Julia Trompeter

 2.7 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Frühling in Utrecht, Die Mittlerin und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Frühling in Utrecht

 (8)
Neu erschienen am 05.02.2019 als Hardcover bei Schöffling.

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Frühling in Utrecht

Frühling in Utrecht

 (8)
Erschienen am 05.02.2019
Die Mittlerin

Die Mittlerin

 (6)
Erschienen am 05.08.2014
Zum Begreifen nah

Zum Begreifen nah

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Erschienen am 02.02.2016

Neue Rezensionen zu Julia Trompeter

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Rezension zu "Frühling in Utrecht" von Julia Trompeter

Davon zuversichtlich später (Robert Walser)
alupusvor 2 Tagen

Davon zuversichtlich später. (Robert Walser)

 

Dieses Buch konnte mich nicht überzeugen

 

Frühling in Utrecht

Julia Trompeter
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 05.02.2019
ISBN 9783895616372
Genre: Romane

 

 Inhaltsangabe zu "Frühling in Utrecht"

Klara ist überstürzt nach Utrecht gezogen. Hier will die Ex-Berlinerin, die eine zerbrochene Beziehung und eine gescheiterte Karriere als Kneipenwirtin hinter sich lässt, ein neues Leben anfangen. In Zeiten, wo Flüchtlingsströme durch Europa ziehen, verarbeitet sie ihre persönliche 'Flucht' im Kleinen. In einem ›dagboek‹ hält sie die verwirrenden Unterschiede zwischen ihrem alten und neuen Leben fest. So hat sie nicht nur der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch Hauke den Rücken gekehrt. Zwar war diese Trennung längst überfällig, doch erst als sie von Erinnerungen übermannt wird, beginnt sie sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Eine wichtige Rolle für den Neubeginn spielt ihre Zuneigung zum jungen Thijs. Doch ihre Selbstbestimmung findet sie durch ihn nicht. Als sich die Lage zuspitzt, wird ihr klar, dass sie sich ihre Freiheit erobern muss – und Geborgenheit nur in sich selbst finden kann.
Ein kluger Roman über die manchmal unerträgliche Leichtigkeit des Seins im heutigen Europa.

 

Meine Meinung:

Klara landet eigentlich nur zufällig in Utrecht, aber dies ist bezeichnend für dieses Buch. Sie hat eine Beziehung hinter sich und auch als Kneipenwirtin hatte sie im Grunde genommen keine Lust mehr. Dazu muss man sagen, dass Klara eine Frau von über 30 ist, die eigentlich wissen sollte, was sie will. Sie hat verschiedene abgebrochene Studiengänge hinter sich. Nun also ist sie in den Zug gestiegen und steigt in Utrecht wieder aus. Durch Zufall findet sie eine Anstellung in einem Theesalon. Im ersten Drittel des Buches fängt Klara an dagboek zu schreiben. Sie  beschreibt die Unterschiede zwischen Utrecht und Deutschland auch mit feinsinnigen Humor zum Beispiel, dass die Herren der Schöpfung ihre Fahrräder ohne Stange wie Gazellen reiten. Dieses erste Drittel hat mir sehr gut gefallen. Doch dann merkte man, dass Klara verschieden Studiengänge abgebrochen hatte, also mussten ja noch unbedingt philosophische Gedanken mit einfließen. Dann wurden die holländischen Wörter so viel, dass ich nicht mehr wusste, was das überhaupt heißt. Ein Glossar wäre hier wohl sehr angebracht. Klaras Lieblingszitat, wenn sie ein Thema nicht mehr weiter schreiben wollte war: „Dazu definitiv später mehr“, nach Robert Walser. Auch wurde es so langweilig, da nichts mehr passierte. Ich habe das Buch dann nur noch quer gelesen.

Normalerweise hätte ich das Buch abgebrochen. Das Problem war nur, dass ich das Buch für eine Leserunde bei Lovelybooks  gewonnen habe und es waren nur 10 Bücher die verlost wurden.

Nach der Beschreibung und auch der kurzen Leseprobe hatte ich dies nicht erwartet und war sehr enttäuscht. Klara, eine Frau von über 30 hatte eine Einstellung und Gedanken an sich, da würde manche 18jährige die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Die Krönung war, dass Klara gegen Ende  des Buches in einer Buchhandlung ein Büchlein von Rilke entdeckt, wobei sie durch Zufall eine Seite aufschlägt. Da war ein Brief von Rilke auf Englisch zu lesen, obwohl dieser Brief doch in Deutsch sein sollte.

Das Buch selber ist mit diesem Orangeton ein echter Hingucker (es soll wohl eine Anspielung auf Holland sein) und auch das Cover gefällt mir sehr gut.

 

 

 

 

 


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A

Rezension zu "Frühling in Utrecht" von Julia Trompeter

Schwimmen auf dem Strom von Gedanken
anna_mvor 5 Tagen

„Frühling in Utrecht“ behandelt laut Klappentext die Trennungsgeschichte von Klara, die ihren Freund in Berlin verlässt und versucht, sich in den Niederlanden eine neue Existenz aufzubauen. Dabei soll sie ihre Gedanken über kulturelle Unterschiede in einem Tagebuch festhalten, sich ihrer Vergangenheit stellen und schließlich zu sich selber finden. Diese Beschreibung hat mich angesprochen und ich freute mich sehr auf das Buch.

Mein aller erster Eindruck war sehr positiv, denn er bezog sich auf das Äußere des Werkes. Vom Stil her fand ich den modern und irgendwie plakativ anmutenden Buchumschlag und den schönen Einband mit goldenem Titel auf dem Buchrücken sehr schön. Das Buch sieht im Schrank und auf dem Tisch toll aus und man kann sich aussuchen, ob es einem mit oder ohne Umschlag besser gefällt. Das leuchtende Orange tanzt aus der Reihe und zieht den Blick auf sich. Das hat der Verlag gut gemacht.

Die Erzählstimme fand ich dann leider nicht mehr so schön. Es wird aus der ersten Person erzählt, was an und für sich kein Problem ist, jedoch sagte mir die Tonlage nicht zu. Ich empfand sie als zu umgangssprachlich. Es werden zwar keine starken Kraftausdrücke verwendet und die Erzählerin bemüht sich um ein gehobenes Sprachniveau, doch trotzdem konnte ich mich mit ihrem Stil nicht anfreunden. Auch ihre Gedankengänge empfand ich oft als banal und manchmal auch viel zu weit vom eigentlichen Thema abschweifend. Sie braucht manchmal sehr lange, um auf den Punkt zu kommen und ich hatte das Gefühl, ihre ausschweifenden Gedankengänge seien eine Hinhaltetaktik, um die Geschichte rund um ihre gescheiterte Beziehung in die Länge zu ziehen. Die Protagonistin hat mehrere abgebrochene Studiengänge hinter sich, darunter Germanistik, und hofft in ihrem Tagebuch, das wir als Leser quasi in Echtzeit mitlesen, irgendwann auch mal eine literarische Perle notieren zu können, was jedoch nicht geschieht. Bis auf ein oder zwei hübsche Bemerkungen waren ihre Gedanken selten interessant.

Die Beobachtungen über die kulturellen Unterschiede zwischen den Niederlanden und Deutschland, die mich eigentlich sehr interessierten, lasen sich manchmal ein wenig wie aus einem Niederländisch-Lehrbuch und erinnerten entfernt an einen Reiseführer. Nach und nach wurden immer mehr niederländische Vokabeln eingeführt, die man sich merken muss, was aber machbar war. Die Geschichte und die Gedanken der Erzählerin plätschern langsam dahin und die Verarbeitung ihrer gescheiterten Beziehung sowie ihr Selbstfindungsprozess finden nur am Rande statt, weshalb ich leider etwas enttäuscht war, denn gerade das hatte mich auf das Buch aufmerksam werden lassen.

Auch eigentlich interessante Fragestellungen, wie zB das Betrachten des eigenen Lebens im Rückblick sowie dessen Darstellung anderen gegenüber, könnte man viel besser thematisieren und analysieren, gerade wenn man ein wenig Soziologie und Psychologie studiert hat, wie die Protagonistin. Selbst wenn man wie Klara eher weniger strebsam war, hätte es sich doch angeboten, hier tatsächlich mal ein paar intelligente Gedankengänge einzubauen. Ich finde es schade, dass diese Chance vertan wurde. An anderen Stellen bezieht Klara sich auf Literatur, aber auch das bleibt recht kurz und vage, die Querverweise zu anderen Werken sind eigentlich keine und wirkten auf mich beinahe gekünstelt.

Ich hatte weniger Gedankenfluss zu x-beliebigen, banalen Nebensachen und mehr seriöses Auseinandersetzen mit zwischenmenschlichen Beziehungen erwartet und selbst das Ende ließ mich etwas ratlos zurück. Somit kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen, auch wenn es sich als seichte Unterhaltung durchaus anbietet und ein paar nette Anekdoten über die kulturellen Eigenheiten der Niederländer beinhaltet.

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Rezension zu "Frühling in Utrecht" von Julia Trompeter

Unfertig
TochterAlicevor 6 Tagen

ist der Charakter und somit auch das Leben von Klara, einer Mittdreißigerin, die es von Berlin ins niederländische Utrecht verschlägt. Ja, "verschlägt" ist genau das richtige Wort, denn Klara ist eine Meisterin darin, die Dinge einfach mit sich geschehen zu lassen.

Das bedeutet: sie gerät in ein gewisses Setting, zunächst in Berlin, nun in Utrecht, und lässt sich dort gewissermaßen treiben, wobei sie mit diesem Merkmal mehr oder weniger für eine ganze Generation steht. Eine Generation, die abwartet, was ihr so geboten wird.

In Berlin war das eine frustrierende Beziehung zu Hauke, mit dem sie mehrere Jahre eine Kneipe betrieben hat. In Utrecht schaut sie erstmal, gerät durch Zufall an einen ganz netten Kneipenjob und darüber, nicht minder zufällig an einen ebenso entten Mann, nämlich Thijs, gut und gerne zehn Jahre jünger als sie, ganz der protestantisch-lutherische Typ. Was das heißen soll? Nun, um das zu erfahren, sollten Sie sich mit den Darstellungen der Autorin Julia Trompeter, bzw. den Gedanken, die sie Klara so in den Mund, vielmehr in den Kopf legt, befassen.

Intelligente Gedanken, die so einiges aus der europäischen und amerikanischen Kultur, vor allem auf die Literatur bezogen, beinhalten.

Wenn sie ein Problem mit Hektik haben: Klara ist keienswegs ein Typ, der in sich ruht. Dessen sollten Sie sich während, am besten bereits vor der Lektüre, im Klaren sein.

Für mich ist dieser Roman die lterarische Antwort auf den Film "Frances Ha" mit Greta Gerwig. Ein Auszug aus einem Leben eben. Nichts Tollkühnes, nichts Aberwitziges, aber dennoch: das pralle Leben. In Utrecht. Welches durchaus (auch) seinen Charme hat!

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Gespräche aus der Community

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Liebe LovelyBooks-Freunde,

 

auch in 2019 könnt Ihr Euch über Leserunden von Schöffling & Co. freuen: Wir laden Euch herzlich ein, an der Leserunde 2019 zu Julia Trompeters neuem Roman Frühling in Utrecht teilzunehmen!

 

Klara ist überstürzt nach Utrecht gezogen. Hier will die Ex-Berlinerin, die eine zerbrochene Beziehung und eine gescheiterte Karriere als Kneipenwirtin hinter sich lässt, ein neues Leben anfangen. In Zeiten, wo Flüchtlingsströme durch Europa ziehen, verarbeitet sie ihre persönliche »Flucht« im Kleinen. In einem ›dagboek‹ hält sie die verwirrenden Unterschiede zwischen ihrem alten und neuen Leben fest. So hat sie nicht nur der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch Hauke den Rücken gekehrt. Zwar war diese Trennung längst überfällig, doch erst als sie von Erinnerungen übermannt wird, beginnt sie sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Eine wichtige Rolle für den Neubeginn spielt ihre Zuneigung zum jungen Thijs. Doch ihre Selbstbestimmung findet sie durch ihn nicht. Als sich die Lage zuspitzt, wird ihr klar, dass sie sich ihre Freiheit erobern muss – und Geborgenheit nur in sich selbst finden kann.
Ein kluger Roman über die manchmal unerträgliche Leichtigkeit des Seins im heutigen Europa.

 

Eine Leseprobe findet Ihr hier. Wenn Ihr interessiert seid, dann bewerbt Euch bis zum 29.01.2019 und gewinnt mit etwas Glück eines von zehn Leseexemplaren!

 

Beantwortet dafür einfach folgende Frage: In welches Land würdet Ihr ziehen, um eine Trennung zu verarbeiten und neue Energie zu sammeln?

 

Liebe Grüße und viel Glück wünscht Euch

 

Schöffling & Co.

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