Julian Baggini

 4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von 100 philosophische Gedankenspiele, Der Sinn des Lebens und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Julian Baggini

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100 philosophische Gedankenspiele

100 philosophische Gedankenspiele

 (7)
Erschienen am 01.06.2011
Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens

 (7)
Erschienen am 01.11.2010
Der kleine Denkverführer

Der kleine Denkverführer

 (3)
Erschienen am 24.08.2009
Die großen Fragen - Ethik

Die großen Fragen - Ethik

 (1)
Erschienen am 04.03.2014
Ich denke, also will ich

Ich denke, also will ich

 (2)
Erschienen am 04.08.2017
Philosophy:

Philosophy:

 (0)
Erschienen am 15.05.2012
The Pig That Wants to be Eaten

The Pig That Wants to be Eaten

 (0)
Erschienen am 04.03.2010

Neue Rezensionen zu Julian Baggini

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Rezension zu "Ich denke, also will ich" von Julian Baggini

Geprägt oder frei oder beides?
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Geprägt oder frei oder beides?

Philosophie ist „in Mode“. Zumindest, was die doch erkleckliche Zahl an Veröffentlichungen in den letzten Monat direkt oder im weiteren Sinne zu philosophischen Themen (wie z.B. der Wirtschaftsethik oder der allgemeinen Ethik) angeht. Sei es das großangelegte Projekt der „Welterkenntnis“ von Precht, sei es das „Sokrates Prinzip“, seien es vielfache andere Veröffentlichungen.

Schon der Titel dieses Werkes, eine Spielerei mit dem bekannten „Ich denke, also bin ich“ von Descartes zeigt auch hier die philosophische Ausrichtung und konkrete Thematik des Buches an.

Die Frage nach dem „freien Willen“ steht im Mittelpunkt der Erläuterungen von Baggini, die in flüssigem Stil und gut verständlich vorgelegt werden.

Ausgehend von aktuellen fast „Schicksal-Gläubigkeiten“, wie im Denken Stephen Hawkings („….sodass schwer einzusehen ist, wie wir unseres Schicksals Meister sein können“), dem stringenten Denken im „Ursache-Wirkung-System“, in dem es nur um die Frage nach der letzten, der „eigentlichen“ Ursache geht und nicht nach den Entscheidungsfreiheiten für morgen. Eine Tendenz, die Baggini zusammenfasst im Satz: „Der freie Wille ist eine Illusion“.

So die eine Seite eines sich verfestigenden Denkens. Andererseits gilt landläufig natürlich in der Breite immer noch „jeder ist seines Glückes Schmied“ und die feste Überzeugung, dass nur die eigene Person mit den eigenen Entscheidungen das Leben bestimmt.

Zwischen diesen beiden Polen arbeitet Baggini sich im Folgenden im Buch mit interessanten Einsichten und hier und da einem anregenden „Querdenken“ hindurch. In einem Denkmuster, das eben zwischen den Polen „ins Schwimmen“ gerät. Verantwortung stärken einerseits, damit Menschen bewusst ihre Freiheit gestalten können, Fatalismus andererseits als eine Determination durch Gene, Kindheit und Umwelt.

Wobei Baggini von vorherein klarstellt, dass er auf der Seite jener steht, die den freien Willen postulieren, im weiteren Verlauf aber ebenso differenziert darstellt, dass dies nicht „vom Himmel fällt“, sondern sich vom Menschen in gewissen Hinsichten und da, wo starke Prägungen vorhanden sind, auch hart erarbeitet werden muss.

In fünf Teilen führt Baggini durch diese Denkmuster hin zur möglichen Entfaltung des freien Willens. Stellt zunächst die Entwicklung des Gedankens in der westlichen Philosophie dar und geht dann sehr verständlich auf den Begriff der Freiheit an sich ein, den aus Erfahrungsperspektive her entfaltet und nicht aus dem eher abstrakten wissenschaftlichem Diskurs herleitet. Was gerade auch der Verständlichkeit des Buches (nicht nur an dieser Stelle) äußerst guttut.

Dass es kein Denken in Polen ist, das den freien Willen begleitet, sondern letztlich Abstufungen von persönlicher Freiheit sind (unter graduell möglichen Einschränkungen des freien Willens) öffnet dann den Blick des Lesers für die abschließende Betrachtung, nicht wie ein freier Wille entsteht, sondern welche Art von freiem Willen erstrebenswert ist. Denn auch hier kehrt Baggini ein stückweit der „reinen Lehre“ den Rücken (dem „idealen freien Willen“) und sucht pragmatisch und praktisch die „realistische Ausgabe des freien Willens“. Das einerseits dem Individuum eben nicht unendliche Wahlmöglichkeiten gegeben sind, sondern dass durch Vererbung, Umwelt, Bildung, Umfeld je verschiedene Möglichkeiten nur zur Verfügung gestellt werden. Innerhalb derer aber durch „geschulte Intuition“ und ein „darüber hinaus träumen“ durchaus eigene, freie Wegabschnitte eröffnet und gegangen werden können.

Ein das Denken anregendes Buch, dass eine der Kernfragen der Philosophie aus der Ecke der reinen wissenschaftlichen Diskussion herausholt und in den ganz praktischen Lebensvollzug zu stellen versteht. Eine empfehlenswerte Lektüre.

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Der Sinn des Lebens" von Julian Baggini

Sinn oder Unsinn?Philosophie
Bibliomaniavor 5 Jahren

Mein erstes Buch von Julian Baggini. Ein total interessantes Thema in der Philosophie: Gibt es einen Sinn im Leben? Und wenn ja, worin liegt er? Ist er immer gleich? Wieso suchen wir und was suchen wir überhaupt?
Baggini erläutert sen Sinn des Lebens in unterschiedlichen Bereichen: der Naturwissenschaft, der Religion, der Gefühle...Andererseits hat er es nicht wirklich geschafft, mich am Ball zu halten. Immer wieder bin ich nach einem Gedanken von ihm zu eigenen Gedanken abgeschweift und musste Absätze wiederholt lesen. Vielleicht bin ich verwöhnt von Richard David Precht. Er versteht es Inhalte zu übermitteln und den Leser zu unterhalten. Diese Fähigkeit fehlt mit in Bagginis "Der Sinn des Lebens" etwas. Dennoch ein wirklich spannendes und groß diskutiertes Thema in meiner Lieblingswissenschaft!

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Jaris avatar

Rezension zu "Der kleine Denkverführer" von Julian Baggini

Rezension zu "Der kleine Denkverführer" von Julian Baggini
Jarivor 8 Jahren

Inhalt:

Dass der Mensch sich oft selbst widerspricht, ist vielen von uns klar. Unsere Ansichten, moralischen Überzeugungen und Meinungen dagegen scheinen klar und fundiert und in sich stimmig.
Nun wird uns vor Augen geführt, wo unsere eigenen, persönlichen Widersprüche liegen. Ist unser Bild von Gott stimmig? Bin ich wirklich ein so logisch denkender Mensch, wie ich es gerne wäre? Wie weit reichen meine Moralvorstellungen?
Dies ist die Welt, in die uns "Der kleine Denkverführer" entführt...

Meine Meinung:

Julian Baggini und Jeremy Stangroom haben ein Buch veröffentlicht, das uns aufzeigt, dass unser Gehirn oft nicht so funktioniert, wie wir es gerne hätten. Ebenfalls zeigt uns "Der kleine Denkverführer", welche unserer Meinungen widersprüchlich sind.
Somit lässt uns dieses Buch mit dem schlimmsten Feind überhaut kämpfen: Mit uns selber.

Bagginis und Stangrooms Buch ist gefüllt mit unterschiedlichen Rätseln zu unterschiedlichen Themen. Wir werden mit unserer Grundeinstellung konfrontiert, die sich öfter als geahnt selber widerspricht. Unsere morlischen Werte werden geprüft und unsere Tabus untersucht.

Dabei muss man damit rechnen, dass das Buch ab und zu unangenehm wird. Sei es dann, wenn wir gesagt bekommen, dass unser Hirn schwabbelig ist oder wenn wir Fragen beantworten sollen, die wir eigentlich gar nicht erst gestellt bekommen wollen.
Ausserdem spricht der Denkverführer an vielen Stellen Themen an, bei denen wir uns eventuell unwohl fühlen. So zum Beispiel das Kapitel "Schlachtfeld Gott", da Religion schon immer ein heikles Thema gewesen ist.

Aber wir dürfen widersprechen. Das steht sogar im Vorwort. Es geht sogar so weit, dass man dazu aufgefordert wird, für bestimmte Fragen oder Widersprüche Begründungen zu finden. An anderen Stellen wiederum ist das fast nicht möglich, da uns aufgezeigt wurde, dass das, was wir bisher dachten, sich irgendwie widerspricht. Dann sind wir dazu aufgefordert, unsere Denkmuster zu verlassen und vielleicht eine alte Meinung aufzugeben. Da ist er also wieder, unser alter Feind.
Sind wir aber an diesem Punkt angelangt, hat das Buch seinen Zweck eigentlich schon erfüllt. Wir denken nach. Der Untertitel lautet nicht umsonst "Philosophische Spiele", geht es doch tatsächlich darum, über das eine oder andere Thema etwas genauer nachzudenken. Man sollte den Untertitel jedoch nicht zu genau nehmen. Hier geht es vor allem darum, ob etwas, was wir denken, auch wirklich eine logische Begründung hat und nicht darum, uns in philosophische Tiefen zu stürzen, in die sich sonst nur Philosophiestudenten wagen.

Die Rätsel sind fundiert und aufschlussreich, die Professoren, die an ihrer Entstehung mitgearbeitet haben, haben sich da bestimmt was bei gedacht. Nur sind die Auflösungen oft so kompliziert beschrieben, dass man sich die Anleitung zur Auflösung gleich zwei- oder dreimal durchlesen muss, bis man weiss, was genau zu tun ist.

Fazit:

"Der kleine Denkverführer" ist ein nettes Buch für alle Hobbyphilosophen und die Denker unserer Nation. In diesem Buch finden sie viele Anreize und Anstösse, über die es sich nachzudenken und die es genauer zu untersuchen lohnt.
Aber auch wer das Buch nur der Rätsel wegen kauft, wird unterhalten werden. Man muss jedoch wissen, dass es hier um die eigenen Einstellungen geht, man sich manchmal vielleicht angegriffen fühlt.
Da die einzelnen Kapitel eigentlich recht kurz sind und hauptsächlich aus den Rätseln und deren Auflösung besteht, ist das Buch auch gut für zwischendurch geeignet.

Und schlussendlich kam bei Jari heraus, dass es nicht logisch denkt, dafür aber intellektuell und überaus tolerant ist.

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