Julian Mars

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Jetzt sind wir jung

 (7)
Neu erschienen am 19.11.2018 als Taschenbuch bei Männerschwarm Verlag, Salzgeber Buchverlage GmbH.

Lass uns von hier verschwinden

Neu erschienen am 15.11.2018 als Taschenbuch bei Albino Verlag, Salzgeber Buchverlage GmbH.

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Jetzt sind wir jung

Jetzt sind wir jung

 (7)
Erschienen am 19.11.2018
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Erschienen am 15.11.2018

Neue Rezensionen zu Julian Mars

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Nespavanjes avatar

Rezension zu "Jetzt sind wir jung" von Julian Mars

Nerviger Hauptcharakter vs. facettenreicher Subkultur
Nespavanjevor 2 Jahren

Felix Leben ist nicht einfach. Er ist ein junger schwuler Mann, mit einer etwas exzentrischen und russisch-stämmigen Mutter und einem mit Abwesenheit glänzenden Vater, der sich allerdings seit dem Comingout seines Sohnes, durch das Fernsehen tingelt und sich für die Gleichberechtigung der Homosexuellen stark macht. Gabriel ist Felix bester, schwuler Freund und Emilie so etwas wie seine Busenfreundin. Als sein Exfreund Martin wieder in der Stadt auftaucht, weiß er nicht was er tun soll. Es sind 13 Tage bis zu einer Party, einer Party wo er höchstwahrscheinlich auf ihn wieder treffen wird. Gabriel rät ihm, alles aufzuschreiben, was ihm durch den Kopf geht.

Jetzt sind wir jung - ist der erste Roman von Julian Mars und hat mir in seiner Form gut gefallen. Er ist im Albino Verlag erschienen, der ein Ableger des Bruno Gmündner Verlags ist. Der Verlag ist relativ neu, bzw. wurde wieder reaktiviert, nachdem über ein Jahrzehnt kein Buch mehr verlegt worden ist, wobei er als Plattform für queere Literatur fungiert. So ist auch in diesem Verlag ein ähnlicher Roman erschienen - Movie Star von Raziel Ried, der mit einen Ticken besser gefallen hat, als diesen hier. Der geneigte Leser meiner Rezensionen möge mir diesen direkten Vergleich verzeihen, sie spiegeln oft nur den persönlichen Geschmack des Rezensenten, aber nachdem beide mit einem ähnlichen Thema aufwarten, ist mir nichts anderes übrig geblieben. Es geht um die Adoleszenz, es geht um den Umgang mit der eigenen Sexualität und auch wenn beide eine sehr derbe und rüde Umgangssprache teilen, ist die explizite Darstellung sexueller Handlungen, die in diesem vorliegendem Buch sofort ins Auge stechen. Zuerst war ich mir sicher, dass der Schriftsteller damit bloß Aufmerksamkeit erregen will (=was für ein schlechtes Wortspiel), aber auf den zweiten Blick versteckt sich zwischen den Zeilen mehr als ein pornografischer Roman. Man muss sich wohl oder übel auf die Geschichte einlassen und mit jeder Seite wurde mir klarer, dass hier nicht ein egozentrischer, verwöhnter und wenig Empathie besitzender junger Mann porträtiert wird, auch wenn aus dessen Sicht diese Geschichte erzählt wird, sondern die homosexuelle Subkultur in all ihren Facetten aufgezeigt wird. Wie heißt es so schön: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein nerviger Hauptcharakter noch kein schlechtes Buch.

In diesem Zusammenhang macht es natürlich auch Sinn, dass der Autor in einem Zeitungsinterview verraten hat, dass Felix keineswegs sein Alter Ego ist, was anderes hätte ich auch nicht erwartet, und dieser Roman in keinster Weise autobiografisch gemeint ist. Allerdings zielt der Klappentext genau darauf ab, darüber Spekulationen aufzuwerfen. Ein Marketingtrick? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Wer sich nun für diese Geschichte erwärmen kann, dem empfehle ich eben auch Raziel Reids bereits oben erwähnten Roman. Es wird ihm wohl gefallen. Ich bin auf alle Fälle gespannt was Julian Mars noch so in seinem Repertoire hat und würde gerne wieder etwas von ihm lesen.

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Mietzes avatar

Rezension zu "Jetzt sind wir jung" von Julian Mars

Eine Geschichte über das Erwachsenwerden in der schwulen Szene
Mietzevor 2 Jahren


Das ist die Geschichte von Felix. Und diese Geschichte ist nicht unbedingt eine einfache.Felix stammt aus einem reichen Elternhaus mit einem sich nicht kümmernden Vater, einer leicht psychotischen Mutter und einer Schwester die schon vor langer Zeit dem ganzen Quatsch den Rücken gekehrt hat. Er muss also selbst sehen wie er Erwachsen wird und dabei begleiten wir ihn als Leser durch verschiedene Stationen. Von der Erkenntnis schwul zu sein, über erste Experimente, Probleme und Bekanntschaften bis zum heutigen Problem: sein Ex-Freund Martin ist wieder in der Stadt und Felix weiß nicht so recht wie er damit umgehen soll.
Besonders gut gefallen hat mir in diesem Buch die Sprache und generell der Schreibstil den Julian Mars verwendet hat. Felix spricht aus was Tatsache ist. Da wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, er nennt die Dinge beim Namen, ohne das dadurch das Buch irgendwie zu vulgär oder zu gewollt schmutzig wirkt. Das ist bei dieser Art Büchern nicht immer einfach.Überhaupt hat mich das Buch irgendwie mehr an eine Art witzige und authentische Biografie erinnert als an einen Roman. Sehr erfrischend die Lebensgeschichte von Felix auf diese Art kennen zu lernen.Dabei geht die Erzählung nicht unbedingt chronologisch vor, Felix hat immer mal wieder Gedankensprünge zu verschiedenen Phasen seines Erwachsenwerdens und deren Konsequenzen, aufgelockert durch Situationen im Hier und Jetzt die den roten Faden der Geschichte bilden.Überhaupt wird viel Wert darauf gelegt das nicht einfach irgendwelche Themen abgearbeitet werden, sondern Felix sich langsam aber sicher seiner Sexualität bewusst wird - mit allen Vor- und Nachteilen die so etwas mit sich bringt.Felix als Charakter war sehr angenehm. Seine Erzählungen mochte ich sehr gerne und auch einige Nebencharaktere wie Emilie, die Tochter eines Puff-Besitzers oder sein schwuler Bester Freund Gabriel waren wichtig für die Geschichte. Das Highlight war sowieso Tamara. Lediglich mit Martin konnte ich nichts anfangen.Für mich eine wunderbare Coming of Age Geschichte in der schwulen Szene.
Eine Geschichte über das Erwachsenwerden in der schwulen Szene mit einem eher etwas seltsamen Elternhaus im Rücken, ungewöhnlichen Freunden und einem Erzähler, der das Buch eher wie eine witzige Biografie wirken lässt als einen Roman. Felix lässt den Leser in Gedankensprüngen an den verschiedenen Stationen in seinem gar nicht langweiligen Leben teilhaben.


Schaut vorbei: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2016/07/rezi-jetzt-sind-wir-jung-von-julian-mars.html

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Korikos avatar

Rezension zu "Jetzt sind wir jung" von Julian Mars

Schönes Coming-of-Age Buch
Korikovor 3 Jahren

Story:
Ein Jahr ist es her, seit Martin Felix verlassen hat und letzterer hat lange gebraucht um den Verlust zu überwinden und in sein Leben zurückzufinden. Doch als er seinen Ex-Freund erneut in Hamburg sichtet, schwemmt alles wieder an die Oberfläche: das abrupte Ende einer zwei-jährigen Beziehung, gepaart mit brennender Sehnsucht und der Angst vor einer Aussprache. Um sich dafür zu wappnen, nimmt Felix den Rat seines Freundes Gabriel an und beginnt sich die Vergangenheit von der Seele zu schreiben: seine Jugend mit einer depressiven Mutter und einem egozentrischen, arbeitswütigem Vater, das Entdecken seine sexuellen Identität, seine regelmäßigen Besuche in Darkrooms und seinen Hang zu brutalerem, wenn nicht erniedrigendem Sex. Erst als er Martin kennenlernt, fängt sich Felix und sein Leben wird in ruhigere Bahnen gelenkt. Allerdings kann der sozial engagierte Student Felix‘ geheime Sehnsucht nach Darkrooms und anonymen Sex nicht gänzlich ersticken …

Eigene Meinung:
„Jetzt sind wir jung“ ist das Romandebüt von Julian Mars und erschien 2015 im Albino Verlag, der auf eine lange Tradition zurückblickt und sowohl jungen Nachwuchsautoren, als auch Klassikern der schwulen Literatur ein Zuhause geben möchte. Mit „Jetzt sind wir jung“ hat der Verlag ein fesselndes Coming-of-Age Debüt veröffentlicht, das Lust auf mehr macht.

Inhaltlich bekommt der Leser einen klassischen Entwicklungsroman geboten, in dem man den jungen Felix kennenlernt, der sich die meiste Zeit durchs Leben treiben lässt und seine sexuelle Identität voll und ganz auslebt – in Darkrooms und durch anonymen Sex. Zudem entdeckt er seinen Hang zu etwas brutaleren Spielarten, was er mit dem Kellner Sebastian auslebt, zu dem er ein seltsames Verhältnis entwickelt und von dem er sich nur mühsam losreißen kann. Sein unruhiges Leben ändert sich erst, als er während eines HIV-Tests Martin kennenlernt und mit diesem zusammenkommt. Plötzlich entdeckt Felix, wie es ist mit jemandem zu schlafen, den man liebt und der diese Gefühle erwidert. Und wie es ist die dunkle Seite zu unterdrücken, die man jahrelang in Bars und Clubs rausgelassen und befriedigt hat.
Julian Mars gelingt ein beeindruckendes Werk, das den Leser tief in das Innenleben seines Protagonisten blicken lässt und die Abgründe offenlegt, die dafür sorgen, dass Felix nicht zur Ruhe kommt. Dabei spielt seine Homosexualität ebenso eine Rolle, wie seine verkorkste Familie. Einzig seine Freunde geben ihm Halt, wenn er droht gänzlich abzudriften: seine Kindheitsfreundin Emilie, der schwule Zyniker Gabriel und seine Schwester Anna. Diese sind ebenso schonungslos ehrlich, wie der Autor, denn „Jetzt sind wir jung“ ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Julian Mars nimmt kein Blatt vor den Mund – gerade wenn es um Felix‘ „Abenteuer“ im Darkroom oder seinen Treffen mit Sebastian geht: es geht recht explizit zur Sache. Doch dies passt durchaus zum Buch, denn all diese direkte und offene Art macht „Jetzt sind wir jung“ sehr authentisch und in sich schlüssig. Einzig das Ende wirkt ein wenig aufgesetzt, wenn man Martins Beweggründe erfährt und die Wahrheit für sein Weggehen kennenlernt. Doch das mag Geschmackssache sein.

Die authentischen und lebendigen Charaktere sind die große Stärke des Romans. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und erlebt den Roman so hautnah. Dabei ist Felix der typische Anti-Held, denn seine Einstellung stößt dem Leser oftmals auf. Gleichzeitig fragt man sich zwangsläufig, wie viel vom Autor in der Hauptfigur steckt.
Sehr schön sind die Nebencharaktere, allen voran Gabriel, dessen scharfe Zunge und zynische Art die Geschichte mehr als einmal auflockern, ebenso Emilie und Anna, die beide Felix unterstützen, selbst wenn dieser es selten wirklich registriert. Auch Martin kann überzeugen, wenngleich er ein wenig blasser erscheint als die übrigen Figuren.

Stilistisch legt Julian Mars ein beeindruckendes, witziges und kluges Werk vor – er hat einen fesselnden, sehr ausgereiften und unverblümten Schreibstil, der dafür sorgt, dass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. Die Beschreibungen sind sehr bildlich, allen voran Felix‘ Gedanken und die Gefühle, mit denen er sich plagt. Darüber hinaus spricht der Autor allgemeine Probleme an und regt zum Nachdenken an, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen oder mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Er versteht es subtil auf Dinge hinzuweisen, die man registrieren und überdenken, aber genauso gut ignorieren kann. Das Lesevergnügen wird dadurch in keiner Weise geschmälert.

Fazit:
„Jetzt sind wir jung“ ist ein gelungener, fesselnder Coming-of-Age Roman, der durch authentische, lebendige Charaktere und einen mitreißenden Schreibstil besticht. Julian Mars legt einen schönen Roman vor, den man nur schwer zur Seite legen kann und präsentiert mit Felix einen Anti-Helden, den man trotz seiner Art ins Herz schließt. Wer „Die Mitte der Welt“ mochte, dem dürfte auch „Jetzt sind wir jung“ gefallen, allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass es in Julian Mars‘ Debüt wesentlich expliziter und direkter zur Sache geht – für Jugendliche ist das Buch daher nichts. Alle anderen sollten einen Blick riskieren, es lohnt sich.

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