Julia Holbe

 3.7 Sterne bei 55 Bewertungen
Autorenbild von Julia Holbe (©Stefan Gelberg)

Lebenslauf von Julia Holbe

Julia Holbe, Jahrgang 1969, ist Luxemburgerin. Sie lebt in Frankfurt am Main und in der Bretagne. Zwanzig Jahre arbeitete sie als Lektorin für internationale Literatur im S. Fischer Verlag. »Unsere glücklichen Tage« ist ihr erster Roman.

Alle Bücher von Julia Holbe

Cover des Buches Unsere glücklichen Tage (ISBN: 9783328601104)

Unsere glücklichen Tage

 (55)
Erschienen am 16.03.2020

Neue Rezensionen zu Julia Holbe

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Rezension zu "Unsere glücklichen Tage" von Julia Holbe

Hat mich enttäuscht
Bibliomarievor 18 Tagen

Vier Freundinnen und ein Sommer an der französischen Atlantikküste – so beginnt die Beschreibung dieses Romans und verspricht eine schöne, leichte aber nicht seichte Geschichte.

Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen ihre Ferien zusammen, meist im Haus von Elsas Eltern. Unbeschwerte Badetage, Zukunftspläne schmieden, die Tage vergehen schnell für die jungen Frauen, bis Lenica ihren Freund Sean mitbringt. Von da an wird alles anders. Elsa leidenschaftlich und Sean scheint ihre Gefühle zu erwidern, doch immer wieder entzieht er sich ihr.

Viele Jahre später begegnen sich Elsa und Marie ganz zufällig und ihre Erinnerung an diesen Sommer wird schmerzhaft lebendig, sie beschließen, noch einmal – jetzt nur noch als Trio – dort ein Wochenende zu verbringen.

Warum konnte mich das Buch überhaupt nicht packen und überzeugen? Ich habe noch lange nachdem ich das Buch zugeklappt hatte, darüber nachgedacht. Vielleicht liegt es am Sprachstil der Autorin, die mit Zitaten und lebensweisen Sätzen Tiefe und Reflektion in ihre Geschichte bringen möchte, die bei mir doch nur den Eindruck von Kalender-Sinnsprüchen erweckten. Ihre Protagonisten erscheinen auch nach vielen Seiten noch fremd, ich habe keine Nähe zu ihnen gefunden. Ihre Handlungen und wirken für Frauen, die inzwischen die 40 schon weit übersprungen haben, naiv und unreif.

Erzählt wird der Roman aus der Perspektive von Elsa, er wechselt zwischen der Gegenwart und Elsas Erinnerungen, was die Geschichte lebhaft macht. Auch die vielen Dialoge tragen dazu bei, wobei auch hier wieder erstaunlich ist, wie wenig die Frauen ihre Erfahrungen reflektieren. Es kreist um Sean, der als geheimnisvoller, schwieriger Charakter angelegt wurde. Ein einsamer Wolf, der vor Nähe zurückschreckt und insgeheim doch sucht.

So dreht sich der Roman im Kreis, was sich auch in vielen Wiederholungen bemerkbar macht. Fast wortgleich werden einzelne Szenen immer wieder beschrieben, das Frühstück mit buttrigen, warmen Croissants kommt gefühlt in jedem Kapitel zur Sprache.

Schön sind allerdings die Beschreibungen der Atlantikküste. Ich hatte viele Szenen vor Augen, konnte mich in die Landschaft versetzen. Aber das hat nicht alles wettgemacht.

Von der Geschichte der Freundschaft hatte ich mir mehr erwartet, nach dem Sommer haben sie sich nie mehr gesehen und gesprochen, auch den Lebensweg nie aus der Ferne verfolgt und doch können sie nach einem zufälligen Zusammentreffen wieder dort einhaken, wo sie vor 25-30 Jahren auseinander gingen.

Auch das Ferienhaus schien nach all der Zeit unverändert, obwohl es Jahrzehnte nicht besucht wurde, Elsa die Existenz sogar vergessen hatte, waren keine Spuren der Vernachlässigung zu sehen. Ein völlig unglaubwürdiges Detail, das mir ins Auge fiel.

Ich habe das Buch voller Vorfreude aufgeschlagen, aber leider sind meine Erwartungen nicht erfüllt worden, schade – aber ich hoffe, dass es anderen Leserinnen besser gefällt.

Für meinen persönlichen Leseeindruck kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.

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Rezension zu "Unsere glücklichen Tage" von Julia Holbe

Eine leichte Sommerlektüre
Magicsunsetvor 24 Tagen

„Es war so unsagbar heiß gewesen an diesem letzten Tag, an dem wir uns alle das letzte Mal gesehen hatten. In diesem einen Sommer. Diesem nicht enden wollenden Sommer am Atlantik.“ (Zitat Seite 12)

 

Inhalt

Jedes Jahr verbringen sie im Sommer zwei Monate an der französischen Atlantikküste im Landhaus von Elsa’s Eltern: die Freundinnen Elsa, Marie und Fanny. Die vierte im Bunde ist Lenica, die in diesem Ort lebt, ein phantasievoller Wirbelwind. Sie sind jung, unbeschwert und voller Pläne. Doch dann kommt der Sommer, in dem Lenica ihren Jugendfreund Sean mitbringt und nach dem Ende dieser Sommerferien sehen sie einander nicht wieder. Viele Jahre später trifft Elsa zufällig Marie und dann auch Fanny, und sofort ist die alte Vertrautheit wieder da. Sie beschließen, noch einmal in das alte Haus am Atlantik zu fahren. Nur Lenica fehlt, die vor Jahren verstorben ist. Dafür trifft überraschend Sean ein …

 

Thema und Genre

In diesem Frauenroman geht es um eine besondere Frauenfreundschaft, unbeschwerte Sommertage und Zukunftspläne, schicksalhafte Wendungen, Entscheidungen und verdrängte Erinnerungen.

 

Charaktere

Es sind unterschiedliche Frauen, doch auch die Jahre, in denen sie keinen Konakt hatten und ihr eigenes Leben mit Familie und Karriere gelebt haben, können nichts an ihrer Verbundenheit ändern. Sie akzeptieren, was sie waren und was aus ihnen geworden ist. Marie ist offen und geerdet, Fanny ist ruhig und doch präsent. Elsa ist sehr intensiv in ihren Gefühlen und verliert manchmal den Überblick, Ich-bezogen sieht sie nur ihre eigene Befindlichkeit. Ihre Freundinnen stört das nicht, mich als Leserin schon.

 

Handlung und Schreibstil

Die Gegenwart wird chronologisch geschildert, doch unterbrochen von zahlreichen Rückblenden, welche die Ereignisse des letzten gemeinsamen Sommers erzählen. Offen ist die Frage, warum Elsa damals den Kontakt abgebrochen hat, buchstäblich aus dem Leben der Freundinnen verschwunden ist. Durch die Schilderung der Vorfälle in diesen besonderen Sommer in der Vergangenheit, teilweise aus aus unterschiedlichen Sichtweisen, ergeben sich langsam die Antworten. Der Schreibstil ist locker, schildert vergnügte Sommertage, das Meer, die Natur, das gemeinsame, fröhliche Genießen. Teilweise vermisse ich einen deutlicheren Unterschied in der Schilderung der nun längst erwachsenen Frauen im Gegensatz zu ihrem sorglosen jungen Ich.

 

Fazit

Ein lockerer, leichter Frauenroman über unbeschwerte Sommertage, Freundschaft und Erinnerungen, denen man sich stellen sollte, um nicht das eigene Leben zu verträumen.

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Rezension zu "Unsere glücklichen Tage" von Julia Holbe

Zu oberflächlich, vorhersehbar und pathetisch…
Susanne_Probstvor 25 Tagen

Zwei Freundinnen, Elsa und Marie, treffen sich nach Jahren zufällig in einem Café in ihrem Heimatort Luxemburg wieder. 


Sie verbringen Zeit miteinander, plaudern über Vergangenes und Gegenwärtiges und beschließen schließlich, Fanny aufzusuchen, die vor langer Zeit die Dritte im Bunde war.


Die drei waren von der Schulzeit bis ins Studium hinein beste Freundinnen und haben sich zwischenzeitlich aus den Augen verloren.


Sie waren ein dreiblättriges Kleeblatt, zu dem später eine vierte junge Frau stieß: Lenica, die im alljährlichen Sommerdomizil des Trios lebte und die inzwischen bereits verstorben ist.


Der Roman wird aus Sicht der Ich-Erzählerin Elsa erzählt, bei der das Treffen mit Marie viele Erinnerungen auslöst.


Sie denkt an die Sommerferien, in denen aus dem dreiblättrigen Kleeblatt ein vierblättriges wurde, weil die flippige, faszinierende und geheimnisvolle Lenica dazustieß.
Sie schwelgt in vergangenen gemeinsamen Erlebnissen, erinnert sich daran, dass Lenica eines Tages den attraktiven und anziehenden Sean „anschleppte“ und spürt noch immer die gleichermaßen besonderen wie zerbrechlichen Verbindungen zu Lenica und Sean.
Sie erinnert sich an den Sommertag, an dem sich die vier Freundinnen und Sean zum letzten Mal gesehen hatten und an den Tag, als sie vom Tod Lenicas erfuhr.


Das Treffen der drei Frauen in Luxenburg führt dazu, dass sie ein gemeinsames Wochenende planen. Und zwar genau dort, wo sie früher wochenlang ihre Sommerferien zu viert verbracht hatten: im Ferienhaus von Elsas Eltern in der Bretagne.


Der Roman ist sommerlich leicht, aber unter‘m Strich leider zu seicht.

Erstaunlich war für mich, dass mein zunächst positiver Eindruck von dem Buch sich unerwartet und schlagartig änderte. 

Zunächst war ich sehr angetan und neugierig, weil ein dem Werk vorangestelltes Zitat von Tom Waits Tiefgründigkeit versprach. 

Mir gefielen anfangs auch Sprache und Stil. 

Aber dann kippte es. 


Es wird teeniehaft romantisch und verklärt bis schwülstig, klischeehaft und allzu vorhersehbar.


Was man zu Lesen bekommt, wirkt bemüht. Bemüht um Tiefgründigkeit. Was dabei herauskommt, wirkt oft ungelenk und langweilig.Alles wirkt zu pathetisch und ist zu bedeutungsschwanger.
Die Ich-Erzählerin ist mir zu selbstbezogen. Es geht immer nur um ihre Sicht der Dinge und um ihre Gefühle und Erinnerungen. Anderes wird kaum fokussiert und beleuchtet. Und dabei bläht sie Alltäglichkeiten und Nichtigkeiten auf.
Die Frauen, v. a. Elsa, inzwischen in ihren Fünfzigern, wirken auf mich nicht altersentsprechend, sondern pubertär.

Manches wirkt fragwürdig oder unglaubwürdig, oft wird man mit unnötigen Wiederholungen konfrontiert, das Ganze ist ziemlich vorhersehbar und der Tiefgang fehlt. 


Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass mir die Landschaftsbeschreibungen gefielen. Man kann sich die Umgebung, das Treiben auf den Märkten und auch die Personen richtig gut und bildlich vorstellen.


Mir ist klar, dass dies eine harte Rezension ist. Aber sie entspricht meinen Gefühlen und Eindrücken. Es wird sicher Leser geben, die ihren Gefallen an dem Buch finden. Ich war offen für den Roman, aber er konnte mich einfach nicht erreichen.


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Cover des Buches Unsere glücklichen Tage

Mit ihrem Debütroman "Unsere glücklichen Tage" verwandelt die Luxemburgerin Julia Holbe graue Wintertage in sonnige Urlaube im Süden. Sie erzählt darin von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: Liebe und Freundschaft, Schuld und Verrat, Zufall und Schicksal ... Und häufig verbirgt sich in der Vergangenheit viel mehr, als wir selbst wahrhaben möchten! Zusammen mit dem Penguin Verlag verlosen wir 25 Exemplare des Buches in schönen Überraschungsboxen.

"Früher war es nie mühsam gewesen. Alles war immer leicht gewesen."

Möchtet ihr mehr über Lenica, Marie, Fanny und Elsa erfahren und auch darüber, was in der Vergangenheit geschehen ist?

Dann bewerbt euch für eins von 25 Exemplaren von "Unsere glücklichen Tage", die wir zusammen mit Penguin für unsere Leserunde verlosen.

Bewerbt* euch bis zum 22.3.2020, indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen glückliche Tage an der französischen Atlantikküste. Aber die Erinnerung trügt: Nicht alles scheint perfekt gewesen zu sein. Warum, denkt ihr, erinnern wir uns meistens nur an die positiven Dinge in der Vergangenheit?

Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!


*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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Letzter Beitrag von  abavor 2 Monaten

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