmal viel Geld zu verdienen und mit meiner Familie glücklich und gesund in einem großen Haus zu leben." Ja, viel Geld zu haben, davon träumt wohl ein jeder. Aber was macht das mit uns als Menschen? Warum hat sich die Jugend in den letzten Jahren so drastisch verändert? Kann man ihre Träume noch als Ziele bezeichnen? Oder verbirgt sich hinter diesen recht bescheidenen Wünschen einfach nur die Angst, zu versagen? Neben jungen Leuten interviewt die Journalistin auch große Persönlichkeiten, die alle mal als Vorbild galten? Doch was ist aus ihnen und ihren Idealen geworden? Vom Umweltschutz ins Marketing, von der Suche nach Gerechtigkeit zur Unterdrückung,... Man sieht: Auch die Großen haben so ihre Schwierigkeiten damit, für die wahren, wichtigen Ziele einzustehen. Und somit hat es auch die Jugend schwerer, muss sich ihre Idole und Ideale selbst aufbauen, doch erscheint dies als unüberwindbare Schwierigkeit, weshalb sich eine neue Gesellschaft, eine neue junge Generation herausbildet. Eine Generation des Müßigganges, eine Generation, die sich auf die Bequemlichkeit beruft und verlässt. "Manchmal bekomme ich Angst vor der Zukunft. Die Menschen werden sich nur noch für Dinge wie Computer, Autos und so weiter interessieren, nicht etwa für die Probleme und Sorgen ihrer Mitmenschen, und egoistisch werden und Einzelgänger. Und schließlich langweilen sich Menschen dann. Sie haben einfach zu viel. Niemand wird richtig glücklich sein." Aber ist das unbedingt verwunderlich? Schon allein die Politik ist Beispiel genug: Wahlplakate, die eine zunehmende Politikverdrossenheit hervorrufen, Politiker, die selbst nur auf Profit, Macht und Ansehen aus sind. Kein Wunder, dass diese "Ideale" auch für die jungen Generationen attraktiv klingen. Fazit: Ein durchweg kluges Buch mit vielen Denkanstößen. Empfehlenswert!!!

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  • Rezension zu "Ideale" von Julia Friedrichs

    Ideale
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    25. February 2012 um 08:30

    Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch von Julia Friedrichs und keine dieser Erwartungen wurde erfüllt, abgesehen, von einer, die ich eigentlich eher im negativen Sinn hatte. Ich hatte mit etwas trockenem und schwierig zu lesendem Stoff gerechnet und dies ist das Buch nun wirklich nicht. Es ist angenehm geschrieben, der Stil leicht verständlich und man hat die wenigen Seiten rasch hinter sich gebracht. Leider führt das aber auch dazu, daß man die Autorin irgendwie nicht ganz ernst nimmt. Sie wirkt naiv und kindlich, ihre Sprache ist immer noch die einer Jugendlichen, was ja nicht gänzlich schlecht, hier aber leider wenig stimmig ist. Das auf dem Umschlag aufgebrachte trotzige Bild der Autorin führte dazu, daß ich mir leicht schmunzelnd vorstellte, wie sie in den Gesprächen, immer dann, wenn sie nicht die Antworten bekam, die sie haben wollte trotzig mit dem Fuß aufstampfte. Keine gute Voraussetzung, um als Journalistin und Autorin ernst genommen zu werden. Grundsätzlich hat mir das Buch einige nachdenkenswerte Überlegungen geliefert, hat meine Gedanken in eine neue Richtung gelenkt, hat mich aber auch immer wieder über Naivität und Trotzreaktionen der Autorin schmunzeln lassen. Die Gespräche mit den Menschen, die für sie ihre Ideale verraten haben waren für mich durchweg zu stark von den Ansichten der Autorin gefärbt, sei es offensichtliche Verehrung für Schröder oder Wut auf all diejenigen, die ihr nicht antworten wollten, was sie zu hören erwartete. Es wirkt einfach wenig seriös, leider. Ihre Schreibweise, die ich einerseits als angenehm locker empfunden habe, konnte mich andererseits auf die Palme treiben, wenn sie zum Xten mal über Alice Schwarzer herzieht (die ich zugegeben auch nicht sehr schätze) nur weil diese nicht auf ihre Interviewanfragen reagiert. Oder wenn sie sich mal wieder bemüßigt sieht zu zeigen, daß sie so schrecklich modern und anders lebt, mit ihrem Freund und ihrem Sohn und daß sie als fürsorgliche Mutter sich natürlich all diese Gedanken um Ideale nur deshalb macht, weil ihr Kind heranwächst und sie diesem Kind später etwas weitergeben will. Nervig, wirklich, das habe ich auch nach der ersten Erwähnung begriffen, das muß nicht alle 10-12 Seiten erneut erwähnt werden. Fazit: Ein interessanter Ansatz, ein netter Schreibstil, aber letztlich kein Buch, daß ich als irgendwie wichtig oder bewegend empfinden würde, was vielleicht aber auch daran liegt, daß meine Erfahrungen mit jungen Menschen gänzlich anderer Art sind. Sie mögen nicht mehr ihre Ideale durch Demonstrationen vertreten, aber sie haben durchaus andere Ideale als Mann, Kind, Reihenhaus und Hund, so wie die Autorin es darstellen will. Sehr schade ist, daß mir das Buch aufgrund dieser naiv-trotzigen Schreibe die Lust auf "Gestatten: Elite" verdorben hat.

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  • Rezension zu "Ideale" von Julia Friedrichs

    Ideale
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    17. January 2012 um 11:12

    Die Idee des vorliegenden Buches ist sofort ansprechend. Da macht sich eine junge Frau und Mutter, von Beruf Journalistin, auf die „Suche, nach dem, was zählt.“ Eine Fragestellung, die man auf den ersten Blick dieser Generation, Julia Friedrichs ist 1979 geboren, so gar nicht zutrauen würde, sondern eher älteren Werteverfechtern. Doch sie ist von ihren Jugendidolen schwer enttäuscht worden: „Ich glaubte mal an Joschka Fischer, Alice Schwarzer und Jan Ullrich. An den aufrechten Grünen, die kämpferische Feministin und den ehrlichen Sportler. Dann kamen der Beratervertrag, die BILD-Zeitung und die Blutwäsche. Und ich fragte mich, ob es besser wäre, an nichts mehr zu glauben. Aber geht das: ein Leben ohne Ideale?“ Und mit dieser absolut ernst gemeinten Frage beginnt sie durch Deutschland zu reisen und mit Menschen zu sprechen. Berühmte sind darunter, wie etwa der Ex-Kanzler Schröder, der Schriftsteller Ingo Schulze oder der vielfach verkannte Peter Hartz. Aber auch zahllose unbekannte Menschen, die sie unterwegs an den unterschiedlichsten Orten trifft und mit denen sie spricht. Immer wieder reflektiert Julia Friedrichs auch zusammen mit ihnen die Frage, wie und ob es möglich ist, seine Ideale im Alltag auch zu leben und sich an ihnen zu orientieren. Wann geht das, und wann scheitert es an den Umständen? Die Sprache ist eher flapsig und hat mich nicht berührt. Das liegt wohl daran, dass Julia Friedrichs Buch eher an Menschen ihrer eigenen Generation richtet, und entsprechend auch deren Codes und Redewendungen benutzt. Das ändert aber nichts an der positiven Tatsache, dass es ihr gelungen ist, eine Weisheit, die Menschen manchmal in einer viel späteren Lebensphase erst verinnerlichen, Zeitgenossen um die 30 anzubieten: „Irgendwann muss jeder entscheiden, wofür er steht.“

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  • Rezension zu "Ideale" von Julia Friedrichs

    Ideale
    Alienor

    Alienor

    04. November 2011 um 11:48

    Ideale-hat die heute eigentlich noch jemand? Wieso ist es so schwer, heutzutage eine Überzeugung zu vertreten, die nicht für jeden angenehm ist? Sind wir eine Generation von achselzuckenden Pragmatikern geworden, die jene belächelt, die noch an etwas glauben? Und wie schafft man es, Ideale angemessen zu leben-schafft das überhaupt noch jemand? Wie kann man an seinen persönlichen Idealen festhalten und die Welt ein kleines Stückchen in seinem Sinne gestalten? Fragen über Fragen, die Julia Friedrichs in ihrem Buch zu klären versucht. Ihr Sohn scheint dabei der Stein des Anstoßes: Was soll sie ihm erzählen, wenn er eines Tages fragt, warum sie sich nicht genügend für diese Welt eingesetzt hat? Sie legt los und sucht nach Antworten. Dabei liest sie nicht nur zahlreiche Bücher, sondern findet Erkenntnisse auf Reisen rund um den Globus, in die Steueroase der Kaimaninseln, zu zahlreichen wichtigen Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und Gesellschaft (Gerhard Schröder, Günter Grass, Peter Hartz), aber auch zu normalen Helden des Alltags (Kindergärtner, Ärzte). Sie spricht sowohl mit Menschen, die ihre Ideale verraten oder ständig gewechselt haben, als auch mit jenen, die ihre Überzeugungen nahezu fanatisch vertreten und damit wiederum die Schwelle zum Missionarismus überschreiten (z. B. Hanna Poddig). Tatsächlich ist es schwierig, einen gesunden MIttelweg zu finden, der sich mit einem halbwegs normalen Alltag verbinden lässt. Am Ende kommt Julia Friedrichs aber zu der tröstlichen Erkenntnis, dass es sich doch lohnen kann, den inneren Schweinehund zu überwinden und auf kleine Dinge zu achten. Dennoch bleibt das Buch ein insgesamt ernüchterndes Porträt einer Gesellschaft, die so mit sich selbst beschäftigt ist, dass sie kaum noch Raum findet, das Leben nachhaltiger zu gestalten. Es bietet jedoch auch Denkanstöße für die Wiederentdeckung der eigenen Ideale. Da die Autorin sehr persönlich schreibt und ich mich in ihren Sorgen und Gedankengängen wiederfinden konnte, wirkte das Werk an keiner Stelle langweilig oder sachlich distanziert, sondern hat mich direkt angesprochen und berührt.

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