Das Mädchen im Torhaus

von Julie Klassen 
4,4 Sterne bei21 Bewertungen
Das Mädchen im Torhaus
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Klassen versteht es, sozialgeschichtliche Zusammenhänge mit interessanten Details aus der Weltliteratur und viel Romantik zu verbinden.

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"Nicht das, was ich erwartet habe"

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Inhaltsangabe zu "Das Mädchen im Torhaus"

Ein verlassenes Torhaus dient Mariah Aubrey als neues Zuhause. Vom Vater verstoßen muss sie sich ein
neues Leben aufbauen. Nicht leicht für eine junge Frau im Jahr 1813. Doch Mariah hat eine Begabung:

Sie ist eine talentierte Schriftstellerin und beginnt unter einem Pseudonym zu schreiben. Doch als
der junge Marineoffizier Matthew das Anwesen übernimmt, gerät alles durcheinander. Mariah hat nicht
damit gerechnet, sich jemals wieder zu verlieben und muss sich nun ihrer Vergangenheit stellen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783775153515
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:444 Seiten
Verlag:SCM Hänssler
Erscheinungsdatum:06.12.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Ratzifatzs avatar
    Ratzifatzvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Klassen versteht es, sozialgeschichtliche Zusammenhänge mit interessanten Details aus der Weltliteratur und viel Romantik zu verbinden.
    Guter Liebesroman mit Spannung

    Das war mein erster Roman von Julie Klassen. Ich war erst skeptisch, weil ich bezüglich der "Kompromitierung" der Hauptfigur erwartete, dass hier Explizitheiten abgehandelt würden, um die ich in Romanen lieber einen Bogen mache. Der bei bestimmten Autoren von Historienromanen vorherrschende Hang zur Darstellung von Promiskuität und seitenlangen Beschreibungen von Vergewaltigungen stößt mich persönlich ab. Sowas will ich nicht lesen. Klassen ist dagegen eine sehr geschmackvolle Autorin. Sie bereichert den Leser mit überaus interessanten literaturgeschichtlichen Details über Jane Austen und tollen Zitaten, die sie jeweils an den Beginn der vielen Kapitel setzt oder gekonnt mit der Handlung verknüpft. Das genaue Gespür für historische Mentalitäten hebt die Bücher Klassens eindeutig aus der Menge der Romantik-History Autorinnen heraus. Man spürt, dass hier nicht einfach ein beliebiger Schnulz mit eingeübten Handlungsfiguren wiederholt wurde. 


    Klare Leseempfehlung für Fans von Regency-Romanen, die mit modernerer Sprache ankommen, aber nicht anspruchslos sind. 

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    leseratte69s avatar
    leseratte69vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: "Nicht das, was ich erwartet habe"
    "Nicht das, was ich erwartet habe"

    Klappentext
    Ein verlassenes Torhaus dient dient Mariah Aubrey als neues Zuhause. Verstoßen von ihrem Vater, muss sie sich ein neues Leben aufbauen. Nicht leicht für ein junges Mädchen im Jahr 1813. Doch Mariah hat eine Begabung: Sie ist eine talentierte Schriftstellerin und beginnt unter einem Pseudonym zu schreiben. Als der junge Marineoffizier Matthew das Anwesen übernimmt, gerät alles durcheinander. Mariah hat nicht damit gerechnet, sich jemals wieder zu verlieben.

    Über die Autorin
    Julie Klassen arbeitet als Lektorin für Belletristik. Sie liebt die Welt von Jane Austen und alles, was damit zu tun hat. Geschichten schreibt sie schon seit ihrer Kindheit, mit "Die Lady von Milkweed Manor" gab sie ihr Roman-Debüt. Wenn sie nicht schreibt, reist Klassen gern, recherchiert, mag lange Wanderungen und kurze Nickerchen und einen Kaffee mit Freunden. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota (USA).

    Meine Meinung

    Story
    Kennt ihr das, ihr freut euch auf ein Buch und dann plätschert die Story so vor sich hin und nix tut sich? Genau so ging es mir auch mit diesem Buch. Bis zur Hälfte des Buches passiert nichts Weltbewegendes und Spannung ist so gut wie überhaupt nicht zu finden. Die Protagonistin Mariah hat ein Geheimnis was ihre Vergangenheit betrifft. Sie wurde von ihrer Familie verstoßen. Doch als Leser erfährt man in der ersten Hälfte überhaupt nichts Näheres, es wird nur immer wieder erwähnt. Ansonsten ist nichts spannend und die Liebesgeschichte könnte auch besser beleuchtet werden und intensiver sein, was natürlich Ansichtssache ist, da nicht jeder schnulzige Liebesromane mag. Auch die Erotik ist in dem Buch so gut wie gar nicht vorhanden. Was nicht daran liegen muss, dass das Buch aus einem christlichen Verlag kommt. Denn ich hab schon etliche Romane dieser Verlage gelesen, in denen dieses auch, zwar dezent, aber vorhanden war. In der zweiten Hälfte werden dann die Geheimnisse gelüftet und die Story konnte zumindest soweit überzeugen, das ich das Buch weiter gelesen habe und bin zum Ende froh und stolz, das ich durchgehalten habe.

    Schreibstil
    Der Schreibstil hingegen ist wirklich leicht und flüssig zu lesen und recht modern gehalten. Was ich sehr schön fand, sind die Zitate zu Beginn jeden Kapitels, unter anderem auch von Jane Aussten. Dies hat dem Buch einen gewissen Flair verliehen.

    Charaktere
    Tja zu den Charakteren fällt mir nun auch recht schwer etwas zu sagen, da sie mich nicht wirklich berührt und emotional begeistern konnten. Sie sind zwar gut und auch sehr real gestaltet, aber die Sympathie kam einfach nicht auf. Das kann aber bei jedem Leser anders sein. Eins kann ich aber sagen, und zwar das mir die Nebencharaktere oft besser gefallen haben als die Protagonisten, was ja auch etwas Gutes sein kann.

    Mein Fazit

    Nun ein Fazit zu ziehen, fällt mir echt schwer. Die erste Hälfte war so überhaupt nicht meins und ich hätte zur Halbzeit gerade mal knappe zwei Sterne vergeben. Die zweite Hälfte konnte mich dann doch etwas mehr überzeugen und zu guter Letzt vergebe ich drei von fünf Sternen, weil mir der Schreibstil, die Zitate und die Nebencharaktere gefallen haben und die Story doch noch etwas aufholen konnte.

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    LaDragonias avatar
    LaDragoniavor 5 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Zum Inhalt:

    Von ihrem Vater wegen eines Skandals verstoßen findet die junge Mariah Aubrey Unterschlupf bei ihrer Tante Francesca Prin – Hallsey. In einem kleinen Torhaus auf dem weitläufigen Grundstück ihrer Tante beginnt Mariah sich, gemeinsam mit ihrem ehemaligen Kindermädchen Susan Dixon, ein neues Leben fernab der noblen Gesellschaft, in der sie nicht mehr anerkannt ist, aufzubauen.

    Doch als ihre Tante stirbt und deren Stiefsohn das Anwesen an den Marineoffizier Matthew Bryant vermietet, fürchtet Mariah nicht nur um ihre Zukunft sondern auch um die Geheimnisse ihrer Vergangenheit.

    Meine Meinung:

    „Das Mädchen im Torhaus“ der Autorin Julie Klassen ist ein wunderschönes romantisches aber auch spannendes Buch, das mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

    Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet und einem direkt symphatisch. Obwohl es durchaus auch den ein oder anderen Charakter gab, der mich doch, sei es nun angenehm oder unangenehm, überrascht hat. Das Cover ist dem Buch wirklich sehr stark angelehnt und man kann sich dieses wunderschöne kleine Torhaus so noch eher vorstellen, obwohl die Beschreibung der Autorin wirklich schon sehr bildhaft ist.

    Das Buch bzw. die Geschichte um die junge Mariah ist eine regelrechte Hommage der Autorin an die berühmte Schriftstellerin Jane Austen. Nicht nur das einige der Kapitelüberschriften Zitate der Schriftstellerin sind, sondern auch ihre Protagonisten hat Julie Klassen ein wenig an die von Jane Austen angelehnt. Sie hat der Autorin damit wirklich ein sehr gelungenes Werk gewidmet, das man auch als Jane Austen Fan unbedingt gelesen haben sollte. Ich kann es absolut weiterempfehlen und vergebe dafür die vollen fünf Sterne.

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    Sunny Roses avatar
    Sunny Rosevor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Das Leben im Exil
    .
    Die 24-jährige Mariah Aubrey hat einen großen Fehler gemacht, für den sie einen hohen Preis zahlen muss.
    Sie wird von ihrem Vater verstoßen und aus dem Haus geworfen; sie soll von nun an in einem einsam gelegenen Torhaus 2 Tagesreisen von zu Hause leben. Zum Glück wird sie von Dixon, ihrer ehemaligen Nanny begleitet.
    Im Torhaus leben sich die beiden Frauen gut ein, aber nach einer kostenintensiven Krankheit Dixons und einer Mieterhöhung reicht das Geld, das ihr Vater Mariah zugesteht hinten und vorne nicht mehr. Mariah ist zu stolz, um ihren Vater um mehr Geld zu bitten und beschließt, einen von ihr zum Zeitvertreib geschriebenen Roman unter einen Pseudonym zu veröffentlichen.
    Das Leben im Torhaus könnte friedlich sein, wäre da nicht Mariahs attraktiver neuer Nachbar Captain Matthew Bryant.
    .
    Das Cover gefällt mir gut. Es passt meiner Meinung nach richtig gut zum Inhalt des Buches, den genau so stelle ich mir das Torhaus vor. Nur Mariah sieht in meinem Kopf etwas anders aus.
    Die Charaktere sind liebevoll und (für die Zeit) realistisch gestaltet. Mariah war mir von Anfang an sehr sympathisch. Dixon ist eine resolute Person, aber total liebenswürdig. Matthew ist ein sehr höflicher, zuvorkommender und leidenschaftlicher Mann, der manchmal nicht weiß was er machen oder fühlen soll.
    Die Geschichte spielt 1814 bis 1815 in England. Mariah ist nach einem Skandal in der Gesellschaft nicht mehr willkommen und Matthew, der als Captain im Krieg viel Geld verdient und möchte endlich in die höhere Gesellschaft aufsteigen um das Herz einer bestimmten Frau zu gewinnen, doch diese ist bereits verlobt.
    Der Schreibstil ist locker und flüssig. Die Geschichte wird im auktorialen Erzählstil aus der Sicht mehrerer Charaktere erzählt. Die Gefühle und Beziehungen der Personen werden nachvollziehbar dargestellt.
    Trotz des voraussehbaren Endes, gibt es im Buch einige spannende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse. Dennoch fehlte mir das gewisse Etwas.
    Ein spannendes und unterhaltsames Buch mit einem Hauch Romantik.

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    Smilla507s avatar
    Smilla507vor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Mariah Aubrey wird von ihrem Vater verstossen. Sie findet auf dem Anwesen ihrer Tante eine Bleibe, die ihr das Torhaus als Unterschlupf bietet. Begleitet wird sie von ihrem ehemaligen Kindermädchen Dixon. Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen beginnt Mariah Romane zu schreiben und zu veröffentlichen, was in der damaligen Zeit gesellschaftlich verpönt war.
    Doch dann stirbt Mariahs Tante und Hugh, ihr Erbe, vermietet das Anwesen an den Kapitän Matthew Bryant. Dieser ist fasziniert von Mariah, auch wenn er es sich lange Zeit nicht eingestehen möchte. Doch dann wird Mariah von ihrer Vergangenheit eingeholt und ihr ganzes Glück steht auf dem Spiel...

    Dies ist das vierte Buch von Julie Klassen, das ich gelesen habe. Die Autorin ist bekennender Jane-Austen-Fan, was man jedem ihrer Bücher anmerken kann. Bei diesem Roman war es meiner Meinung nach am Auffälligsten: Es gab einige Parallelen zu dem Roman „Überredung“ (was die Autorin im Nachwort bestätigt). Das Buch liest sich sehr leicht und man erfährt nebenbei sehr viel Interessantes über Leben, Bräuche und die Schriftstellerei in der damaligen Zeit. Jedem Kapitel ist ein Zitat voran gestellt, häufig von AutorInnen des 19. Jahrhunderts. Es gibt Szenen zum Schmunzeln, es gibt traurige, tragische Momente, es knistert und es bleibt immer spannend, weil die Autorin bis fast zum Ende hin immer wieder für Überraschungen sorgt. Was mir ebenfalls gut gefiel, sind die gut ausgearbeiteten Romanfiguren. Ich hatte von jeder Person ein bestimmtes Bild im Kopf: Der einhändige Martin, die Zwillinge Amy und Agnes, Kaptitän Bryant, Hugh Prin-Hallsey, die verschrobene Tante, das Waisenmädchen Maggie u.v.m. Eine Meisterleistung in diesem Zusammenhang ist das Cover, das haargenau auf die Beschreibung Mariahs passt! Alles in Allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, es ist mit „Das Geheimnis der Apothekerin“ das beste aus der Feder von Julie Klassen!

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    silberfischchen68s avatar
    silberfischchen68vor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Was schreibe ich in eine Rezension über ein Buch, dass mich einfach rundherum gut unterhalten hat?
    Das Buch nimmt den Leser mit in eine Welt, die wir uns heute kaum mehr vorstellen können: eine Dame hatte sich tugendhaft zu verhalten oder sie wurde von der Gesellschaft geächtet.
    Der sehr angenehme Schreibstil lässt diese Welt lebendig werden, wenn ich aufhörte zu lesen, war es wie "auftauchen" so sehr war ich dort versunken und nahm an dieser Welt teil.
    Auch wenn das Buch nur wenige Überraschungen oder Aufregungen bot - oder gerade deshalb - ist es eine zauberhafte Unterhaltung, immer mit dem Wissen, dass mit Sicherheit alles gut ausgehen wird.
    Großartig sind auch die vor den Kapiteln eingefügten Zitate über die Schriftstellerei in früheren Jahrhunderten, insbesondere über schreibende Frauen.
    Fazit: Wer Jane Austen oder auch Nora Roberts mag, wird auch dieses Buch lieben!

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    mecedoras avatar
    mecedoravor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Ganz allein, nur von ihrer ehemaligen Gouvernante begleitet, zieht die junge Mariah Aubrey in das heruntergekommene Torhaus auf dem Anwesen ihrer Tante. Sie wurde von ihrer Familie verstoßen und muss nun ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
    Mit viel Verstand, einem großen Herzen und dem Talent, Geschichten in Romanform aufs Papier zu bannen, schlägt sich Mariah in ihrer Situation, gewinnt Freunde, Ein gewisses Ansehen, Erfolg. Einsam ist sie dennoch. Doch dann übernimmt der junge Marineoffizier Matthew Bryant das Anwesen und eine verwickelte Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.

    "Das Mädchen im Torhaus" aus der Feder Julie Klassens ist ein ganz klassischer, im 19. Jahrhundert angesiedelter historischer Roman, der sich Jane Austens Werke zum Vorbild genommen hat, genauso oft aber die romantisierende Art einer Rosamunde Pilcher spüren lässt.
    Fesselnd ist dieses Buch und an vielen Stellen sehr liebevoll ausgestaltet. Die Figuren sind plastisch und klar erkennbar als Gute und Böse, die Sympathien entwickeln sich schnell. Besonders gelungen sind einige der Nebenfiguren, die mit schrulligen Charaktereigenschaften glänzen und denen man beim Agieren beinahe noch lieber zusieht als den Hauptakteuren.
    Die Geschichte selbst ist von Anfang an vorhersehbar und nur in wenigen Details überraschend, aber sie ist geschickt konstruiert und hält das Tempo lange Zeit. Lediglich im letzten Drittel konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen.

    Dieses Buch, die Handlung und die Entwicklung sind kitschig, ja, das kann man "Dem Mädchen im Torhaus" nicht absprechen. Trotzdem ist es - wohl durch die Anlehnung an Jane Austens Stil - in weiten Teilen elegant geschrieben und hübsch konstruiert. Wer Lust hat auf ein paar schmalzig-schmachtende Stunden historischer Unterhaltung, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ich mochte es gern, auch wenn es mir nicht allzu lang im Gedächtnis bleiben wird.

    Vier Sterne von mir für Julie Klassens "Das Mädchen im Torhaus".

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Schon nach den ersten Kapiteln wurde mir klar, dass dieses Buch nicht das ist, was ich erwartet hatte. Wenn ich "Historischer Liebesroman" höre, stelle ich mich automatisch auf eine Geschichte à la Lisa Kleypas und Julia Quinn, also auf einen mehr oder weniger großen Erotikanteil ein. In "Das Mädchen in Torhaus" geht es dagegen recht sittsam zu, da potenziell schlüpfrige Szenen wirklich nur angedeutet werden. Es erinnert eher an die Werke von Jane Austen, auch wenn es deutlich moderner geschrieben ist. Dieser Eindruck wird außerdem durch die vielen Jane Austen Zitate, die sich hier finden lassen, sowie die zahlreichen Parallelen zu ihren Büchern (besonders "Überredung" und "Mansfield Park") verstärkt.

    Die Handlung fängt ruhig an und Spannung wird eher dadurch aufgebaut, dass die Autorin zum Beispiel nicht sofort verrät, warum Mariah von ihrem Vater verbannt wurde und noch etliche andere Fragen aufwirft, die sie nur nach und nach beantwortet. Besonders am Anfang rätselt man beim Lesen ziemlich gerne mit, aber leider verstrickt sich die Geschichte irgendwann in zu viele Rätsel, die alle obendrein irgendwie zusammenzuhängen scheinen. Es passieren oft zu viele Zufälle auf einem Haufen, sodass das Ganze schließlich etwas unglaubwürdig wirkt. Die Handlung ist außerdem nicht so sehr auf die Liebesgeschichte fixiert, wie der Klapptext vermuten lässt - ob das nun gut oder schlecht ist, kommt wohl auf den persönlichen Geschmack und die Stimmung an, in der man das Buch liest.
    Trotzdem ist der Lesespaß noch recht hoch, was teils dem Humor, der in einigen Szenen zum Tragen kommt und teils den überwiegend sympathischen und glaubwürdigen Protagonisten zu verdanken ist.

    Die Figuren hier glänzen vor allem durch ihre Vielfalt und Authentizität. Da sind zum Beispiel Mariahs warmherzige aber manchmal etwas ruppige ehemalige Nanny, der kauzige Diener Martin, die beiden verschrobenen alten Damen aus dem Armenhaus und noch viele mehr. Alle haben ihre speziellen Eigenarten, die sie umso liebenswerter erscheinen lassen. Natürlich gibt es in diesem Buch auch ein paar weniger sympathische Personen, doch selbst diese sind zumindest interessante Charaktere.
    Leider kommen in der zweiten Hälfte mehrere neue Personen dazu, die den Charme der anderen Charaktere vermissen lassen. Parallel dazu fangen dann auch die Protagonisten an, sich ein wenig unsinnig zu verhalten, was zu einigen recht unterhaltsamen, aber gleichzeitig etwas übertriebenen Szenen führt. Das Ganze mündet in ein Ende, welches zwar den Erwartungen entspricht, jedoch ein zu kitschiges und vollkommenes Happy End ist, um wirklich glaubwürdig zu sein.

    Sehr gelungen sind dagegen die vielen kleinen Passagen, in denen das Alttagsleben im 19. Jahrhundert beschrieben werden. Hier merkt man, dass die Autorin gut recherchiert hat. Zudem gibt sie einen interessanten Einblick in das Leben einer weiblichen Romanautorin sowie in das Verlagswesen während dieser Zeit. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen, da er zwar ein wenig der damaligen Zeit angepasst ist, jedoch trotzdem noch modern wirkt. Insgesamt ist er vielleicht etwas einfach gehalten, aber so kommt man zumindest recht schnell voran.

    Fazit:

    "Das Mädchen im Torhaus" ist ein ruhiger historischer Liebesroman, der für ein paar Stunden leichte Unterhaltung genau das Richtige ist. Gegen Ende baut die Handlung etwas ab, aber insgesamt hat mir das Buch doch ganz gut gefallen. Besonders Fans von Jane Austen können hieran ihren Spaß haben.

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Die junge Mariah Audrey hat ihren Ruf und den ihrer Familie geschädigt. Sie wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach Windrush Court geschickt. Das alte, verlassenen Torhaus von Tante Fran’s Anwesen Windrush Court ist von nun an ihr Zuhause, doch schnell wird klar, dass das von ihrem Vater zur Verfügung gestellte Geld auf Dauer nicht ausreicht. Mariah veröffentlicht ihre heimlich geschriebenen Romane unter einem Pseudonym, denn sie will auf keinen Fall, dass ihr Vater davon erfährt.
    Im Herrenhaus gibt es inzwischen einige Veränderungen: nach dem Tod der Tante zieht ein Mieter auf dem Anwesen ein, Matthews Bryant, ein Captain der Marine. Er und Mariah sind sind sich sympathisch, doch die Geschehnisse der Vergangenheit haben Mariah vorsichtig werden lassen und außerdem scheint Matthews Herz bereits vergeben zu sein… Und nicht nur das, die Ereignisse im Torhaus, im nahen Armenhaus und auf dem Gut selbst lassen den beiden kaum Zeit, über Herzensangelegenheiten nachzudenken. Es geht turbulent und romantisch zu im Torhaus von Windrush Court.

    Meine Meinung:
    Ein romantischer und unterhaltsamer Liebesroman, dessen Flair an die Romane von Jane Austen erinnert und bei dem deutlich wird, dass die Autorin ein Fan dieser Schriftstellerin ist- umsomehr, als Jane Austen nebenbei in vielen der stets passenden und stimmungsvollen Zitate zu Beginn eines jeden Kapitels ihren Platz findet.

    Im äußerst bildhaften Erzählstil wird das Leben auf dem englischen Anwesen Windrush Court des 19. Jahrhunderts lebendig, die gesellschaftliche Stellung der Frau und die Vorurteile, mit denen Frauen zu kämpfen hatten, werden anhand der verstoßenen Schrifstellerin Mariah deutlich, ebenso anhand einiger anderer Protagonisten, die in der einen oder anderen Form gegen Vorurteile und gesellschaftliche Kritik bestehen müssen.
    In diesem Roman wird neben dem ausschlaggebenden Grund für die Verbannung von Mariah besonders die Problematik einer Schriftstellerin dargestellt – die Frauen damals veröffentlichten ihre Romane meist unter einem Pseudonym, sie waren nicht hoch angesehen und somit war es besser, wenn niemand im Bekanntenkreis wusste, dass man Bücher verfasste…
    Es wird nie langweilig auf Windrush Court: im Armenhaus nebenan wandelt ein geheimnisvoller Mann auf dem Dach, eine verschlossene Truhe birgt offenbar wichtige Geheimnisse und überall knistert es romantisch… So kommt es, dass das Lesen zum kurzweiligen Vergnügen wird, zu keiner Zeit langweilig.
    Besonders gefallen haben mir die Schwestern aus dem Armenhaus Honora House, die immer wieder mit Metaphern schöne und weise Botschaften für das Leben aussprachen (unser Leben ist ein Wollknäuel…).
    Die Charaktere werden einem schnell vertraut, man erkennt bald, wem man vertrauen kann und wem man besser aus dem Weg geht - auch wenn es hier und da zu überraschenden persönlichen Entwicklungen kommt, die besonders interessant und bemerkenswert sind.
    Das Ende mag der eine oder andere vielleicht als etwas zu „happy“ und zu vorhersehbar empfinden, aber es fügt sich ins Gesamtbild der Geschichte ein und rundet es ab.

    Fazit:
    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Er bietet eine wunderbare Mischung aus Romantik, historischem Flair, Spannung, Gesellschaftskritik - einfach ein zauberhafter Frauenroman für kurzweilige und –trotz aller Spannung – entspannende Lesestunden !

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    nirak03s avatar
    nirak03vor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Mädchen im Torhaus" von Julie Klassen

    Inhalt
    Mariah Aubrey wird von ihrer Familie verstoßen. Eine Tante bietet ihr an in dem Torhaus ihres Anwesens zu wohnen bis sich die Wogen geglättet haben. Ein Skandal ist dem Streit mit dem Vater voraus gegangen. Nicht nur ihre schriftstellerischen Ambitionen haben sie ins gesellschaftliche aus gestoßen, auch ein junger Mann trägt Schuld an ihrem Schicksal. Doch auf dem Anwesen lernt sie den jungen Marineoffizier Matthew kennen und es kommt wie es kommen muss, zarte Bande bahnen sich an.

    Meine Meinung
    Die Autorin Julie Klassen war mir bis zu „Das Mädchen im Torhaus“ unbekannt, doch schnell war ich gefangen von ihrer Art zu erzählen. Sie hat es geschafft das Leben und die Art zu denken aus dem 19 jahrhundert mir näher zu bringen. Ihr Erzählstil lässt sich flüssig lesen und es viel mir sehr leicht mit Mariah zu leben. Ihren Alltag zu erleben und gemeinsam mit ihr neue Menschen kennen zu lernen.

    Besonders gut gefallen hat mir, ihre Art die Doppelmoral dieser Epoche dazustellen. Ein Mann konnte im Wesentlichen machen was er wollte. Bei einer Frau sah das ganz anders aus. Einmal auch nur mit einem Mann allein in einem Raum ein paar Minuten oder gar Stunden verbracht schon galt man als Frau mit fragwürdigem Ruf. Mariah Aubrey hat nicht nur das getan außerdem schreibt sie noch Romane für Frauen, auch dies war eine Tat die eine Frau mit Anstand nicht im 19 Jahrhundert tun durfte, dem entsprechen Probleme hat Mariah dann auch gehabt. Aber nicht nur die Probleme von Frauen spricht Fr. Klassen hier an auch die Not der Armen Menschen ist Thema ihrer Geschichte. So erlebt der Leser mit, wie die Menschen im Armenhaus untergebracht waren und dort leben mussten.

    Im Vordergrund der Geschichte steht aber die Liebesgeschichte zwischen Mariah und Matthew. Mir hat gut gefallen wie sie sich vorsichtig einander annähern und die Gefühle für einander sich erst langsam an die Oberfläche kämpfen und alte Wunden schließen. Es hat Spaß gemacht Mariah und ihre Freundin Dixon dabei zu beobachten und ihr Leben eine zeitlang zu teilen. Ich fand die einzelnen Charaktere wunderbar beschrieben und gestaltet. Voller Leben und irgendwie zum greifen nah. Gerade die vielen Randfiguren und einzelnen Geschichten des Alttages machen diese Geschichte lebendig und damit auch glaubwürdig.

    Das Cover gefällt mir hier auch ausgesprochen gut. Es ist ein Torhaus abgebildet wie es in dieser Zeit wohl so einige gab. Außerdem ist eine junge Frau zu sehen die hervorragend in die Geschichte zu passen scheint.

    Mein Fazit: „Das Mädchen im Torhaus“ ist ein wunderbarer historischer Liebesroman, der die Leser ins Jahr 1813 entführt. Er unterhält und ist etwas fürs Herz. Der Leser erfährt so ganz nebenbei dann auch noch einiges aus dem Leben dieser Epoche, aus der Art zu leben und der Moral der Zeit. Mir hat es gut gefallen und ich kann „Das Mädchen im Torhaus“ nur jedem empfehlen der solche ruhigen Bücher mag.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Arwen10s avatar
    Für alle Freunde von historischen Romanen startet heute in Zusammenarbeit mit dem SCM Hänssler Verlag die Leserunde zu:

    Das Mädchen im Torhaus von Julie Klassen






    Zum Inhalt:
    Ein verlassenes Torhaus dient Mariah Aubrey als neues Zuhause. Verstoßen von ihrem Vater, muss sie sich ein neues Leben aufbauen. Nicht leicht für ein junges Mädchen im Jahr 1813. Doch Mariah hat eine Begabung: Sie ist eine talentierte Schriftstellerin und beginnt unter einem Pseudonym zu schreiben. Als der junge Marineoffizier Matthew das Anwesen übernimmt, gerät alles durcheinander. Mariah hat nicht damit gerechnet, sich jemals wieder zu verlieben.

    Zur Leseprobe:

    http://www.scm-shop.de/produkt/titel/das-maedchen-im-torhaus/166351/166351/166351.html


    Bewerbt euch bitte bis zum 21.September, 12 Uhr, danach erfolgt die Bekanntgabe der Gewinner. Die Anzahl der Freieexemplare hängt ein wenig von eurem Interesse ab. Je mehr sich für dieses Buch bewerben, umso größer ist die Zahl der Freieexemplare !
    An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Breitstellung der Rezensionsexemplare an den SCM Hänssler Verlag !




    Vorraussetzung für ein Freieexemplar ist wie immer, eine zeitnahe Beteiligung an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension. Für eine weite Verbreitung der Rezension auf diversen Verkaufsplattformen, Blogs uä. sind der Verlag und die Autorin sehr dankbar.



    Heute hätte ich gerne von euch gewußt, ob ihr andere Bücher der Autorin schon kennt ?



    Start der Leserunde: Sobald alle ihr Buch haben !



    Das Schweigen der Miss Keene





    Das Geheimnis der Apothekerin





    Die Lady von Milkweed Manor






    Julie Klassen besucht am 24. September 2012 Deutschland. Hier gibt es nähere Infos dazu:


    http://www.scm-haenssler.de/microsites-2012/julie-klassen-deutschlandtour.html





    Zur Leserunde

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