Julia Friedrichs Wir Erben

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Inhaltsangabe zu „Wir Erben“ von Julia Friedrichs

Drei Billionen Euro werden in den nächsten zehn Jahren ihren Besitzer wechseln. Die Nachkriegsgeneration, in der alten Bundesrepublik zu Wohlstand gelangt, wird ihr Vermögen nun weitergeben. Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn vor allem der ein sorgenfreies Leben führt, der in die richtige Familie hineingeboren wird, und nicht der, der Engagement und Ideen einsetzt? Und warum gibt es kaum Debatten um diese Ungleichheit? Auf der Suche nach Antworten gelingt Julia Friedrichs ein ebenso lebendiges wie vielschichtiges Porträt der Menschen, die Deutschland künftig prägen werden.

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    Wir Erben

    Queenelyza

    26. February 2017 um 10:41

    Das nächste Jahrzehnt gilt als die Dekade der Erben. Denn all diejenigen, die in der Nachkriegsgeneration zu Wohlstand gekommen sind, kommen so langsam in die Jahre und müssen ihr Vermögen "umverteilen", sprich weitergeben. Kinder und Enkel erben - und damit aber nicht nur Geld, sondern unter Umständen auch Verpflichtungen, Unternehmen und Lebenspläne. Was das mit den Menschen machen kann, beschreibt Julia Friedrichs in ihrem spannenden Sachbuch "Wir Erben". Mehrere Jahre hat die Autorin versucht, Erben und Erbende zu Interviews zu bewegen und musste dabei feststellen: über Geld spricht man nicht. Je mehr man hat, um so mehr bleibt man unter sich. Warum eigentlich - um den Neid der anderen zu vermeiden? Die Interviews, die sich dann doch ergaben, zeigen ein faszinierendes Panorama: vom Sohn, der sich vom reichhaltigen Erbe eine schöne Wohnung für die Familie kauft, aber ständig die neidischen Blicke seiner Freunde ertragen muss. Von der Enkelin, die in einen Erbstreit sondersgleichen gerät und doch eigentlich "nur" ihren ihr zustehenden Anteil will. Und von Patriarchen, die nicht zulassen, dass ihr Nachwuchs auch nur einen anderen Lebensweg in Betracht zieht. Selbstverständlich wird die Firma übernommen. "Wollten sie dies nicht, hätten meine Frau und ich als Vorbild versagt.", wird ein mittelständischer Unternehmer zitiert. Neben den Gesprächen mit unmittelbar Betroffenen gibt es viele Informationen über steuerliche Belange und Ämter wie Betreuer und Nachlassverwalter, sodass auch ein gutes Basiswissen zum Thema vermittelt wird. Dabei baut die Autorin das Buch sehr geschickt auf: schildert sie zu Beginn die Fälle, bei denen man einen leisen Anflug von Neid nicht verhehlen kann - wer hätte nicht gerne sein Leben so abgesichert, dass auch eine falsche Entscheidung keine weitreichenderen Konsequenzen hat - so kommen nach und nach die Schattenseiten von festgelegten, fast feudal altmodisch anmutenden Lebensvorstellungen und riesigen Geldsummen zum Vorschein. Die verschiedenen Problematiken werden sehr gut herausgearbeitet, und zum Schluss ist man als Leser dann fast froh, dass dieser Kelch an einem vorübergeht. Dass man sein eigenes Leben leben kann, auch wenn man manchmal auf den Kontostand achten muss. Dass man etwas, für das man spart, viel mehr wertschätzen kann. Ein sehr informatives und vielseitiges Buch zu einem Tabuthema, das mir zuvor gar nicht bewusst war. Die Interviews lesen sich lebendig und spannend, auch das Basiswissen wird in einer verständlichen Sprache vermittelt, was bei solchen Themen sicher nicht immer einfach ist. Ein wichtiges Gesellschaftsthema, ansprechend verpackt - so muss ein Sachbuch für mich sein!

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  • Bäume raus, Bücher rein – LovelyBooks räumt das Bücherregal

    Die letzten Tage von Rabbit Hayes

    LaLeser

    Wir räumen unser Bücherregal! Habt ihr schon den Weihnachtsbaum vor die Tür gestellt, die Geschenke verstaut und wieder Platz geschaffen, den ihr am liebsten mit neuen Büchern füllen möchtet? Unser Büro hat jedenfalls einen Neujahrs-Putz dringend nötig! Die Bücherregale sind vor tollem Lesestoff am Überquillen und es wäre doch schade, wenn all die schönen Bücher nicht gelesen werden! Deshalb haben wir unsere Bücherregale ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die sich dort verborgen haben, glücklich machen!So funktioniert es:Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, teilt uns diese Titel sowie das entsprechende Genre in eurem Bewerbungsbeitrag mit. Ihr könnt euch selbstverständlich auch für mehrere Bücher aus mehreren Genres bewerben!Bewerbt euch bis zum 11.01.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und nennt uns das Buch/die Bücher (mit entsprechendem Genre), welches/welche ihr gerne lesen und zu dem/zu denen ihr gerne eine Rezension verfassen möchtet! Am Donnerstag, dem 12. Januar, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier im Unterthemen "Und die Gewinner sind..." mit. Solltet ihr gewonnen haben, verpflichtet ihr euch, bis zum 1. März 2017 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion!Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Außerdem verschicken wir in dieser Aktion die Bücher nur innerhalb von Deutschland. Wenn ihr nicht in Deutschland wohnt – nicht traurig sein! Die nächste tolle Aktion, bei der ihr mitmachen könnt, kommt schon bald! Bitte habt Verständnis hierfür und bewerbt euch nicht für diese Aktion.Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"!Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und unseren Büchern eine neue Heimat gebt! Ganz viel Spaß beim Stöbern! 

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  • interessant und einfühlsam

    Wir Erben

    dominona

    09. October 2015 um 18:55

    Die Autorin greift sich gerne Themen, über die andere ungern reden. Ihr Fazit lässt nichts Gutes hoffen und die einzelnen Schicksale sind vielschichtig. Man tendiert ja doch gerne dazu vorschnell zu behaupten, dass der Umgang mit einem Erbe ein Luxusproblem sei. Alles hat zwei Seiten und das zeigt sich hier ganz deutlich.

  • Fundierte und empathische Darlegung

    Wir Erben

    michael_lehmann-pape

    18. June 2015 um 12:09

    Fundierte und empathische Darlegung Sicher ist es, und Julia Friedrichs lässt dies auch immer wieder in ihrem flüssig verfassten Bericht zur Lage der Erbengeneration mit einfließen, ein Problem sozialer Gerechtigkeit, wenn durch Jahrzehnte der friedlichen Entwicklung hindurch nun aktuell und in den nächsten Jahren die Erbsumme von geschätzten 250 Milliarden Euro zur „Verteilung“ ansteht. Eine nicht „gleiche“ Verteilung natürlich, sondern eine höchst unterschiedliche Weitergabe von Vermögenswerten an jene, die durch die biologische Lotterie in einen der „Haushalte mit Geld“ hineingeboren wurden. Weniger aber die soziale Frage ist es, die Friedrichs in den Vordergrund stellt, sondern die Menschen und „was das Geld mit diesen macht“ bildet den roten Faden durch die Portraits konkreter Erben. Dabei reicht die Palette von jenen, die ihr Erbe noch nicht angetastet haben und dadurch eher verunsichert sind bis hin zu Persönlichkeiten, die Erben als natürlichen Lebensvorgang ansehen, sich echauffieren über überhaupt eine Besteuerung von „schon versteuertem, erworbenen Vermögen“ und ansonsten ihre Kinder direkt zu Erben erziehen. „Der Saat hält sich im Erbfall vornehm zurück“, das ist das eine. Und die andere Seite ist, dass, wie Friederichs eindrücklich beschreibt, das Erben eben einen spürbaren Riss durch gerade ihre Generation zieht. Durch den Freundes- und Bekanntenkreis, bei dem die einen (aufgrund eines Erbes) sich die Wohnungen an den bevorzugten Orten auch zu hohem Preis leisten können und andere dann doch an die Ränder der Städte „geschoben“ werden. Da der Aufbau eines Vermögens durch reine Erwerbstätigkeit in der Gegenwart deutlich weniger breit gelingen kann wie noch in den Vorgängergenerationen, ist es eben die Finanzkraft der Elterngeneration, die den einen zumindest ein mittelbürgerliches Leben mit Wohneigentum in bevorzugter Lage ermöglicht und anderen wiederum die Macht über Millionen von Euro (und Betrieben und Menschen) „in den Schoß fallen lässt). Jenen 90 Familien etwa, denen ein Großteil der deutschen Produktions- und Industriekraft gehört. Ein neuer „finanzieller Feudalismus“, den Friedrichs nicht polemisch angeht, sondern durch ihre intensive Beschreibung des ganz reale Lebens „hinter den Erben“ und dessen Folgen verständlich vor dem Leser ausbreitet. Seien es Bekannte der Autorin in ihrer neuen Eigentumswohnung (und den Folgen des Neids und der eigenen Unsicherheit durch die „materielle Trennung“ vom Freundeskreis, seien es die Rockefellers oder die Mohns oder die Quandts, sei es Wolfgang Grupp mit seiner Trigema (selber geerbt) und seiner Lebenshaltung auch seinen Kindern gegenüber (selbstverständlich ist die Übernahme seiner Firma durch seine Kinder), der „König von Burladingen“ dessen Reich natürlich Prinz und Prinzessin erben werden. Es ist Friedrichs Verdienst, dass nicht nur der ökonomische Riss in ihrem Buch konkret benannt wird, sondern die dahinter stehenden Personen fühlbar und fassbar werden, das klar wird, dass jenes Erben bedeutsame Folgen hat. Im individuellen Leben (und da nicht nur positive Folgen), vor allem aber im sozialen Leben. Und hier nicht nur im „Großen“ der Gesellschaft sondern vielfach im „kleinen Umfeld“ der Freunde, Nachbarn und der Bekannten. Wobei die strukturellen Probleme eindeutig „im Großen“ liegen, wie das letzte Kapitel überzeugend aufzeigt. Und durchaus breit auch in ihrer „feudalistischen Stoßrichtung“ bekannt sind, wie man dort teils fassungslos zu lesen bekommt Eine sehr empfehlenswerte, auch wichtige Lektüre, die das Thema dem Leser sehr differenziert und lebensnah vor Augen führt.

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  • Macht Geld glücklich? Bringt der Tod des einen das Glück des anderen?

    Wir Erben

    Floh

    07. June 2015 um 04:53

    „Wir erben - Was Geld mit Menschen macht“ behandelt eine sehr wichtige und leider oft tabuisierte Thematik unserer Gesellschaft. Journalistin und Autorin Julia Friedrichs geht dem Thema auf den Punkt und blickt in die Vergagenheit, Gegenwart und Zukunft. Erschreckend, fundiert und wachrüttelnd. Erschienen im Berlin Verlag (http://www.berlinverlag.de/). Inhalt / Beschreibung: "Drei Billionen Euro werden in den nächsten zehn Jahren ihren Besitzer wechseln. Die Nachkriegsgeneration, in der alten Bundesrepublik zu Wohlstand gelangt, wird ihr Vermögen nun weitergeben. Julia Friedrichs hat sie getroffen: Erben und Erblasser. Was diese gewaltige Erbwelle für unsere Gesellschaft bedeutet, schildert sie anhand zahlreicher Begegnungen. Sie leben mitten unter uns und doch im Verborgenen. Wir kennen sie, und doch wissen wir nichts von ihnen. Julia Friedrichs begibt sich in eine nahezu unsichtbare Parallelgesellschaft und erzählt die Geschichten von Menschen, deren Leben durch ein Erbe bestimmt wird. Wie lebt man, wenn man schon durch den Namen als Spross einer Dynastie zu erkennen ist – als Neckermann, Mohn oder Grupp? Was bewegt einen Patriarchen, seine Kinder zu enterben, und wie entsteht die Versuchung, für ein Erbe zu töten? Die Autorin zeichnet ein sensibles Psychogramm Deutschlands. Sie entdeckt ein Land, das wie kaum ein anderes Erbe begünstigt und Arbeit belastet. Warum gibt es kaum Debatten um diese Ungleichheit? Und was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn vor allem der ein sorgenfreies Leben führt, der in die richtige Familie hineingeboren wird, und nicht der, der Engagement und Ideen einsetzt? Auf der Suche nach Antworten gelingt der Autorin ein ebenso lebendiges wie vielschichtiges Porträt der Menschen, die Deutschland künftig prägen werden." Themenschwerpunkte / Beschreibung: Dieser Ratgeber / dieses Sachbuch führt viele Themenschwerpunkte an. Fundiertes Wissen und unermüdliche Recherche und Befragungen:  * das Sterben als Fundament fürs Erbe * frühzeitige Maßnahmen * Denkweisen und Ansichten der Betroffenen, Erbberechtigten, Kinder, Enkel und Anverwandte * Recht und Gesetz * Staat und Moral * Testament und Gültigkeit * Leben vor und nach dem Erbe * einzelne Fallbeispiele und die Benennung der häufigsten Herausforderungen und Konflikte * erste Lösungen * Lösungsansätze für Betroffene *neueste Absätze und Themen * besondere Verhaltensweisen der Erben und der Gesellschaft * Konflikte und Psychogramme * Forschung und Wissenschaft * Zitate und Interviews * Der Wandel der Zeit Erben, Vererben und Enterben... Ein Thema mit Folgen für ganze Familien und Verbände. Wo lauern Fallen und wie hütet man sich davor? Was besagt das Gesetz? Welche Gewichtung hat der Wunsch des Nachlassgebers? Meinung: Dieses Buch zeigt uns Einblicke in die Arbeit und Empfehlungen der bekannten Autorin und Journalistin Julia Friedrichs. Die Autorin J. Friedrichs zeigt in diesem Ratgeber Referenzen aus mehreren Fachrichtungen und gibt hier ihr Wissen und ihre Kenntnis und ihre Mission an die Leser und Interessierten weiter. Sie thematisiert, schildert und offenbart neueste Forschungserkenntnisse, Erfahrungen und bietet anhand von Fallbeispielen Lösungen und Anreize aus den typischen Erbschaftsfallen. Das geschieht jedoch ohne mahnenden Fingerzeig oder Verteufelung, nein, Friedrichs versteht die Konflike und auch die Sorgen, die mit dem Tod, dem Erbe und der Verantwortung Erbender und Nichterbender einhergehen. Familien nehmen plötzlich ganz andere Stellungen ein, Vertraute werden zu Rivalen, oder gar zu Bitstellern. Kenntnisreich, belehrend, erklärend, informierend und darstellend teilt die Autorin ihr Wissen mit den Lesern. Sehr eben und nachvollziehbar. Ich muss jedoch anmerken, dass ich eigentlich ein etwas anderes Buch erwartet hätte. Ich bin eher nicht der Freund von vielen Zitaten, Expertenjargon und Studienergebnissen weiterer Expertenkreise. Ich habe mir mehr Persönlichkeit, Interviews und Nähe zu den betroffenen Erzählern gewünscht. Das Thema wird hier sehr hart und fachlich abgehandelt. Die persönlichen Erlebnisse der Interviewpartner kommen für meine Erwartungen etwas zu kurz und fern. Hier wurde mir zu viel Zitiert, zu viel kopiert und aus fremden Mund und fremder Meinung widergegeben. Sehr schade eigentlich, denn dieser Ratgeber bietet viele gute Ansätze, die jedoch nicht ausgereift erscheinen. Hilfreich daher nur bedingt. Einiges liest sich sehr flott und leicht, einiges sind wirklich harte Nüsse, die geknackt werden müssen. So bleibt auch die derzeitige gesetzliche Lage schwer zu greifen und leider etwas zu unklar. Sehr schade in diesem Punkt, der ja für Betroffene, die sich mit dem Thema befassen nicht unerheblich ist. Wie werden Verhaltensmuster im Thema Erbschaft analysiert? Was kann man aus ihnen lesen und deuten? Was passiert wenn? Nutzen-Risiko, Psychologie und Veranlagung…. Und und und. Diese Fakten sind dann wieder sehr nach meinem Geschmack. Wie wirkt sich die Erbschaftswelle auf Deutschland aus? Was bringt der Wandel? Wie kann man präventiv agieren? Mit Passagen aus Wissenschaft und Forschung, aber auch eigener Erfahrung und Recherche der Autorin belegt. Zwar denke ich, dass der Ratgeber etwas zu starr, zu sehr nach Lehrbuch und Leitfaden daherkommt, aber einige der Fallbeispiele werden vielleicht neue Blickwinkel bieten. Mir gefallen zudem die vielen Zusammenfassungen und Kurzmeinungen, so findet man tatsächlich schnell und einfach eine knappe Antwort. Das Themenspektrum ist recht groß und facettenreich. So ist der Leser rundum versorgt mit allen Informationen aus einer Hand in einem Buch, jedoch zu unterschiedlich aufgearbeitet. Hier spricht zwar viel die Theorie, aber hier spricht und berichtet auch der Alltag und das wirkliche Leben (gerne mehr davon). Mutig und Umsichtig widmet Julia Friedrichs sich auch neuesten Themen, gar Phänomenen und oft tabuisierten Themen und spricht offen und gefühlvoll den Leser an. Eine Expertin, die viel Potential hat. Ein großes Manko ist für mich auch der etwas sehr fachspezifische und nach Lehrbuch gerichtete Modus im Ratgeber. Hier empfinde ich das Geschilderte eher zu hochgestochen, als dass es jeden Leser direkt zugänglich ist. Denn dieses Buch wirkt nicht wie Fachlektüre, sondern wie ein Ratgeber für Jedermann, und daran sollte sich die Umsetzung meines Erachtens auch halten. Daher kann ich nicht mit völliger Überzeugung für das Buch sprechen und entscheide mich für faire 3 Sterne für die interessanten Interviews und Fakten. In einem Ratgeber lese ich zwar gern etwas über Wissenschaft und Forschung, jedoch sollte der Kern der vermittelten Werte und Informationen auf einer alltäglichen und familienorientierteren Ebene nahe gebracht werden. Das fand ich als "Otto-normal-Bürger" etwas enttäuschend, da mir die Zielgruppe eher wie für Experten schien. Das Cover: Das Cover deutet auf eine große Leserschaft hin. Familien, Männer, Frauen, Alleinstehende, Verbände, Junge und Alte.... Die Gestaltung des Buches passt zum Gesamtkonzept. Sehr hochwertige Verarbeitung, tolle Gliederung und harmonisches Schriftbild, viele Infoboxen und gute Strukturierung. Die Autorin: "Julia Friedrichs, geboren 1979, studierte Journalistik in Dortmund. Heute arbeitet sie als freie Autorin von Fernsehreportagen und Magazinbeiträgen, u. a. für die WDR-Redaktionen »die story« und »Aktuelle Dokumentation« sowie für die »Zeit«. Für eine Sozialreportage wurde sie 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den Nachwuchspreis des deutsch-französischen Journalistenpreises. 2013 war sie für den Deutschen Reporterpreis nominiert, 2014 erhielt sie den Medienpreis der Deutschen Telekom Stiftung. Julia Friedrichs lebt in Berlin. Sie veröffentlichte die Bestseller »Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen« (2008), »Deutschland dritter Klasse. Leben in der Unterschicht« (mit Eva Müller und Boris Baumholt, 2009) und »Ideale. Auf der Suche nach dem, was zählt« (2011)." Fazit: Kenntnisreich, informativ und sehr facettenreich. Ein Buch für viele Erbfragen und Fallbeispiele.Jedoch auch sehr fachspezifisch und etwas zu sehr nach Lehrbuch ausgearbeitet. Für die normale Familie vielleicht etwas zu starr und fremd. Hier hätte der Wortlaut gerne etwas näher an persönliche Belange gerichtet sein sollen. 3 Sterne für dieses dennoch sehr fundierte Buch!

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  • Das große Tabu

    Wir Erben

    Babscha

    08. April 2015 um 20:26

    Die mittlerweile recht bekannte Journalistin und Autorin Julia Friedrichs nimmt sich in ihrem Buch eins der letzten großen Tabuthemen unserer Gesellschaft zur Brust: Das Erben. Ein Thema, das selbst im engsten Kreis wie die Pest gemieden und umschifft wird, da es wie kaum ein anderes mit zumeist negativen Emotionen aller Art, ganz zuvorderst Missgunst und Neid, besetzt ist und damit oftmals als ultimatives Sprengmittel gerade für zuvor noch als fest und unkaputtbar geglaubte Familienbande fungiert. Kein Wunder, werden doch in der nächsten Dekade Jahr für Jahr geschätzte 250 Milliarden Euro auf die Nachfolgegeneration übergehen, die oftmals stattlichen Hinterlassenschaften einer Generation, die diese vor allem in den aufblühenden Nachkriegsjahrzehnten sukzessive anhäufen konnte. Wäre ja alles noch okay, wenn der warme Regen sich dabei gleichmäßig über die Bevölkerung ergießen würde. Aber leider wird die eine Hälfte der Gesellschaft geschätzte 99 % der Nachlässe erhalten, während die andere Hälfte gar nichts oder nur ein marginales Erbe erwartet. Friedrichs geht in ihrem Buch offen und vorbehaltlos an dieses schwierige Thema heran, hat in jahrelangen Recherchen Statistiken bemüht und es geschafft, sowohl mit potentiellen Erblassern wie Erben in Verbindung zu treten, deren teils aberwitzige Geschichten hier widergegeben werden, allesamt hochinteressant und so eindringlich wie engagiert erzählt. Ein Querschnitt jeder denkbaren gesellschaftlichen Realität. Neben den wirklich großen wie möchtegern großen Namen, die entweder das Rampenlicht suchen oder mit allen Mitteln vermeiden, stellt die Autorin, und das sind die wirklich interessanten Charaktere des Buches, auch ganz normale Durchschnittsmenschen vor, die mehr oder weniger unverhofft durch Erbschaften zu Vermögen gekommen sind, hiermit aber oftmals absolut nicht glücklich sind und es am liebsten wieder los wären. Begleitrealität von Erbfällen mit mehr als einem Erben scheint offensichtlich das unausweichliche Zerwürfnis der Beteiligten zu sein, wo dann mit oder ohne juristische Unterstützung jeder gegen jeden um den Kuchen kämpft und bei dieser Gelegenheit dann gerne und gerade im Familienumfeld auch noch alte offene Rechnungen beglichen werden. Wahrhaft unschöne Begebenheiten gerade auch aus der Welt der Normalsterblichen, die hier zu Papier gebracht sind und die die Autorin aus dem Dickicht des Schweigens ins Licht zerrt. Ein inhaltlich wie sprachlich überzeugendes, hervorragend recherchiertes Buch ohne Längen, das noch einiges Neues zu bieten hat, zusätzlich gewürzt mit der unverhohlenen persönlichen Note und Meinung der Autorin.

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  • Was ist gerecht? Was ist ungerecht?

    Wir Erben

    JulesBarrois

    23. March 2015 um 08:47

    Wir Erben - Julia Friedrichs, Was Geld mit Menschen macht, 320 Seiten, Berlin Verlag (16.03.2015, 19,99 €, ISBN: 978-3-8270-1209-8  Der Titel lässt unterschiedliche Assoziationen zu. Vor allem der Untertitel spannt das Thema sehr viel weiter als nur „Erben“. Geht es um ein objektives Bild vom „Erben“ oder um ein subjektive-leidenschaftliches „gegen Ungerechtigkeit.“ „Ist es gerecht, dass manche ohne zu arbeiten, viel Geld kriegen und dafür kaum Steuern zahlen?“ (Seite 13 Zeitmagazin 11 vom 12. März 2015 Julia Friedrichs wählt eindeutig den zweiten Aspekt und beschäftigt sich leidenschaftlich und natürlich auch subjektiv mit Themen wie Verantwortung, Schere von Arm und Reich, soziale Spaltung, Gerechtigkeit. Was bedeutet die gewaltige Erbwelle für unsere Gesellschaft? Was heißt es, wenn es Erben und Nicht-Erben gibt? … So sucht sie auf viele Fragen eine Antwort. Die Antworten sucht sie bei ihren Recherchen bei ganz konkreten Menschen, bei ganz unterschiedlichen Menschen: Menschen, die sich mit den Miterben streiten, Menschen, denen das Erbe peinlich ist, Menschen, die nach ihrem plötzlichen Reichtum keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen. Wie lebt man, wenn man schon durch den Namen als Spross einer Dynastie zu erkennen ist – als Neckermann, Mohn oder Grupp? Was bewegt einen Patriarchen, seine Kinder zu enterben, und wie entsteht die Versuchung, für ein Erbe zu töten? Es sind Geschichten von Menschen, deren Leben durch ein Erbe bestimmt wird. Gerade dieser polyphone Chor von unterschiedlichen Stimmen macht es möglich, die Bandbreite und Vielschichtigkeit des Themas Erben zu erahnen. Julia Friedrich sieht das eigentliche Problem in dem Erbe der Superreichen. Sie geht davon aus, dass die soziale Spaltung noch weiter zunehmen wird. Schon jetzt besitzt die reichere Hälfte der Bevölkerung 99 Prozent des Vermögens - und die ärmere Hälfte lediglich ein "mickriges Prozent". Ist das überhaupt mit einer Demokratie verträglich? Warum sind trotz allem etwa 60 % der Deutschen gegen eine Erbschaftssteuer? Was nun? Deutsche Mentalität: „Das Geld soll in der Familie gehalten werden.“ Oder die amerikanische und britische Mentalität: „Man soll durch Arbeit reich werden, nicht durch Geburt.“ Sorgenfreies Leben oder Engagement und Ideen? Julia Friedrichs zeichnet ein ebenso lebendiges wie vielschichtiges Porträt der Menschen, die Deutschland künftig prägen werden. Lesen Sie dieses hochspannende Buch und reihen Sie sich ein unter die Forderung der Autorin: „Lasst uns über das Erben streiten! Alle gemeinsam.“ Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages: http://www.berlinverlag.de/buecher/wir-erben-isbn-978-3-8270-1209-8 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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