Julia Zange

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Julia Zange

Lebenslauf von Julia Zange

Julia Zange, geboren 1987, lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin. 2005 gewann sie den Literaturwettbewerb Open-Mike, 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman mit dem Titel Die Anstalt der besseren Mädchen. Sie ist Teil der Web-Serie Translantics. Sie arbeitet als Redakteurin bei L’Officiel und schreibt regelmäßig für Zeit Online und Fräulein. In Philip Grönings Film Mein Bruder Robert, der 2017 Kino-Premiere feiert, hat sie als Hauptdarstellerin debütiert. Außerdem organisiert sie regelmäßig die Veranstaltungsreihe Dead Poets Society im Soho House Berlin.

Alle Bücher von Julia Zange

Julia ZangeRealitätsgewitter
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Realitätsgewitter
Realitätsgewitter
 (51)
Erschienen am 14.11.2016
Julia ZangeDie Anstalt der besseren Mädchen
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Die Anstalt der besseren Mädchen
Die Anstalt der besseren Mädchen
 (16)
Erschienen am 20.01.2010

Neue Rezensionen zu Julia Zange

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Lesehexe92s avatar

Rezension zu "Realitätsgewitter" von Julia Zange

Social Media und Einsamkeit
Lesehexe92vor 2 Monaten

Julia Zange veröffentlicht beinahe zehn Jahre nach «Die Anstalt der besseren Mädchen» ihren zweiten Roman «Realitätsgewitter». Dieser bietet eine zeitgenössische Diagnose der Gesellschaft. Die Protagonistin Marla versucht ihren Platz im Leben zu finden, stösst dabei jedoch auf einige Hindernisse, die ihr vor allem die moderne Gesellschaft in den Weg stellt.

Wie findet man heute Freunde? Man nimmt sein Smartphone hervor, checkt auf Facebook welche Freunde auf welcher Party sind, geht dahin und findet dort noch mehr Freunde, die man bei Facebook hinzufügen kann. Freunde, die zumeist nur in der virtuellen Welt mit einem befreundet sind. So geht es auch Marla. Sie ist eine junge Studentin, die in Berlin lebt und nicht wirklich weiss, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie weiss nicht, was sie weiter studieren will und sie hat auch keinen Job. Ihre Familie steht ihr bei diesen wichtigen Entscheidungen, die sie als junge Frau zu treffen hat, nicht bei, sondern dient lediglich als Geldgeber. Marla fühlt sich einsam und wird sich selbst überlassen. Sie hat zwar ganz viele Freunde, zumindest laut ihrem Facebook-Profil, aber wenn sie jemanden zum Reden und Anlehnen braucht, steht ihr keiner bei. Alle sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt und damit unheimlich cool zu sein und jederzeit online erreichbar. Für wirkliche Konversation hat aber niemand mehr etwas übrig.

Julia Zange versucht ein Problem der modernen Gesellschaft aufzuzeigen, nämlich, dass neben diesem allzeit «Erreichbarsein» gar keine Zeit mehr da ist sich wirklich um die Menschen zu kümmern und richtig miteinander zu kommunizieren. Was dazu führt, dass die Menschen keine Unterstützung mehr finden und somit in ein tiefes schwarzes Loch der Einsamkeit fallen, wenn ihnen mal der Boden unter den Füssen wegrutscht oder wenn sie vor allem noch sehr jung sind und den Weg, den sie gehen möchten, noch nicht gefunden haben. Der Plot, den Zange dafür wählt, ist eher einfach gestrickt. Sie hat mit «Realitätsgewitter» einen weiteren Roman der Popliteratur auf den Markt gebracht, der zwar nett geschrieben ist, aber nicht wirklich viel zu bieten hat. Der Stil ist passend, aber es fehlt der Sprache an Witz und Einfallsreichtum, wie man dies etwa im jüngst erschienenen Debütroman „Wir Kommen“ von Ronja von Rönne finden kann. Nach so einer langen Pause zwischen Zanges erstem und zweitem Roman hätte man darauf gehofft, dass sie mehr zu bieten hat als einen einfach gestrickten Roman mit einer noch einfacheren Sprache.

Zange versteht es sich selbst zu inszenieren, wie es die heutige Szene der Popliteratur Szene verlangt und weiss auch wie sie zu Aufmerksamkeit kommt. «Realitätsgewitter» hat nicht wirklich wegen seiner selbst für Aufsehen gesorgt, sondern weil Julia Zanges Eltern offenbar versucht haben, eine einstweilige Verfügung gegen den Roman zu erwirken, zumal sie sich selbst darin portraitiert fanden. Ob dies wirklich so war oder lediglich der Publicity diente, wissen nur die Beteiligten selbst.

Der Roman empfiehlt sich vor allem jungen Leuten, die sich auch ein wenig verloren fühlen in der modernen Welt und sich nach richtigen Freunden sehnen und dient als perfekte Abendlektüre um zu entspannen. Beim nächsten Roman sollte sich Julia Zange jedoch ihren Schlusssatz «Das Leben ist zu kurz, um sich nicht anzustrengen» stärker zu Herzen nehmen.

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Rezension zu "Realitätsgewitter" von Julia Zange

Das Leben ist zu kurz um sich nicht anzustrengen
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Julia Zange veröffentlicht beinahe zehn Jahre nach «Die Anstalt der besseren Mädchen» ihren zweiten Roman «Realitätsgewitter». Dieser bietet eine zeitgenössische Diagnose der Gesellschaft. Die Protagonistin Marla versucht ihren Platz im Leben zu finden, stösst dabei jedoch auf einige Hindernisse, die ihr vor allem die moderne Gesellschaft in den Weg stellt.

Wie findet man heute Freunde? Man nimmt sein Smartphone hervor, checkt auf Facebook welche Freunde auf welcher Party sind, geht dahin und findet dort noch mehr Freunde, die man bei Facebook hinzufügen kann. Freunde, die zumeist nur in der virtuellen Welt mit einem befreundet sind. So geht es auch Marla. Sie ist eine junge Studentin, die in Berlin lebt und nicht wirklich weiss, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie weiss nicht, was sie weiter studieren will und sie hat auch keinen Job. Ihre Familie steht ihr bei diesen wichtigen Entscheidungen, die sie als junge Frau zu treffen hat, nicht bei, sondern dient lediglich als Geldgeber. Marla fühlt sich einsam und wird sich selbst überlassen. Sie hat zwar ganz viele Freunde, zumindest laut ihrem Facebook-Profil, aber wenn sie jemanden zum Reden und Anlehnen braucht, steht ihr keiner bei. Alle sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt und damit unheimlich cool zu sein und jederzeit online erreichbar. Für wirkliche Konversation hat aber niemand mehr etwas übrig.

Julia Zange versucht ein Problem der modernen Gesellschaft aufzuzeigen, nämlich, dass neben diesem allzeit «Erreichbarsein» gar keine Zeit mehr da ist sich wirklich um die Menschen zu kümmern und richtig miteinander zu kommunizieren. Was dazu führt, dass die Menschen keine Unterstützung mehr finden und somit in ein tiefes schwarzes Loch der Einsamkeit fallen, wenn ihnen mal der Boden unter den Füssen wegrutscht oder wenn sie vor allem noch sehr jung sind und den Weg, den sie gehen möchten, noch nicht gefunden haben. Der Plot, den Zange dafür wählt, ist eher einfach gestrickt. Sie hat mit «Realitätsgewitter» einen weiteren Roman der Popliteratur auf den Markt gebracht, der zwar nett geschrieben ist, aber nicht wirklich viel zu bieten hat. Der Stil ist passend, aber es fehlt der Sprache an Witz und Einfallsreichtum, wie man dies etwa im jüngst erschienenen Debütroman „Wir Kommen“ von Ronja von Rönne finden kann. Nach so einer langen Pause zwischen Zanges erstem und zweitem Roman hätte man darauf gehofft, dass sie mehr zu bieten hat als einen einfach gestrickten Roman mit einer noch einfacheren Sprache.

 

Zange versteht es sich selbst zu inszenieren, wie es die heutige Szene der Popliteratur Szene verlangt und weiss auch wie sie zu Aufmerksamkeit kommt. «Realitätsgewitter» hat nicht wirklich wegen seiner selbst für Aufsehen gesorgt, sondern weil Julia Zanges Eltern offenbar versucht haben, eine einstweilige Verfügung gegen den Roman zu erwirken, zumal sie sich selbst darin portraitiert fanden. Ob dies wirklich so war oder lediglich der Publicity diente, wissen nur die Beteiligten selbst.  

 

Der Roman empfiehlt sich vor allem jungen Leuten, die sich auch ein wenig verloren fühlen in der modernen Welt und sich nach richtigen Freunden sehnen und dient als perfekte Abendlektüre um zu entspannen. Beim nächsten Roman sollte sich Julia Zange jedoch ihren Schlusssatz «Das Leben ist zu kurz, um sich nicht anzustrengen» stärker zu Herzen nehmen.  

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leserattebremens avatar

Rezension zu "Realitätsgewitter" von Julia Zange

Einsam unter Menschen
leserattebremenvor einem Jahr

Marla ist einsam. Einsam auf Partys, einsam in Mitten von Facebook-Freunden und Dating-Apps. Obwohl sie immer unterwegs ist und in einer WG wohnt, scheint sie niemandem etwas zu bedeuten. Und niemand bedeutet ihr etwas. Immer trauriger wird sie und driftet ab, bis sie nach einer missglückten Familienfeier am Strand von Sylt landet. Und wieder nur jemanden sucht, der gegen ihre Einsamkeit hilft. Doch nichts hilft.
Julia Zange hat mit „Realitätsgewitter“ einen sehr eindringlichen Roman geschrieben, der einen mitten ins moderne Berlin führt. Eine Großstadt, in der immer was passiert und man jederzeit Leute treffen kann, ein echtes Realitätsgewitter, das auf Marla einprasselt. Sie zeigt aber auch die unglaubliche Einsamkeit einer Generation, die sich über Facebook-Freunde definiert und abhängig ist vom Klingeln des Handys, das die eigene Existenzberechtigung darstellt. Mein Handy klingelt, also bin ich. Marla kämpft sehr bewegend gegen die damit einhergehende Traurigkeit an, das Fehlen jeglicher konstanter und emotionaler Beziehung, ohne einen richtigen Ansatzpunkt zu finden.
„Realitätsgewitter“ von Julia Zange ist ein Roman, der perfekt in die Zeit passt und das Leben und Empfinden vieler Personen diese Generation wiederspiegelt. Enttäuscht hat mich der Schluss, der meiner Meinung nach simpel und nicht konsequent genug war, um diesen Text gerecht zu werden. 

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Gespräche aus der Community

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aufbauverlags avatar

Marlas Leben ist ein einziges Realitätsgewitter. Wenig Sex, viel iPhone. Viel Bewegung, wenig Sicherheit. Sehr globalisiert, aber immer noch ganz schön deutsch. Marla funktioniert perfekt. Sie hat immer die richtige Maske auf. Doch plötzlich bekommt ihr hochglänzender Panzer kleine Brüche. Plötzlich ist da eine schwere Traurigkeit, die langsam von ihrem Bauch nach oben spült. Um nicht zu ertrinken, macht sie sich auf den Weg zurück in ihr Heimatdorf. Und landet schließlich auf Sylt. Eine Reise ins Erwachsenwerden und zu sich selbst. 



-> Jetzt reinlesen: http://bit.ly/leseprobe-realitaetsgewitter


Über Julia Zange

Julia Zange, geboren 1987, lebt und arbeitet seit 2006 in Berlin. 2005 gewann sie den Literaturwettbewerb Open-Mike, 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman mit dem Titel Die Anstalt der besseren Mädchen. Sie ist Teil der Web-Serie Translantics. Sie arbeitet als Redakteurin bei L’Officiel und schreibt regelmäßig für Zeit Online und Fräulein. In Philip Grönings Film Mein Bruder Robert, der 2017 Kino-Premiere feiert, hat sie als Hauptdarstellerin debütiert. Außerdem organisiert sie regelmäßig die Veranstaltungsreihe Dead Poets Society im Soho House Berlin.


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