Arthur & George

von Julian Barnes 
4,1 Sterne bei31 Bewertungen
Arthur & George
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Alanda_Veras avatar

Ein wunderbares Buch über die Lebensgeschichten zweier so unterschiedlicher Männer.

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Inhaltsangabe zu "Arthur & George"

Julian Barnes’ Bestseller jetzt in der KiWi-Reihe
Zwei Männer, geprägt vom ausgehenden 19. Jahrhundert in Großbritannien, begegnen sich in einer entscheidenden und dramatischen Phase ihres Lebens: Arthur Conan Doyle, der Erfinder von Sherlock Holmes, und George Edalji, ein kleiner Provinzanwalt. Als George Opfer eines skandalösen, rassistisch motivierten Justizirrtums wird, schlüpft Arthur in die Rolle seines Detektives, um George zu helfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050301
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:16.02.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2007 bei Der Audio Verlag, DAV erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    TheSaints avatar
    TheSaintvor 2 Jahren
    Sherlock's geistiger Vater im Kampf gegen die Justiz

    Julian Barnes erzählt mit diesem Roman eine wahre Geschichte aus dem Leben von Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer des beratenden Meisterdetektivs Sherlock Holmes.

    1903 werden in der Grafschaft Staffordshire mehrere Tiere gewaltsam verstümmelt und in auftauchenden anonymen Briefen an die Polizei wird der Sohn des lokalen Pfarrers, der Inder ist, dieser Taten bezichtigt. George Edalji, Mischlingskind und angehender beratender Rechtsanwalt, gerät dadurch ins Zwielicht und wird trotz fadenscheiniger und nicht stichhaltiger Beweise von der Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt.

    1906 wird der Schriftsteller A. C. Doyle auf den Fall aufmerksam und beginnt selbst hartnäckig zu recherchieren und sieht bald all die Versäumnisse und Vorurteile der Polizei und Bevölkerung bestätigt.
    Seiner Berühmtheit und Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Edalji's Fall immer wieder aufgegriffen und schlußendlich auch durch das Innenministerium neu behandelt werden muss.

    Der Roman schildert das Leben des Schriftstellers und der Familie Edalji sowie die ganze Geschichte der anonymen Drohbriefe und der schrecklichen Tiermorde sehr genau. All die kleinen Erfolge und auch heftigen Rückschläge in diesem Kampf der beiden Protagonisten gegen die Justiz und gegen vermeintliche Vorurteile sind sehr dicht erzählt... und ermatten beim Lesen.

    Hervorzuheben ist die Idee des Autors, die Biographien der beiden Männer abwechselnd und nicht parallel in einzelnen Kapiteln zu erzählen. So gestaltet sich bis zur Mitte des Buches ein herrlicher biographischer Handlungsbogen, welcher dann im Zusammentreffen der beiden Herren in einem Londoner Hotel kulminiert.
    Der Roman ist vielmehr eine Biographie des Mannes Doyle als ein Kriminalfall, der den Anwalt Edalji betrifft.

    So gerät die Erzählung selbst um Doyle's Recherche, seine Lösungen und seinen Kampf mit der Obrigkeit um die Rehabilitierung des Halbinders George zu einem zähen zweiten Teil des Buches.

    Der Schreibstil und die akribische Aufbereitung sind hier zu loben und wohl auch die Tatsache, dass Doyle dank seiner Berühmtheit durch seinen Detektiv in England mit diesem Fall zur Einrichtung des britischen Berufungsgerichts beitrug.


    Kommentare: 1
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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 7 Jahren
    Arthur Conan Doyle und der Fall George Edalji

    Als eingefleischter und begeisterter Anhänger von Sir Arthur Conan Doyles Werken, insbesondere der Sherlock Holmes-Geschichten, hat mich die Veröffentlichung dieses Buches natürlich gefreut und äußerst neugierig gemacht, zumal die hier geschilderten Ereignisse wahrhaftig so vonstatten gegangen sind. Und da Julian Barnes, ein in London lebender Schriftsteller, auch im deutschsprachigen Raum mittlerweile mehr als ein Geheimtipp ist, kam ich schließlich am Kauf dieses Werks nicht vorbei. Nach nun knapp über 500 Seiten Lektüre hält sich meine Begeisterung in Grenzen, vermag ich besonders das Urteil der Berliner Zeitung ("Spannend wie ein Fall von Sherlock Holmes") auf dem Klappentext in keinster Weise zu teilen.

    Barnes erzählt in "Arthur & George" die Lebensläufe zweier, real existierender Männer des viktorianischen Englands, die wohl kaum unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite ist Arthur Conan Doyle, späterer "Sir", Erfinder des weltbesten Detektivs Sherlock Holmes und englischer Patriot. Auf der anderen George Edalji, Sohn eines anglikanischen Pfarrers indischer Abstammung, der zurückgezogen mit seinen Eltern und der Schwester im Pfarrhaus von Wyrley lebt. Wo der eine (Arthur) eine insgesamt eher unbeschwerte, wenn auch durch Armut gekennzeichnete Kindheit verlebt, wird Georges Familie Anfang der 1890er Jahre zur Zielscheibe von anonymen Schmäh- und Drohbriefen. Was anfangs vom Pfarrer als kindlicher Streich abgetan wird, entwickelt sich zu regelrechtem Psychoterror, der dann eines Tages ohne ersichtlichen Grund abbricht. George, im christlichen Glauben erzogen, aber auch auf die Gesetze Englands vertrauend, beginnt nun eine Karriere als Solicitor (ein niederer Rechtsanwalt) und erntet dafür den Stolz seiner Eltern.

    Obwohl er sich selbst integriert und als Teil des Empires sieht, bleibt er für die Einwohner der rückständigen Gemeinde weiter ein Farbiger, ein Außenseiter. Als in der Gegend um das Elternhaus dann plötzlich Tiere verstümmelt aufgefunden werden, fällt der Verdacht sofort auf ihn. George wird aufgrund erdrückender Indizien verhaftet und zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Diese verlässt er zwar vorzeitig nach drei Jahren, ohne jedoch von Gesetz her rehabilitiert zu werden. An dieser Stelle tritt nun Sir Arthur in sein Leben. Der Autor schlüpft in die Rolle seiner bekanntesten Figur und nimmt die Ermittlungen nochmals von vorne auf...

    Julian Barnes hätte hier einen Riesenwurf hinlegen könnte, würde diese Begegnung von George und Arthur nicht erst auf Seite 300 (!) stattfinden. Bis dahin liest sich das Werk wie zwei getrennte Biographien ohne jeglichen Zusammenhang, ermüden die seitenlangen Beschreibungen der skurrilen Beziehungen von George zu seiner Familie und dem Gefühlsleben von Sir Arthur den Leser. En Detail werden die kleinsten Nebensächlichkeiten ausgewalzt, verliert sich der Autor seitenlang in abzweigenden Handlungssträngen, welche den Plot kein Jota voranbringen. Bis zum Treffen der beiden Figuren ist "Arthur & George" nicht spannend, nicht fesselnd und nicht mitreißend, sondern bloß eins: Äußerst mühsam. Ein Lesefluss wollte bei mir, trotz zweifelsfrei hervorragendem Sprachstil nicht aufkommen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass aufbauende Spannungsbogen nie fortgesetzt wurden. Die Aufklärung des Falles, die man sich nach dem so zähen Anfang schmerzlich ersehnt hat, geht irgendwo zwischen Zeitungsartikeln und Arthurs Gedanken verloren. Was bleibt an Positivem?

    Für alle Interessierten an dieser Epoche und an Sir Arthur Conan Doyles Leben ist "Arthur & George" eine äußerst ergiebige Quelle. Alle wichtigen Stationen des Schriftstellers, sein Hang zum Spiritualismus, der Einfluss seines Lehrers Joseph Bell, wie auch die Bedeutung des Falls Edalji, der in England die Einführung von Berufungsgerichten zur Folge hat, werden thematisiert. Allein für die Form der Erzählung hätte man wohl besser eine Biographie verwenden sollen.

    Insgesamt ist "Arthur & George" ein zwiespältiges Lesevergnügen, dass zwar mit seiner Authentizität beeindruckt und ein treffendes Bild der Gesellschaft des viktorianischen Englands zeichnet, in Punkto Unterhaltung aber über weite Strecken nicht überzeugen kann.

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    lesemauss avatar
    lesemausvor 10 Jahren
    Rezension zu "Arthur & George" von Julian Barnes

    Sherlock Homes ähnelt Arthur Conan Doyle, Arthur Conan Doyle ähnelt Sherlock Holmes.

    Aus dem Klapptext:

    „Arthur Conan Doyle, Erfinder der berühmtesten Detektivfigur der Literaturgeschichte, klärt einen Justizirrtum auf Arthur Conan Doyle und George Edalji könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, aus niederem schottischen Adel stammend, wird Augenarzt, dann ein erfolgreicher Schriftsteller und einer der berühmtesten Männer seiner Zeit. Der andere, Sohn eines anglikanischen Dorfpfarrers indischer Herkunft, führt ein bescheidenes Leben als Provinzanwalt. Die Wege der beiden Männer kreuzen sich, als Arthur in die Rolle des Sherlock Holmes schlüpft, um George zu helfen, der Opfer eines rassistisch motivierten Justizirrtums wird.“

    Ich begann das Buch und war wie gefesselt. Einfach Wahnsinn. Mir hat das Buch sehr gefallen. Die Schreibweise war locker und verständlich, wobei man denkt, dass es kompliziert sein müsste, wenn es um den Autor von Sherlock Holmes geht. Ich kenne nicht alle Bücher von Sherlock Holmes, bin aber sehr fasziniert von ihm. So findet man im Buch viele Gemeinsamkeiten und erfährt so einiges aus Doyles Leben.

    Meine Empfehlung: Jeder, der Sherlock Holmes liest, muss dieses Buch gelesen haben.

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    Rabenfeders avatar
    Rabenfedervor 10 Jahren
    Rezension zu "Arthur and George" von Julian Barnes

    Sehr interessant, wie man sich lesend zwei Gestalten nähern darf, die eine ist berühmt, wir kennen sie alle, denn sie hat den berühmtesten Detektiv der Welt erfunden; die andere kennen wir nicht, ein Unbekannter aus der namlenlosen Menge der Weltgeschichte. Und die beiden Leben überkreuzen sich und beide werden füreinander sehr wichtig. Das ist ein sehr schönes, großes Thema. Julian Barnes hat das sehr schön umgesetzt. Wen beim letzten Satz kein Lächeln beschleicht, der hat das Buch nicht gelesen.

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    Alanda_Veras avatar
    Alanda_Veravor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch über die Lebensgeschichten zweier so unterschiedlicher Männer.
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    Boris
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