Julia Schoch

 2.8 Sterne bei 39 Bewertungen

Lebenslauf von Julia Schoch

Ostdeutsches Schreibtalent erobert den Westen: Die Germanistin und Romanistin wuchs als Tochter eines Offiziers der Nationalen Volksarmee und einer Buchhändlerin in der DDR auf. Den Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland greift sie in ihren literarischen Werken immer wieder auf. 2001 veröffentlichte sie ihren Erzählband „Der Körper des Salamanders“ und 2004 folgte ihr Romandebüt mit „Verabredungen mit Mattok". Für ihre Leistungen als Schriftstellerin und Übersetzerin hat sie verschiedene Auszeichnungen erhalten wie beispielsweise den Kunstpreis Literatur der Land Brandenburg Lotto GmbH, den André-Gide-Preis oder den Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis. Außerdem ist sie Stadtschreiberin von Dresden und Rheinsberg und Mitglied in der Schriftstellervereinigung Poets, Essayists und Novelists. Die emphatische Lakonikerin besitzt einen ganz eigenen, unverwechselbaren Sprachstil, der ihre Prosa authentisch und wahrhaftig macht.

Alle Bücher von Julia Schoch

Mit der Geschwindigkeit des Sommers

Mit der Geschwindigkeit des Sommers

 (24)
Erschienen am 01.08.2010
Schöne Seelen und Komplizen

Schöne Seelen und Komplizen

 (5)
Erschienen am 01.02.2018
Der Körper des Salamanders

Der Körper des Salamanders

 (4)
Erschienen am 13.11.2009
Verabredungen mit Mattok

Verabredungen mit Mattok

 (3)
Erschienen am 01.12.2005
Steltz & Brezoianu

Steltz & Brezoianu

 (1)
Erschienen am 30.09.2007
Selbstporträt mit Bonaparte

Selbstporträt mit Bonaparte

 (2)
Erschienen am 10.12.2013

Neue Rezensionen zu Julia Schoch

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K

Rezension zu "Schöne Seelen und Komplizen" von Julia Schoch

Gibt es eine Schuld, hervorgebracht durch Seelenverwandtschaft?
Klaus_Jürgen_Dilewskyvor 4 Monaten

Der Verlag:

 

»Ich gehe auf jedes Buch zu, als könnte es ein guter Freund werden«: Mit diesem leidenschaftlichen Bekenntnis zur Literatur schlägt Piper-Verlegerin Felicitas von Lovenberg einen Bogen zu den Anfängen des traditionsreichen Verlags. 1904 aus Liebe zum Buch und zu den Lesern Reinhard Piper gegründet, leitet die profilierte Journalistin, u.A. lesenswert SWR Fernsehen bis zur Übernahme der Verlagsleitung, Sachbuch-Autorin und »große Leserin« (DIE ZEIT) Felicitas von Lovenberg den Verlag als glaubwürdige Instanz für Autoren und Leser – ein breit aufgestelltes Haus mit rund einhundert Mitarbeitern. Deren engagierte interne Auseinandersetzung mit Schriftstellern, Manuskripten und Themen bringt seit Jahrzehnten ein authentisches Produkt hervor – wenn man die Werke so verschiedener Autoren

 

Die Autorin:

Julia Schoch wurde 1974 in Bad Saarow geboren und wuchs in Mecklenburg auf. Seit 1986 wohnt sie in Potsdam. Mehrere Jahre arbeitete sie als Filmvorführerin. In den neunziger Jahren studierte sie Germanistik und Romanistik. Sie lebte längere Zeit in Paris, Bukarest und Kaliningrad. Von 2000 bis 2003 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für französische Literatur an der Universität Potsdam. Seit 2003 ist sie freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Ein beredtes Beispiel zeigt ihr neustes Projekt: Von Isabelle Eberhardt: Nomadin war ich schon als Kind / Tagebücher - übersetzt und mit einem Vorwort von Julia Schoch. Aus dem Verlag: edition erdmann ein Imprint von Verlagshaus Römerweg  ( Juni 2018).

Das Cover: Es zeigt, dass das Leben keine gerade Linie ist, sondern in UPS und Downs verläuft.

 

Nun aber erst einmal zum Inhalt der Geschichte; die Buchbeschreibung des Romans "Schöne Seelen und Komplizen":

 

Inhalt Teil 1 um es mit Johannes Oerding - Hundert Leben zu sagen:

 

Der erste Zigarettenrauch dicht gefolgt vom Whiskey-Rausch
Und die Große Liebe, die man nie vergisst
Am Anfang wollte keiner weg
Doch dann haben auch wir entdeckt
Dass Leben hinterm Ortsschild ist
Die Lehrer waren stehts bemüht
Freitags wurde vorgeglüht
Nein, damals gab es keine Einsamkeit
Nie auf Nummer sicher geh'n
Tag für Tag Geschwister seh'n
Jedes Alter hat auch seine Zeit

Wir haben viel erlebt
'ne Geschichte, die uns ewig bleibt
Und haben viel geseh'n
Dass es gut für hundert Leben reicht
Und ohne unser gestern
Würd' ich mich heut nicht so auf morgen freu'n
Ist es nicht das, was zählt
Eine Zeit, die gut für hundert Leben reicht
Die gut für hundert Leben reicht

 

 

 

Inhalt Teil 2:

 

Unsere alten Straßen seh'n aus, als blieb die Zeit hier stehen
Ich fahr' noch mal bei euch allen vorbei
Melle ist schon lange weg
Christian bringt sein'n Sohn ins Bett
Und Ben und ich haben eigentlich wenig Zeit
Kurz reingeschaut und viel gelacht
Und einer meiner Freunde sagt
Ich seh' aus wie mein Vater nur mit Bart
Alles so wie immer, so als wär'n wir wieder Kinder
Hier weg zu gehen war richtig, doch auch hart
                                                                                                                                                                            Wir haben viel erlebt
'ne Geschichte, die uns ewig bleibt

 

Nun zu meiner Meinung   / Mein Fazit:

 

„Wenigstens bleiben uns die Erinnerungen, so ist die Vergangenheit nie tot.“ , und „In der Vergangenheit ist alles einfacher.“ , heißt es im Roman Julia Schoch erzählt in ihrem Roman "Schöne Seelen und Komplizen" „Die meisten Menschen gehen daran zugrunde, dass sie den Anfang und das Ende nicht zusammenbringen können. “, an einer Dritten.

 

Und um es erneut mit Johannes Oerding - Hundert Leben zu sagen:

 

Wir haben viel erlebt
'ne Geschichte, die uns ewig bleibt
Und haben viel geseh'n
Dass es gut für hundert Leben reicht
Und ohne unser gestern
Würd' ich mich heut nicht so auf morgen freu'n
Ist es nicht das, was zählt
Eine Zeit, die gut für hundert Leben reicht
Die gut für hundert Leben reicht:

Eine Zeit, die gut für hundert Leben reicht
Wir wissen nicht, was kommt
Wir wissen nur, was ewig bleibt, hey!

 

Die bibliographischen Angaben zu diesem Titel lauten: Produktinformationen:

 

  Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

  Verlag: Piper ( Februar 2018)

  Sprache: Deutsch

  Preis: 20 €

  ISBN-13: 978-3492057738

 

Dr. Dilewsky ist seit 20 Jahren, an unterschiedlichen Schulformen, als Studienrat tätig. Aktuell arbeitet er seit 04.10.2011 am Weiterbildungs-Köln-Kolleg, einer Schulform, die es Menschen ermöglicht, ihr Abitur auf dem 2. Bildungsweg zu erreichen. Letztendlich möchte er mit seiner Arbeit ein Umdenken im System Schule einleiten. In seiner Freizeit unterstützt er junge Musiker. Mittelfristig möchte er    die Richard Istel Stiftung für junge Musiker gründen, die jungen Künstlern, über Stipendien, ihre Ausbildung und erste CD Produktionen ermöglicht. Seit Dezember 2014 gibt es das 4. Buch von                                                            Dr. Klaus Jürgen Dilewsky, welches beide Arbeitsbereiche sinnvoll miteinander  verknüpft:
Erziehung  heute Auswirkungen auf die Schule: Reihe Unterrichtsmaterialien

Bd. 1, 408 S., 44.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12883-6                                                                             Meine Rezensionen erscheinen seit 1989, je nach Thema: bei JuLit, der Deutschunterricht, Pädagogik, Seite der Stadtbibliothek Köln, auf Verlagsseiten, meiner fb-Seite, bei Amazon: https://www.amazon.de/gp/profile/A2C6AA9ZLFQ5NA?ie=UTF8&ref_=sv_ys_4

und auf den Seiten anderer Buchhandlungen. Autoren und Verlag erhalten 1 Exemplar der Besprechung per Mail.

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Rezension zu "Schöne Seelen und Komplizen" von Julia Schoch

bestechend gute Prosa, aber zu großes Figurenkabinett
Nilvor 5 Monaten

'Schöne Seelen und Komplizen' war ein Roman der mich sehr gereizt hat und denn ich nach einem gehörten Interview mit der Autorin Julia Schoch sofort lesen wollte.

Die Idee ist klasse, wir lernen eine Menge Abiturienten zur Wendezeit 1989 kennen und dann fast forward und wir treffen sie 25-30 Jahre später wieder.

So weit so gut. Der Roman ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten lernen wir ganze 16 Personen kennen. Hier kommt in kurzen Kapiteln jeder zu Wort, vereinzelt auch mehrfach.

Jeder berichtetet aus seiner persönlichen Ich-Perspektive über die Ist-Situation rund um 1989. Charmant ist, dass der Erzähler wechselt, aber die Zeit voranschreitet. Das ist gut gemacht.

Was mich aber total überfordert hat, sind 16 verschiedene Charaktere die alle paar Seiten wechseln und alle aus der Ich-Perspektive berichten. Ich war froh diesen Roman fast am Stück gelesen zu haben. Definitiv nichts was man mal zur Hand nimmt für ein paar Seiten und dann wieder weglegt und beim nächsten Mal genau weiß wer da gerade denkt und agiert.

Dann folgt der zweite Teil in dem wir das gleiche Figurenkabinett antreffen, wieder kommen die einzelnen Personen als Ich-Erzähler zu Wort. Wir tauchen als Leser ab wie die jungen Idealisten nun leben und was sie treibt. Im zweiten Teil gibt es aber zwangsläufig keine so stringente Handlung durch die Geschichten hinweg. Nur ein loser Strang: das Klassentreffen. Auffällig sind die vielen negativen Gegenwartsportraits bzw. gescheiterten Persönlichkeiten, nur wenige hinterlassen einen frohen, gar einen glücklichen Eindruck. Das hat bei der Lektüre etwas irritiert und scheint mir auch eine etwas zu traurige Bilanz dieses Jahrgangs.

Für meinen Geschmack zu komplex, aber eine wunderbare Prosa. Ein Grund warum ich den Roman überhaupt zu Ende las. Wirklich schön kann Julia Schock schreiben. Da kann man richtig in die Seiten einsinken. Nun wünsch ich ihr noch einen treffenderen Inhalt zur Verarbeitung. Hier zwei gute Zitate: 'Das Bewusstsein für die eigene Einsamkeit überfällt einen blitzartig.' auf Seite 168 und 'Erzeugt nicht Euphorie oft zugleich Blindheit?' auf Seite 155.

Übrigens habe ich noch kein literarisches Werk gelesen wo so oft das Wort Flunsch vorkommt.

Fazit: Zu viele Personen in die wir als Leser eintauchen, der erste Teil ist weitaus besser als der zweite Teil, aber dennoch eine bestechend gute Prosa!

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M

Rezension zu "Schöne Seelen und Komplizen" von Julia Schoch

Wie das Leben unveränderlich prägt
michael_lehmann-papevor 9 Monaten

Wie das Leben unveränderlich prägt

Wer als Leser dazu neigt, sich zitierfähige Sätze, existenzielle Sätze, Anmerkungen zum menschlichen Sein und zur Bedeutung der eigenen Jugend-Geschichte für das gesamte weitere Leben gerne zu notieren, der sollte bei der Lektüre dieses Werkes einen ausreichend dimensionierten Block samt Stift bereitlegen.

Zwar nicht jeder Satz und nicht auf unbedingt jeder Seite, doch in ungewöhnlich hoher Dichte und Vielfalt bietet Julia Schoch in einer klaren, präzisen und immer genau auf den Punkt treffenden Sprache ein Kaleidoskop des Lebens, dass sie ihren diversen, miteinander enger bis lose verbundenen Protagonisten je aus ganz individueller, persönlicher Erfahrung heraus in den Mund legt.

Wobei der Anfang, der Rahmen des Werkes relativ einfach geklärt ist und dennoch in sich bereits kompliziertes Geschehen vereint. Wenn man um die Jahre der Wendezeit 1989 in genau jener prägenden Lebensphase der Jugend ein Gymnasium besucht, dass elitär und damit DDR-linientreu war, vom gesamten Alltag des Lebens und Umfeld bereits ja sich „in ein Leben gewöhnt hat“ und dann eine doch umwälzende Veränderung der Werte, Öffnung des eigenen Lebenswegs und einen zeitlich gedrängten, raschen äußeren Perspektivwechsel zu verkraften hat.

Neben den, gerade in diesen jungen Jahren, ja auch wichtigen „Kleinigkeiten“ des Lebens wie Freundschaft, Konkurrenz, Verliebtheit, Nähe und Distanz.

Es sind einige Personen, die Schoch in dieser Zeit im Buch begleitet und dann dieselben Personen Jahrzehnte später in ihrem persönlichen Rückblick auf das Leben vor Augen führt. Nicht in ellenlangen Monologen oder reflektierten Betrachtungen, sondern in dem, was diese Personen aus diesen Wurzeln heraus geworden sind und mit sich und miteinander erlebt haben.
Und gerade weil die 16 handelnden Personen im Roman so verschieden sind, von der „Paris verbundenen Romantikeren“ bis zum „in der Spielhalle sein Leben gelangweilt dahingleiten lassenden“ Lebensentwurf, bildet sich im Roman nicht nur die spezielle Geschichte von „DDR-Jugendlichen“ mit ihrer ganz eigenen Prägung ab, sondern ein Gutteil der gesellschaftlichen Gegenwart findet sich auf den Seiten des Romans wunderbar illustriert wieder.

„Ich müsste noch etwas Großes wagen. Eine Art Aufbäumen. Unbeholfen, stürmisch, nah an der Verzweiflung!“….Das zog mich runter, machte mich sogar regelrecht fertig“. Auf diesem Konzert in der Gegenwart, mit dem eigenen Sohn im gleichen Alter, wie man selbst damals.

„Ich bin abgeschnitten, was mal wichtig war, hat keine Bedeutung mehr…..auch nicht für mich selbst“. Was nicht nur auf das „abgeschnitten sein“ in der eigenen Jugend zutrifft, sondern einfach auch das Lebensgefühl nicht weniger Angehöriger einer Generation widerspiegelt. Die ihre netten, höflichen, netzwerkenden Kinder betrachtet und sich ernsthaft fragt, wo denn der eigene Kampf, der eigene Beitrag zum Leben eigentlich war.

„Vielleicht habe ich den Anschluss verpasst. Frage ist nur, den Abschluss woran“?
Fragt sich Ruppert auf seine Weise, wie auch die anderen, wie auch Lydia, nur aus ganz anderer Perspektive, im Blick auf den Schulfreund, mit dem sie inzwischen seit langer Zeit liiert ist.

„Wie der hinterhältige Ehemann in Gaslicht schafft er es jedes Mal, mich glauben zu lassen, ich sei unzurechnungsfähig“. Was das allgemein menschliche in starken Worten über lange Lieben und manche Beziehungen ist, demgegenüber das Spezielle an erlebter Geschichte schal schmeckt, die Fluchtversuche (nach Argentinien, damals, zumindest geplant) nicht umgesetzt wurden und nun die Vergangenheit, „sie pappt mir an wie Grieß“.

Lästig, unschön, aber nicht abzuschütteln.

Eine intensive Lektüre, die vielfach auf den Punkt trifft, die Prägungen und deren Folgen offenlegt, die zeigt, wie die Gegenwart wenig klare Orientierung bietet und wie schwierig es ist, sich von jetzt auf gleich dauerhaft in einer „neuen Welt“ zurecht zu finden. Bei der aber auch Längen nicht ganz vermieden werden können und nicht alle Handlungsweisen völlig überzeugend erscheinen.

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Zusätzliche Informationen

Julia Schoch wurde am 17. Mai 1974 in Bad Saarow (Deutschland) geboren.

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