Julian Voloj

 4,1 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Thomas Mann – 1949, Marlene Dietrich und weiteren Büchern.
Autorenbild von Julian Voloj (©Leon Simon)

Lebenslauf

Autor, Journalist, Fotograf und dazu noch Comicschreiber: Julian Voloj ist in Münster geboren, lebt und arbeitet aber bereits seit 2003 in New York. 2015 erschien sein erster Comic, „Ghetto Brothers“, den er gemeinsam mit der Illustratorin Claudia Ahlering geschaffen hat. Darin skizziert Voloj das Leben von Benjamin Melendez, den ehemaligen Anführer der titelgebenden „Ghetto Brothers“. Weitere Veröffentlichungen von Voloj folgten, beispielsweise adaptierte er 2017 – wieder in Zusammenarbeit mit Ahlering – die „Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff. 2018 ergründete er das Leben von „Superman“-Schöpfer Joe Shuster in seinem gleichnamigen Werk „Joe Shuster: Der Vater der Superhelden“. Spätestens seit dieser Veröffentlichung ist Julian Voloj im Bereich von Comic und Graphic Novel zu einer bekannten Größe avanciert.

Alle Bücher von Julian Voloj

Cover des Buches Thomas Mann – 1949 (ISBN: 9783957288967)

Thomas Mann – 1949

(6)
Erschienen am 27.02.2025
Cover des Buches Bobby Fischer (ISBN: 9783957285515)

Bobby Fischer

(4)
Erschienen am 14.04.2022
Cover des Buches Marlene Dietrich (ISBN: 9783957283344)

Marlene Dietrich

(5)
Erschienen am 22.09.2021
Cover des Buches Joe Shuster (ISBN: 9783551769206)

Joe Shuster

(3)
Erschienen am 30.05.2018
Cover des Buches Die Judenbuche (ISBN: 9783868739343)

Die Judenbuche

(4)
Erschienen am 16.02.2017
Cover des Buches Bill Finger (ISBN: 9783551711366)

Bill Finger

(2)
Erschienen am 01.08.2023
Cover des Buches Ghetto Brother (ISBN: 9783945034194)

Ghetto Brother

(2)
Erschienen am 23.02.2015
Cover des Buches Ein Leben für den Fußball (ISBN: 9783551733672)

Ein Leben für den Fußball

(1)
Erschienen am 02.03.2020

Neue Rezensionen zu Julian Voloj

Cover des Buches Thomas Mann – 1949 (ISBN: 9783957288967)
Kinderbuch_Zauberweltens avatar

Rezension zu "Thomas Mann – 1949" von Julian Voloj

Kinderbuch_Zauberwelten
Spannender Einblick in eine aufgeladene Zeit

Diese Graphic Novel ist weit mehr als ein biografisches Porträt: Thomas Mann 1949 erlaubt einen dichten, multiperspektivischen Einblick in eine ebenso komplexe wie historisch aufgeladene Zeit.


➡️ Worum geht’s? 

Im Mittelpunkt steht Thomas Manns erste Reise nach Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – ein Ereignis, das im Zeichen des Goethe-Jubiläums durch die Stadt Frankfurt stand. Doch was auf den ersten Blick wie eine ehrenvolle Rückkehr wirkt, entpuppt sich schnell als ambivalentes, emotional aufgeladenes Kapitel in Thomas Manns Biografie sowie Deutschlands Geschichte. 


➡️Mein Eindruck: 

Thomas Mann 1949 ist keine leichte Lektüre, aber eine lohnenswerte. Wer sich auf die komplexe Erzählweise einlässt, wird mit einem dichten Porträt einer Übergangszeit belohnt – zwischen Wiederaufbau, innerem Exil und der Frage, ob ein Neuanfang in Deutschland überhaupt möglich ist. Die Lesenden erfahren nicht nur viel über Thomas Manns Reise und familiäre Konstellationen, sondern auch über das gesellschaftliche Klima im Nachkriegsdeutschland: Über alte und neue Schuld, über Verdrängung, über Instrumentalisierung sowie die bleibenden Spuren des Nationalsozialismus – in den Köpfen, in Gesprächen, in Gästebüchern. 


🤔Ein kleiner Schwachpunkt: Die Vielzahl von Figuren – Zeitzeugen, Offizielle, Begleiter – sind zeichnerisch nicht immer eindeutig zu identifizieren. 


Eine Graphic Novel für alle, die sich für Literaturgeschichte, Zeitgeschichte und die Brüche dazwischen interessieren.

Cover des Buches Thomas Mann – 1949 (ISBN: 9783957288967)
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Rezension zu "Thomas Mann – 1949" von Julian Voloj

Alrik
Rückkehr mit Anstand – Thomas Mann im Zeichen der Nachkriegszeit

Ich gebe es zu: Als ich zu diesem Buch gegriffen habe, dachte ich, ich bekomme eine brav bebilderte Biografie, ein bisschen Bildungsbürger-Comic zum Durchblättern, mit viel Grau und Pathos. Bekommen habe ich aber etwas ganz anderes – und das im allerbesten Sinne.


Diese Graphic Novel ist keine trockene Geschichtsstunde, sondern ein klug inszenierter Blick auf einen zutiefst ambivalenten Moment in der deutschen Nachkriegsgeschichte: Thomas Manns Rückkehr 1949 ins Land, das ihn einst vertrieben hat. Es geht um mehr als nur eine Reise – es geht um Haltung, Zweifel, Würde und die ewige Frage, ob man wieder zurückkehren kann, ohne innerlich zu zerreißen.


Voloj und Marx machen das mit viel Respekt, aber ohne in Ehrfurcht zu erstarren. Sie erzählen mit einem feinen Gespür für die Zwischentöne – die leisen Konflikte in Manns Innerem, die politische Schärfe seiner Reden, aber auch die Kuriositäten am Rande. Es menschelt zwischen den großen Zitaten, was der Geschichte guttut.


Besonders stark fand ich die Flashbacks, die wie kleine Fenster in die Vergangenheit wirken – literarisch und visuell gut eingebettet. Die Illustrationen von Magdalena Adomeit sind ein echtes Highlight: präzise, atmosphärisch, oft poetisch, manchmal fast filmisch.


Natürlich: Hier und da wäre weniger Erklärung mehr gewesen. Manche Passagen wirken ein bisschen belehrend, fast wie ein vertonter Schultafeltext. Aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.


Unterm Strich: Eine eindrucksvolle, ungewöhnliche Graphic Novel über eine historische Reise, die mehr erzählt als bloße Fakten. Für Literaturfans, Geschichtsinteressierte und alle, die sich trauen, Thomas Mann mal in Bildern zu begegnen – lohnenswert!

Cover des Buches Thomas Mann – 1949 (ISBN: 9783957288967)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Thomas Mann – 1949" von Julian Voloj

Dr_M
Im Westen angefeindet, im Osten instrumentalisiert

Natürlich konnte man als Außenstehender 1949 nicht in den Kopf von Thomas Mann schauen. Aber Thomas Mann schrieb Tagebuch, sodass man auch heute noch so manches nachvollziehen kann. Als der Schriftsteller 1929 den Nobelpreis für Literatur erhielt, war diese Auszeichnung noch nicht zu einem Förderpreis für unbekannte Schriftsteller verkommen. Vier Jahre später blieb Mann lieber in der Schweiz als in das Deutschland der Nationalsozialisten zurückzukehren. Die meiste Zeit lebte er danach in den USA, wo er bis zur McCarthy-Zeit blieb. Danach wurde es auch in den USA ungemütlich.

Im Jahre 1949 reiste Thomas Mann aus den USA nach Deutschland. Er war zu den Feierlichkeiten des Goethe-Jahres eingeladen worden, sowohl nach Westdeutschland (Frankfurt) als auch nach Ostdeutschland (Weimar). In beiden Städten hielt er dieselbe Rede, doch die Stimmungen waren bereits damals sehr verschieden. Im Westen fühlte man sich keineswegs befreit, sondern besetzt, und im Osten herrschten Verhältnisse, die Thomas Mann an den beginn der Nazi-Zeit erinnerten. Gewiss waren dort die Vorzeichen anders, aber Jugend-Aufmärsche, wie sie im Buch beschrieben werden, weckten bei ihm solche Assoziationen. Nicht zu Unrecht, denn die Machtdemonstrationen der SA und des Rotfrontkämpferbundes in der Weimarer Republik ähnelten sich sehr.

Es ist also kein Wunder, dass Mann mit Deutschland fremdelte. Im Buch wird dieses ungute Gefühl sehr gut dargestellt. Allerdings konnte ich mich mit den Zeichnungen nicht wirklich anfreunden. Ich hatte immer das Gefühl, dass es nur eine Sorte Mensch bei den beiden Zeichnern gibt. Um das zu verifizieren, muss man sich nur ein Foto von Göring ansehen und dazu die Figur in diesem Buch. Wenigstens annähernd sollte man doch eine gewisse Ähnlichkeit erkennen können.

Das ändert jedoch nichts am Wert dieses Buches, denn es schildert ja nicht nur diese Reise, sondern vor allem die Gefühlswelt von Thomas Mann dabei. Und das gelingt sehr gut.

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