Julie Kibler Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

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Inhaltsangabe zu „Zu zweit tut das Herz nur halb so weh“ von Julie Kibler

Kentucky, Ende der 1930er Jahre: Isabelle wünscht sich nichts sehnlicher, als aus dem engen Korsett ihrer Familie auszubrechen. Ausgerechnet der Sohn der farbigen Hausangestellten eröffnet ihr eine vollkommen neue Welt. Eine Welt allerdings, die sich für eine junge Frau ihres Standes nicht schickt. Doch Isabelle ist entschlossen, ihre verbotene Liebe zu leben… Jahre später chauffiert die farbige Friseurin Dorrie ihre ältere Stammkundin Isabelle zu einer Beerdigung. Sie kommen sich näher und Isabelle lüftet erstmals ihr lang gehütetes Geheimnis.

Eine sehr schöne und zugleich traurige Geschichte. Wunderbar vorgetragen. Sehr empfehlenswert.

— Peregrine
Peregrine

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    Zu zweit tut das Herz nur halb so weh
    engineerwife

    engineerwife

    30. July 2015 um 14:19

    Es war richtig bewegend mit Isabelle und Dorrie auf die Reise zu gehen. Eigentlich geht die alleinerziehende Mutter Dorrie ja nicht mit ruhigem Gewissen. Zu oft muss sie an ihre pubertierenden Kinder und den neuen Mann denken, den sie kennengelernt hat. Andererseits ist sie für Isabelle ja auch fast so etwas wie eine Tochter geworden und möchte ihr diesen Wunsch nicht abschlagen. Noch ahnt sie nicht, was für eine faszinierende Geschichte sie auf der Reise begleiten wird … Das (Hör)buch spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und in dem Südstaaten-USA der 30er/40er Jahre. Isabelle beginnt ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Aufgewachsen in Kentucky als strengbehütetes weißes Mädchen mit zwei älteren Brüdern, sehnt sie sich nach ein bisschen Freiheit und verliebt sich dabei in farbigen Jungen Robert. Die Hürden, die ihrer beider Liebe in den Weg gelegt werden, scheinen unüberwindbar, doch niemand hat mit Isabelles Kampfgeist gerechnet. Mit viel Liebe und eisernem Willen beginnt sie ihren steinigen Weg. Beinahe fassungslos ist man als Zuhörer über die Engstirnigkeit der Menschen – leider nicht unbedingt nur damals - wenn es um Liebe zwischen schwarz und weiß geht. Gnadenlos werden hier Leben zerstört, die Weiße Rasse spielt sich als Herrenrasse auf. Sogenannte sundown towns z. B., also Stadtteile oder Wohnbezirke mit überwiegend Weißer Bevölkerung, die der Nichtweißen Bevölkerung das Verlassen des Stadtbezirks nach Sonnenuntergang nahelegen, sind zumindest im Süden der USA vollkommen normal. Immer neugieriger wird der Zuhörer, wohin Isabelles Reise führen wird, das Ende lässt einen ziemlich sprachlos zurück. Auch Dorries Leben hat sich während der Fahrt verändert, Hiobs Botschaften von zu Hause machen ihr mehr als einmal echte Sorgen. Das Buch fesselt bis zum Schluss und von mir bekommt das Buch eine absolute Hör- bzw. Leseempfehlung.

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  • "Zu zweit tut das Herz nur halb so weh" von Julie Kibler

    Zu zweit tut das Herz nur halb so weh
    Jacynthe

    Jacynthe

    19. May 2015 um 07:31

    Inhalt Die 89-jährige Isabelle bittet ihre Friseurin Dorrie, sie zu einer Beerdigung in das mehrere Meilen entfernte Cincinnati zu fahren. Während der Fahrt erzählt Isabelle ihr ihre Lebensgeschichte, die alles andere als gewöhnlich ist. Denn Isabelle, eine Weiße, verliebte sich in den 1930er Jahren in einen Schwarzen - ein absolutes Tabu für ihre Mutter und die Gesellschaft. Dorrie, selbst dunkelhäutig, hilft diese Geschichte dabei, ihr eigenes Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, denn in der letzten Zeit sind ihr ihr fast erwachsener Sohn und die vielen Männer, die sie enttäuscht haben, über den Kopf gewachsen. Meine Meinung Dieses Hörbuch, auf das ich zufällig gestoßen bin, war ein wahrer Glücksgriff. Es hat mich tief berührt und die Tragik der Geschichte, die in ihren Grundzügen damals sicher kein Einzelfall war, bewegt mich noch immer. Ich habe jetzt schon einige Tage an dieser Rezension herum geschrieben, doch irgendwie will sie mir nicht recht gelingen... Daher geht sie jetzt so online - ich denke, dass meine Begeisterung trotzdem rüberkommt ;) Kibler ist mit diesem Roman eine einzigartige und sehr eindrückliche Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit gelungen. Im Grunde laufen zwei Lebensgeschichten parallel: die von Isabelle in den 1930er und 1940er Jahren und die von Dorrie, die aktuell so einige Probleme mit ihrer Familie hat, die ihr am Anfang der Reise nahezu unlösbar erscheinen. So wie Isabelle Dorrie während der Autofahrt ihre Geschichte erzählt, wird sie auch dem Leser nur häppchenweise präsentiert, immer wieder unterbrochen von Ereignissen während der Reise und aus Dorries Leben, die sich untergründig mit der Vergangenheit zu verbinden scheinen. Ich hatte mehr als nur ein Mal Tränen in den Augen und vor allem das Ende hat mir schwer zugesetzt. Es kam für mich absolut unerwartet und war so tragisch, dass ich mich kaum beherrschen konnte. Wie viel Leid musste diese Familie erfahren und womit hatte sie das nur verdient? Schwerpunkt des Romans ist der Abolitionismus und die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung in den USA noch Jahre nach Abschaffung der Sklaverei. Isabelles Heimatort Shalerville ist fiktiv, steht aber stellvertretend für die vielen anderen sogenannten Sundown Towns, die es noch bis in die 1960er hinein in den USA gab. In diesen Städten war es den Schwarzen unter Strafe verboten, sich nach Einbruch der Dunkelheit dort aufzuhalten, während sie tagsüber als Hausangestellte dort arbeiteten. Ehen zwischen Weißen und Schwarzen waren zwar in manchen Bundesstaaten per Gesetz erlaubt, ein solches Paar musste dennoch mit andauernder Schikanierung und nicht selten tödlichen Angriffen von Seiten der eigenen Familien rechnen. Warum und welche Ausmaße das annehmen konnte, zeigt der Roman. Mir hat es sehr gefallen, dass Isabelle und Dorrie, die eigentlich grundverschieden sind, sich gegenseitig stützen und Halt geben. Für Isabelle ist Dorrie wie eine Tochter und ihr zu erzählen, was bisher kaum einer wusste, bringt ihre Seele wieder ins Gleichgewicht. Dorrie hingegen lernt viel über sich selbst und ihre Einstellung zum Leben, während sie Miss Isabelles - so nennt sie sie immer - Erzählungen zuhört und erkennt, dass sie eigentlich dankbar sein muss für alles, was sie hat und ist. Gelesen wird das Buch von Nina Petri und Maja Schöne, von denen jeweils eine die aktuellen Geschehnisse und die vergangenen erzählt. Dass somit schon an der Stimme erkennbar ist, ob man sich gerade in der Gegenwart oder in Isabelles Vergangenheit befindet, fand ich sehr angenehm. Auch, dass die Gegenwart mit einer leicht kratzigen Stimme gelesen wird, die die einer alten Frau darstellen soll, hat mir gut gefallen. Als Isabelles Geschichte in der Gegenwart angelangt, wird auch diese Stimme brüchig und zweigt daher auf einer weiteren Ebene, dass die Protagonisten angekommen sind. Ein fantastisches Buch in einer durch und durch gelungenen Hörbuchversion. Ich vergebe 5 von 5 Wolken.

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