Julian Nebel , Julian Nebel Adele Spitzeder

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Inhaltsangabe zu „Adele Spitzeder“ von Julian Nebel

1872, München: Mehr als 30 000 Menschen in München und Umgebung verlieren ihre Ersparnisse. Existenzen und ganze Gemeinden sind urplötzlich ruiniert, unzählige Menschen nehmen sich das Leben.

Schuld ist eine Frau: Adele Spitzeder. Vollkommen mittellos und als Schauspielerin gescheitert gründet sie im Jahr 1869 die 'Dachauer Bank' und wird damit zur Urheberin des größten Schneeballsystems im ganzen Kaiserreich. In ihrer Privatwohnung stapelt sie die Geldsäcke ungesichert, eine Buchhaltung gibt es nicht. 1872 bricht das System zusammen.

Vieles kommt auch heute bekannt vor, obwohl damals Bismarck und der bayerische Märchenkönig Ludwig II. regierten: die Leichtgläubigkeit bei schnellen Gewinnversprechen, die Relevanz gelungener Öffentlichkeitsarbeit und die Entstehung von Investmentblasen ohne die notwendigen Sicherheiten. Geschichte wiederholt sich vielleicht nicht, aber sie reimt sich.

Interessant und informativ geschrieben, mich hat das Buch beeindruckt und kurzweilig erhellend unterhalten

— HEIDIZ

Münchner Bankenskandal 1872: eine Schauspielerin lässt kleine Leute bluten ...

— Aischa

interessante historische Geschichte

— Vampir989

Die Geschichte von einer bemerkenswerten Frau, die lügt und betrügt und kaum einer bemerkt es.

— rewareni

Die Geschichte der Adele Spitzeder

— tardy

Adele Spitzeder erfindet das Schnellballsystem

— Durga108

„Betrug benötigt Charisma, Glaube und Hoffnung. Und die richtigen Umstände.“ Eine interessante, unangepasste Frau täuscht alle.

— AK87

Gut recherchiertes Buch über eine Frau, die ein betrügerisches Bankensystem aufgebaut hat.

— Alexlaura

Das bunte Bild einer Frau, die als größte Betrügerin Deutschlands in die Geschichte eingeht

— Bellis-Perennis

Eine Frau wickelt die Menschen um den Finger und so entsteht das Schneeballsystem.

— Bluesky_13

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  • Auf lockere und sehr unterhaltsame Weise erzählt Julian Nebel die Lebensgeschichte dieser Frau

    Adele Spitzeder

    WinfriedStanzick

    14. February 2018 um 11:56

    Julian Nebel erzählt in dem vorliegenden Buch in einer spannenden und lockeren Weise von Adele Spitzeder, einer Frau die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in München mit einer später als Schneeballgeschäft bezeichneten Geschäftsidee Furore machte und schließlich  mindesten 30.000 Menschen aus München und ganz Bayern in den Ruin trieb.Ursprünglich als Sängerin und Schauspielerin tätig, hatte sie eines Tages eine lukrative Idee. Sie lieh sich Geld von Freunden sozusagen als Startkapital. Dann ging sie an die Öffentlichkeit und versprach für Einlagen bei der „Spitzeder`schen Privatbank“ monatliche Zinsen von bis zu 10%. Die zahlte sie auch gleich für die ersten zwei Monate aus (von dem Geld, das die Leute in immer größeren Mengen zu ihr brachten). Und so kamen immer mehr und ein richtiger Hype brach aus, obwohl es an kritischen Stimmen nicht fehlte.Als sie selbst, von Zweifeln geplagt, bei den Behörden nachfragte, ob ihr Handeln denn rechtmäßig sei, bekam sie den Bescheid, alles sei rechtens. Solange die Geldzufuhr andauerte, konnte sie dieses Geschäftsmodell fortführen, bis es schließlich im November 1872 zusammenbrach und Adele Spitzeder verhaftet und zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.Auf lockere und sehr unterhaltsame Weise erzählt Julian Nebel die Lebensgeschichte dieser Frau, bei deren Lektüre man mehr als einmal geneigt ist, Parallelen zu heutigen Finanzphänomen zu ziehen.

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  • Anlagebetrug in den Anfängen

    Adele Spitzeder

    HEIDIZ

    31. January 2018 um 08:44

    Gebundene Ausgabe: 176 Seiten Verlag: FinanzBuch Verlag; Auflage: 1. Auflage (13. November 2017) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3959720483 ISBN-13: 978-3959720489 Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 2,2 x 21,6 cm Preis: 17,99 €   Adele Spitzeder war wohl die Vorgängerin unserer heutigen Banken - könnte man sagen, wenn man bedenkt, nach welchem Prinzip sie gearbeitet hat. Es wirklich extrem interessant zu lesen, wie sie zu diesem riesigen Unternehmen kam, wie aus den kleinen Anfängen dieses Imperium entstand, dass sie schlussendlich hinter Gitter brachte.   Einfach geschrieben, verständlich und erhellend informativ wird die Geschichte der Adele Spitzeder und ihrer Bank beschrieben. Ich habe das Buch innerhalb zweier Tage bzw. Abende gelesen, es war wahrlich spannend zu lesen, wie sich alles entwickelte.   Ich möchte gar nicht zu viel verraten, um nicht die Spannung vorwegzunehmen. Die Biografie dieser Frau um das Jahr 1872, die über 30 000 Menschen rund um München ihre Ersparnisse verlieren ließ und sogar um die Ecke gedacht für ihre Leben verantwortlich ist, hat ihre Schuld abgesessen. Die ehemalige Schauspielerin, die Gründerin der 1869er Dachauer Bank, hortet Geldsäcke in ihrer Wohnung, hat eigentlich keine Ahnung von Buchführung und allem, was mit dem Bankgeschäft in Zusammenhang steht, Die Menschen haben ihr vertraut, haben ihr ihre Ersparnisse anvertraut ... Drei Jahr darauf bricht alles zusammen, das Schneeballsystem hatte einige Zeit funktioniert, dann aber ....   Dem Buch sind einige Illustrationen beigefügt. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe, die sehr ansprechend gebunden ist.

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  • Schneeballsystem einer erfolglosen Schauspielerin

    Adele Spitzeder

    Aischa

    25. January 2018 um 16:52

    Julian Nebel legt mit seinem Debüt ein gleichermaßen kurzes wie interessantes Sachbuch über Adele Spitzeder vor.Die erfolglose und verschuldete Schauspielerin gründete 1869 eine Privatbank, mit der sie sich selbst aus ihren finanziellen Nöten retten möchte. Anfangs sieht alles danach aus, als ob der Plan aufgehen würde: Indem sie zehn Prozent Zinsen sowie die jederzeitige Auflösung der Einlage verspricht, laufen ihr die Leute bald die Tür ein. Ihr geschicktes Schneeballsystem - wer neue Kunden bringt, erhält eine Provision - sowie die Tatsache, dass die Anleger aus den unteren Gesellschaftsschichten als eine der ihren ansehen, lässt Spitzeder  ihren Betrug drei Jahre lang aufrechterhalten.Doch der Zusammenbruch lässt sich nicht beliebig verzögern, 1872 fliegt der Schwindel auf und mehr als 30.000 Opfer in und um München verlieren ihre - meist hart verdienten - Ersparnisse. Es kommt zu zahlreichen Selbstmorden, Spitzeder wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.Nebel versteht es, Idee und Umsetzung des Spitzederschen Kreditsystems gut verständlich zu vermitteln. Fotos, Originalzitate aus Zeitungen und Spitzeders eigenen Memoiren lockern den Text auf. Gegen Ende gibt es einige Längen und Wiederholungen, außerdem vermisse ich Anmerkungen, welche gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Skandal nach sich zog. Gab es so etwas wie Verbraucherschutz, wurden Gesetze verschärft, fanden sich Trittbrettfahrer, die die Idee von Adele Spitzeder nachzuahmen versuchten?In jedem Fall macht das Buch neugierig, Spitzeders eigene Aufzeichnungen zu studieren.

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  • interessante historische Geschichte

    Adele Spitzeder

    Vampir989

    26. December 2017 um 07:53

    Klapptext:1872, München: Mehr als 30 000 Menschen in München und Umgebung verlieren ihre Ersparnisse. Existenzen und ganze Gemeinden sind urplötzlich ruiniert, unzählige Menschen nehmen sich das Leben.Schuld ist eine Frau: Adele Spitzeder. Vollkommen mittellos und als Schauspielerin gescheitert gründet sie im Jahr 1869 die »Dachauer Bank« und wird damit zur Urheberin des größten Schneeballsystems im ganzen Kaiserreich. In ihrer Privatwohnung stapelt sie die Geldsäcke ungesichert, eine Buchhaltung gibt es nicht. 1872 bricht das System zusammen.Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht.Der Autor schreibt hier die Lebensgeschichte von Adele Spitzeder.Diese hat als erste Frau eine Bank gegründet und es ist ihr gelungen sehr viele Meschen zu betrügen und um ihre Ersparnisse zubringen.Einige von ihnen waren dann so verzweifelt das sie sich das Leben genommen haben,Dem Autor ist es hervorragend gelungen mich auf sehr beeindruckende und faszinierende Art in diese damalige Zeit zu entführen.Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche Charaktere die bestens ausgearbeitet wurden.Durch die guten Recherchen des Autors habe ich auch viele Informationen rund um das Bankwesen,die politische Situation und die Menschen zu der damaligen Zeit erhalten .Das hat mir sehr gut gefallen.Auch werden viele Szenen sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.So konnte ich mir ein richtiges Bild machen wie sich damals alles abgespielt hat.Durch den wirklich sehr interessanten und fesselnden Erzählstil wurde es nie langweilig.Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt und es passt perfekt zu dieser GeschichteIch hatte viele unterhaltsame Stunden mit dieser Lektüre und vergebe 5 Sterne

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  • Lügen und betrügen

    Adele Spitzeder

    rewareni

    16. December 2017 um 14:31

    In dem Buch ,,Adele Spitzeder – Der größte Bankenbetrug aller Zeiten´´ entführt der Autor den Leser in eine Zeit, in der es einer einfachen Frau, die keinerlei Erfahrungen in kaufmännischen Angelegenheiten hatte, gelungen ist, mehr als 30 000 Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. 1872 sind in München und Umgebung durch Gutgläubigkeit, Gier und einfach Unwissenheit tausende Menschen vor dem Ruin gestanden und viele haben dabei sogar den Weg in den Freitod gewählt. Adele Spitzer, erfolglose Schauspielerin, Volkssängerin und Betrügerin, gründete 1869 die ,, Dachauer Bank´´ und ist die Urheberin des sogenannten ,, Schneeballsystem´´. Der Autor zeigt in diesem Buch auf, wie jemand der charismatisch und unkonventionell ist, die Menschen für sich einnehmen kann. Geld, das einfach in Säcken in der Wohnung gestapelt ist, Angestellte, alle ohne kaufmännische Ausbildung oder Bestechungen von Redakteuren, damit sie Spitzer wohlgesinnt sind, waren nur einige Beispiele davon, wie chaotisch es bei ihren ,, Geschäften ´´ zugegangen ist. Man kann das Buch eher als Sachbuch bezeichnen, da es eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Handlungen ist. Abbildungen sowie Originalzitate von Adele Spitzeder lassen den Leser einen guten Einblick gewähren in die damalige Zeit. Der Autor hat gut recherchiert und lässt sowohl gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ereignisse aus der Zeit von  Bismarck und dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. wieder auf erleben. Adele Spitzeder, die auf Kosten der einfachen und armen Menschen gelebt hat, wird schlussendlich verhaftet und das ganze System bricht zusammen. Jetzt kommt erst das ganze Ausmaß ihrer jahrelangen Betrügereien ans Licht. Man erkennt, dass es heute nicht viel anders ist, wenn es um schnellen Gewinn geht und kaum hinterfragt wird, wie es dazu kommt. Eine interessante Geschichte von einer ungewöhnlichen Frau.

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  • Portrait einer ungewöhnlichen Betrügerin

    Adele Spitzeder

    Forti

    14. December 2017 um 16:55

    Das Buch "Adele Spitzeder" von Julian Nebel ist nicht nur die Biographie einer ungewöhnlichen Frau bzw Betrügerin des 19. Jahrhunderts, es zeigt auch auf, wie ein Schneeballsystem funktioniert. Warum fallen Leute auf Versprechungen rein, bei denen alle Alarmglocken läuten sollten? Auch wenn die Opfer Spitzeders sogenannte 'kleine Leute' waren, wird es nie überheblich. Die unglaubliche Größe und Reichweite, die der Betrug in München und Umland annahm, erstaunt und erklärt gleichzeitig, warum so viele Menschen darauf reingefallen sind. Die in Adele Spitzeder projizierten Hoffnungen der Menschen sind auch heute noch geläufig und so kann das Buch auch als Ratschlag für heutige Zeiten gelesen werden, nie den gesunden Menschenverstand auszuschalten.Adele Spitzeder war mir vor der Lektüre dieses Portraits unbekannt. Durch die Beschreibung des Buches habe ich eine sehr gute Vorstellung von dieser für ihre Zeit sehr selbstbewussten, aber auch skrupellosen Frau erhalten. Die Spitzedersche Betrugsmasche wird verständlich und umfassend dargelegt.Aufgeschrieben wurde das sehr gut lesbar von Julian Nebel, der seine Aussagen durch Quellen bzw. Fußnoten belegt.

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  • Adele Spitzeder

    Adele Spitzeder

    tardy

    14. December 2017 um 12:36

    Die Schauspielerin Adele Spitzeder war eine der größten Betrügerinnen ihrer Zeit. Mit Charme und viel Überredungskunst brachte sie die einfachen Leute dazu, ihr ihr Geld anzuvertrauen. Versprochen wurden unbezahlbare zehn Prozent Zinsen, die meisten gingen am Ende leer aus.Adele Spitzeder war mir natürlich ein Begriff, schließlich wohne ich seit über zwanzig Jahren in München, doch das ganze Ausmaß ihres perfiden Betrugssystems hat mir erst dieses Buch gezeigt. Julian Nebel erzählt nicht nur die Geschichte dieses großen Betruges, sondern auch wie es dazu kam. Die damals herrschenden politischen Umstände, das Wachstum von Wirtschaft und dem, damit einhergehenden, Aufstieg der einfachen Leute haben dafür gesorgt, dass genügend Geld da war. Adele Spitzeder hat mit ihrem Charisma das Vertrauen dieser Leute gewonnen und sie dazu gebracht dieses Geld bei ihr anzulegen. Die Gier nach noch mehr Geld liegt wohl im Menschen, dagegen lässt sich nur schwer ankämpfen. Durch dieses Hintergrundwissen kann man besser verstehen, wie es überhaupt möglich war, einem derartigen Versprechen zu glauben. Der Autor verwendet zur Untermalung Auszüge aus Gerichtsakten, Fotos, Faksimiles und auch Originalzitate von Adele Spitzeder. Dadurch wird die, in manchen Bereichen, doch etwas trockene Aneinanderreihung von Jahreszahlen und Fakten aufgelockert und man hat nicht den Eindruck ein Sachbuch vor sich liegen zu haben, sondern das Buch erhält durchaus Romancharakter.Fazit: Ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch, mit vielen interessanten Fakten über eine ungewöhnliche Frau.

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  • Betrügerin und Betrogene zugleich

    Adele Spitzeder

    Durga108

    05. December 2017 um 02:02

    Eigentlich ging ich davon aus, dass mich ein Roman erwartet, habe dann aber schon nach wenigen Seiten festgestellt, dass es sich um ein Sachbuch handelt, was aber meinem Lesevergnügen keinen Abbruch tat.Julian Nebel schafft es auf 176 Seiten, sauber recherchiert einen der  unglaublichsten Fälle in der deutschen Kriminalgeschichte darzustellen: Die Dachauer Bank der Adele Spitzeder. Der Untertitel verrät bereits Näheres: Der größte Bankenbetrug aller Zeiten; vielleicht nicht "der", aber "einer". 1872 verlieren Tausende von Menschen, v.a. in und um München ihr gesamtes Erspartes, weil sie auf die Bankgeschäfte einer Adele Spitzeder hereinfielen. Es handelt sich bei ihr um eine relativ erfolglose Schauspielerin, dazu Frauen sowie einem Leben in Saus und Braus nicht abgeneigt. Sie erfand ein Schneeballsystem, das anfangs gut lief, dann jedoch wie jedes dieser Systeme implodierte. Erschwerend kam hinzu, dass Spitzeder keine Kauffrau war, sie führte weder Bücher, noch überwachte sie ihre Angestellten, die sich ebenfalls großzügig an den Spareinlagen bedienten. Letztendlich wandert Adele Spitzeder ins Gefängnis, verliert alles und wird im Alter von 63 Jahren anonym auf einem Münchner Friedhof beerdigt.Der Fall ist nach wie vor brandaktuell; man denke nur an den Hedgefonds-Skandal. Durch das Buch konnte ich nachvollziehen, wie normale Menschen auf eine solche Masche hereinfallen, denn nicht nur die Bankiers, auch die Sparer sind von purer Gier gesteuert. Ich habe durch die Lektüre viel über das äußerst spannende und außergewöhnliche Leben der Adele Spitzeder und die kulturgeschichtlichen Geschehnisse ihrer Zeit erfahren.

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  • „Betrug benötigt Charisma, Glaube und Hoffnung. Und die richtigen Umstände.“

    Adele Spitzeder

    AK87

    04. December 2017 um 22:19

    Scheinbar hatte Adele Spitzeder als dies und so gelang es ihr das erste Schneeballsystem der Finanzgeschichte zu starten und relativ lange am Leben zu erhalten. Das Buch von Julian Nebel gibt einen sehr interessanten Einblick in die Lebensumstände und das Leben der Adele Spitzeder. Der Autor zeigt uns Lesern die Lebensgeschichte von Adele Spitzeder, die sich erst als Schauspielerin versucht, scheitert, sich verschuldet, um sich mit der Gründung der „Dachauer Bank“ aus einem Hotelzimmer heraus selbst zu retten. Damit startet sie das größte Schneeballsystem des ganzen Kaiserreiches, bis dieses 1872 zusammenbricht. Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist die Tatsache, dass man neben der Lebensgeschichte der Adele Spitzeder viel über die damalige Zeit erfährt. Dieses Hintergrundwissen von der damaligen politischen Situation, des wirtschaftlichen Wachstums und dem Aufstieg der Arbeiterklasse hilft zu verstehen, wie eine solche Betrugsgeschichte überhaupt möglich war. Die Kombination der Hintergrundinformationen mit der Biographie von Adele Spitzeder machen dieses Buch für mich zu einer gelungenen Zeitreise in die Vergangenheit. Die Geschichte ist mit 158 Seiten (Quellenangaben bereits abgezogen) nicht die Längste, allerdings liegt darin für mich eher eine Stärke als eine Schwäche. Der Text wurde nicht künstlich in die Länge gezogen, sondern der klare, informative Charakter wurde von Anfang bis zum Ende beibehalten. Fazit:Wer etwas über die Zeit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland erfahren möchte, dazu interessiert ist an der faszinierenden Lebensgeschichte der Adele Spitzeder und dem ersten bekannten Bankenbetrug im Schneeballsystem, dem ist dieses buch wärmstens zu empfehlen.

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  • trotzdem lesenswert

    Adele Spitzeder

    elvire

    02. December 2017 um 20:48

    Mir hat das Cover mit dem alten Gebaeude im Retro-Stil sehr gut gefallen, sodass ich neugierig wurde. Der Schreibstil gefaellt mir sehr gut, es liest sichleicht und fluessig. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es sich um einen Romanhandelt, in dem die einzelnen Personen agieren und so die Geschichte erzaehlen.Das war anfangs etwas enttaeuschend. Es war eher eine Art Bericht der Geschehnisserund um Adele (ich hoffe, man versteht was ich meine). Das tut dem ganzen aberkeinen Abbruch. Schnell kann man sich Adele vorstellen, lernt vieles ueber ihreKindheit, Jugend -  quasi ihreEntwicklung bis hin zum Bankbetrug. Das Buch an sich war nicht schlecht – mir haettees allerdings besser gefallen, wenn es wie in einem Roman beschrieben worden waere

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  • Adele Spitzeder

    Adele Spitzeder

    Alexlaura

    02. December 2017 um 07:42

    Adele Spitzeder baut auf betrügerische Art und Weise eine Bank in München im19. Jahrhundert auf und wird am Ende verhaftet. Mit diesem kurzen Kapitel –wenige Seiten – beginnt das Buch und somit ist das Ende von vorne hereinbekannt. Das nimmt den Buch aber nicht die Spannung. In der weiteren Folgeerfahren wir von der Kindheit bis zur späteren Festnahme viele Details.   Das Buch hat mich gleich zu Beginn begeistert, weil viele Detailsbeschrieben werden und auch die einzelnen Orte bis zu den Gassen hin recherchiertworden sind, wo ich viele selbst davon kenne. Der Charakter der Person wird gutnachgezeichnet und es werden die wesentlichen Informationen gegeben und dieVerhaltensweisen verstehen zu können.   Das Buch ist insgesamt empfehlenswert. Ich habe es sehr gerne gelesen, hatteaber für mich im zweiten Drittel ein paar Längen (liegt hier aberwahrscheinlich an der Realität der Geschichte). Ich werde auf jedem Fall vondem Verlag oder wenn es von dem Autor noch ein Buch über eine bekanntePersönlichkeit von früher gibt lesen.  

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  • Buchverlosung zu "Adele Spitzeder" von Adele Spitzeder

    Adele Spitzeder

    LennardMuc

    Liebe Lovelybooks-Freunde, das ist mein erstes eigenes Buch. Und ich bin natürlich gespannt, wie es euch gefällt, daher verlose ich 20 Exemplare. Die Hauptfigur ist Adele Spitzeder, die vor fast 150 Jahren in München ein riesiges Betrugssystem aufgebaut hat. Ja, die Dame gab es wirklich. Und ich habe mich durch die Archive gewühlt und ihre Geschichte aufgeschrieben.Eine skurrile Geschichte. Sie war eine arbeitslose und verarmte Schauspielerin, lebte in lesbischen Beziehungen, war bankrott und fand dann tatsächlich Leute, die ihr ihr Geld anvertrauten. Kein Wunder, sie hat 10% Zinsen versprochen und das Geld flog ihr nur so zu. Am Ende musste sie es sogar bei ihrem Friseur lagern.1872 ist dann alles hochgegangen. Über 30.000 Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Und ich hoffe, dass das Buch gefällt :).

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    • 144
  • Interessant

    Adele Spitzeder

    verruecktnachbuechern

    30. November 2017 um 14:10

    Adele Spitzeder ist eine erfolglose Schauspielerin und die Drahtzieherin des größten Bankbetruges aller Zeiten.Vom Leben enttäuscht eröffnet Adele in München die Dachauer Bank. Die Leute sind überzeugt, dass bei dieser Bank sich das Geld vermehrt und vor allem die kleinen Leute sind im Jahr 1869 sehr auf diese gefahrlose Vermehrung angewiesen.Doch anstatt den Menschen wirklich zu helfen, bereichert sich Adele an dem Geld der Anderen. Als der Betrug auffliegt, sind alle schockiert und niemand kann glauben, dass die sehr gläubige Adele einen so perfiden Plan verfolgte.Auf dem Cover des Buches ist ein altes Gebäude abgebildet und die „altmodischen“ Farben passen gut dazu, dass das Buch eine alte Geschichte aufgreift. Zwischen drinnen gibt es immer wieder einige Bilder, welche die Geschichte gekonnt ergänzen.Julian Nebel betrachtet in diesem Buch das Leben von Adele Spitzeder. Von Anfang bis zum Ende begleitet der Leser die erfolglose Frau dabei in die Geschichte einzugehen.Passend zur Adeles Schauspielvergangenheit sind die Kapitel als Akte bezeichnet.Auf knapp 200 Seiten lernt man Adele und ihre Persönlichkeit gut kenne. Nebel ist es gut gelungen das Leben von Spitzeder zu recherchieren und darzustellen.Sein Schreibstil lässt sich gut, leicht und flüssig lesen. Die Geschichte von Adele wird anschaulich beschriebe.Dennoch gefiel mir das Buch in seiner Gesamtheit nicht gut. Ich muss zugeben, dass ich es mir ganz anders vorgestellt habe. In meinen Gedanken wurde die Geschichte von Adele in einem Roman erzählt, eingebettet in eine „richtige“ Geschichte. Dieses Buch ist eher eine Biographie und davon war ich ein wenig enttäuscht.Aber meine Rezension soll nicht dadrunter leiden, dass ich es mir das Buch anders vorgestellt habe.Das Buch kann ich an alle empfehlen, die sich für die deutsche Geschichte oder die deutsche Wirtschaft zu dieser Zeit interessieren, denn lehrreich und informativ ist es auf jeden Fall.Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gewonnen und bedanke mich herzlich bei dem Autoren und dem Verlag.

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    • 2
  • Ihre wahre Geschichte

    Adele Spitzeder

    Alex1309

    28. November 2017 um 18:54

    Schon der Klappentext und die Geschichte über Adele Spitzeder machte mich neugierig auf das Buch. Julian Nebel ist es in diesem Buch gelungen, die wahre Geschichte von Adele Spitzeder und den größten Bankbetrug aller Zeiten verständlich und unterhaltsam darzustellen. Der Schreibstil ist flüssig und die beschriebenen Personen und Handlungsorte konnte ich mir gut vorstellen. Ich fand es sehr interessant die Geschichte zu lesen und war richtig gefangen von der Handlung. Tolles Buch und eine klare Leseempfehlung!

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  • "Ich habe euch Pack nicht gerufen! Ihr könnt euch alle zum Kuckuck scheren!"

    Adele Spitzeder

    R_Manthey

    28. November 2017 um 16:19

    Ob Adele Spitzeder mit ihrer Dachauer Bank "den größten Bankbetrug aller Zeiten" hingelegt hat, kann zwar behaupten, aber angesichts der Tatsache, dass sie keine Bücher geführt hat, mit denen man die tatsächlichen Ausmaße dieses Schneeballsystems bestimmen könnte, bleibt diese Frage letztlich ungeklärt. Und welche Rolle spielt es schon, ob es der größte oder viertgrößte oder was auch immer für ein Betrug war. Wirklich interessant bleibt allein die Frage, warum so etwas immer wieder passieren kann und tatsächlich passiert.Die gute Adele rutschte eher zufällig in ihre Masche hinein, jedenfalls wenn man nach diesem Buch geht. Sie borgte sich von zwei Bekannten je 100 Gulden und versprach, dafür monatliche Zinsen von 10 Gulden. Das sprach sich schnell unter den einfachen Leuten herum, und so rannten ihr die Menschen bald die Bude ein. Die ersten 20 Gulden zahlte sie natürlich gleich mal von den 200 geliehenen aus. So funktionieren eben die üblichen Schnellballsysteme: Gewinne werden nur mit neuen Einnahmen finanziert. Irgendwann gehen die Dummen aus, dann kommt es deshalb schnell zu Problemen, was sich herumspricht, weswegen die Gutgläubigen flugs ihr Geld zurückhaben wollen. Und schneller als man handeln kann bricht sobald das Kartenhauses in sich zusammen.Nun liest man bei einigen Leuten und sogar in der Presse, dass das heutige Bankensystem auch so ähnlich funktionieren würde. Und das wäre schließlich legal. Wo soll denn dann bitte schön der Betrug bei der Spitzeder sein? Leider geht der Autor darauf auch nicht besonders deutlich ein. Allein Spitzeders Zinsversprechen waren betrügerisch, weil sie genau wusste, dass sie diese niemals erwirtschaften konnte. Immerhin führen monatliche 10 Gulden bei einer Anlage von 100 Gulden zu 120 Gulden Zinsertrag im Jahr. Man würde sein Ausgangskapital also so mehr als verdoppeln. Bei monatlicher Wiederanlage der Zinsen sogar verdreifachen. Keine heute zugelassene Bank kann und würde so etwas versprechen.Wahr ist hingegen, dass man jede heutige Bank genau auf dieselbe Weise in die Pleite treiben könnte, wie das mit der Spitzeder-Bank (die nie eine war) gemacht wurde. Man streut Gerüchte über fatale Schwierigkeiten, was die Kunden zur Räumung ihrer Konten veranlasst und die Bank ins Trudeln bringt, weil sie so viel Geld tatsächlich nicht vorzuweisen hat. Bei der Dachauer Bank der Adele Spitzeder brachte die Konkurrenz das Schneeballsystem in den Ruin. Insbesondere die Sparkassen in München litten darunter, dass die kleinen Leute ihr Geld zur Spitzeder trugen und nicht zu ihnen. Die Beträge, um die es hier ging, waren enorm. Leider kann man Details zu dieser gezielten Intrige nicht finden, was man sicher nicht dem Autor anlasten kann. Die Herrschaften dahinter werden dazu der Nachwelt nichts hinterlassen haben.Stärken besitzt dieses Buch insbesondere in der Schilderung der Lebensumstände und der Gedankenwelt der Adele Spitzeder. Ob das erzählen dieser Betrugsgeschichte irgendwas bewirken wird, muss man dagegen bezweifeln. Man kann Leuten bei sicherem Auftreten und mit direkter oder indirekter Ansprache an ihre Gier, ihr Geltungsbedürfnis, ihre Sehnsüchte oder Ängste oder den Herdentrieb alles Mögliche versprechen. Hinreichend viele werden immer darauf hereinfallen. Und das völlig unabhängig von sonstigen Fähigkeiten. Selbst ein Genie wie Isaac Newton verlor beim Schwindel der South Sea Company fast sein ganzes nicht unerhebliches Vermögen. Zu den Geschädigten der Spitzeder gehörten auch zahlreiche Gemeinden in Bayern, ähnlich wie 2008 die meisten deutschen Landesbanken auf die betrügerischen amerikanischen Verbriefungen hereingefallen waren. Oder deutsche Städte auf ähnliche Konstruktionen von europäischen oder US-Banken.Adele Spitzeder betonte stets, dass sie keine Sicherheiten für das überlassene Geld vorzuweisen hätte. Doch das schreckte scheinbar niemanden. Auf der einen Seite muss ihr bewusst gewesen sein, welches Ende dieses sich immer schneller drehende Rad nehmen würde. Und auf der anderen Seite konnte sie aber so ihren Lebenswandel finanzieren und die Jahre der Not vergessen machen. Kritische Stimmen aus einer Zeitung, die ihr ziemlich bald das Leben erschwerten, setzte sie eigene Propaganda durch den Aufkauf konkurrierender Zeitungen entgegen. Wenn sie also die Erfinderin der Schneeballsysteme sein soll, dann ist sie gewiss auch eine Meisterin dessen gewesen, was man heute mit Public Relations umschreibt, wozu übrigens auch eine aus geliehenem Geld von ihr finanzierte Armenküche gehört. Sie schmierte Leute bis in Kreise der Polizei, um weiter an ihrer Masche zu arbeiten, die sie gleichzeitig aber zunehmend nervös machte.Spitzeders Geschichte ist aber auch eine Art klassisches Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man etwas eher zufällig in Bewegung setzt und dann davon nicht mehr loskommt bis es einen in den Abgrund reißt. Als interessant und aufschlussreich erweist sich bei diesem Geschehen übrigens auch die Tatsache das das Fräulein Spitzeder selbst nach ihrer Pleite noch zahlreiche Fans hatte, die sie dann wieder bedrängten, etwas mit ihrem Geld zu machen und sie unterstützten. Eine solche irgendwie religiöse Hingabe an ein vermeintliches Genie (Guru würde man heute wohl sagen) scheint auch eine Facette menschlichen Irrsinns zu sein.Ein in vielen Beziehungen lehrreiches Buch.

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