Der Lärm der Zeit

von Julian Barnes 
4,0 Sterne bei7 Bewertungen
Der Lärm der Zeit
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Schneefees avatar

Toller Sprecher - beeindruckende Geschichte.

Wedmas avatar

Gründlich recherchiert, gekonnt erzählt, prima den Geist der Zeit getroffen. Gut vorgelesen, bloß mit rus. Namen haperte es ganz schön.

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Inhaltsangabe zu "Der Lärm der Zeit"

Von der Liebe zur Musik und den Zwängen der Macht

Der sowjetische Starkomponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gehört zu den renommiertesten Komponisten seines Landes, als Stalin eines Abends der Aufführung einer seiner Opern beiwohnt und schon in der Pause den Saal verlässt. Schostakowitsch wartet ab diesem Abend Nacht für Nacht angezogen, auf seinen gepackten Koffern sitzend neben dem Aufzug seiner Wohnung, dass er verhaftet wird. Doch niemand kommt. Stattdessen feiert er Erfolge mit seiner Fünften Symphonie und wird wieder Liebling der Massen. Aber nun muss er sich ungewollter Privilegien erwehren, die mit der Vereinnahmung durch die Partei einhergehen. Es geht nun nicht mehr um Leben und Tod, sondern um künstlerische und moralische Integrität. Und diese ist nicht weniger substanziell für den Komponisten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839815311
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Argon
Erscheinungsdatum:23.02.2017
Das aktuelle Buch ist am 16.02.2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Simi159s avatar
    Simi159vor einem Jahr
    schwere Kost

    Inhalt: Von der Liebe zur Musik und den Zwängen der Macht. Der sowjetische Starkomponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gehört zu den renommiertesten Komponisten seines Landes, als Stalin eines Abends der Aufführung einer seiner Opern beiwohnt und schon in der Pause den Saal verlässt. Schostakowitsch wartet ab diesem Abend Nacht für Nacht angezogen, auf seinen gepackten Koffern sitzend neben dem Aufzug seiner Wohnung, dass er verhaftet wird. Doch niemand kommt. Stattdessen feiert er Erfolge mit seiner Fünften Symphonie und wird wieder Liebling der Massen. Aber nun muss er sich ungewollter Privilegien erwehren, die mit der Vereinnahmung durch die Partei einhergehen. Es geht nun nicht mehr um Leben und Tod, sondern um künstlerische und moralische Integrität. Und diese ist nicht weniger substanziell für den Komponisten.


    Fazit:

    Dieses Buch ist keine leichte Kost, denn die wenigsten Leser, dürften in ihrem Leben solch eine Situation erlebt haben. Und so braucht man etwas, bis man in der Geschichte drin ist. Sie ist eine Mischung aus Biographie, historischem Roman und Erzählung. 

    Die Angst und die Unterdrückung sind spürbar und je weiter die Geschichte voran schreitet, um so beklemmender und greifbarer ist die Zeit. 

    Sprünge in der Erzählung und Zeit wie auch die vielen Russischen Namen machen es nicht  leicht, in den „Lärm der Zeit“ hinein zu kommen und bei der Lektüre zu bleiben.

    Die Charaktere sind gut beschrieben, und sie wirken authentisch. Man versteht mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr ihre Ängste und Nöte, wie auch die Handlungen, die sich daraus ergeben. 

    Und für mich als Leser bleibt am Ende die Frage: 

    Was würde ich tun?

    Würde ich für meine Kunst um meine Werke kämpfen?

    Oder würde ich mich der Diktatur ergeben?


    Das Hörbuch wird gesprochen von Frank Arnold, der perfekt zu dieser düsteren, schweren Geschichte passt. Es ist eine ungekürzte Lesung, auf 5 CD's mit einer Laufzeit von 6 Stunden und 8 Minuten.


    Von mir gibt es 3,5 aufgerundet 4 STERNE.

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    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Etwas gewöhnungsbedürftige Erzählweise. Ein richtig klares Bild ergibt sich nie, aber schöne Gedanken sind dabei. Der Sprecher war toll!
    Etwas sprunghaft

    Inhalt: 
    Dmitri Dmitriewitsch Schostakowitsch ist einer der größten Komponisten der Sowjetunion. Bis Stalin eines Tages seine Oper besucht und die Aufführung frühzeitig verlässt. Von da an ist Schostakowitsch geächtet, vom Publikum, von der Musikwelt, von "der Macht". So fristet er also sein Leben in der ständigen Erwartung, abgeholt zu werden. Als sich diese Angst merkwürdigerweise nicht bewahrheitet, geht es wieder bergauf. Scheinbar. Denn im Grunde muss er nun seine Musik und später auch sich selbst und sein Gewissen an "die Macht" verkaufen.


    Meine Meinung:
    Wer hier eine stringente, logische Erzählung erwartet, wird leider enttäuscht werden. Schostakowitsch berichtet selbst aus seinem Leben, man begleitet ihn auf verschiedenen Etappen, erlebt jedoch auch immer wieder Rückblenden - meistens ausgelöst durch einen Namen, der irgendwo fällt. Das war für mich immer besonders schwer, insbesondere in der Hörbuchfassung: die Namen. So war ich mir irgendwie nie ganz sicher, um wen es gerade geht. 


    Die Gedankensprünge waren teilweise wirklich extrem. Plötzlich befand man sich in einer völlig anderen Umgebung, und die Erzählung ging ungehindert mehrere Kapitel voran. Man hatte schon wieder vergessen, dass der Ausgangspunkt woanders lag, und plötzlich wurde man dorthin zurückkatapultiert. Diese Erzählweise war v.a. für ein Hörbuch recht anstrengend und gewöhnungsbedürftig. 


    Dennoch ist es Barnes gelungen, die Sowjetunion eindrucksvoll darzustellen. Indem man beschränkt war auf die Sicht eines Mannes, bekam der Schrecken eine persönliche Dimension. Man konnte auch gut verfolgen, wie sich die Einstellung Schostakowitschs zur "Macht", wie er die unbestimmte Größe des Regierungsapparates nennt, nach und nach ändert. Seine musik- und gesellschaftsphilosophischen Ausführungen waren immer hochspannend.


    Auch wenn ich nicht sagen würde, dass sich diese Geschichte unbedingt als Hörbuch eignet, so hat der Sprecher es mir doch angetan. Er findet immer wieder die richtige Tonlage für die teils witzigen, teils traurigen, teils ironischen Passagen. Nur mit den russischen Namen hatte er etwas Probleme.


    Fazit:
    Eine etwas sprunghafte Geschichte, der man aber durchaus spannende und interessante Gedanken entnehmen kann. 4 von 5 Sternchen.

    Kommentare: 1
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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Jahr
    ‚Er steht da und wartet darauf, dass sie ihn abholen.‘

    Seit Josef Stalin die Opernaufführung von ‚Lady Macbeth von Mzensk‘ vorzeitig verlassen hat, scheint die Karriere von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch beendet zu sein, und der Komponist wartet tagtäglich auf seine Verhaftung.

    Aus Sorge um seine Familie und um seine Würde nicht verlieren, verbringt er seine Nächte wartend am Aufzug - vollkommen bekleidet und mit einem Köfferchen ausgestattet. Doch die Verhaftung bleibt aus, und schließlich wird ihm von Stalin persönlich der Auftrag erteilt, die UdSSR beim Kultur- und Wissenschaftskongress in New York zu vertreten. Als Gegenleistung wird das Verbot, seine Stücke zu spielen, aufgehoben, und Schostakowitsch beginnt, sich und seine Ideale zu verraten, um künstlerisch arbeiten zu können.

    Ich habe mich schon sehr viel mit der Geschichte Russlands und der UdSSR beschäftigt und fand die Thematik von Julian Barnes‘ ‚Der Lärm der Zeit‘ somit sehr spannend. Obwohl das Buch durchaus sehr gelungene Passagen aufwies, konnte es mich letztendlich aber nicht richtig mitreißen.

    ‚Der Lärm der Zeit‘ bietet sehr interessante Einblicke in das Leben während der Stalin-Ära und zeigt eindrucksvoll, wie Angst und Sorge, Verrat und Selbstverrat in einer Diktatur entstehen und genährt werden. Schostakowitsch selbst ist mir aber eigenartig fremd geblieben, und zudem fand ich die Beschreibungen des Komponisten wenig schmeichelhaft. Ich bin mir nicht sicher, ob dies von Barnes beabsichtigt war, ob die Beschreibungen tatsächlich die Persönlichkeit Schostakowitschs widerspiegeln bzw. ob Barnes Schostakowitsch so charakterisieren wollte, wie er es letztendlich getan hat. Auf mich wirkten viele Passagen eher hölzern und irgendwie stümperhaft, z.B. wenn Schostakowitsch versucht, Ausreden zu finden, um nicht nach New York reisen zu müssen. Beim Lesen konnte ich eigentlich fast nicht glauben, dass jemand die Dinge sagen würde, die Barnes Schostakowitsch in den Mund gelegt hat.

    Insgesamt empfand ich die Beschreibungen der Personen sehr oberflächlich. Nicht nur Schostakowitsch wirkt schablonenhaft, auch Stalin wirkt wie ein trauriger Schatten seiner selbst: wenig charismatisch, kein bisschen furchteinflößend, insgesamt flach und unspektakulär.

    Zudem war mir das Buch oft zu ausufernd und zu wenig fokussiert auf das Wesentliche. Mir fiel das Zuhören bisweilen sehr schwer, und ich bin mit meinen Gedanken immer wieder abgeschweift, weil Barnes mit seinen Ausführungen abgeschweift ist.

    Das Hörbuch wird allerdings hervorragend von Frank Arnold gelesen; daran gibt es nichts zu kritisieren. Alles in allem hat mich die Geschichte dennoch kalt gelassen, obwohl die Thematik gut gewählt war und mir ausgewählte Passagen sehr gut gefallen haben.

    Kommentare: 1
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    Schneefees avatar
    Schneefeevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Toller Sprecher - beeindruckende Geschichte.
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    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gründlich recherchiert, gekonnt erzählt, prima den Geist der Zeit getroffen. Gut vorgelesen, bloß mit rus. Namen haperte es ganz schön.
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    bernauerins avatar
    bernauerinvor einem Jahr
    claudiaausgrones avatar
    claudiaausgronevor 2 Jahren

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