Julia Friese

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Julia FrieseDas Mohrrübensuppen-Abenteuer
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Das Mohrrübensuppen-Abenteuer
Das Mohrrübensuppen-Abenteuer
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Erschienen am 03.08.2004
Julia FrieseSchnipselgestrüpp
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Schnipselgestrüpp
Schnipselgestrüpp
 (2)
Erschienen am 10.08.2010

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Rezension zu "Schnipselgestrüpp" von Julia Friese

Rezension zu "Schnipselgestrüpp" von Julia Friese
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Ihr erstes gemeinsames Buch „Alle meine Entlein“ war ein großer Erfolg und wurde in acht Sprachen übersetzt und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Nun haben Julia Friese und Christian Duda ein neues Bilderbuch produziert, in dem es auf ganz berührende Weise um die gewaltige Macht der kindlichen Phantasie geht.

„Mutter sagt nichts. Vater schweigt.“ So beginnt das Buch und beschreibt mit zwei kurzen Sätzen die Lebenswelt und den Alltag des „Jungen“. So wird die männliche Hauptfigur des Bilderbuchs genannt, ein kleiner Bub, der, weil seine Eltern so arm sind, ohne Spielzeug aufwächst, und von seinen Eltern auch sonst wenig Anregung und Zuwendung erhält. Doch es gibt ja Zeitungen, alte Zeitungen. Denen widmet sich der Junge und schneidet mit seiner Schere Fotos und Bilder aus – „Schnipselgestrüpp“. Er liest die Zeilen unter den Fotos und entdeckt für sich eine Welt voller Abenteuer. Und immer mehr, weil er viele der Fotos aufhängt, verändert sich sein Zimmer, bis es ein richtiger Dschungel geworden ist.

Seine Eltern kommentieren die Aktivitäten des Jungen abschätzig, doch der lässt sich davon nicht beirren. Doch auf der letzten Seite dreht die Mutter den Kopf und ihre Augen lächeln. Ob da noch Hoffnung ist für die Beziehung zwischen Eltern und Kind?

Ein wunderschönes Buch über die Kraft und die Macht der kindlichen Phantasie.

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anette1809s avatar

Rezension zu "Schnipselgestrüpp" von Julia Friese

Rezension zu "Schnipselgestrüpp" von Julia Friese
anette1809vor 8 Jahren

Das Zimmer des Jungen ist voller Papierschnipsel. Seine Eltern haben kein Geld für Spielzeug, statt dessen holt seine Mutter Zeitungen aus dem Mülleimer im Hof, aus denen sich der Junge seine eigene Welt bastelt. Sie fahren nicht in Urlaub, dafür fliegt der Junge um die Welt. Sie machen keine Ausflüge in den Zoo oder in den Zirkus, aber in seinem Zimmer gibt es nicht nur Tiere an der Wand, sondern auch Kino und manchmal sogar Theater.
Papierschnipsel, Klebeband und Fantasie verwandeln ein graues, langweiliges Kinderzimmer in einen grünen, lebendigen Dschungel, an denen Gottesanbeterinnen an den Zweigen hängen und der Junge sich wohlfühlt. Können die Eltern verstehen, dass seine Welt allein durch Fantasie funktioniert, oder halten sie alles für Quatsch?

Auf dem Einband das Bilderbuchs in Querformat dominieren die Grautöne. Nur ein Junge in blauer Kleidung sitzt auf einem Berg alten Zeitungspapier und schneidet mit einer Schere Wörter und Bilder aus, an der Wand in seinem Rücken hat er bereits einen roten Schnipsel befestigt. Passend zur Thematik sind Titel und Autoren auf dem Cover aus einzelnen Buchstaben "aufgeklebt".
Der Einband wirkt auf den ersten Blick nicht einladend und auch die Familie bleibt zunächst fremd. Erzählt wird die Geschichte von einem Jungen, dessen Mutter und dessen Vater. Die Personen haben keine Namen, in den Zimmern sind keine persönlichen Gegenstände zu sehen, nur ein paar vereinzelte Möbel und im Hintergrund eine altmodische, grüne Tapete. "Schnipselgestrüpp" ist kein Buch, das die Blicke durch putzige, kindgerechte Illustrationen auf sich zieht, allerdings durch eine ungewöhnliche Umsetzung und außergewöhnliche Techniken: das grüne Kleid der Mutter wirkt wie mit einem Filzstift ausgemalt, die Linienführung geht kreuz und quer, so wie man selbst als Kind großflächige Bilder ausgemalt hat. Die Fantasiewelt des Jungen aus Zeitungsausschnitten hebt sich durch fotorealistische Darstellungen von den Illustrationen hervor. Viele Motive wirken durch Grau- und Schwärztöne wie Druckerschwärze, manchmal gelbstichig, wie altes, vergilbtes Zeitungspapier. "Schnipselgestrüpp" ist keines der Bilderbücher, die man auf den ersten Blick in sein Herz schließt, es wirkt zunächst spröde und unzugänglich durch die namenlosen Personen und die tristen Farben. Um den besonderen Zauber der Geschichte zu erschließen, muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Nicht alles steht schwarz und weiß im Text geschrieben, Bilder und Textpassagen komunizieren miteinander und erzählen in Verbindung von der fantastischen Fantasiewelt eines kleinen Jungen, der mit ihrer Hilfe den Alltagstrott durchbricht und diesen Zauber am Ende sogar auf seine Eltern übertragen kann. Auf der letzten Doppelseite hat sich das Zimmer des Jungen in einen blühenden und farbenprächtigen Dschungel verwandelt, dessen Pflanzen ganz langsam auch in den Rest der vormals tristen Wohnung vordringen.

Ein wunderbares Buch über den Zauber der Fantasie, das seine Magie erst in seinem Inneren preisgibt. Eine Anregung für Eltern und ihre Kinder, dass kein teures Spielzeug, Reisen oder Ausflüge nötig sind, um Spaß zu haben oder Außergewöhnliches zu Erleben. Ein Buch für die ganze Familie, dessen tieferen Sinn man am besten beim gemeinsamen Lesen und Ansehen entdeckt und auf jeden Fall ein Geheimtipp auch für erwachsene Bildergeschichtenliebhaber. Ein großartiges Plädoyer dafür, wieder mehr Zeit miteinander zu verbringen und selbst etwas zu entdecken, statt sich alles von dem die Wohnung dominierenden Fernseher vorführen zu lassen.

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