Juliane Hielscher

 4 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Vom Leben und Sterben der Pinguinfische, Verheissung und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Juliane Hielscher

Juliane HielscherVom Leben und Sterben der Pinguinfische
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Vom Leben und Sterben der Pinguinfische
Vom Leben und Sterben der Pinguinfische
 (8)
Erschienen am 20.01.2005
Juliane HielscherVerheissung
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Verheissung
Verheissung
 (1)
Erschienen am 01.07.2006
Juliane HielscherMedientraining
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Medientraining
Medientraining
 (0)
Erschienen am 08.12.2015
Juliane HielscherLobbyarbeit
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Lobbyarbeit
Lobbyarbeit
 (0)
Erschienen am 15.05.2017
Juliane HielscherVerheißung
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Verheißung
Verheißung
 (0)
Erschienen am 06.11.2006

Neue Rezensionen zu Juliane Hielscher

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Rezension zu "Vom Leben und Sterben der Pinguinfische" von Juliane Hielscher

Rezension zu "Vom Leben und Sterben der Pinguinfische" von Juliane Hielscher
sddsinavor 6 Jahren

Dieses Buch stand seit Ewigkeiten ungelesen in meinem Regal rum. Ich habe es irgendwann einmal geschenkt bekommen, von jemandem, der eigentlich nie liest und so wusste ich gar nichts über das Buch. Daher ist es irgendwie untergegangen, aber nun fiel es mir endlich doch in die Hände und ich habe mich ganz motiviert ans Lesen gemacht, nur um hinterher ganz unentschlossen zurück zu bleiben.

Zum Inhalt: Es geht um zwei Frauen, die es aus ganz verschiedenen Gründen aus Deutschland an einen kleinen Ort an der Küste Spaniens getrieben hat.
Helene versucht nach einem schrecklichen Schicksalsschlag irgendwie ins Leben zurückzufinden, dabei hat sie sich selbst doch eigentlich schon aufgegeben. Sie rennt jeden Tag studenlang am Strand und versucht den Kontakt zu anderen Menschen zu meiden, doch die Flucht vor ihrem eigenen Leben soll ihr nicht gelingen.
Leah dagegen steht noch am Anfang von ihrem Leben, trotzdem scheint auch in ihr etwas kaputt zu sein, als sie als Au-pair zu ihrem Onkel nach Spanien geschickt wird. Als sie Helene begegnet, hat sie ein Vorbild gefunden, denn diese Frau hatte alles was Leah sich wünscht: Erfolg, Liebe und Familie. Doch diese Helene gibt es nicht mehr und das will Leah nicht akzeptieren.
So verbindet sich das Leben der Frauen, die sich irgendwie gegenseitig sympathisch sind. Doch Leah geht zu weit, denn sie will rücksichtslos alles über das Leben der alten Helene herausfinden und bemerkt dabei nicht, dass sie deutlich zu weit geht.

Dieses Buch hat etwas sehr ruhiges. Da ich normalerweise ganz andere Bücher lese, kam ich erst nicht über die ersten 50 Seiten hinaus, denn es war sehr schwierig für mich einen Zugang zu dem Buch zu finden. Deshalb habe ich es zuerst auch gleich wieder abgebrochen. Nach einigen Tagen jedoch habe ich es wieder zur Hand genommen, diesmal ohne irgendwelche Erwartungen und mit sehr viel Zeit um mich auf diesen ruhigen, ausschweifenden Schreibstil einstellen zu können.

Es ist ganz schwierig über dieses Buch zu sprechen, denn es hat mich selbst ganz verwirrt zurückgelassen. Nicht, weil das Ende offen wäre oder mir die Geschichte irgendwie unklar bleibt, sondern einfach weil die Autorin so verschiedene Stilrichtungen und Charaktere in diesem Buch vereint hat.
Zu Anfang ist das Buch wie gesagt sehr ruhig, wir lernen erst sehr langsam die sehr verschlossenen Protagonistinnen kennen und können mit der Geschichte so noch nicht viel anfangen. Dafür bekommt man schnell ein Gefühl für diesen kleinen, spanischen Ort, dessen Bewohner es sich zur Aufgabe gemacht haben, Geschichten und Mythen weiterzuerzählen. Viele dieser kleinen Geschichten dürfen wir selbst lesen, was das Buch an sich wieder recht langsam, aber irgendwie auch harmonisch macht. Ich konnte jedenfalls recht schnell in diese Gemeinschaft unter den Bewohnern eintauchen.
Wenn es um Helene als Charakter geht, bleibt das Buch auch sehr nah an diesem harmonisch, ruhigen Stil und als Leser möchte man ganz langsam mehr über sie erfahren. Dabei steht eigentlich nie richtig Spannung im Vordergrund, sondern leise Neugier und das Interesse für Helene, was beim Leser geweckt wird.

Der Gegenpol zu dem allen ist Leah. Sie ist eine 18-jährige, "aufmüpfige" Teenagerin, die sich ungeliebt fühlt und nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Erst durch sie kam irgendwie Unruhe und wohl auch Spannung in den Roman. In ihren Nachforschungen ist sie dann wirklich vollkommen rücksichtlos, obwohl man als Leser teilweise noch gar nicht recht weiß, warum sie außgerechnet von Helene so besessen ist.
Ebenfalls durch sie kamen auch die vulgäre Sprache und vollkommen schockierende Details dazu. Es ist sehr schwierig Leah als Außenstehende zu verstehen, deshalb bin ich mit ihr auch wohl nie oder vielleicht auch nur teilweise so richtig warm geworden. Die Themen zum Ende hin werden viel härter, als man es vom leichten Anfang erahnen hätte können.
Am Ende kam es mir so vor, als würden sich die Ereignisse fast überschlagen. Ungewollte Schwangerschaft, Missbrauch, Inzucht und andere heftige Themen waren plötzlich voll präsent und haben mich komplett rausgebracht aus der vorherigen, ruhigen Geschichte. Es ist als würde man da in kaltes Wasser geworfen werden, denn mit der vorherigen Stimmung rechnet man niemals mit so einem Ausgang. Und genau da wird es auch schwierig das Buch zu bewerten, denn irgendwie hat diese Art des Schreibstils mir nicht gefallen, aber auf der anderen Seite war es etwas ganz besonderes, wodurch mir das Buch lang in Erinnerung bleiben könnte.

Für mich ist es also ganz schwierig, da irgendwie ein Fazit zu finden, denn das Buch war ganz sicher nicht schlecht. Trotzdem lässt es mich irgendwie durcheinander zurück, da ich immer noch verdauen muss in welche Richtung die Erzählungen letztlich gegangen sind.
Eins hat das Buch aber sicher geschafft: Es hat mich schockiert. Wo man noch zu Anfang verzweifelt nach der Geschichte und Zusammenhängen sucht, geht alles am Ende einen Weg und lässt einen irgendwie sprachlos und berührt zurück. Bis zuletzt kann ich mich nicht entscheiden, ob die Charaktere mir nun sympathisch und gut gezeichnet waren oder nicht. Eigentlich verstehe ich (vor allem Leah) nämlich so gar nicht, trotzdem habe ich das Gefühl mich während des Buches mit ihr verbunden gefühlt zu haben.

Normalerweise kann ich immer sagen welcher Zielgruppe dieses Buch am besten gefallen könnte. Hier allerdings kann ich das nicht.
Jeder der sich für menschlichen Dramen interessiert, könnte das Buch entweder für genial halten oder für langweilig und durcheinander. Ich bin mir fast sicher, dass jeder Leser zu diesem Buch seine ganz eigenen Gefühle und Gedanken haben wird, da es viel tiefgründiger ist, als man zuerst denken mag.

Dieses Buch regt in jedem Fall zum Nachdenken an und ist teilweise sogar irgendwie religiös und auch philosophisch angehaucht.
Es ist ein Buch, für das man einfach nicht die richtigen Worte finden wird und so kann ich nur jedem empfehlen es einfach mal selbst auszuprobieren.

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gurkes avatar

Rezension zu "Verheissung" von Juliane Hielscher

Rezension zu "Verheissung" von Juliane Hielscher
gurkevor 8 Jahren

Kurzbeschreibung: Nun, diese fällt jetzt sehr sehr kurz aus, da ich euch keine Überraschung vorwegnehmen möchte. Das Buch es etwas Besonderes, den es ist dein Freund, es spricht mit dir und lässt dich an Sessils geheimer Geschichte teilhaben. Es lässt dich einen Tag lang Sessils Gefühle nachempfinden und hält jede Menge Überraschungen bereit. Lass dich einen Tag lang auf die Verheißung ein!!

Ich bin durch einen Buchtipp in irgendeiner Zeitschrift auf dieses Buch aufmerksam geworden und muss dazu sagen, wenn ich dieses Buch im Handel gesehen hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen dieses Buch zu kaufen. Warum? Der Titel und das Cover (Die Umrisse des Oberkörpers einer nackten Frau) lassen auf irgendeine Erotikgeschichte schließen. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Erotik spielt nur eine winzigkleine und kurze Rolle in der Geschichte. Und die ist ganz und gar nicht schmutzig.
Dennoch lädt schon das Cover ein, sich mit dem Buch anzufreunden (wörtlich gemeint). Der Umschlag besteht aus einer Thermofolie in dunklem Rot, der sich bei Wärme / Berührung rosa verfärbt.
Und der Inhalt hat es in sich. Wenn man sich drauf einlässt, dann kann man einen wundervollen interaktiven Tag mit dem Buch verbringen. Es sei allerdings soviel gesagt, dass man sich wirklich einen ganzen Tag lang Zeit nehmen und diesem Buch seine ganze Aufmerksamkeit widmen sollte. Verheißung ist kein gewöhnliches Buch, sondern eine ausergewöhnliche und interaktive Buchbesonderheit. Wer Mut hat und sich absolut auf etwas Neues einlassen kann, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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Jetztkochtsies avatar

Rezension zu "Vom Leben und Sterben der Pinguinfische" von Juliane Hielscher

Rezension zu "Vom Leben und Sterben der Pinguinfische" von Juliane Hielscher
Jetztkochtsievor 10 Jahren

Ich hab das Buch eigentlich ohne Kenntnis des Inhalts nur wegen des aus meiner Sicht grandiosen Namens ausgesucht. Meine Neugier auf den Inhalt war so groß, daß ich sehr zügig zu dem Buch griff und es gelesen habe.
Obwohl ich sonst ein sehr schneller Leser bin, mußte ich mir hier Ruhe und Zeit nehmen, das ist kein Buch, das man mal eben so nebenbei zur Unterhaltung liest. Immer wieder mußte ich aus den Fluten auftauchen und ein wenig nach Luft schnappen. Die hier geschilderten Lebensgeschichten und Dramen gehen so nah und sind doch so fern. Die Sprache ist dabei immer genau angepaßt, mal sehr gefühlvoll und leise, mal sehr plakativ, brutal und laut. Aus meiner Sicht ein sehr poetisches Buch, auch wegen der schönen eingeflochtenen Gedichte, die Leah hier und dort ihrem Tagebuch anvertraut.
Es wird sich mit vielen Thematiken auseinander gesetzt, Neid, Tod, Haß, Trauer, Liebe, Inzest, Depression, Suizid, Glaube, Religion und vieles mehr, dennoch wirkt das Buch zu keiner Zeit überladen und zu voll, sondern alles liest sich gut und interessant.
Auch ich als nicht gläubiger Mensch konnte mit der Sehnsucht nach Stille, dem Rückzug ins Kloster doch sehr viel anfangen, weil es mehr um Selbstfindung, als um Gottfindung geht.
Die Aufteilung des Buches in kleine Geschichten: "Dies ist nicht Bens Geschichte!" oder "Dies ist Hermana Consuelos Geschichte!" oder "Dies ist die Geschichte einer Pilgerfahrt!" wirkte auf mich unheimlich ansprechend auch die vielen durch Sprache gezeichneten Bilder und Metaphern fand ich wirklich sehr gelungen und angenehm.
Das Buch erzählt eine sehr traurige Geschichte und nicht nur der Tod eines Kleinkindes wirkte auf mich sehr traurig, sondern auch die anderen Dramen der Protagonisten und ihre Hilflosigkeit haben mir hier und dort doch mal Tränen in die Augen gezaubert. Dennoch sprühte dieses Buch vor Lebensfreude und Liebe zur spanischen Küste.

Toll fand ich auch die Aufmachung des Buches. Der Umschlag zeigt eine Haustüre, die sich öffnet und hinter der man den Strand erahnt, nimmt man den Schutzumschlag ab, sieht man diesen Strand in voller größe auf dem Einband. Toll gemacht fand ich das.
Außerdem fand sich ein sehr wichtiger Satz für mich in diesem Buch, neben vielen anderen wichtigen Sätzen, hat sich dieser doch stärker bei mir eingebrannt, eben auch weil er in einer sehr seltsamen Situation geäußert wird: "Wenn du dem Leben immer zu den Arsch zeigst, darfst du dich nicht wundern, wenn es dich von hinten fickt."
Das ist eine der wenigen Stellen, die wenig poetisch und dennoch sehr wahr sind.

Für mich war dieses Buch eine absolute Entdeckung und genau das richtige Buch zu genau der richtigen Zeit.
Kurz, ich bin bezaubert...

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