Julian Barnes

 3.9 Sterne bei 665 Bewertungen
Autor von Vom Ende einer Geschichte, Der Lärm der Zeit und weiteren Büchern.
Julian Barnes

Lebenslauf von Julian Barnes

Die Geschichte der Welt und Geschichten über die Liebe: Die literarische Karriere des im Januar 1946 in Leicester in Großbritannien geborenen Julian Patrick Barnes begann zunächst mit Kriminalromanen, die er unter dem Pseudonym Dan Kavanagh veröffentlichte. Der Durchbruch gelang Barnes 1984 mit seinem für den Booker Prize nominierten Werk „Flaubert‘s Parrot“ (deutsch „Flauberts Papagei“, 1987). Kennzeichnend für „Flauberts Papagei“ sind die experimentelle Verquickung unterschiedlicher literarischer Genres und Erzähltechniken und die Darstellung der Beziehung zwischen der Literatur und der Realität. Diese Themen ziehen sich, ebenso wie Barnes‘ Liebe zur französischen Literatur, durch viele seiner Werke, die sich gleichzeitig durch einen typisch britischen, subtilen Humor auszeichnen. Zu seinen erfolgreichen Romanen zählen „A History of the World in 10 ½ Chapters“ von 1989 (deutsch „Eine Geschichte der Welt in 10 ½ Kapiteln, 1992), „Talking It Over“ von 1991 (deutsch „Darüber reden“, 1992), „The Sense of an Ending“ von 2011 (deutsch „Vom Ende einer Geschichte“, 2011) und „The Noise of Time“ von 2016 (deutsch „Der Lärm der Zeit“, 2017). Für seine Romane erhielt Julian Barnes zahlreiche Auszeichnungen. 2017 verlieh ihm der französische Staatspräsident den Rang eines Offiziers der Ehrenlegion. Julian Barnes lebt in London.

Neue Bücher

Die einzige Geschichte

Erscheint am 14.02.2019 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Die einzige Geschichte

Erscheint am 27.02.2019 als Hörbuch bei Argon.

Alle Bücher von Julian Barnes

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Vom Ende einer Geschichte

Vom Ende einer Geschichte

 (204)
Erschienen am 11.05.2015
Der Lärm der Zeit

Der Lärm der Zeit

 (55)
Erschienen am 16.02.2017
Arthur & George

Arthur & George

 (31)
Erschienen am 16.02.2017
Der Zitronentisch

Der Zitronentisch

 (31)
Erschienen am 16.02.2017
Flauberts Papagei

Flauberts Papagei

 (32)
Erschienen am 14.05.2012
Eine Geschichte der Welt in 10,5 Kapiteln

Eine Geschichte der Welt in 10,5 Kapiteln

 (29)
Erschienen am 08.01.2015
Lebensstufen

Lebensstufen

 (25)
Erschienen am 08.08.2016
Nichts, was man fürchten müsste

Nichts, was man fürchten müsste

 (15)
Erschienen am 15.03.2010

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Neue Rezensionen zu Julian Barnes

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Gwennileins avatar

Rezension zu "Vom Ende einer Geschichte" von Julian Barnes

Etwas langatmig
Gwennileinvor einem Monat

Das Buch handelt von der Lebensgeschichte Tony Websters, der sein Leben Revue passieren lässt und dabei erkennt, dass nicht immer alles so war, wie es schien oder wie er es sich zurechtdachte. Er muss erkennen, dass seine Erinnerung ihm ab und an einen Streich spielte und das am Ende alles anderes war, als er je gedacht hatte. Das Thema gefiel mir, ist gut geschrieben und an sich auch spannend. Dennoch konnte es mich nicht so richtig packen, war teilweise zu langatmig und zwischendurch wusste ich einfach nicht, wohin die Reise überhaupt gehen sollte. Es hat mich dadurch nicht wirklich abgeholt, weshalb ich 2 Sternchen abziehe.

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Der Lärm der Zeit" von Julian Barnes

Die Macht
Giselle74vor 3 Monaten

1937, Russland zu Zeiten Stalins. Während einer Aufführung von Dmitri Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" verlässt Stalin das Theater. Für uns heute ist das kaum noch vorstellbar, aber das ist Grund genug für den Komponisten um sein Leben zu fürchten. Nacht für Nacht steht er nun mit gepacktem Koffer am Aufzug und wartet auf seine Abholung. Er möchte nicht vor den Augen der Familie aus dem Bett gezerrt werden.
Es sind Bilder wie diese, die Barnes' Roman unfassbar beklemmend machen. Wie erträgt man das, Nacht für Nacht? Und was macht die Angst um Leben und Familie mit und aus einem Menschen? Ja, auch Angst um die Familie, denn Schostakowitschs Tod könnte dem Diktator noch nicht ausreichend erscheinen, auch das Leben seiner Frau ist in Gefahr und die Zukunft der Kinder. Unfassbar ist das eigentlich, in lebensbedrohender Gefahr zu sein, nur, weil einem anderen ein Musikstil nicht behagt.
Für dieses Mal geht es gut aus, keine Schergen des Diktators erscheinen, langsam kehrt die Familie in den Alltag zurück. Nur was für ein Alltag ist das, ohne Entwarnung, unter ständiger Anspannung, immer unter Beobachtung der "Macht", die unberechenbar bleibt?
Wir folgen Schostakowitschs Gedankengängen, die durch sein Leben mäandern, immer wieder verweilen, weiterziehen, zurückkehren. Drei Teile hat der Roman, um drei verschiedene Lebensabschnitte geht es: die Zeit als geächteter Komponist, die Zeit nach einem Amerikabesuch, der ihn weite Teile seiner Selbstachtung kostet und die Zeit des Alters mit Rückblicken auf sein Leben. Immer wollte er eigentlich nur komponieren, doch nie durfte er ein selbstbestimmtes Leben führen. Der Druck von oben, die ständige Angst -  hätte er sich wehren sollen? Müssen? Können? Hätte er sein Leben aufs Spiel setzen sollen, um sein Rückgrat zu bewahren, das Wohlergehen seiner Kinder? Hätte er das Risiko eingehen sollen, dass sie ihr Leben in Waisenhäusern verbringen, den Eltern entzogen und gezwungen, die eigene Familie zu verleugnen und zu verachten? Hätte er damit und mit dem eigenen Tod ein Zeichen gesetzt und wenn ja, für wen?
Julian Barnes gelingt es, die unsichtbaren Fäden sichtbar zu machen, mit der in einer Diktatur Menschen gefügig gemacht werden. Er zeigt, dass die Angst vor dem, was kommen könnte, den Menschen schlimmer zusetzen kann, als das tatsächliche Ereignis. Aber was viel wichtiger ist, er findet auch deutliche Worte dafür, dass wir in unserer sicheren Welt uns kein Urteil erlauben sollten darüber, was Menschen in einer solchen Situation antreibt. Schostakowitsch ist lange für seine Kooperation mit dem russischen Regime kritisiert worden. Von seinen Kollegen im sicheren Ausland.
Dieser Roman hat mir streckenweise schlimmere Atemnot bereitet als jeder Thriller, so hervorragend vermittelt er den Freiheitsentzug, das völlige Ausgeliefertsein und die Hoffnungslosigkeit, diesem Käfig zu entkommen. Ein großartiges Buch, beklemmend, realitätsnah und aktuell - denn Diktaturen funktionieren immer und zu allen Zeiten nach den hier beschriebenen Mustern.

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Alaiss avatar

Rezension zu "Der Lärm der Zeit" von Julian Barnes

Kunst schaffen in einer repressiven Welt – aus dem Leben des russischen Komponisten Schostakowitsch
Alaisvor 5 Monaten

Julian Barnes erzählt in diesem Roman vom Leben des sowjetischen Komponisten Schostakowitsch im kommunistischen Regime. In einer Gesellschaft, in der es ratsamer erscheint, möglichst unauffällig zu bleiben, haben erfolgreiche Künstler im Rampenlicht es natürlich besonders schwer – und so fühlt Schostakowitsch mehr als einmal das Auge der Macht auf sich ruhen, muss sogar ein Telefongespräch mit Stalin höchstpersönlich bewältigen, wohl wissend, wie gestört und gefährlich dieser ist … Gerade das Beliebige der subjektiven Interpretation künstlerischer Werke kann zur Gefahr werden, da kann ein Komponist noch so überzeugt sein, ein patriotisches Werk geschaffen zu haben - wenn Stalin es anders sieht, gerät nicht nur die berufliche Karriere des Betroffenen in Gefahr ... Und tatsächlich zeigt sich Stalin bei einer Aufführung eines Werks von Schostakowitsch nicht gerade begeistert. Sofort stürzen Kritiker, auch diejenigen, die ihn zuvor gelobt haben, über das Musikgenie her – das Wort Volksverräter fällt und Schostakowitsch beginnt, um sein Leben zu fürchten …
Julian Barnes' Roman über den begabten Komponisten vermittelt sehr eindringlich das Gefühl, das Menschen haben müssen, wenn sie in einer repressiven Gesellschaft leben, in der sie über jeden kleinen Schritt, jedes kleine Wort, jede kleine Note nachdenken müssen und doch bei allem guten Willen Gefahr laufen, wegen kleiner Fehler oder einfach nur eines mangelnden Verständnisses ihrer Beobachter und Richter, eingesperrt zu werden oder gar ihr Leben zu verlieren. Ganz zu schweigen von der Angst um die Menschen, die man liebt und die man durch eine beabsichtigte oder unabsichtliche Heldentat, einen kleinen ehrlichen, ohne Nachdenken ausgesprochenen Satz, ebenfalls in große Gefahr bringen kann. Eine nervliche Belastung, die ich mir gar nicht vorstellen möchte ... 

Die Erzählung wirkt sehr authentisch und natürlich kommt gerade deshalb die Frage auf: Was ist Wahrheit, was ist Dichtung? Der Autor gibt in einem Nachwort Hinweise auf seine Quellen, deutet aber auch daraufhin, wie schwierig es ist, verlässliche Quellen zum Leben unter einem solchen Regime der Unterdrückung zu finden. Dies wird auch schon im Roman deutlich, immer wieder muss Schostakowitsch Reden vorlesen und Artikel veröffentlichen, die er nicht geschrieben hat und die er auch nie freiwillig geschrieben hätte ... Andererseits konnte so Julian Barnes verstärkt sein schriftstellerisches Talent zeigen und (nein, keine alternativen Fakten, sondern:) eine tiefere Wahrheit herausarbeiten.
Ein lesenswerter Roman mit vielen bemerkenswerten Stellen, die mein Notizbuch für Zitate bereichert haben, beispielsweise: "Es gehört zu den vielen Enttäuschungen des Lebens, dass es nie ein Roman war, ob von Maupassant oder sonst jemandem. Höchstens vielleicht eine kurze Satire von Gogol." (S. 55)

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Gespräche aus der Community

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PenguinRandomHouseUKs avatar

Liebe Leser,


Diesen Monat gibt es gleich zwei Leserunden bei uns. Neben unserer Jahreschallenge würden wir gerne auch mit euch das neue Buch von Julian Barnes lesen und besprechen.


Passend zu seinem 70. Geburtstag erscheint bei uns sein nächstes Buch THE NOISE OF TIME

Wir verlosen 15 Bücher im englischen Original.


DAS BUCH


In May 1937 a man in his early thirties waits by the lift of a Leningrad apartment block. He waits all through the night, expecting to be taken away to the Big House. Any celebrity he has known in the previous decade is no use to him now. And few who are taken to the Big House ever return.

So begins Julian Barnes’s first novel since his Booker-winning The Sense of an Ending. A story about the collision of Art and Power, about human compromise, human cowardice and human courage, it is the work of a true master.


DER AUTOR


Julian Barnes is the author of twelve novels, including The Sense of an Ending, which won the 2011 Man Booker Prize for Fiction. He has also written three books of short stories, Cross Channel, The Lemon Table and Pulse; four collections of essays; and two books of non-fiction, Nothing to be Frightened Of and the Sunday Times Number One bestseller Levels of Life. He lives in London.


Undoubtedly one of Barnes’s best novels, and a great way to start the literary year. - Sunday Times


[Barnes is] a master of the narrative sidestep… Not just a novel about music, but something more like a musical novel… The story itself is structured in three parts that come together like a broken chord. It is a simple but brilliant device, and one that goes right to the heart of this novel. - The Times


A series of elegant insights into the mind of a brilliant artist… Throughout, Barnes offers a surety of touch that few writers can match. - Independent on Sunday


HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE


Wie immer wird der Lostopf entscheiden. Ich freue mich auf eure Bewerbungen!


Viel Erfolg und liebe Grüße aus dem schneelosen London,


Svenja

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Julian Barnes wurde am 19. Januar 1946 in Leicester (Großbritannien) geboren.

Julian Barnes im Netz:

Community-Statistik

in 809 Bibliotheken

auf 123 Wunschlisten

von 14 Lesern aktuell gelesen

von 8 Lesern gefolgt

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