Julian Barnes Nothing to Be Frightened Of

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Inhaltsangabe zu „Nothing to Be Frightened Of“ von Julian Barnes

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  • Rezension zu "Nothing to Be Frightened Of" von Julian Barnes

    Nothing to Be Frightened Of
    rumble-bee

    rumble-bee

    25. March 2011 um 11:39

    Das ist Julian Barnes in Reinkultur, so wie man ihn kennt und liebt. Sein brillanter essayistischer Stil kommt hier voll zur Geltung, denn in diesem Buch hat er sich einmal vollkommen von rein erzählerischen Vorgaben und von einer Handlung gelöst, und fabuliert frei drauflos. Wie ich erst kürzlich erfuhr, ist vor Kurzem auch seine Frau gestorben, und dies verleiht dem Buch natürlich besondere Brisanz. Denn es geht hier um nichts weniger als alle möglichen Gedankengänge rund um das Sterben, den Tod, den Glauben, und die (Un)Möglichkeit, die Existenz eines Gottes anzuerkennen. Geschweige denn ein Leben nach dem Tod. Doch so wirklich begeistert bin ich von dem Buch nicht. Für mich gehört zu einem "guten Buch" mehr als der Ruf seines Autors, sowie eine brillante und teils hoch komplexe und ironische Sprache. Um ein Buch wirklich zu lieben, möchte ich gerne den Grundgedanken dahinter verstehen, und wenn möglich einen roten Faden erkennen. Schön wäre es auch, eventuell eine innere Weiterentwicklung des Autors mitzubekommen. Doch nichts von alledem findet sich hier. Schon allein mit dem Einstieg in das Buch hatte ich Probleme. Er fängt, ganz typisch für ihn, mit einem griffigen und provokanten Ausspruch an: "I don't believe in God, but I miss him / Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn." Doch dann schweift er erst einmal gründlich ab, kommt vom sprichwörtlichen Hölzchen aufs Stöckchen, landet bei seinen Großeltern und Eltern sowie deren Nachlass, streift kurz bei seinem Bruder vorbei und welches Verhältnis er zu ihm hatte, bevor er - irgendwann - dann doch erkennen lässt, dass dieses Buch um die Themen Sterben und Tod im Allgemeinen kreisen soll. Bzw., dass es seine diesbezüglichen Ängste und Gedanken verarbeiten soll. Das empfand ich alles als sehr umständlich. In diesem Stil geht es dann das ganze Buch über weiter. Ich empfand die Lektüre zwar streckenweise als durchaus anregend, denn es gibt etliche erhellende Berichte, z.B. darüber, wie berühmte Schriftsteller gestorben sind. Oder eben Julian Barnes' Eltern. Doch im Großen und Ganzen kann man das Buch mit einem etwas beschwerlichen Spaziergang vergleichen: man musste immer wieder Hügel erklimmen, um mal wieder eine schöne Aussicht genießen zu können. Und die Strecken zwischen diesen "Aussichten" über musste man sich das wilde Fabulieren des Autors anhören... Es ist einfach so, dass Julian Barnes ein Meister der Kurzform ist, ein wahrer Künstler und Zauberer des geistreichen Essays. Doch diese Technik dann auf ein ganzes Buch hin aufzublasen, hatte etwas Angestrengtes und Bemühtes. Da wäre er in der Tat besser beraten gewesen, hätte er doch die "Autobiographie" geschrieben, die er im Laufe des Textes so heftig verneint. Oder mehrere, in sich abgeschlossene Kurzgeschichten, z. B. jeweils über den Tod eines Elternteils. Oder über das Verhältnis zu seinem Bruder. So aber merkte man förmlich, dass er die Lücken zwischen dem Sich-Herantasten an die eigene Biographie und die eigenen Erfahrungen mit dem Tod ausfüllen musste. Sie werden auch gefüllt - aber mit einem Material, das aus allen möglichen Himmelsrichtungen kommt. Sicher, es ist nett, über die sozialen Gepflogenheiten von britischen Schriftstellern zu lesen. Oder über das Verhältnis zu seiner Hausärztin.Oder "berühmte letzte Worte". Oder über seine große Bewunderung für einen französischen Schriftsteller, Jules Renard - von dem ich persönlich in meinem ganzen Leben noch nichts gehört habe. (Und ich habe auch Romanistik studiert.) Aber muss ich das alles wissen, um Julian Barnes wirklich zu verstehen? Und vor allem, versteht er selber sich am Ende etwa besser? Ich denke, nein. Mich hat vor allem ein wenig befremdet, dass er zwar hin und wieder anerkannte Autoritäten in Sachen Sterben zitiert, wie Elisabeth Kübler-Ross oder Sherwin Nuland, diese aber zumeist mit wenigen Worten "abtut", ohne auch nur im Geringsten erkennen zu lassen, dass er sich wirklich mit deren Erkenntnissen beschäftigt hat. Von einem so gebildeten Menschen wie Julian Barnes hätte ich etwas Anderes erwartet. Ferner hat mich doch schockiert, bzw. es war mir neu, wie weit verbreitet oder anders gesagt wie "salonfähig" der Atheismus und diesbezügliche Diskussionen in England zu sein scheinen. Andauernd berichtet er von Gesprächen im Freundes- oder Familienkreis, in denen zahlreiche Personen ihren Unglauben und dessen Entstehen kommentieren, ja, fast zur Schau stellen. Man verstehe mich bitte nicht falsch, sicher soll weiterhin jeder nach seiner Fasson selig werden, wie es so schön heißt. Doch es wirkte im Rahmen dieses Buches auf mich ein wenig verzweifelt, so nach dem Motto, seht her, ich bin mit meiner Meinung nicht alleine. Dabei interessieren mich diese anderen Personen herzlich wenig. Ich will etwas über ihn, den Autor, wissen. Und wenn er dann mit sich selbst im Reinen ist, darf er gerne weitere Menschen zitieren. Aber das ist er eben nicht - mit sich im Reinen. Ja, dem Buch fehlt halt durch und durch ein roter Faden. Schon 30 bis 50 Seiten vor dem eigentlichen Ende dachte ich, na, jetzt könnte es langsam mal gut sein. Danach kam nichts wesentlich Neues mehr. Und auch der Schluss selber wirkte ein wenig theatralisch. "THE END": Das würde ich als Leser nicht so sehen. Es war eher eine Art Notbremse, kein wirkliches Ende des Buches. In meinem Kopf schwadroniert und sinniert er noch immer, ohne einen Schritt weiter gekommen zu sein. Es wird wieder einmal entscheidend darauf ankommen, was man erwartet, bevor man dieses Buch aufschlägt. Immerhin hat es einen Vorteil: man kann es an beliebiger Stelle unterbrechen, und nach einer kürzeren oder längeren Pause an ebenso beliebiger Stelle wieder aufschlagen - man hat nichts verpasst. Gut geeignet für das Lesen in Etappen, vor dem Schlafengehen.

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