Julia Friese

 3,9 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor*in von MTTR, delulu und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Julia Friese wurde 1985 in Hagen geboren. Sie lebt in Berlin, arbeitet als Schriftstellerin und Kulturjournalistin, veröffentlicht in Literaturzeitschriften und Anthologien. Zuletzt erschien »life starts after breakfast« in »die horen« und »dreams« in der Anthologie »Und ich -« bei Ullstein. Ihr viel besprochenes Debüt »MTTR« erschien 2022 im Wallstein Verlag und war für den Clemens-Brentano-Preis nominiert. Für »delulu« wurde ihr das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds zuerkannt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Julia Friese

Cover des Buches MTTR (ISBN: 9783835352575)

MTTR

(24)
Erschienen am 10.08.2022
Cover des Buches Elke (ISBN: 9783407747938)

Elke

(12)
Erschienen am 06.03.2017
Cover des Buches delulu (ISBN: 9783835358102)

delulu

(10)
Erschienen am 19.02.2025
Cover des Buches Alle seine Entlein (ISBN: 9783407795373)

Alle seine Entlein

(3)
Erschienen am 28.01.2013
Cover des Buches Gar nichts von allem (ISBN: 9783407822130)

Gar nichts von allem

(2)
Erschienen am 30.01.2017
Cover des Buches Großer Stunk (ISBN: 9783407759986)

Großer Stunk

(1)
Erschienen am 21.08.2025
Cover des Buches Papierschiff ahoi! (ISBN: 9783905871111)

Papierschiff ahoi!

(1)
Erschienen am 31.07.2009
Cover des Buches Bonbon (ISBN: 9783407821133)

Bonbon

(0)
Erschienen am 01.02.2016

Neue Rezensionen zu Julia Friese

Cover des Buches Großer Stunk (ISBN: 9783407759986)
Ramgardias avatar

Rezension zu "Großer Stunk" von Christian Duda

Ramgardia
Beeindruckend schöne Affenbilder

Da sitzt der Künstler Leander in seinem Alttier und möchte eine Affen malen. Deshalb lädt er viele Affen zu sich ein. Eigentlich sind alle Affen irgendwie gleich, aber schon beim Schwanz unterscheiden sie sich. Darüber können die Affen dann auch streiten. Vor allem die Affen, die einen Schwanz haben nennen die Vorteile. Doch dann geht es durcheinander und es wird sehr laut. Der Orang-Utan mit dem weit geöffneten Mund höre ich förmlich schreien. Auch der Gorilla äußert lauthals seine Meinung, „Aber so sieht kein Affe aus!“ schreit er. Mandrill und Bonobo bezeichnen die kleinen Affen als „Klobürste“. Der Gibbon meint die brauen Affen hätten eine „Kackfarbe“.  Doch dann wir er als „Taubenschiss“ bezeichnet. Zum Glück beruhigen sich alle am Ende.

Was für wunderbare Affen sind hier abgebildet? So viele unterschiedliche Sorten und alle haben eine faszinierende Mimik. Ein echtes Affentheater wird hier beschrieben, ein riesiger lauter Stunk, der sich immer mehr aufheizt. Jede Andersartigkeit wird angeprangert, jeder hält sich für den besten Affen. Da können wir uns mal an die eigene Nase fassen. Ein Buch, dass uns mit viel Humor den Spiegel vorhält. 

Allerdings fanden meine Enkel das Buch „nur so“, sie hat die Geschichte nicht mitgenommen.

Da sitzt der Künstler Leander in seinem Alttier und möchte eine Affen malen. Deshalb lädt er viele Affen zu sich ein. Eigentlich sind alle Affen irgendwie gleich, aber schon beim Schwanz unterscheiden sie sich. Darüber können die Affen dann auch streiten. Vor allem die Affen, die einen Schwanz haben nennen die Vorteile. Doch dann geht es durcheinander und es wird sehr laut. Der Orang-Utan mit dem weit geöffneten Mund höre ich förmlich schreien. Auch der Gorilla äußert lauthals seine Meinung, „Aber so sieht kein Affe aus!“ schreit er. Mandrill und Bonobo bezeichnen die kleinen Affen als „Klobürste“. Der Gibbon meint die brauen Affen hätten eine „Kackfarbe“.  Doch dann wir er als „Taubenschiss“ bezeichnet. Zum Glück beruhigen sich alle am Ende.

Was für wunderbare Affen sind hier abgebildet? So viele unterschiedliche Sorten und alle haben eine faszinierende Mimik. Ein echtes Affentheater wird hier beschrieben, ein riesiger lauter Stunk, der sich immer mehr aufheizt. Jede Andersartigkeit wird angeprangert, jeder hält sich für den besten Affen. Da können wir uns mal an die eigene Nase fassen. Ein Buch, dass uns mit viel Humor den Spiegel vorhält. 

Allerdings fanden meine Enkel das Buch „nur so“, sie hat die Geschichte nicht mitgenommen.

Cover des Buches delulu (ISBN: 9783835358102)
Lykes avatar

Rezension zu "delulu" von Julia Friese

Lyke
Um was geht es in diesem Buch eigentlich?

Was zur Hölle war das bitte?! Ich hab keinen blassen Schimmer, was ich hier gerade gelesen beziehungsweise abgebrochen habe. Ich habe sogar ein Interview mit der Autorin gehört, um ein wenig eine Ahnung davon zu erhaschen, was sie mit diesem Roman erzählen möchte. Und ich geb's zu: Julia Friese hat offensichtlich eine Idee, was sie damit aussagen möchte, aber mir ist sie leider absolut nicht zugänglich.

Res, die Hauptperson, erleidet einen Elektroschock und stirbt. Was darauf folgt ist ein wirrer Fiebertraum aus konfusen Anneinanderreihungen und fragentarischen Gedankengängen. Res versucht, ihrem Pop-Idol Frances Scott nahe zu kommen und erlebt dabei einen absurden Trip durch ihr Unterbewusstsein. Eine Handlung im eigentlichen Sinne sucht man hier vergebens. Entweder es gibt keine oder ich habe sie einfach überlesen, weil ich mich zu wenig auf diesen absurden Drogentrip einlassen konnte (ich bin ehrlich gesagt für ersteres). 

Meine Vorfreude auf den neuen Roman von Julia Friese war riesig, weil ich "MTTR" so grandios fand. Doch zu "delulu" habe ich absolut keinen Zugang gefunden. 

Es gibt Sätze, die lassen auch im aktuellen Roman erahnen, was ich an "MTTR" so großartig fand. Julia Friese kann wirklich fantastisch schreiben. Doch im Gegensatz zu "delulu" hat "MTTR" Handlung, eine Botschaft und einen Realitätsbezug. 

Sehr schade, aber das war leider eine Enttäuschung.

Cover des Buches delulu (ISBN: 9783835358102)
dunis-lesefutters avatar

Rezension zu "delulu" von Julia Friese

dunis-lesefutter
Popkulturelles Delirium

Dieses Frühjahr ist voller literarischer Crazyness. Ich habe den Eindruck, dass mich jedes 2. Buch auf die Probe stellt, ganz nach dem Motto: Bist Du schlau genug für diese Art der Lektüre? Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob die Autor*innen mich veräppeln oder herausfordern wollen - vermutlich beides. Auch Julia Friese, die mir mit MTTR ein Highlight beschert hat, scheint ein sehr besonderen Tee getrunken zu haben, während sie dieses Buch schrieb. So viel Alice im Wunderland, Joker und Britney Spears steckt in den 247 Seiten. Da hieß es für mich irgendwann nur los- und fallen lassen in einen Rausch, der weder Plot noch lineare Erzählkunst bietet.


Okay. Also… delulu. Wo fang ich an? Wahrscheinlich am besten mit einem tiefen Seufzer. delulu ist kein Buch, das man „einfach so“ liest. Die Geschichte beginnt damit, dass die Hauptfigur Res stirbt.  Eigentlich will sie ihr großes Idol Frances  Scott treffen. Doch eine nicht näher benannte Todesursache katapultiert uns mit ihr in einen Strudel, der psychedelischer nicht sein könnte. Wir sind plötzlich mitten im „Delir“ – ja, das ist anscheinend so eine Art popkultureller Zwischenraum zwischen Leben und Tod, durchsetzt mit Memes, Filmtropen und absurden Gedanken. Klingt abgefahren? Ist es auch. Aber nicht auf die „Oh mein Gott, das hat mein Weltbild verändert“-Art, sondern eher wie ein wilder Insta-Feed, den man nachts um 2 durchscrollt und danach vergisst, was Realität war.


Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, irgendwas nicht zu kapieren – und das Buch hat sich auch NULL Mühe gegeben, mir zu helfen. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder, Gedanken springen von Nostalgie zu Feminismus zu Fanfiction zu… Müsli? Ja, Müsli kam auch irgendwie vor. Oder war das nur in meinem Kopf?


Die Sprache ist teilweise genial, dann wieder komplett wirr. Manche Sätze wollte ich markieren, andere hab ich fünfmal gelesen und dachte nur: Hä?! Es fühlt sich an wie ein literarischer Fiebertraum – und ich war leider nicht immer bereit, da mitzufiebern. „Rot gelackte Durian benachbart rot gelackte Ananas. Aus den großen Früchten brechen noch größere Lampenschirme, hauchdünn wie Briefpapier, aus denen sich Damen mit über die Schultern fallenden Pelz Zigaretten drehen, bevor sie auf zerbrechlichen Absätzen über den nassen Asphalt dahingehen.“ (S.50) Capice? Dann aber auch: “Die Bühne ist dem Kinderzimmer nachempfunden , indem ich meinen ersten Song geschrieben habe, also, wie ich es mir damals vorgestellt habe. Das Kinderzimmer als Puderdose in glänzend Türkis und Sorbetgelb. Eine aufklappbare Spieldose in deren unteren Becken der Ozean liegt.“ (132)Toll!


Man könnte sagen, delulu ist wie Ulysses von James Joyce – aber mit Internetzugang und Popkultur-Trauma. Beide Bücher lassen einem das Gehirn auf halber Strecke verdampfen, beide ignorieren sowas wie klare Handlung komplett. Joyce läuft halt in Dublin rumläuft und sinniert in Form von  inneren Monologen, Res hingegen schwebt durch ein surreal-digitales Jenseits, das eher nach Flower Power  2014 klingt als nach literarischem Kanon. Wenn Ulysses die Bibel des literarischen Bewusstseinsstroms ist, dann ist delulu das Meme davon – mit Glitzerfilter. Julia Friese nennt es ein Requiem auf eine vergangene Zeit. 


Was man dem Buch aber wirklich lassen muss: Es ist vollgestopft mit kulturellen Referenzen – also so richtig. Es ist, als hätte jemand eine endlose Popkultur-Playlist auf Shuffle gestellt und den Stream direkt ins Buch kopiert. Von Britney über Abbey Road bis zu Zehner-Jahre Ästhetik und schiefen Trends ist alles dabei. Wer da nicht mindestens drei Online-Leben gelebt hat, bleibt öfter mal ratlos zurück. ich hab irgendwann aufgegeben den Spuren zu folgen, dazu waren es einfach zu viele. Aber genau das scheint auch Teil des Konzepts zu sein: Res existiert in einem Zwischenraum, in dem Identität, Erinnerungen und kulturelle Prägungen zu einem einzigen, flirrenden Brei verschwimmen. Das ist clever – theoretisch. Praktisch ist’s manchmal, als würde man einen Inside-Joke lesen, bei dem man den Ursprung nie mitbekommen hat.


Wer auf stringente Storys steht oder klare Charakterentwicklungen braucht, wird hier auf halber Strecke verloren gehen. Wer aber Lust auf ein total verrücktes, überdrehtes Gedankenexperiment hat – go for it. Ich werde mich auf jeden Fall nicht direkt dem neuen Kracht zuwenden, sondern brauch jetzt erstmal was mit einem deutlichen Plot. 


Meine Rezensionen geben immer ehrlich meine eigene Einschätzung wieder, unabhängig davon, ob ich das Buch selbst gekauft habe oder es mir vom Verlag oder den Autoren zur Verfügung gestellt wurde

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