Was für ein inspirierendes, Mut machendes Buch: Wir können alle viel von Gidon Lev lernen!!!
Das Buch/Die Autoren:
„Let’s make things better!: Ein Holocaust-Überlebender über die Kraft des Positiven“ von Gidon Lev und Julie Gray ist am 13. November 2024 in der deutschen Übersetzung von Ulrike Strerath-Bolz im Mosaik-Verlag (Verlagsgruppe Penguin Bücher) erschienen. Die gebundene Ausgabe mit 224 Seiten kostet 22 Euro, die E-Book-Version ist für 19,99 Euro auf allen gängigen Plattformen verfügbar.
Der 90-jährige Gidon Lev wurde am 3. März 1935 als Peter Wolfgang Löw in Karlsbad in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Mit sechs Jahren kam er ins Konzentrationslager Theresienstadt, das er überlebt hat. Mit seiner Mutter, der einzigen weiteren Überlebenden seiner Familie, emigrierte er nach Brooklyn und später nach Toronto. 1959 zog er nach Israel, um sich ein neues, freies Leben aufzubauen. Gidon Lev war zwei Mal verheiratet, hat sechs Kinder, 15 Enkel und zwei Großenkelinnen. Mit seiner Lebensgefährtin Julie Gray lebt er im Norden von Israel. In den sozialen Medien setzt er sich trotz massiven Antisemitismus für Toleranz und ein friedliches Miteinander ein.
Julie Gray ist eine amerikanische Autorin, die 2012 nach Israel kam und dort Gidon Lev kennen und lieben lernte. Sie schreibt unter anderem für die Times of Israel und die Huffington Post, und hat ehrenamtlich mit Amnesty International, Kids for Peace und weiteren Initiativen zusammengearbeitet, die ein friedliches Zusammenleben fördern.
Wie es aussieht:
Tatsächlich hat mich das in optimistischen und fröhlichen Farben gestaltete Cover erst auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Gefällt mir wirklich sehr! Auch der Innenteil ist ansprechend gestaltet und mit Fotos illustriert, die die Geschichte und den Gesamteindruck absolut bereichern. Auch habe ich mich gefreut, dass man das Autorenpaar im Schutzumschlag gemeinsam abgebildet hat. Ein schönes Buch, optisch und natürlich vor allem inhaltlich.
Worum es geht (Klappentext des Verlages):
Die wahre Geschichte eines Zeitzeugen und warum er seinen Optimismus nie verloren hat!
Gidon Lev ist hoffnungsvoller Optimist. Das Leben hat ihn gelehrt, dass trotz Schmerz und Leid ein Leben voller Liebe möglich ist. Als Sechsjähriger wird er nach Theresienstadt deportiert, er verliert seine gesamte Familie, bis auf seine Mutter. Immer wieder stellt das Leben ihn auf die Probe, doch bis heute kämpft er für ein friedliches Zusammenleben und gegen das Vergessen, gegen das Leugnen des Holocausts. In Schulen, im täglichen Leben – und auf Instagram und TikTok. Dort erreicht er junge Menschen mit seiner Botschaft, die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen.
Nun beantwortet er Fragen seiner Follower, teilt seine Lebensgeschichte und seine tägliche Lebensrealität, berichtet, wie wir ein gutes Leben leben können und gibt uns Zuversicht in schweren Zeiten.
Wie es mir gefallen hat:
Ich gebe zu: Ich bin oft niedergeschlagen, kraftlos und verzweifelt angesichts des Zustands unserer Welt. Ich grüble viel, will unheimlich viel verbessern, immer allen helfen und scheitere damit leider oft auch an mir selbst und meinen auch nicht immer einfachen täglichen Herausforderungen. Ich komme nicht gut damit klar, auszuhalten welche Entscheidungen Menschen treffen, die aus meiner Sicht ganz klar falsch sind, die Schaden, Sorgen und Leid über Andere bringen! Im Großen, aber auch im Kleinen, im täglichen Alltag. Ich sehe so viel Gutes in Jedermann und bin leider schon oft maßlos enttäuscht und verletzt worden.
Zudem interessiere ich mich zudem sehr für die Geschichte des 3. Reiches und des Holocausts, zumal mit Esther Bejarano, leider 2021 verstorben, eine weitere Holocaust-Überlebende wie ich in Saarlouis geboren wurde. Mir war schnell klar: „Let’s make things better!“ möchte ich lesen! Wie soll ich den Kopf in den Sand stecken, wenn ein Mensch, der die Hölle auf Erden erlebt hat, mir von seinem Buchcover so optimistisch und mit viel Freude am Leben entgegenstrahlt? Wie schafft man das, habe ich mich gefragt. Was macht diesen Mann besonders? Wie gelang es ihm, seine traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und zu dem zu werden, der er heute ist?
Um es kurz zu machen! Ich habe seine Schilderungen mit großem Interesse und wachsender Begeisterung gelesen. Ich finde, wir allen können viel von ihm lernen! Er hat mich zum Nachdenken angeregt und mir schlussendlich auch Mut gemacht, nie aufzugeben, mehr auf mich selbst zu vertrauen und mich nicht für jedes Leid in der Welt verantwortlich zu machen und daran fast zu zerbrechen, wofür ich wirklich dankbar bin.
Aus jeder Seite dieses Buches strahlten mir neben Gidons beeindruckender und schmerzhafter Lebensgeschichte zu jedem Zeitpunkt eine unglaubliche Kraft, grenzenloser Optimismus und pure Lebensfreude entgegen. Der Schreibstil ist trotz der Tragweite von Gidons Erlebnissen sehr flüssig und angenehm zu lesen, das tat mir wirklich gut und nahm mir auch ein wenig die Angst vor dem Lesen dieses wertvollen Buches.
Was mir neben den interessanten historischen Hintergründen auch ganz besonders gefallen hat, ist der sehr wertschätzende Schreibstil von Julie Gray in Bezug auf ihren Lebensgefährten. Ihre Liebe zu ihm spricht aus ihren Worten. Einfach schön – vielen Dank an die tolle Übersetzerin! Ich wünsche den beiden noch wunderschöne gemeinsame Jahre.
Dieses Buch hat mir gutgetan, es hallt immer noch nach in mir. Daher vergebe ich 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!


