Der Roman ist keineswegs schlecht. Er ist mit zwei Zeitebenen, mit mehreren Ich-Perspektiven, Familiendrama, Lügen und Geheimnissen gut konstruiert. Die Vater-Tochter-Beziehung ist „interessant“. Als Tochter und Ghostwriterin die Memoiren des Vaters zu schreiben, ist schon eine interessante Konstellation. Letztlich ist dies eine Gelegenheit die Vergangenheit aufzuarbeiten und das Schweigen des Vaters zu brechen. Eine gute Romanidee der Autorin. Insgesamt habe ich das Buch leider als langatmig empfunden, ich wurde einfach nicht mitgerissen. Es gibt einfach keine Höhepunkte, sehr schade.
Julie Clark
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Julie Clark
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
Die unsichtbare Hand
Die unsichtbare Hand: Roman – Der heiß ersehnte neue Roman der Nr.-1-SPIEGEL-Bestsellerautorin
Der Tausch: Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg
Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
Der Plan: Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
Neue Rezensionen zu Julie Clark
Wer hat die Geschwister Danny und Poppy vor 50 Jahren getötet? War es wirklich ihr Bruder?
Olivia erhält einen Auftrag als Ghostwriterin für die Memoiren ihres Vaters – ausgerechnet von dem Mann, zu dem sie seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hat. Der Auftrag führt sie tief in die Vergangenheit ihrer Familie, einer Vergangenheit, der sie sich eigentlich nie wieder stellen wollte.
Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart, die aus Olivias Sicht erzählt wird, und den Ereignissen der Vergangenheit, die vor allem aus der Perspektive von Poppy und Vincent, Olivias Vater, geschildert werden. Dadurch entsteht nach und nach ein vielschichtiges Bild der Familiengeschichte.
Vincent leidet am Lewy-Körperchen-Syndrom und verliert zunehmend den Bezug zur Realität. Er verwechselt Olivia mit ihrer Mutter, spricht verwirrend und lässt seine Tochter immer wieder daran zweifeln, was tatsächlich geschehen ist und was lediglich seiner Krankheit entspringt. Also beginnt Olivia selbst nach Antworten zu suchen. Dabei stößt sie auf Hinweise in den Notizen ihres Vaters und macht schließlich eine Entdeckung, die alles in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Besonders gut gefallen hat mir der Rückblick in die 1970er Jahre. Die Autorin vermittelt die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und die Rolle der Frau sehr authentisch. Ich fühlte mich regelrecht in diese Zeit versetzt. Poppy habe ich für ihren Mut und ihre Entschlossenheit sehr bewundert. Mit ihren gerade einmal 14 Jahren hinterfragt sie gesellschaftliche Normen und setzt sich für Gleichberechtigung ein.
Auch Olivia ist eine interessante Figur. Ihre schwierige Kindheit hat dazu geführt, dass sie ihre Eltern für tot erklärt hat. Doch diese Entscheidung holt sie im Laufe der Handlung wieder ein.
Insgesamt ist „Die unsichtbare Hand“ ein spannender Familienroman mit einer fesselnden Krimihandlung, der Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander verknüpft.
„Der Tausch“ war einer jener Romane, die zur Hälfte in der Vergangenheit spielen – mir gefällt diese Erzählweise überhaupt nicht, und so wurde ich auch hier nicht von Spannung gebannt, obgleich es durchaus einige interessante Stellen gab.
Zunächst skizzierte die Autorin die Ausgangssituation, indem sie den Leser an einigen gezielten Schikanen von Claires Mann Rory teilhaben ließ, auf welche die Planung ihrer Flucht folgte. Diesen Einstieg fand ich gelungen, einzig an einer Stelle stolperte ich: Claire wollte kompromittierende Daten über das Geschäft, insbesondere illegale Tätigkeiten ihres Mannes sichern, wofür sie seine Computerfestplatte kopierte – auf einen USB-Stick. Theoretisch wäre das möglich, allerdings hätte man entweder erwähnen sollen, dieser verfüge über enorme Speicherkapazitäten oder es handele sich lediglich um kleine Textdateien.
Nachdem Rory in letzter Minute das Reiseziel seiner Frau geändert hatte, fiel deren langwierig ausgearbeiteter Fluchtplan in sich zusammen. Voller Verzweiflung traf sie am Flughafen auf Eva, welche vorgab, ebenfalls verschwinden zu wollen, weil man sie fälschlicherweise verdächtigte, am Tod ihres Mannes schuld zu sein. Sie tauschten die Flugtickets; der Flug, in dem Claire sitzen hätte sollen, stürzte ab.
Bei der Ankunft in Evas Haus erkannte sie, noch überwältigt von der Meldung über das Unglück, rasch die Lüge, die ihr die Fremde aufgetischt hatte, anschließend las man abwechselnd, wie sie die Identität ihrer mysteriösen Helferin annahm und sich mit Nebenjobs durchschlug, sowie über Evas sechs Monate vor dem Absturz.
Leider ging aus diesen Kapiteln rasch der Grund für ihre Flucht, nämlich ihre Verstrickung in die Drogenszene, hervor. Dass sie es irgendwie vollbracht hatte, nicht in das abgestürzte Flugzeug zu steigen, vermutete Clair ebenfalls nahezu augenblicklich, und ihr ach so bedrohlicher Mann Rory kam ihrem Unterschlupf bis zum Schluss kein einziges Mal gefährlich nah. Dadurch fehlte es massiv an Spannung.
Dafür wurde die Geschichte schlüssig aufgelöst, wobei Verbindungen hervortraten, die dem Leser vorher nicht recht ersichtlich waren. Claire erzählte in einem Fernsehinterview von ihrer Tortur und erfuhr dafür Zuspruch, Evas Untertauchen schützte sie mit Stillschweigen – Ende gut, alles gut.
Fazit: „Der Tausch“ las sich ob der fehlenden Spannung eher wie ein klassischer Roman denn ein Thriller. Das Potenzial der Idee eines Tickettauschs am Flughafen, vor allem jedoch der eingangs erwähnte Einfluss von Claires Ehemann Rory wurden nicht hinreichend ausgeschöpft, um eine tatsächlich fesselnde, im Gedächtnis bleibende Handlung zu stricken. Knappe vier Sterne.
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