Julian Barnes Lebensstufen

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Inhaltsangabe zu „Lebensstufen“ von Julian Barnes

Julian Barnes’ neues Buch handelt von Ballonfahrt, Fotografie, Liebe und Trauer. Davon, dass man zwei Menschen oder zwei Dinge verbindet und sie wieder auseinanderreißt. Einer der Juroren für den Man Booker Preis nannte Julian Barnes einen »beispiellosen Zauberer des Herzens«. Das vorliegende Buch bestätigt dies. Julian Barnes schreibt über die menschliche Existenz – auf der Erde und in der Luft. Wir lernen Nadar kennen, Pionier der Ballonfahrt und einer der ersten Fotografen, die Luftaufnahmen machten, sowie Colonel Fred Burnaby, der zum eigenwilligen Bewunderer der extravaganten Schauspielerin Sarah Bernhardt wird. Und wir lesen über Julian Barnes’ eigene Trauer über den Tod seiner Frau – schonungslos offen, präzise und tief berührend.

Barnes gewährt einen Blick in sein Herz - unglaublich schön und tieftraurig!

— jasimaus123

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  • Bewegend, schön und tieftraurig!

    Lebensstufen

    jasimaus123

    17. August 2016 um 13:34

    In diesem Buch schreibt der erfolgreiche Autor Julian Barnes ganz privat über den Tod seiner Frau, die ihn ein Leben lang glücklich gemacht hat. Er schreibt darüber, wie es ist einen wichtigen Menschen zu verlieren und versuchte den Worten Leid und Trauer eine ganz eigene, besondere Defintion zu geben. Dies ist mein erstes Buch von dem umschwärmten Julian Barnes, aber bestimmt nicht mein letztes. Auch wenn ich wusste, das er ein sehr guter Autor und Wortjongleur sein sollte, war ich sehr überrascht als ich das erste Kapitel las. Es war wunderschön! Jedes Wort passte an seinen Platz, keines sprang aus der Reihe und obwohl man alles flüssig und einfach lesen konnte wurde ich gleichzeitig vom Inhalt berührt. Anfangs steigt man eher sachlich in die Geschichte ein, da Barnes über die unterschiedlichsten Ereignisse im Bereich der Ballonfahrt berichtet. Dann erzählt er kurz die Liebesgeschichte von einer Frau und einem Mann und schreibt schließlich über seine Frau, Pat. Besonders der letzte Abschnitt hat mein Herz berührt. Seine wahre, aufrichtige Liebe konnte man in jedem einzelnen Wort spüren. Ich habe wirklich einiges an Tränen vergossen. Nicht nur weil ich Barnes für den Verlust so sehr bemittleidet habe, sondern weil er einem das eigene Leid und die eigene Verletzlichkeit so schonungslos vors Auge führte. Ich hatte eigentlich einen guten, schönen Tag hinter mir doch nach dem Lesen fühlte ich mich tieftraurig. Und gleichzeitig unglaublich leicht. So als wäre ich ein Stückchen gewachsenen und würde etwas mehr wissen. Generell setzt sich Barnes in dem Buch sehr genau mit den beiden Wörtern Leiden und Trauern auseinander. Er spricht über dessen Wurzeln, Verlauf und auch deren Überwindung. Sehr beeindruckend! Besonders schön fand ich hier einfach, dass man nicht einer Geschichte lauscht die erzählt wird, sondern Barnes den Lesern einen Blick in seinen Kopf und sein Herz gewährt. ~ FAZIT ~ Dieses Buch ist ein kleines Juwel, dass man ganz fest an sich drücken möchte weil man es während dem Lesen so lieb gewonnen und so viele Tränen zwischen den Seiten verloren hat. Schön und unglaublich traurig zugleich.

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    • 2
  • Wenn nur die ersten beiden Drittel nicht wären...!

    Lebensstufen

    variety

    04. March 2016 um 18:16

    Die ersten zwei Drittel des Buches waren für mich eine Qual zu lesen. Die langweiligen Beschreibungen der Ballonfahrten faszinierten mich einfach nicht - und standen irgendwie ohne grossen Bezug zum letzten Drittel, das mir viel besser gefiel. Dort geht es um die Beziehung des Autors zu seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau. Mitfühlend und dennoch analytisch verfasst.

  • Warum Orpheus sich umdrehte

    Lebensstufen

    rallus

    "Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." So beginnt diese Buch, und von Anfang an fängt einen diese leicht melancholische Sprache ein. Es ist eine tiefere Sicht der Dinge, die uns Julian Barnes hier näher bringt, doch bevor er uns in die Tiefen entführt, entschweben wir dem Erdboden, mittels Gas. Barnes berichtet von etlichen Ballonfahrten, Fahrten, die oft schmerzhaft endeten, ja tödlich. Seit jeher träumt der Mensch vom Fliegen, vom darüber Hinausschauen. Doch hat Gott uns den Rücken nicht gefüllt, uns nicht befähigt, eigenständig in die Lüfte aufzusteigen. So mussten mechanische Mittel herhalten, um dem Himmel näher zu sein. Doch was hilft uns die Höhe, wenn wir die Sünde dort oben hinauf mitnehmen? Alles Schlechte entflieht nicht beim Aufstieg, es bleibt an einem wie Ballast haften und zieht einen immer wieder zur Erde zurück. "Vielleicht kommt die Welt nicht in einem Prozess des Reifens voran, sondern in einem andauerndem Zustand der Pubertät, der bebenden Entdeckungen." Wie mit zarter Hand verbindet Barnes die Höhenflüge der Ballonfahrer mit den Höhen und Tiefen der Liebe. Liebe. Liebe steht hier immer wieder zwischen den Zeilen. Es ist anfangs die unerfüllte Liebe, die Liebe und die Höhe, die einen schlussendlich doch zerschmettert am Boden zurücklässt. "Jede Liebesgeschichte ist eine potenzielle Leidensgeschichte. Wenn nicht gleich, dann später. Wenn nicht für den einen, dann für den anderen. Manchmal auch für beide. Warum streben wir dann ständig nach Liebe? Weil in der Liebe Wahrheit und Magie zusammentreffen." Erst nach zwei Kapiteln der unerfüllten Sehnsüchte kommt Barnes zu dem eigentlichen Grund des Buches. Seine geliebte Ehefrau ist nach 29 Jahren Ehe gestorben. Plötzlich und unerwartet. Er beschreibt sein Leid, seine Trauer. "Leid ist, wie der Tod, banal und einzigartig. Darum hier ein banaler Vergleich. Wenn man die Automarke wechselt, nimmt man plötzlich wahr, wie viele andere Autos derselben Marke auf der Straße herumfahren. Sie fallen einem auf wie nie zuvor. Wenn man verwitwet ist, nimmt man plötzlich alle Witwen und Witwer wahr, die einem entgegenkommen. Vorher waren sie mehr oder weniger unsichtbar, und für andere Fahrer, für die unverwitweten, bleiben sie das auch." Es ist erschütternd, wie tief Barnes in seinem Leid geht. Schmerzlich treffen ihn die Banalitäten der anderen, die doch nur versuchen zu helfen. Aufmunternd. Die gleichen Worte wiederholen, die man so sagt, die doch ausreichen sollen, den Schmerz zu lindern. Was uns nicht tötet, macht uns doch nur hart?! "Es gibt vieles was uns nicht umbringt, aber auf ewig schwächt. Man frage alle, die mit Folteropfern zu tun haben. Man erkundige sich bei Beratungsstellen für vergewaltigte Frauen und Opfer häuslicher Gewalt. Man sehe sich die Menschen an, die das ganz normale Leben beschädigt hat." Barnes versteht plötzlich die Irrationalität, die einem beim Tode eines Menschen befällt, eine Art Irrsinn, die auch in den Klassikern beschrieben ist. Warum schaut Orpheus nach hinten, wissend, seine geliebte Eurydike zu verlieren. Aber gerade dieses Gefühl zu erklären, etwas vermeintlich Falsches zu tun, ist fast unmöglich. "Man verliert die ganze Welt um eines Blickes willen? Aber klar doch. Dazu ist die Welt doch da: damit man sie unter den richtigen Umständen verliert." Und so hat jeder Liebende das Leid schon in sich, doch wie anders ist diese Welt denn zu entdecken, zu erleben, gleichzeitig gewinnt und verliert der Waghalsige alles. Gewinnt an Höhe und schwebt über dem Normalen, um doch im nächsten Moment an allen Gliedmaßen zertrümmert, auf dem Boden aufzuschlagen. Doch wer hat gelebt? Barnes gelingt hier ein sehr persönliches Buch, das mich in vielen Momenten mit feuchten Augen zurückließ, dass aber in seiner Ehrlichkeit so offen ist, teilweise brutal und ehrlich. Barnes lässt keinen Gedanken aus, die Trauerarbeit, die bis zu 'Selbstgesprächen' mit den Verstorbenen geht und die Gedanken an Selbstmord, was auch etwas ist, was andere berichtet haben, die einen geliebten Menschen verloren haben. Doch ist dies kein Trauerbuch oder zieht es einen herunter. Nein, im Gegenteil, es hebt Dich  in die Höhe, wissend um den Schmerz, der verursacht werden kann. Ja, es ist ein Buch für das Leben, für die Liebe. Ein Buch das ich schon zweimal gelesen habe und bestimmt öfters in meinem Leben hervorholen werde. Ein Buch das Dich sättigt, kräftigt und beseelt. Es ist immer wieder ein Wunder, was Bücher ausrichten können.

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    • 2
  • Einer Sprache, die ihresgleichen sucht

    Lebensstufen

    WinfriedStanzick

    18. June 2015 um 12:20

    Julian Barnes neues Buch „Lebensstufen“ ist ein beeindruckendes und den Lesern anrührendes Buch über das große menschliche Wagnis, zu lieben. Mit vielen Metaphern versehen erzählt Julian Barnes in drei Kapiteln zunächst wie in einem historischen Roman von Ballonfahrern des 19. und 20. Jahrhunderts und gestaltet die Geschichte als eine Metapher für das Leben. In einem zweiten Teil schreibt er  einen sehr persönlichen Lebensbericht über den Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen, nämlich Barnes’ Ehefrau. Besonders dieser Teil des Buches, geht unter die Haut, erfordert die ganze auch seelische Aufmerksamkeit des Lesers, sonst kann man diese ernsten Gedanken über Leben und Tod weder aushalten noch in sich aufnehmen. Alle Menschen, die irgendwann einmal einen geliebten Menschen verloren haben, werden sich in Julian Barnes Gedanken wieder finden. Alle aber werden sich umhüllt und angerührt fühlen von einer Sprache, die ihresgleichen sucht.

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  • Das Leid, der Verlust und was es aus uns macht.

    Lebensstufen

    Duffy

    03. April 2015 um 10:03

    Irgendwann einmal trafen sich alle Götter dieser Welt und verteilten Fähigkeiten. Sie diskutierten über Schriftsteller und entschieden, dass nur die Autoren, die zur gefühlsamen Reflektion in der Lage sind, auch darüber schreiben sollten. Dann verstreuten sie sparsam ihre Gaben und bedachten Julian Barnes mit einer wohlwollenden Extraportion. Der schrieb nicht nur großartige Romane, sondern auch das Buch "Nichts, was man fürchten müsste" und fasste auf 330 Seiten alles zusammen, was man über den Tod wissen sollte. Nun macht er sich zum zweiten Mal an ein Thema, an dem so viele so ambitioniert scheiterten. Wieder geht es um den Tod und was er aus der Sicht des Hinterbliebenen mit ihm macht. Barnes hat das krankheitsbedingte Ableben seiner Frau verarbeitet, hat sich dem Leid und dem Kummer unterworfen nach fünf Jahren genau darüber geschrieben. In zwei Kapiteln holt er aus, um zum Kern zu kommen, schreibt über Ballonfahrt und Fotografie, um sich dann mit diesen Hilfsmitteln im dritten Kapitel dem eigentlichen Thema zu stellen. Dabei bezieht er sich auch immer wieder auf seine Beispiele und Perspektiven aus den beiden vorangegangenen, sodass sich für den Leser der Zusammenhang schnell erschließt. Im Prinzip ist alles darauf aufgebaut, dass man zwei Dinge oder Menschen verbindet, sodass etwas Neues entsteht, "die Welt sich verändert", und dann wieder auseinanderreißt. Barnes reflektiert unaufdringlich seinen Kummer, sein Leid, setzt natürlich bei sich an, um Fragen zu stellen, Gedanken zu formulieren und Antworten anzubieten, die er für sich zulassen und offiziell stellen kann. Er macht das mit der Wärme, die die Liebe beinhaltet, die das Leid für ihn so stark sein lässt. Was dabei herauskommt, ist eine nachvollziehbare und eindrucksvolle  Charakterisierung des Leids, das Menschen befällt, attackiert, heimsucht, wenn sie einen anderen geliebten Menschen verlieren. Natürlich ist das Buch großartig. Das ist es schon, weil Barnes hier eigene Erfahrungen verarbeitet, dies aber undogmatisch tut,  eigentlich nur eine Erläuterung, warum er dieses Buch geschrieben hat. Es ist also aus einem realistischen Hintergrund entstanden und kein theoretisches Konstrukt. Der Kern des Buches steckt in den letzten 60 Seiten und da ist kein Wort, kein Gedanke zuviel. Es ist bewegend, weil alles, was da steht, wahr ist, nur wahr sein kann. Und deswegen hat es unbeabsichtigt etwas tröstendes. Alle, die schon in einer ähnlichen Situation waren, werden dieses Buch wahrscheinlich mehrmals hintereinander lesen. Für alle anderen wäre es die Möglichkeit, sich zumindest mit diesem heiklen Thema, das sicher genauso unbequem ist, wie reflektierende Gedanken über den Tod, erstmals auseinanderzusetzen, bevor es überraschend über sie hereinbricht. Besser und einfühlsamer kann man dieser Materie nicht begegnen. Und Julian Barnes hat wieder einmal gezeigt, dass er das Vertrauen bei der Verteilung von Fähigkeiten vollauf verdient hat. Unverzichtbares Buch!

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  • Julian Barnes – Lebensstufen

    Lebensstufen

    michael_lehmann-pape

    17. March 2015 um 09:31

    Julian Barnes – Lebensstufen Liebeslied und Liebesleid Ein wenig durch die Themen des Lebens zu mäandern scheint Julius Barnes zu Beginn der Lektüre, bis allerdings rasch deutlich wird, dass der Autor in diesem schmalen Band dem Kern (zumindest seines) Lebens in jeder Zeit näher kommt, seine wichtigste Emotion (Liebe und Trauer in einem) umkreist. „Jetzt lese ich die Nachrufe und schaue, wie lange derjenige verheiratet war. Ich beneide alle, denen mehr Zeit vergönnt war“. „So wird auch das Leid unvorstellbar: nicht nur seine Länge und Tiefe, sondern auch sein Ton und seine Beschaffenheit“. Unvorstellbar, ja, aber nicht un-beschreibbar. Denn die Liebe, jene 30 Jahre der Ehe zu seiner Frau Pat, der Tod, die unsägliche Trauer und was das alles soll und wie zerbrechlich das alles ist, was im Lebens ich ereignet und einander (oft zufällig) begegnet und in Beziehung miteinander Tritt. Das Streben nach Höhe des Menschen, das reale sich begegnen doch immer auf „der Ebene“ und die Bilder, die Barnes für all das findet, das lässt den Leser weder los noch unbeeindruckt zurück. Jener Leser, der wie jeder Mensch meint, „etwas Besonderes“ zu sein, nach „Höherem zu streben“ um dann doch nur in die kalten Fluten des Lebenswassers einzutauchen. Was für ein Bild für Trauer, das Barnes im Buch findet: „Man ist plötzlich ins eiskalte Deutsche Meer gefallen, nur mit einer absurden Korkweste ausgestattet, die einen am Leben halten soll“. Sicher richtet Barnes im Buch drei Themenüberbegriffe ein, sicher folgt er einem roten Faden, doch letztendlich bildet jeder Absatz, jede Beobachtung, jede Beschreibung und jede Reflexion einen inneren Zusammenhang in sich, sprachlich wunderbar verdichtet und präzise die Gedanken und Gefühle benennend. So vermischen sich erfüllte und unerfüllte Liebessehnsucht und am Ende kann man gar nicht mehr so klar sagen, welches denn nun „das bessere“ Los wäre. Jener Kork im Meer oder jenes tröpfelnde Leiden über lange Zeit (wie Fred Burnaby es in seiner unerfüllten Liebe erlebte). Da mag es noch so sicher scheinen, noch so in die Höhe gehen, noch so „fortschreitend sich entfalten“, das Leben, das eigentliche ist und bleibt die Liebe und der Schmerz, der damit einhergehen kann, ebenso, wie die Fülle, die darin erlebbar ist. Tief dringt Barnes ein in die Hoffnungen, Möglichkeiten, aber eben auch das Dunkle, die Abstürze, das Leid des Lebens. Jeder Satz wohlgesetzt, jeder Gedanke es wert (und dazu auffordernd) sich mit ihm länger zu beschäftigen. Ein Buch zum „sich treiben lassen“ mit den Gedanken und Gefühlen des Autors, in mögliche Höhen und reale Tiefen des Lebens und eine empfehlenswerte, letztlich sehr, sehr persönlich verfasste Lektüre.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Ein Essay über Liebe und Leid

    Lebensstufen

    Lilli33

    14. March 2015 um 15:18

    In drei Teilen bringt Julian Barnes uns dem Thema näher. Während mich die ersten beiden Teile über die Pioniere der Ballonfahrt und eine kurze Liebe zwischen zweien von ihnen eher langweilte, konnte mich der dritte und längste Teil aber überzeugen. Präzise schreibt Barnes über die Stufen des Leids nach dem Tod seiner über alles geliebten Frau. Erstaunlich offen und fast schockierend ehrlich geht er mit sich selbst, aber auch mit Freunden ins Gericht, aber über allem steht einfach die unendliche Liebe, das Vermissen, die Sehnsucht nach seiner besseren Hälfte, ohne die er sich nicht vollständig fühlt. Nur wer die Höhen der absoluten Liebe erlebt hat, kann so tief stürzen, dass ihn das darauf folgende Leid schier umbringt. Und doch ist es gleichzeitig dies, was einen am Leben hält.

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  • Begegnung mit dem Leben

    Lebensstufen

    Valilu

    12. March 2015 um 10:45

    Das Buch „Lebensstufen“ besteht aus drei abgeschlossenen Teilen, in denen sich Julian Barnes mit dem Leben, seinen scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, den Gefahren menschlicher Bindungen und dem schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzt. Der Einstieg in das Buch führt in die abenteuerliche Welt der Ballonflugpioniere und dem Zauber, der diesen ersten, kühnen Versuchen inne wohnte. Im zweiten Essay stellt Barnes den Ballonfahrer Fred Burnaby näher vor, der sich unglücklich in die extravagante Schauspielerin Sarah Bernhardt verliebt und seine unerfüllte Sehnsucht bis an sein Lebensende ertragen muss. Im dritten Teil berichtet Barnes schließlich von seiner eigenen Leidensgeschichte. Nach dem Tod seiner Frau scheint es ihm unmöglich, in irgendeiner Form Freude, Interesse oder Leidenschaft für das Leben aufzubringen; stattdessen benutzt er das Bild einer Möwe, „die aus einer Öllache kommt, geteert für’s Leben“. Die Symbolik des ersten und der Zusammenhang zwischen den drei Teilen erschloss sich mir erst im Verlauf des Buches. So nutzt Barnes die Ballonfahrt, um einen Bezug zu Freiheit und Abhängigkeiten herzustellen. Der Mensch kann in atemberaubende Höhen aufsteigen, sich über die Grenzen der Schwerkraft hinwegsetzen, und so die Welt aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachten. Wie Ballonfahrer von wechselnden Winden mal hier und mal dorthin getrieben werden, und sich in der Wolkendecke verfangen, so entwickelt sich auch das Leben häufig in wirren, undurchsichtigen Bahnen. Dem Wechsel von Höhe und Tiefe, Liebe und Einsamkeit, Glück und Leid ist der Mensch dabei meist schutzlos ausgeliefert. Das erlebt auch der todesmutige Colonel Burnaby, der der unvergleichlichen Sarah Bernhardt verfällt und dabei der Sonne zu nahe kommt. Barnaby erfährt am eigenen Leib, das jede Liebesgeschichte zugleich auch eine potentielle Leidensgeschichte ist, da sich das Glück niemals festhalten lässt. Als ihr Ballon in Flammen aufging, stürzten die Ballonfahrer ungeschützt auf die Erde – wie ein liebender Ehemann, der nach dem Verlust seiner Frau hilflos in die Tiefe gerissen wird. Der dritte Teil enthält eine wunderschöne, verzweifelte Liebeserklärung an Barnes‘ Ehefrau. Für Barnes ist die Zeit ohne seine Frau "weniger ein Alleinsein als ein Ohne-sie-Sein". Gleichzeitig spricht er mit seinen Gedanken all diejenigen an, die einen schweren Verlust erleiden und zurück ins Leben finden müssen. Barnes schreibt in diesem Teil einfühlsam und berührend über seine Gefühle, Wut, Trauer, Verzweiflung. Viele Sätze beinhalten dabei Weisheiten, über die es sich nachzudenken lohnt. „Lebensstufen“ ist somit kein Buch für zwischendurch. Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen (wollen), den Sinn der Sätze vollständig zu erfassen und zu durchdenken. Man muss auch bereit sein, schonungslos über die Verletzlichkeit des eigenen Lebens/Liebens nachzudenken. Vermutlich kann sich aber nur derjenige wirklich in Barnes' Gedanken wiederfinden, der bereits einen ähnlichen Verlust erfahren hat. „Lebensstufen“ ist ein kluges und schonungsloses Buch über das Leben und die Liebe. Es kann Trost spenden, nachdenklich machen und Wahrheiten vor Augen führen - sofern man bereit ist, sich auf eine intime Auseinandersetzung mit ganz persönlichen Höhen und Tiefen einzulassen.

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