Julia Schoch

 3,5 Sterne bei 155 Bewertungen
Autorin von Das Vorkommnis, Mit der Geschwindigkeit des Sommers und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Julia Schoch

Ostdeutsches Schreibtalent erobert den Westen: Die Germanistin und Romanistin wuchs als Tochter eines Offiziers der Nationalen Volksarmee und einer Buchhändlerin in der DDR auf. Den Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland greift sie in ihren literarischen Werken immer wieder auf. 2001 veröffentlichte sie ihren Erzählband „Der Körper des Salamanders“ und 2004 folgte ihr Romandebüt mit „Verabredungen mit Mattok". Für ihre Leistungen als Schriftstellerin und Übersetzerin hat sie verschiedene Auszeichnungen erhalten wie beispielsweise den Kunstpreis Literatur der Land Brandenburg Lotto GmbH, den André-Gide-Preis oder den Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis. Außerdem ist sie Stadtschreiberin von Dresden und Rheinsberg und Mitglied in der Schriftstellervereinigung Poets, Essayists und Novelists. Die emphatische Lakonikerin besitzt einen ganz eigenen, unverwechselbaren Sprachstil, der ihre Prosa authentisch und wahrhaftig macht.

Neue Bücher

Cover des Buches Das Liebespaar des Jahrhunderts (ISBN: 9783423283335)

Das Liebespaar des Jahrhunderts

 (1)
Erscheint am 16.02.2023 als Gebundenes Buch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Julia Schoch

Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423290210)

Das Vorkommnis

 (80)
Erschienen am 16.02.2022
Cover des Buches Adieu Paris (ISBN: 9783716040058)

Adieu Paris

 (26)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Mit der Geschwindigkeit des Sommers (ISBN: 9783492976350)

Mit der Geschwindigkeit des Sommers

 (27)
Erschienen am 01.12.2017
Cover des Buches Bekenntnis einer Freundschaft (ISBN: 9783458205081)

Bekenntnis einer Freundschaft

 (9)
Erschienen am 07.03.2016
Cover des Buches Schöne Seelen und Komplizen (ISBN: 9783492057738)

Schöne Seelen und Komplizen

 (8)
Erschienen am 01.02.2018
Cover des Buches Der Körper des Salamanders (ISBN: 9783492257305)

Der Körper des Salamanders

 (4)
Erschienen am 13.11.2009
Cover des Buches Verabredungen mit Mattok (ISBN: 9783492245852)

Verabredungen mit Mattok

 (3)
Erschienen am 01.12.2005
Cover des Buches Das Liebespaar des Jahrhunderts (ISBN: 9783423283335)

Das Liebespaar des Jahrhunderts

 (1)
Erscheint am 16.02.2023

Neue Rezensionen zu Julia Schoch

Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423290210)
Co_Wintersteins avatar

Rezension zu "Das Vorkommnis" von Julia Schoch

Das Vorkommnis
Co_Wintersteinvor einem Monat

Der autofiktionale Roman "Das Vorkommnis" von Julia Schoch handelt von einer Schriftstellerin, die bei einer ihrer Lesungen auf eine Frau trifft, die behauptet ihre Halbschwester zu sein, also den gleichen Vater zu haben. Dieses Vorkommnis - ein Eindringen in das feste Familiengefüge - beschäftigt sie lange Zeit. So bilden die Gedanken über die Halbschwester inhaltlich den Hauptteil des schmalen Buches, Schoch versetzt sich in ihre Perspektive, wie lange hatte sie das Geheimnis mit sich herumgetragen und vesucht den gemeinsamen Vater zu kontaktieren? 

Im Mittelteil, in dem die Ich-Erzählerin ihren mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt in den USA beschreibt, das Leben dort mit ihrer Mutter und den beiden Kindern im Studentenwohnheim und das Nachdenken über die Begegnung mit der neuen Schwester, nimmt die Spannung in meinen Augen etwas ab. 

Wie schon bei Knausgård und bei Ernaux wundere ich mich über die detaillierten Beschreibungen des Alltags, des Alltäglichen, des Banalen, z. B. welchen Guss, die von ihr gekauften Donuts haben. 

Schoch selbst gibt die Antwort, so schreibt sie:

„Ich erwähne diese alltäglichen Verrichtungen, weil die meisten überraschenden Vorfälle in unserem Leben gleichsam nebenbei passieren. Wir setzen nicht aus. Wir halten nicht inne. [...] Wir bauen, was uns überrascht hat, in unser gewohntes Leben ein. Wir gehen unserer Arbeit nach. Wir funktionieren."

Vielleicht ist das ein wichtiger Punkt des autofiktionalen Schreibens?

Gut gefallen haben mir auch die Reflexionen der Ich-Erzählerin über ihr Schreiben. Wann, wo, wie es geschieht und warum, z.B die Stelle über das Notizbuch, das sie während des USA-Aufenthalts geführt hat und ihre Gedanken zum Schreiben als Verarbeitung von Erinnerungen:

„Aber selbst wenn man es schafft, wenn man die passenden Worte findet, ist das Schreiben eine Art Verdrängung, immer. Da es die Dinge in einem neuen Licht erscheinen lässt. Man lebt fortan mit einer neuen Version seiner selbst (S. 164)."

Ich würde gar nicht sagen in "neuem Licht", sondern in anderem Licht. Durch das Schreiben fällt es leichter eine andere Perspektive einzunehmen und die Dinge mit anderen Augen zu betrachten, es erweitert im wahrsten Sinne den Horizont.


"Das Vorkommnis" ist Band 1 der Triologie "Die Biographie einer Frau", sicherlich werde ich auch den im Frühjahr erscheinenden zweiten Teil "Das Liebespaar des Jahrhunderts" lesen.

Leseempfehlung für Fans von autofiktionalen Texten!

Das tolle Gemälde auf dem Cover stammt von der Künstlerin Tina Berning

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Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423290210)
buchverzueckts avatar

Rezension zu "Das Vorkommnis" von Julia Schoch

3,5 Sterne!
buchverzuecktvor 3 Monaten

Mein Leseeindruck:
Der erste Teil der Trilogie "Die Biografie einer Frau" von Julia Schoch konnte mich nur so mittelmäßig überzeugen.

Nach einer ihrer Lesungen wird die Protagonistin von einer fremden Frau angesprochen: "Wir haben übrigens denselben Vater", ziemlich überrumpelnd mit der Tür ins Haus. Gefangen in einem Strudel des Gedankenkarusells durchlebt die Protagonistin ihre Kindheit und Jugend und sucht händeringend nach einer Möglichkeit, um mit dem Vorkommnis umgehen zu können.

Es folgt langes Sinnieren über ihre Familie und ihr bisheriges Leben, ihr Hinterfragen dessen war sehr sachlich aber entfernt, und dennoch reflektiert und klar.

Da Julia Schoch den Personen der Geschichte keinerlei Namen gibt (sie nennt sie lediglich "die Schwester, das ältere Kind oder der Mann") konnte ich die Protagonisten nur sehr distanziert wahrnehmen und keine Verbindung aufbauen.

Überzeugen konnte mich Julia Schoch mit ihrem sprachlichen Geschick. Die anspruchsvollen und sehr klugen Gedankengänge sprachen mich sehr an. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, gut fand ich auch, dass hier nicht alles "schöngeredet" wird.
Auch wenn es mir sehr schwerfiel eine Verbindung zur erzählenden Protagonistin aufzubauen; die Erzählungen konnten mich erreichen und machen mich neugierig auf den zweiten Teil dieser Reihe.


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Cover des Buches Das Vorkommnis (ISBN: 9783423290210)
Leseratte_09s avatar

Rezension zu "Das Vorkommnis" von Julia Schoch

Seltsam distanzierte Erzählung über ein Familiengeheimnis, welches ein Gedankenkarussell auslöst
Leseratte_09vor 5 Monaten

„Das Vorkommnis“ ist der Auftakt einer Trilogie – der Biographie einer Frau.

Bei einer Lesung wird die Protagonistin von einer fremden Frau mit dem Satz „Wir haben übrigens denselben Vater“ angesprochen. Auch wenn sie der Fremden um den Hals fällt, bleibt die Begegnung flüchtig, löst jedoch eine Welle von Gefühlen und Fragen aus. Fragen, die alle Bereiche des Lebens betreffen: Ehe und Muttersein, Kindheit, Adoption, Vertrauen und Familiengeheimnisse, ja die Wahrheit generell. Durch die Begegnung bekommt das Leben der Protagonistin eine neue Richtung, alles scheint neu bewertet werden zu müssen und Personen oder Situationen, auf die man immer vertraut hat, werden auf einmal unsicher.

Auffällig war für mich zunächst das Cover. Ein Porträt einer nachdenklich blickenden Frau, abwesend und abweisend und doch irgendwie verletzlich. Neben vielen positiven Berichten über den Roman ließ mich das Cover zu dem Buch greifen.

Doch schon der Einstieg in den Roman gestaltet sich schwierig. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben, was die Möglichkeit geben könnte, eine Entwicklung und die inneren Kämpfe der Protagonistin mit der (wie später deutlich wird) eben nicht überraschenden Information einer Halbschwester mitzuerleben. Die Nebenfiguren bleiben unerwartet blass. Kein Familienmitglied hat überhaupt einen Namen. Es heißt immer nur „das Kind“, „mein Mann“, „mein Mann bevor er der Ehemann wurde“…… Namen erhalten nur Personen außerhalb der Familie wie eine alte Klassenkameradin, die Mutter eines Kindergartenkindes. Das führt zu einer merkwürdigen Distanz, die zwischen der Ich-Erzählerin und allen anderen Figuren zu spüren ist. Auch frage ich mich, warum die Begegnung solch umwälzende Gedankenspiele bei der Protagonistin auslöst, denn sie wusste von der Existenz der Halbschwester – bereits seit längerer Zeit. Die Gedanken der Ich-Erzählerin springen hin und her, so dass es, wie ich finde, schwierig wird, der Geschichte wirklich zu folgen. Es gibt keinen konstanten Erzählstrang, der Leserinnen und Leser in die Geschichte führt und eintauchen lässt. So bleibt die Geschichte von Anfang an konstruiert, distanziert und merkwürdig unpersönlich, obwohl es doch eigentlich etwas Persönliches sein sollte.

Spannend finde ich, wie die Julia Schoch die Trilogie weiterführen möchte. Auf einer Lesung sagte sie, dass wir alle ja unterschiedliche Leben leben – das der Tochter, der Mutter, der Ehefrau, der Freundin….. und man Erlebnisse aus jeder Perspektive berichten könnte. Wird das der Weg der beiden weiteren Bände sein oder doch eine chronologische Weiterführung der Geschichte aus „Das Vorkommnis“?

Mich hat das Buch nicht wirklich erreicht und gefesselt.

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Zusätzliche Informationen

Julia Schoch wurde am 17. Mai 1974 in Bad Saarow (Deutschland) geboren.

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