Über Grenzen denken

von Julian Nida-Rümelin 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Über Grenzen denken
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Inhaltsangabe zu "Über Grenzen denken"

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in Armut, leiden unter Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allem im letzten Jahr auf der Flucht, viele erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not - aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht.

In seiner Ethik der Migration schlägt Nida-Rümelin eine Brücke zwischen Philosophie und Politik: Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden. Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit m Staaten: Sie bieten unverzichtbare politische Gestaltungsspielräume. Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783896841957
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Edition Körber
Erscheinungsdatum:20.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    dominonavor 2 Monaten
    Offene Grenzen als Lösung?

    Es gibt viele gute Gründe gegen offene Grenzen und dieses Buch bietet, denke ich, eine gute Einführung in diese Seite der philosophischen Argumentation. Das Buch inspiriert mich dazu, mich noch anderweitig damit zu beschäftigen. Auch erscheint es mir sinnvoll, dieses Thema im Auge zu behalten und aktiv nach neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, auch wenn es manchmal noch so ausweglos erscheint.

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    W
    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Er glaubt nicht an das Konzept offener Grenzen als richtige Antwort auf das Elend der Welt



    Die Flüchtlingsströme, die insbesondere 2015 über die Balkanroute nach Europa, vor allem nach Deutschland kamen, haben nicht nur in der Politik und der Gesellschaft viele Debatten ausgelöst. Auch wenn im Jahr danach und ganz aktuell sehr viel weniger Migranten unsere Grenzen überschreiten, warten in Nordafrika etwa noch Millionen Menschen auf die ersehnte Reise ins gelobte Land.

    Der über alle Parteigrenzen hinweg angesehene 1934 geborene Zeithistoriker Hans-Peter Schwarz hat gerade in einem Buch mit dem Titel „Die neue Völkerwanderung nach Europa“ gezeigt, wie Armut und fehlende Lebensperspektiven einer exponentiell wachsenden Bevölkerung in den Staaten Afrikas und des Nahen Ostens, Kriege und Hungersnöte und die Attraktivität europäischer Sozialstaatssysteme zu einem immer größeren Migrationsdruck auf Europa führen.


     „Über den Verlust politischer Kontrolle und moralischer Gewissheiten“ schreibt Hans-Peter Schwarz und entwirft fünf Leitlinien für einen neuen Kurs der Flüchtlingspolitik. Sie alle aber brauchen als Bedingung eine funktionierende und sich erneuernde und vor allen Dingen einige EU, was aber bei nüchterner Betrachtung extrem unwahrscheinlich ist.  Warum sollten Staaten wie Polen, Ungarn, Tschechien etc. auf einmal in der Flüchtlingsfrage kooperieren?

    Es ist eine verdunkelte Zeit, in der auch aufgeklärte Philosophen wie Julian Nida-Rümelin vollkommen neu „über Grenzen denken“. In dem vorliegenden  gerade erschienenen Buch denkt der renommierte Philosoph nach über eine „Ethik der Migration“. Er glaubt nicht an das Konzept offener Grenzen als richtige Antwort auf das Elend der Welt, wie sie bei uns immer noch von den Grünen und Teilen der Linken propagiert werden. Er ist überzeugt, dass offene Grenzen das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen würden. Sie sind keine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit.

    „Eine Jahrhundertaufgabe für die EU: Schutz der Außengrenzen und Ursachenbekämpfung“ nennt Hans-Peter Schwarz als die wichtigste  Leitlinie einer zukünftigen Flüchtlingspolitik. Da würde Nida-Rümelin ihm zustimmen. Politisches Handeln muss seiner Meinung nach dabei immer auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Angesichts der Komplexität einer solchen in den Ursprungsregionen ansetzenden Migrationspolitik werden verfasste Staaten gebraucht, die handlungsfähig sind.

    Ob es gelingen wird, die weltweite Armut (65 Millionen Flüchtlinge  weltweit) und die Perspektivlosigkeit in den Ursprungsländern wirksam zu bekämpfen, lässt Nida-Rümelin offen. Es ist für ihn aber „der Lackmustext unserer Menschlichkeit.“


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