Julian Hosp

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Blockchain 2.0 – einfach erklärt – mehr als nur Bitcoin

Neu erschienen am 05.11.2018 als Hörbuch bei FinanzBuch Verlag.

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Kryptowährungen

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Erschienen am 14.05.2018
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Neue Rezensionen zu Julian Hosp

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Kryptowährungen" von Julian Hosp

Am Verständnis konsequent vorbeigeschrieben
R_Mantheyvor 5 Monaten

Nehmen wir mal an, ein Mensch, der von Kryptowährungen zwar schon etwas gehört, aber in Wirklichkeit davon keine Ahnung hat, glaubt, hier eine vernünftige und belastbare Informationsquelle gefunden zu haben. Wenn er dann diesen Text zu lesen beginnt, wird er nach wenigen Seiten vor zwei Möglichkeiten stehen. Entweder er kriegt Minderwertigkeitskomplexe, weil er fortlaufend nur Bahnhof versteht, oder er ist davon überzeugt, dass der Autor völlig unfähig ist, die Sache wirklich zu erklären. Nach fast hundert Seiten steht dann eine Zusammenfassung, die angeblich Zehnjährige verstehen sollten. Ich würde gerne dabei sein, wenn man das an einem statistischen Durchschnitt von Zehnjährigen ausprobiert. Wer ein zehnjähriges Kind hat, der sollte ihm einmal folgende Sätze vorlesen:

"Je nachdem, wie viele Fees (Gebühren) eine Transaktion beinhaltet, versuchen Miner früher oder später, die Transaktion in einen Block zu integrieren. Dies wird als Mining bezeichnet, und wir haben es so beschrieben, dass die Miner die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen versuchen, um dann ein vollständiges Puzzle mit einem gewissen Schwierigkeitsgrad korrekt zu erstellen. In Wirklichkeit versuchen sie, die Nonce zu finden, welche eine Merkle-Root aller Tx-ID mit einer bestimmten Anzahl Nullen hervorbringt, eine Aufgabe, die der Mining-Difficulty entspricht."

Das war Punkt 6 aus der Erklärung für Zehnjährige. Der Brüller, oder? Man kann übrigens aus diesem Kauderwelsch für Nerds auch entnehmen, dass es dem Autor grundlegend an der Fähigkeit mangelt, sich in die Gedankenwelt seiner Leser zu versetzen oder sich deren Aufnahmekapazitäten anzupassen. Oder noch anders ausgedrückt: Wer sich noch nie oder nur oberflächlich mit sogenannten Kryptowährungen befasst hat, kann mit diesem Text auch den Eindruck gewinnen, er sollte es doch besser lassen.

Dessen ungeachtet gibt es bei allen Vorteilen solcher Konstruktionen einen Nachteil, den der Autor gerne vertuschen möchte: Kryptowährungen besitzen keinen inneren Wert, sondern leben allein vom Vertrauen ihrer Nutzer. Würde sich also beispielsweise herausstellen, dass zugesagte Sicherheiten nicht immer gewährleistet sind, dann wäre ein Wertverlust garantiert. Der Autor bestreitet ein solches Szenario grundlegend, obwohl es dafür einen Präzedenzfall gibt, den er selbst im Kapitel 10 erwähnt. Dass Hosp Gold einen inneren Wert nicht zubilligt, macht ihn auch nicht gerade zu einem Experten für Geld. Vielmehr zeigt dies nur, dass er nicht objektiv ist. Dazu passt dann auch, dass er fortlaufend Werbung für sich und seine Firma macht, die übrigens eine Bewertung aufruft, bei der einem schwindelig wird.

Übrigens findet man im 10. Kapitel auch den bemerkenswerten Satz: "Wenn eine Kryptowährung keinen wirklichen Wert erzeugt, sondern nur existiert, um zu existieren, handelt es sich oft um einen Betrug." Die Frage, welchen Wert eine solche Währung denn nun wirklich erzeugt, bleibt unbeantwortet. Einen inneren Wert, etwa wie Gold, besitzt jedenfalls keine von ihnen. Später wird dann die Katze völlig aus dem Sack gelassen: Kryptowährungen sind bisher reine Spekulationsobjekte. Man kauft sie und hofft, dass sich die Geschichte des Bitcoin wiederholt. Tatsächlich handelt es sich bisher (selbst nach der Definition des Autors) nicht um Währungen. Ihr funktionaler Einsatz in einer Wirtschaft ist bisher entweder gar nicht oder nur so eingeschränkt gegeben, dass er völlig vernachlässigt werden kann.

Auch der Autor muss zugeben, dass diese Konstruktionen keine Anonymität sichert. Ganz im Gegenteil: Während Bargeld völlig anonym ist, kann man bei einem Bitcoin seine ganze Geschichte nachvollziehen, wenn es gelingt, den gegenwärtigen Besitzer zu identifizieren. Auch dafür gibt Präzedenzfälle, wie selbst der Autor zugeben muss. Deshalb ist damit zu rechnen, dass der Staat irgendwann selbst Kryptowährungen herausgibt. Sie sind geradezu ideal zur Überwachung geeignet.

Lustig wird es für den Bitcoin, wenn irgendwann die von Satoshi erzeugten Bitcoins sich bewegen. Dies dürften Unmengen sein, jedenfalls mehr als eine Million. Auch ein solches Ereignis könnte erhebliche Auswirkungen auf den Kurs zu einer der Papierwährungen dieser Welt haben. Wer sich also am Bitcoin-Rausch beteiligen möchte, geht ein nicht absehbares Risiko ein. Der Autor warnt immerhin vor solchen Spekulationen, schließlich könne man sein ganzes Geld verlieren. Seine Warnungen sind jedoch alles andere als glaubhaft, schließlich verdient er an solchen Spekulationen und freut sich über die gegenwärtige Blase.

Wenn man nach den ersten vier Kapiteln noch dabei ist, wird das Buch danach etwas verständlicher. Allerdings blieb bei mir der Eindruck bestehen, dass Insider das alles bereits wissen und Neulinge eher ratlos zurückbleiben werden oder sogar beschließen, dass das alles nichts für sie ist. Das Buch ist durchaus interessant, erfüllt jedoch keineswegs den Zweck, den es sich selbst gesetzt hat. Dafür fehlt dem Autor einfach das didaktische Vermögen.

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