Julia Schoch

 3,4 Sterne bei 245 Bewertungen
Autorin von Das Vorkommnis, Das Liebespaar des Jahrhunderts und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Ostdeutsches Schreibtalent erobert den Westen: Die Germanistin und Romanistin wuchs als Tochter eines Offiziers der Nationalen Volksarmee und einer Buchhändlerin in der DDR auf. Den Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland greift sie in ihren literarischen Werken immer wieder auf. 2001 veröffentlichte sie ihren Erzählband „Der Körper des Salamanders“ und 2004 folgte ihr Romandebüt mit „Verabredungen mit Mattok". Für ihre Leistungen als Schriftstellerin und Übersetzerin hat sie verschiedene Auszeichnungen erhalten wie beispielsweise den Kunstpreis Literatur der Land Brandenburg Lotto GmbH, den André-Gide-Preis oder den Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis. Außerdem ist sie Stadtschreiberin von Dresden und Rheinsberg und Mitglied in der Schriftstellervereinigung Poets, Essayists und Novelists. Die emphatische Lakonikerin besitzt einen ganz eigenen, unverwechselbaren Sprachstil, der ihre Prosa authentisch und wahrhaftig macht.

Neue Bücher

Cover des Buches Das Liebespaar des Jahrhunderts (ISBN: 9783423254625)

Das Liebespaar des Jahrhunderts

(68)
Neu erschienen am 18.06.2026 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Julia Schoch

Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423148733)

Das Vorkommnis

(103)
Erschienen am 09.01.2025
Cover des Buches Das Liebespaar des Jahrhunderts (ISBN: 9783423254625)

Das Liebespaar des Jahrhunderts

(68)
Erschienen am 18.06.2026
Cover des Buches Mit der Geschwindigkeit des Sommers (ISBN: 9783492976350)

Mit der Geschwindigkeit des Sommers

(29)
Erschienen am 01.12.2017
Cover des Buches Wild nach einem wilden Traum (ISBN: 9783423149556)

Wild nach einem wilden Traum

(19)
Erschienen am 19.02.2026
Cover des Buches Schöne Seelen und Komplizen (ISBN: 9783492315470)

Schöne Seelen und Komplizen

(10)
Erschienen am 29.08.2024
Cover des Buches Der Körper des Salamanders (ISBN: 9783492257305)

Der Körper des Salamanders

(4)
Erschienen am 13.11.2009
Cover des Buches Selbstporträt mit Bonaparte (ISBN: 9783423149396)

Selbstporträt mit Bonaparte

(2)
Erschienen am 14.08.2025
Cover des Buches Verabredungen mit Mattok (ISBN: 9783492245852)

Verabredungen mit Mattok

(3)
Erschienen am 01.12.2005

Neue Rezensionen zu Julia Schoch

Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423148733)
Nicolai_Levins avatar

Rezension zu "Das Vorkommnis" von Julia Schoch

Nicolai_Levin
Von Eltern und Schwestern

Die Icherzählerin ist Schriftstellerin - nach einer Lesung kommt eine Frau auf sie zu und sagt, sie beide hätten übrigens denselben Vater. Das ist das titelgebende "Vorkommnis", das dazu führt, dass die Erzählerin sich Gedanken macht über ihre Eltern, ihre Herkunft, ihre eigene Familie und wie alles zusammenhängt.

So weit, so gut.

Oder eben nicht. Ich finde nämlich leider überhaupt keinen Bezug zu dieser Frau, auch wenn sie mir sehr offen und detailliert darlegt, was sie denkt. Der Duktus ist streng rational und analytisch, für Emotionen ist kein Platz, aber das stört mich gar nicht: Ich habe mich auch anderswo dem Seelenleben von literarischen Akteuren via Bande genähert - bei Kent Harufs kleinen und doch so schmerzhaften Dramen aus Colorado ebenso wie bei Penelope Lively und ihrer "Heat Wave". Aber da konnte ich die Haltung und das Handeln der Figuren für mich nachvollziehen.

Diese Icherzählerin hingegen bleibt mir als Mensch und Charakter ein Rätsel. 

Als die vermeintliche Halbschwester sie anspricht, umarmt sie diese spontan und innig. Und dann lässt sie sie wieder ziehen und ihrer Wege gehen. Ich hätte sie ja beiseite genommen und erstmal nach dem Woher und Weshalb gefragt, sie gelöchert und ihre Geschichte auf Plausibilität und Anhaltspunkte verprobt. Und dann, wenn ich alles rational verstanden und gebilligt hätte, hätte ich entschieden, welche Rolle die Frau in meinem Leben bekommt, welche emotionale, familiäre Nähe ich zulassen will. Aber so ticke ich, die Icherzählerin aber eben nicht.

Ein anderes Mal bedauert das Ich den Verlust eines Portemonnaies, weil darin der nie abgesandte Brief lag, in dem sie ihrem Ehemann die Trennung verkündet. Dabei ist - davor und danach - nie die Rede von Eheproblemen, von Trennungsabsichten, von spezieller Unzufriedenheit. Darf ich das seltsam finden? Ich zucke die Schultern und denke mir, gut, andere haben Fotos ihrer Lieben im Geldbeutel ...

Auch die Haltung gegenüber den eigenen Kindern - namens- und geschlechtlos schreibt sie nur vom "jüngeren Kind" - denen im Kindergarten Gewalt und gravierendes Fehlverhalten vorgeworfen wird, bleibt merkwürdig gleichgültig und distanziert. Ich wäre (oder war in vergleichbaren Situationen) hin- und hergerissen zwischen dem Verteidigungsinstinkt, mit dem ich mein Rudel gegen die völlig haltlosen und lächerlichen Anforderungen des hysterischen Kindergartenpersonals schützen wollte - und der tiefen Sorge, irgendwas in der Erziehung grundfalsch gemacht zu haben, weswegen meine Kinder solche Rowdies geworden sind und eine Gefahr für die Menschheit.

Nachvollziehbar in diesem Text sind für mich nur die Abschnitte mit Betrachtungen der Literatur, wenn sie Bücher befragt, um Halt zu finden (welche Rolle spielen Halbgeschwister bei anderen Schreibenden und deren Werken?) und des Literaturbetriebs, wo sie auch die kleinen Nöte als Schreibende schildert, deren Fiktion ganz anders interpretiert wird als von ihr beabsichtigt. Interessant auch die Passagen über das Aufwachsen als Offizierstochter in der DDR und ihr Jahr als Dozentin in Bowling Green, Michigan.

Aber das macht nur einen geringen Teil dieses dünnen Bandes aus. Auf den meisten Seiten verstehe ich diese fremde Frau überhaupt nicht und, schlimmer noch, ich finde sie darüber hinaus auch gänzlich uninteressant.

Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423148733)
Sanne54s avatar

Rezension zu "Das Vorkommnis" von Julia Schoch

Sanne54
Nachdenken über die eigenen familiären Beziehungen

Bei einer Autorenlesung von einer fremden Frau darauf angesprochen, dass die Ich-Erzählerin und die Fremde den gleichen Vater hätten und das sehr beiläufig, beginnt die Autorin über die eigene Familiengeschichte und die innerfamiliären Beziehungen zu reflektieren. Klug und anspruchsvoll ist das, aber leider bleibt das Vorkommnis nur der Anstoß und fehlt mir in der Folge etwas. Wahrscheinlich entspricht das Buch einfach nicht meinen Lesegewohnheiten mit Blick auf die Entwicklung einer Story. Es mir tatsächlich aber nicht gefallen hat ist der nachvollziehbare Kunstgriff, dass die Figuren namenlos (der Mann, das ältere Kind etc) bleiben. Ich verstehe die Idee und dennoch kann ich diese Distanz nicht überbrücken. Ich lese gerne Literatur, aber keine Ratgeber und das erscheint mir ein wenig wie ein Mittelding. 

Cover des Buches Das Liebespaar des Jahrhunderts (ISBN: 9783423254625)
esthers avatar

Rezension zu "Das Liebespaar des Jahrhunderts" von Julia Schoch

esther
Partnerschaft auf Augenhöhe?

Die Ich - Erzählerin, in dem Buch werden keine Namen genannt, blickt auf ihre 30- jährige Beziehung zu einem Mann zurück. Verheiratet waren sie nie, haben zwei gemeinsame Kinder. Sie möchte ihn endlich verlassen. Viele, viele Jahre denkt sie schon darüber nach, ausgesprochen hat sie es aber bisher nicht. Schon am Anfang beschlich mich das Gefühl, das diese Beziehung nicht auf Augenhöhe stattfindet und so scheint es sich auch bis zum Ende durchzuziehen. Auf den letzten Seiten des Buches steht: “Ich war wütend. Wie naiv ich gewesen bin! Mich so aufzusparen für dich! Mein ganzes Leben auf dich auszurichten, während du längst - immer - deine Wege gegangen bist.”

Ja, so habe ich es auch empfunden. Im Nachhinein kann man sagen, beide waren naiv, narzisstisch (jeder auf seine Weise).

Dennoch hallt das Buch nach. Vielleicht merkt man, wie man es selber nicht machen möchte, dass man mit seinem Partner immer auf Augenhöhe agieren und nie den Respekt voreinander verlieren sollte.

Ob sie wirklich ihren Mann verlassen wird? Ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Sind mir die beiden Hauptperson sympatisch? Schwierig - aber ich konnte mich mit beiden nicht wirklich anfreunden, auch wenn ich ihre beiden Ansichten in ihrer Jugend nachvollziehen konnte.

Das Buch hat mich aber nichtsdestotrotz bewegt und erreicht. Für mich ein Buch, das nachwirkt.



Gespräche aus der Community

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aba

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2018 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.

Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2018 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.

15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2018 bis 31.12.2018 lesen.

Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2018 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

  1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
  2. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
  3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
  4. Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!
Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2018 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
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Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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Zusätzliche Informationen

Julia Schoch wurde am 17. Mai 1974 in Bad Saarow (Deutschland) geboren.

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