Julia Wolf Alles ist jetzt

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Inhaltsangabe zu „Alles ist jetzt“ von Julia Wolf

Sätze wie Atemzüge, gestoßen aus einem Körper, der dem Druck nicht mehr standhält. Eine Sprache im Einklang mit der inneren Bewegung der Protagonistin, die an ihren Gedanken entlanggleitet, die Glasglocke abtastend, in der sie eingeschlossen ist. Eine physische Sprache, die sich am körperlichen Empfinden der Heldin orientiert, an ihrer Taubheit, an ihrer Entfremdung von sich selbst.

Julia Wolf erzählt mit außerordentlicher stilistischer Begabung von einer jungen Frau, die sich ihren Dämonen stellt. Vor vielen Jahren, als Ingrid die Welt nicht mehr aushielt, nahm sie ihre Sachen und verschwand. Raus aus dem kleinen, erdrückenden Vorort und dem Haus mit ihrer kranken Mutter, weg von dem Gedanken an Moritz, der nicht zu ihr stand. Doch jetzt ist sie schon Jahre in der Großstadt, und die Luft wird immer dünner. Ihr Bruder vertickt Drogen und ihre Kollegin in der Live-Sex-Bar liefert sie ans Messer. Als alle sie verraten haben, wird ihr klar: Wohin sie auch geht, ihre Erinnerungen nimmt sie mit. Und die Überzeugung, nichts wert zu sein. Um das zum Verschwinden zu bringen, muss Ingrid endlich handeln. Am Silvesterabend fliegt sie nach New York.

Eine rasende, atemloser Sprache- verknüpft mit einer tragischen Geschichte. Unbedingt lesen!

— snegele

Eindringlich, heftig, bestürzend.

— Gruenente

Dringlicher und gut erzählter Roman. Lesenswert.

— FranzHelle

Die Geister der Vergangenheit, die die Gegenwart bestimmen. Schonungslos direkt, sprachlich verdichtet, leicht verstörend, lesenswert!

— clickclackboum

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    Alles ist jetzt

    TinaLiest

    18. September 2017 um 13:56

    Weil Marina Nordbreze so sehr von „Alles ist jetzt“ geschwärmt hat, stand dieses Buch lange auf der Wunschliste. Mittlerweile wurde es Dank der Frankfurter Verlagsanstalt erlöst und verschlungen. Man könnte meinen, bei 160 Seiten dauert das nicht allzu lange. Einfach schnell weglesen lässt sich das Buch aber nicht. Es geht um eine Mittzwanzigerin namens Ingrid, die irgendwie feststeckt zwischen dem Ende einer Beziehung, dem Träumen von ihrer Jugendliebe, dem Job in einer Livesexbar (von Marina gelernt, dass das so heißt!) und der geschiedenen Mutter, die mit nie fertiggestelltem Pool aber dafür viel Alkohol am Stadtrand wohnt. Doch nicht nur das Leben von Ingrid ist nicht sehr positiv, auch ihr Charakter ist keiner, den man sich zum Vorbild nehmen sollte. Verloren, traurig und allein würden die einen sagen. Selbstmitleidig, leer und antriebslos die anderen. Ingrid ist seltsam teilnahmslos, ohne Energie und ohne Interesse an der Welt um sie herum. Dabei ist die Sprache von Julia Wolf alles andere als antriebslos und ohne Energie. Die Autorin schreibt kurz und prägnant, bringt die Dinge auf den Punkt und beschreibt mit wenigen Worten sehr viel. Das beeindruckt mich als Leser sehr und ich will mehr. „Alles ist jetzt“ hat mich auf bizarre Art und Weise fasziniert. An manchen Stellen wollte ich am liebsten die Augen zusammenkneifen und hoffen, dass es ganz bald vorbei ist. An den gleichen Stellen hat sich besagte Faszination am meisten gezeigt. Ich mag es, Bücher zu lesen, die mich aus meiner Komfortzone herausholen, mir kaputte, negative und traurige Charaktere nahe bringen. Die Nähe und Sympathie zu Ingrid habe ich allerdings nicht gefunden. Ihr seht mich also zwiegestalten ob dieses Debütromans. Es ist zweifelsohne ein sehr gutes Buch, aber zur restlose Begeisterung fehlt mir persönlich wohl eine Portion Optimismus in der Geschichte. Allzu schnell hat mich das Buch aber nicht losgelassen. Zum Blogartikel mit noch mehr Buchempfehlungen auf Revolution, Baby, Revolution.

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