Julia Sander eben saß sie noch da hinten

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Inhaltsangabe zu „eben saß sie noch da hinten“ von Julia Sander

Weder lustig noch spannend - unsympathische, penetrante Heldin!

— Karin_Kehrer
Karin_Kehrer
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    eben saß sie noch da hinten
    Karin_Kehrer

    Karin_Kehrer

    07. January 2017 um 00:29

    Steffi Wächter traut ihren Augen nicht: Als sie kurz bei einer Autobahnraststätte aussteigt, fährt ihr Mann Günther einfach davon. Während sie vergeblich auf seine Rückkehr wartet, lernt sie ein Frauenquintett kennen, das auf den Spuren von Rosamunde Pilcher nach Cornwall unterwegs ist. Die Frauen beschließen kurzerhand, Steffi mitzunehmen und das große Abenteuer beginnt …Titel und Klappentext ließen einen humorvollen Roman erwarten und da ich Cornwall auch selbst schon bereist habe, freute ich mich auch auf diesen Schauplatz – in der Hoffnung, vielleicht noch den einen oder anderen Aspekt dieser wunderschönen Gegend kennen zu lernen.Leider erlebte ich eine herbe Enttäuschung. Zum einen erfährt man über Cornwall so gut wie gar nichts. Und wenn, gibt es fast nur Unerfreuliches zu berichten. Die Autorin hat sich offenbar der Mission gewidmet, die negativen Auswirkungen des Rosamunde-Pilcher-Booms und alle anderen schlimmen Auswüchse des Tourismus anzuprangern.Die systematische Aneinanderreihung von Missgeschicken, die den sechs Frauen auf ihrer Reise zustoßen, wird irgendwann einfach nur unglaubwürdig und nervig, denn offenbar können sie so gut wie gar nichts unternehmen, ohne dass etwas schiefgeht.Das beginnt schon damit, dass sie einem Internetbetrüger ins Netz gehen und ein Hotel buchen, das gar nicht existiert – worauf eine ellenlange Belehrung erfolgt, wie so etwas geschehen kann. Überhaupt wird sehr viel belehrt und erklärt, in einer Art und Weise, die einem das Gefühl vermittelt, hier wollte die Autorin so etwas Ähnliches wie einen Ratgeber in allen Lebenslagen für ältere Damen verfassen.Und anstatt auf die Eigenheiten des Landes einzugehen, das sie bereisen, werden nur langweilige und nichtssagende Dialoge zum Besten gegeben, z.B. eine völlig unnötige Diskussion, wie man den Namen „Postlethwaite“ richtig ausspricht. Geht’s noch? Steffi ist absolut unsympathisch. Eine Frau, die alles kann, die sich sofort in der Gruppe als Neue zur Anführerin aufschwingt und allen ihre Ratschläge aufzwingt. Oft genug wird betont, dass ihr die Gesellschaft der anderen Frauen zu viel wird, obwohl sie ihr doch geholfen haben. Da hätte sie sich besser überlegen sollen, ob sie sich einfach einer Gruppe Fremder anschließt! Dann wird sie auch noch zur Heldin, als sie unabsichtlich ein Verbrecherduo zur Strecke bringt. Sehr dick aufgetragen! Ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob ihr Mann nicht doch mal einfach nur Ruhe vor dieser penetranten Frau haben wollte. Er meldet sich offenbar nicht bei ihr, was sie dazu veranlasst, ihrerseits die Beleidigte zu spielen und auch ihn nicht anzurufen. Schon merkwürdig, dass sie sich nicht fragt, was hinter all dem steckt und es nicht mal herauszufinden versucht. Ich würde keine Ruhe haben und mich fragen, ob ihm nicht vielleicht etwas zugestoßen sein könnte. Über die anderen Frauen erfährt man absolut nichts. Sie bleiben bloße Schatten, nur dazu da, der „Heldin“ einen Rahmen zu geben. Lustig ist das Ganze im Übrigen kein bisschen, auch nicht wirklich spannend. Schade, das war wohl nichts!

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