Buchinhalt:
Paris, Mitte des 18. Jahrhunderts: Die Schwestern Anne und Aurore haben Träume – von Selbstbestimmung, Bildung, Individualität. Zusammen mit einem Freund eröffnen die Scwestern schließlich ein Restaurant, ein scheinbar ungeheuerliches Vorhaben in einer Zeit, die für Frauen eigentlich eine ganz andere Zukunft vorsieht...
Persönlicher Eindruck:
Mich hat der Roman, der zur Zeit der französischen Revolution spielt, von Beginn an angesprochen – diese Epoche hält historisch sehr viel bereit und die Autorin wird der historischer Einordnung wirklich gerecht. Daneben erfährt der Leser viel über die Gründung eines Restaurants – in einer Zeit, in der die Frau als solche als Unternehmerin mehr als ein Exot war und in der Gesellschaft eigentlich eine ganz andere Rolle einnehmen sollte.
Es gibt drei Hauptfiguren, um die der Plot gestrickt ist. Zum einen die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern Anne und Aurore. Beide sehnen sich nach Selbstbestimmung und dem Ausbrechen aus gesellschaftlichen Konventionen. Sie haben Träume, wollen etwas bewirken und aus ihrem Leben machen und erst zusammen mit ihrem Freund Benoit erreichen sie das scheinbar Unmögliche: ein Restaurant – das erste überhaupt.
Den Spagat, den die Autorin hier durchführt, ist einerseits, die Gegebenheiten der französischen Revolution (mit allen ihren dunklen Schattenseiten) historisch detailgetreu zu beschreiben und andererseits eine fiktive Geschichte zu ersinnen, die den Hauptfiguren gerecht wird. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und erzeugt Kopfkino beim Leser, man taucht schnell ein ins 18. Jahrhundert und hat beim Lesen sprichwörtlich leckere Kochgerüche in der Nase.
Was ich im Laufe der Handlung etwas gestört hat, ist die zunehmende Dominanz der Gastro-Thematik. Ja, gut – es ist der Aufhänger für die Geschichte, das stimmt. Dennoch wurde es mir mit der Zeit einfach zu viel. Quer lesen traute ich mich dann aber auch nicht, da ich befürchtete, etwas Wichtiges zu verpassen, denn es passiert sehr viel in der rund 450 Seiten starken Geschichte.
Die Charaktere haben Profil und Tiefe, Zeittafeln und historischen Anmerkungen im Anhang lassen die Epoche zudem lebendig werden. Insgesamt ist man als Freund des historischen Romans hier ganz sicher nicht verkehrt, Geschichte, Gefühle, Spannung und Intrigen schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Dennoch fand ich die Details ums Essen, Kochen, Gewürze und Zutaten und das Restaurant im Allgemeinen zu dominant und das tat meinem Lesegenuss dann schon einen Ticken Abbruch.
Mein Fazit: Keine Offenbarung, aber ein solider historischer Roman mit sympathischen Figuren, starken Frauen und geschichtlichem Flair.








































