Julian Voloj

 4,1 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Bobby Fischer, Marlene Dietrich und weiteren Büchern.
Autorenbild von Julian Voloj (©Leon Simon)

Lebenslauf

Autor, Journalist, Fotograf und dazu noch Comicschreiber: Julian Voloj ist in Münster geboren, lebt und arbeitet aber bereits seit 2003 in New York. 2015 erschien sein erster Comic, „Ghetto Brothers“, den er gemeinsam mit der Illustratorin Claudia Ahlering geschaffen hat. Darin skizziert Voloj das Leben von Benjamin Melendez, den ehemaligen Anführer der titelgebenden „Ghetto Brothers“. Weitere Veröffentlichungen von Voloj folgten, beispielsweise adaptierte er 2017 – wieder in Zusammenarbeit mit Ahlering – die „Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff. 2018 ergründete er das Leben von „Superman“-Schöpfer Joe Shuster in seinem gleichnamigen Werk „Joe Shuster: Der Vater der Superhelden“. Spätestens seit dieser Veröffentlichung ist Julian Voloj im Bereich von Comic und Graphic Novel zu einer bekannten Größe avanciert.

Alle Bücher von Julian Voloj

Cover des Buches Bobby Fischer (ISBN: 9783957285515)

Bobby Fischer

 (4)
Erschienen am 14.04.2022
Cover des Buches Joe Shuster (ISBN: 9783551769206)

Joe Shuster

 (3)
Erschienen am 30.05.2018
Cover des Buches Marlene Dietrich (ISBN: 9783957283344)

Marlene Dietrich

 (3)
Erschienen am 22.09.2021
Cover des Buches Ghetto Brother (ISBN: 9783945034194)

Ghetto Brother

 (2)
Erschienen am 23.02.2015
Cover des Buches Ein Leben für den Fußball (ISBN: 9783551733672)

Ein Leben für den Fußball

 (1)
Erschienen am 02.03.2020
Cover des Buches Bill Finger (ISBN: 9783551711366)

Bill Finger

 (1)
Erschienen am 01.08.2023
Cover des Buches Die Judenbuche (ISBN: 9783868739343)

Die Judenbuche

 (2)
Erschienen am 16.02.2017
Cover des Buches Basquiat (ISBN: 9783551760463)

Basquiat

 (0)
Erschienen am 30.06.2020

Neue Rezensionen zu Julian Voloj

Cover des Buches Bill Finger (ISBN: 9783551711366)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Bill Finger" von Julian Voloj

Der Vater von Batman
Flaventusvor 3 Monaten

Ich kenne Comics und die Superhelden, die darin vorkommen. Was ich nicht kenne, sind die Autoren und Zeichner, die sich die Superheldenfiguren ausgedacht haben. Dennoch finde ich die Biografie von Bill Finger sehr interessant, denn sie wirft einen Blick hinter die Kulissen der Comic-Industrie bzw. auf die Anfänge der Comics.

Es waren zwei junge Männer, die sich die Batman-Figur ausgedacht haben: Bob Kane und Bill Finger. Bob Kane war auf jeden Fall der Geschäftsmann, der seine Kollegen überging und den Ruhm für sich allein beanspruchte. Er überging aber nicht nur Bill Finger, sondern auch einige andere kreative Köpfe, die sich die Abenteuer von Batman ausdachten und als Comic grafisch umsetzten.

Marc Tyler Nobleman ist ein großer Fan von Batman und wurde irgendwann darauf aufmerksam, dass Bill Finger mehr Anerkennung zustand. Nach seinen Recherchen veröffentlichte er 2012 ein Buch, mit dem sich das ändern sollte. Und auch tat. Diese Graphic Novel erzählt davon, wie Nobleman seine Recherchen durchführte und wie er sich nach und nach die Biografie von Bill Finger und allen anderen Menschen erschloss, die an den über 1.500 Comics von Batman mitwirkten.

Es ist also keine linear erzählte Biografie von dem Künstler, sondern es wird immer wieder in den Zeiten gesprungen und es kommen zahlreiche Menschen zu Wort, die Finger gekannt hatten. Die Biografie wird von Julian Voloj erzählt und bleibt dabei relativ sachlich und zeigt wenig emotionale Momente, die es sicherlich gegeben haben muss.

Bill Finger starb mit knapp 60 Jahren relativ jung an einem natürlichen Tod und wurde von seinem Sohn verbrannt. Die Asche verstreute er an einem kalifornischen Strand, so dass es keine Grabstätte von Bill Finger gibt.

Fazit

Ich fand es interessant, wie Tyler Nobleman seine Recherchen durchführte und wie er nach und nach die Puzzleteile zusammentrug, wie die Figur von Batman und seinen Nebenfiguren entstand. Letzten Endes kann es nur heißen: Ehre, wem Ehre gebührt.

Cover des Buches Marlene Dietrich (ISBN: 9783957283344)
Belladonnas avatar

Rezension zu "Marlene Dietrich" von Julian Voloj

Ein eindrucksvolles Porträt der Dietrich
Belladonnavor einem Jahr

 Meine Meinung

Fällt der Name Marlene Dietrich, hat man sogleich ein Bild von einer blonden Frau mit weit geschnittenen Hosen und Zylinder vor Augen, die mit ihrer divenhafter Ausstrahlung das Publikum in ihren Bann zieht. Mehr war mir bis dato über die Stilikone und Grand Dame von Hollywood nicht bekannt, daher reizte es mich auch ungemein, die Comic-Biographie »Marlene Dietrich: Augenblicke eines Lebens« von Julian Voloj und Claudia Ahlering zu lesen und mir ein genaueres Bild von der Ausnahmekünstlerin zu machen.

Julian Voloj vermittelt anhand eines fiktionalen Interviews mit der hochbetagten Marlene Dietrich in ihrer Pariser Wohnung, Ausschnitte aus dem Leben des Weltstars. Jedoch bietet diese Darstellung nur einen Blick auf die Inszenierung der Dietrich als Ikone ihrer Zeit. Zwar ist es etwas schade, dass dies selten ein Blick hinter die Fassade ermöglicht, der zauberhafte Glamour wird damit aber nicht zerstört (was ja auch etwas ganz Wunderbares an sich hat).

In »Marlene Dietrich: Augenblicke eines Lebens« zeichnet Julian Voloj ein eindrucksvolles Bild der Schauspielerin und Sängerin, die nach ihrem Erfolg in ›Der blaue Engel‹, einem der frühen Tonfilme, nach Amerika ging und dort erfolgreich in Hollywood Fuß fasste. Ihren Ehemann Rudolf Sieber und ihre Tochter blieben zunächst in Berlin, was Dietrichs Freigeist zugutekam. Später reisten Rudi und Maria ihr nach, doch die Ehe wurde nur noch durch freundschaftliche Verbundenheit weitergeführt und Rudi kehre alleine zurück nach Europa.

Die politische Lage in ihrem Heimatland wird immer brenzliger, sodass sie lange Zeit nicht einmal ihre Mutter in Berlin besuchen kann und auch ihre Karriere gerät ins Stocken, als der Krieg die Welt in Atem hält. Marlene Dietrichs Standpunkt zum nationalsozialistischem Regime Deutschlands wird schnell deutlich und um ein klares Zeichen zu setzten, wird sie zur amerikanischen Staatsbürgerin und sorgt für die Soldaten mit ihren Auftritten für Unterhaltung.

Kunstvoll illustriert, mit den aquarellierten Bilder von Claudia Ahlering, lässt es sich hervorragend in das bewegende Leben von Marlene Dietrich eintauchen. Allerdings muss ich sagen, dass mir die perspektivische Darstellung der Figuren nicht immer zugesagt hat. Die Gesamtkomposition der Panels und auch die großformatigen Zeichnungen, die mit wenig Text auskommen, haben mir aber sehr gut gefallen.

Mein Tipp zum vollendeten Genuss dieser Comic-Biographie: Das Abspielen von Marlene Dietrichs Musik ist die perfekte Hintergrunduntermalung, vor allem da Claudia Aherling oftmals nur Bilder und Liedzeilen sprechen lässt. Manchmal sagen Bilder und Musik einfach mehr als tausend Worte!

Fazit

Ein eindrucksvolles Porträt der Dietrich, das den Glanz und Glamour ihrer Person einfängt, aber auch erahnen lässt, wie es hinter dem Vorhang aussieht.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 02.12.2021

Cover des Buches Bobby Fischer (ISBN: 9783957285515)
Zeilentaenzers avatar

Rezension zu "Bobby Fischer" von Julian Voloj

Bewegendes Leben, Aufstieg und tiefer Fall, wunderbar geschrieben und illustriert
Zeilentaenzervor 2 Jahren

Darum gehts

Erzählt wird hier die Geschichte vom Schach-Wunderkind und späteren Staatsfeind Bobby Fischer. Dieser wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen bei seiner Mutter in New York auf und war als Einzelgänger bekannt. Sehr schnell erkannte man sein großes Talent im Schach, sodass Bobby bereits mit 13 Jahren durch einen Sieg gegen Schachmeister Donald Byrne bekannt wurde. Nur ein Jahr später ist er der jüngste US-Schach-Champion aller Zeiten. Bobby bricht die Schule ab und wird immer erfolgreicher, bis er am Höhepunkt seiner Karriere abstürzt.


Meine Meinung

Mir sagte der Name Bobby Fischer entfernt etwas, ich habe mich allerdings nie näher mit der Person, geschweige denn seinem Leben befasst. Der Autor Julian Voloj hat mit diesem Titel eine außergewöhnliche Biografie erschaffen, die durch die imposanten Zeichnungen von Wagner Willian abgerundet wird. Was mir gut gefällt ist, dass auch Laien wie mir die Regeln des Schach auf einfache Weise erklärt und die Faszination von Bobby Fischer für dieses Spiel anhaltend verdeutlicht werden.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt und beginnt chronologisch mit dem Aufwachsen von Bobby bei seiner alleinerziehenden Mutter im New Yorker Stadtteil Brooklyn in einfachen Verhältnissen. Schon im jungen Alter von nur dreizehn Jahren erlangt Fischer durch sein großes Talent im Schach Bekanntheit und besiegt kurz darauf in der legendären Partie des Jahrhunderts den amtierenden Schachmeister Donald Byrne. Kurze Zeit später bricht er die Schule ab um sich ganz dem Schach zu widmen. Es gelingt Bobby Fischer durch sein einzigartiges Talent den internationalen Durchbruch zu schaffen, als er 1972 den Schachweltmeister Boris Spasski schlägt. Es entbrennt ein Wettstreit zwischen den USA und der Sowjetunion.

Das tragische Ende vom Riesentalent Bobby Fischer, der sich in Starallüren und Verschwörungstheorien verliert, ging mir beim Betrachten der Graphic Novel sehr nah. Die bemerkenswerten Bilder von Wagner Willian unterstreichen die Emotionalität auf beeindruckende Weise. Fischer ist am Ende seines Lebens paranoid, kehrt den Vereinigten Staaten den Rücken und stirbt schließlich 2008 60 km südöstlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Im Nachgang kann ich sagen, dass es wirklich schade ist, dass ich das Buch nicht schon viel früher gelesen habe, denn diese Graphic Novel gehört in jedem Fall zu meinen favorisierten dieses Genres. Ich bin überwältigt von der tollen Umsetzung zu diesem Buch, auch, weil politische und aktuelle Themen der 1950er – 2000er Jahre aufgegriffen werden und kann es jedem empfehlen, der sich für biografische Comics begeistern kann.

Eine empfehlenswerte Graphic Novel, die neben der gut erzählten Handlung durch ihre eindringlichen Illustrationen besticht und den Aufstieg und Fall des Bobby Fischer eindrucksvoll darlegt.


Ich danke dem Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar.


Gespräche aus der Community

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Zusätzliche Informationen

Julian Voloj im Netz:

Community-Statistik

in 28 Bibliotheken

auf 9 Merkzettel

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