Julia Rothenburg Koslik ist krank

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Inhaltsangabe zu „Koslik ist krank“ von Julia Rothenburg

Alles war in bester Ordnung, bis René Koslik, ein Mann Anfang vierzig mit geregeltem Alltag, plötzlich wegen Verdachts auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird. Mit ihren labyrinth-artigen Gängen und ihrer undurchschaubaren Choreographie von Ärzten und Pflegern erscheint ihm die Klinik wie eine Parallelwelt. Die übrigen Patienten gleichen Schauspielern in einem absurden Theaterstück: Kosliks duldsamer Bettnachbar Friese, der redselige Rheinländer Bude, die esoterische Maltherapeutin Klemm – und eine Gestalt im Bademantel, die sich als Frank entpuppt, ein ehemaliger Kommilitone und ewiger Konkurrent von Koslik. Die angekündigten Untersuchungen verzögern sich, und eine diffuse Unruhe ergreift von ihm Besitz; er fühlt sich wie ein Angeklagter, der vergeblich auf sein Urteil wartet. Als dann auch noch seine Exfreundin Marlies auftaucht, droht alles aus den Fugen zu geraten ...

Grauenhaft gut erzählt, aber schwer erträglich.

— jamal_tuschick
jamal_tuschick

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    Koslik ist krank
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    12. September 2017 um 08:36

    René Koslik hatte einen Anfall. Aber sonst geht es ihm gut. Seine Krankengeschichte tut trotzdem weh wie quietschende Kreide. Quietschende Kreide aktiviert die Amygdala genauso wie Angstschreie. In Julia Rothenburgs Debüt „Koslik ist krank“ verwandelt sich das Geschrei in abwiegelnde, beschwichtigende, herunterspielende Gebärden und Bemerkungen. Koslik, ein Breisgauer in seinen Vierzigern, der an der Freiburger Volkshochschule Kurse gibt und sich in Akten der Selbstbegnadigung soweit heruntergewirtschaftet und abgefunden hat, dass nur noch über ihm viel ist, dreht frei in den Mühlen eines Klinikalltags. An Schwellen zur Panik strebt er in den Ruheraum seiner stillschweigenden Existenz zurück und verirrt sich unterwegs auf den Krankenhausfluren wie in einem Labyrinth. Seine Mobilität erschöpft sich in Aktivitäten, die vor Sandkübeln voller Kippen und automatisch schließenden Türen enden. „Na, kann ich helfen?“ fragt der Pfleger … (es) ist der Mausgesichtige“. Koslik fühlt sich nicht (krank) und will bloß nach Hause. Das gestattet man ihm nicht. Er verliert seine Selbstbestimmung in einem scheinbar nachgiebigen und kooperativen System. Alles scheint zu seinem Besten geregelt und tadellos in Funktion. Es hält ihn aber wie einen Gefangenen fest. Eine Verlegung erfolgt unter Aufsicht von Pflegern, die wie Wärter auftreten. Die Beobachtung des Probanden lehrt, dass Bescheidenheit keine Auswege bietet. In den Fängen einer qualligen Verwaltung wird Koslik zum Beifang der Langeweile anderer. Zumal Frank knöpft sich Koslik ständig vor. Die Kranken kennen sich von früher. Frank fasziniert der mit zunehmender Wehrlosigkeit verbundene Niedergang des anderen. Koslik war mal ein „harter Brocken“. Nun taugt sein Repertoire nichts mehr. Jede Verteidigungsanstrengung zieht einen negativen Bindungsknoten fester. Dazu kommt das schlechte Essen, als Fortsetzung einer Entmündigung mit anderen Mitteln. Koslik lernt Zustände kennen, die er lange zu vermeiden wusste. Die Imperative seines Seelenfriedens ergeben sich stärkeren Kräften. Eine psychische Disruption bricht ihn auf. Er müsste noch mal von vorn anfangen mit sich. Nur wozu? „Er muss hier weg, denkt er und will losrennen, dann fällt ihm wieder ein, dass er nirgendwohin kann. (Ihm) bleiben nur die Gänge, das Treppenhaus.“

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