Julie Maroh

 4.2 Sterne bei 44 Bewertungen
Autorin von Blau ist eine warme Farbe, Blue is the Warmest Color und weiteren Büchern.
Julie Maroh

Lebenslauf von Julie Maroh

Preisgekrönte Comics: Die 1985 geborene französische Autorin hat am Institut Saint-Luc und der Académie royale des beaux-arts in Brüssel Bildende Kunst und Lithographie studiert. Ihr literarisches Debüt „Le bleu est une Couleur chaude“ erschien 2010. Zwei Jahre später wurde die deutsche Übersetzung „Blau ist eine warme Farbe“ veröffentlicht. Beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2011 wurde das Werk über die Liebe der 15-jährigen lesbischen Schülerin Clémentine zu einer Studentin mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und auch die Verfilmung aus dem Jahr 2013 erhielt bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme für den besten Langfilm. Julie Maroh bezeichnet sich selbst als lesbisch, queer und feministisch.

Alle Bücher von Julie Maroh

Julie MarohBlau ist eine warme Farbe
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Blau ist eine warme Farbe
Blau ist eine warme Farbe
 (41)
Erschienen am 01.02.2016
Julie MarohBlue is the Warmest Color
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Blue is the Warmest Color
Blue is the Warmest Color
 (3)
Erschienen am 12.09.2013
Julie MarohLe bleu est une couleur chaude
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Le bleu est une couleur chaude
Le bleu est une couleur chaude
 (1)
Erschienen am 02.10.2013
Julie MarohSkandalon
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 (0)
Erschienen am 01.05.2014
Julie MarohSkandalon
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 (0)
Erschienen am 09.09.2014

Neue Rezensionen zu Julie Maroh

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

"Alles in meinem Kopf hat nur einen Namen. Emma."
katzenminzevor einem Jahr

Endlich mal wieder eine Graphic Novel! Und dann noch eine so schöne: Es geht hauptsächlich um Clementine, die zu Beginn der Geschichte 15 Jahre alt ist. Jungs sind in dem Alter ja ein großes Thema, aber obwohl der allseits beliebte Thomas auf sie steht, sie später sogar aufrichtig liebt, kann sie sich nicht völlig auf ihn einlassen. Das allein lässt sie schon an sich selbst zweifeln, doch als sie dann auch noch eine junge Frau mit blauem Haar auf der Straße sieht, gerät ihr Selbstbild völlig ins wanken. Die Unbekannte verfolgt sie in ihre Träume und lässt sie Dinge denken, die sie - ihrer Meinung nach - eigentlich nicht denken dürfte. Einige Zeit später, trifft sie die Frau, Emma, in einer Homokneipe wieder und Clementines Gefühlschaos ist perfekt.

Inhaltlich hat mir die Mischung aus Coming-Out, Lovestory und Selbstfindung gut gefallen. Nur hätte sie an manchen Stellen gerne ausführlicher sein können. Ich habe zwar jeweils verstanden welche Zweifel und Ängste Clementine plagten, aber manchmal wirkte sie recht wechselhaft und bockig, weil dem Problem das sie beschäftigte nicht genug Raum gegeben wurde. Das lag aber ausschließlich an der Umsetzung. Generell fand ich all ihre Reaktionen sehr nachvollziehbar. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Autorin selbst Homosexuell ist und eben solche Probleme kennt, wie sie Clementine im Buch hat.

Die hauptsächlich in Aquarell angefertigten Zeichnungen mochte ich sehr gerne! Auch wie Maroh damit spielt und bei manch ernsteren Szenen mehr zum Stift greift – den Zeichnungen also mehr Härte gibt - ist schön. Die Szenen die in der Vergangenheit spielen, sind in schwarz/weiß gehalten. Nur mit blau wurden Akzente gesetzt. Das hat mir sehr gut gefallen und hätte von mir aus gerne noch mehr ausgereizt werden dürfen. Alles, was in der Gegenwart spielt ist farbig gestaltet, aber sehr leicht und fließend - typisch Aquarell eben.

Beim Zeichenstil bin ich ja superpingelig. Ich habe schon verworfen die eine oder andere Graphic Novel überhaupt zu lesen, nur weil mir der Stil nicht gefiel. Hier habe ich nichts zu meckern. Maroh sind zum Teil wunderschöne Bilder der beiden Frauen gelungen um die sich die Geschichte dreht.

Insgesamt ist Blau ist eine warme Farbe eine traurig schöne, berührende und lesenswerte Liebesgeschichte, die von Maroh sehr hübsch umgesetzt wurde.

Kommentare: 3
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Jaris avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Julie Maroh - Blau ist eine warme Farbe
Jarivor 2 Jahren

Von dieser Graphic Novel habe ich bereits einmal eine Rezension gelesen und wahrscheinlich sprang mir das Buch in der Bibliothek deswegen entgegen.
Maroh erzählt in „Blau ist eine warme Farbe“ teilweise autobiographisch von Emma und Clementine, einem gleichgeschlechtlichen Paar. Im Gegensatz zu Emma hadert Clementine stark mit ihren Gefühlen für eine andere Frau. Aber auch als Liebespaar erleben sie immer wieder Attacken, vor allem auch aus dem Umfeld von Clementines Eltern.
Durch Clementines Brief an Emma erleben wir mit, was in der Protagonistin vor sich geht, wie sie sich fühlt und was sie denkt. Obwohl ich ja lesetechnisch nicht sehr emotional bin, nahm mich „Blau ist eine warme Farbe“ stark mit. Man mag meinen im Europa das 21. Jahrhunderts könnten Homosexuelle ein gutes Leben führen, doch Maroh beweist leider das Gegenteil.
Doch im Hintergrund all dieser traurigen Erlebnisse schimmert stets Clementines Liebe zu Emma durch und auch umgekehrt merkt man, wie sehr Emma ihre Clementine liebt. Die zierlichen Zeichnungen mit den feinen Linien passen zur Atmosphäre und ziehen den Leser noch tiefer in diese Liebesgeschichte hinein.
„Blau ist eine warme Farbe“ ist eine Graphic Novel, die ich jedem ans Herz lege. Es ist eine Geschichte vom Leben geschrieben und wundervoll umgesetzt. Dass Maroh dafür mit dem Prix du Publique erhielt, ist verdient. Denn solange es so verbohrte und engstirnige Leute wie z.B. Clementines Eltern gibt, braucht es Gesichten wie eben diese hier.

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Mueli77s avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Mein blauer Engel ...
Mueli77vor 2 Jahren

Emma betritt mit traurigem Blick die Wohnung der Eltern ihrer Freundin Clementine. Clementines Mutter übergibt ihr wortlos einen Brief, indem sich Clementine von ihrer großen Liebe Emma verabschiedet. In diesem Brief, den Clementine auf ihrem Totenbett schrieb, während Emma an ihrer Seite schlief, erzählt sie ihrer Freundin noch einmal ihren Weg zueinander …
Alles beginnt mit Clementines 15. Geburtstag. Sie geht in die 10. Klasse und ein netter Junge hat gerade ihr Interesse geweckt. Doch beim ersten Date begegnet ihr mitten in der Stadt dieses geheimnisvolle Mädchen mit den blauen Haaren. Seit diesem Tag geht es Clementine nicht mehr aus dem Kopf. Sie entwickelt erotische Fantasien und zweifelt an sich selbst und ihrer Sexualität. Unsicher ihrer selbst vergehen die Monate, in denen Clementine ihre Beziehung zu dem Jungen niemals komplett auslebt und sich schlussendlich sogar von ihm trennt. Eines Tages geht Clementine mit ihrer besten Freundin auf eine Demo und kurz danach wird sie von dieser Freundin geküsst. Für Clementine ist dies ein Weckruf. Sie liebt Frauen, aber sie kann es nicht wirklich akzeptieren. Ihr homosexueller Freund Valentin nimmt sie bei einem nächtlichen Streifzug durch die Schwulenbars der Stadt mit, wo sie erneut auf das Mädchen mit den blauen Haaren trifft. Emma! Obwohl Emma in einer Beziehung mit einer lesbischen Malerin ist, entwickeln sich Gefühle zwischen den Beiden und es entsteht eine Affäre. Doch auf Dauer kann und will Clementine das nicht mitmachen. Nach einer schweren Trennung und Versöhnung kommen die beiden wieder zusammen. Doch ihr Glück soll nicht von Dauer sein …

Eine tragische Liebesgeschichte bildet das Grundgerüst für eine autobiografisch inspirierte Coming Out-Geschichte eines jungen Teenager-Mädchens, das sich seiner Gefühle zwar bewusst ist, sich aber für diese schämt. Aber „Blau ist eine warme Farbe“ ist keine typische Geschichte. Keine einfache Liebesgeschichte mit Happy End. Nichts, was einen nach dem Lesen mit einem Lächeln zurücklässt, mit dem Wissen das alles Gut wird. Es ist eine traurige Geschichte, die sehr deutlich zeigt, dass das Leben, jedes Leben, egal wie lange es letztendlich währt, doch zu kurz ist, um sich nicht ausgiebig mit den Menschen zu befassen, die einen tief im Herzen berühren. Dass jede Sekunde des Zweifels und der Angst, eine vergeudete Sekunde ist. Doch obwohl dem Leser von der ersten Seite an bewusst gemacht wird, dass diese Liebesgeschichte nicht glücklich enden wird, schafft es Julie Maroh sehr gut immer wieder eine Leichtigkeit mit sehr viel Frohsinn zu erzeugen. Als Leser vergisst man zwischendurch einfach, dass das Ende endgültig und keinesfalls ein Schönes ist. Stattdessen erlebt und lebt man mit den beiden Hauptfiguren Emma und Clementine. Man genießt jede Sekunde und nimmt teil an einem wunderschönen Leben, das nicht normal und durchschnittlich ist. Es ist besonders, es ist aufregend, es ist voller Liebe und gleichfalls voller Hass, und es ist wunderbar. Jeder einzelne Moment, egal wie schön, oder traurig er auch ist.

Natürlich „lebt“ eine solche Geschichte nicht alleine von der Story oder den ausgezeichneten Figuren, mit allen ihren Facetten, sondern auch durch das Artwork. Und in diesem Fall, kann man wirklich von „leben“ sprechen. Trotz des skizzenhaften Stils, der in sich in großen teilen um realismus bemüht, dann aber immer wieder anatomische Regeln über Bord wirft und gerade zu Beginn vor allem mit Schwarz/Weiß und diversen Graustufen dominiert und nur gelegentlich mit blauen Akzenten daherkommt, beginnen die Figuren plötzlich zu leben. Sie beginnen sich zu bewegen, zu sprechen, zu leiden, sich zu freuen, einfach nur zu „leben“. Die Vergangenheit von Emma und Clementine ist grau. Schwarz/Weiß und grau. Nur Blau sticht heraus, vor allem Emmas Haare, aber auch ein paar andere Kleinigkeiten, sofern sie für Clementines persönliches Empfinden von Wert sind. Das emotional geprägte Leben der Vergangenheit wirkt oberflächlich betrachtet trist; während die für Emma traurige und leblose Gegenwart in den schönsten Farben erstrahlt. Oder anders gesagt. Ab einem gewissen Punkt in Clementines Leben, dann, wenn die für sie schöne Zeit vorbei ist, halten die Farbe Einzug in die Geschichte. Sie täuschen über die eigentlich gedrückte Stimmung hinweg. Sie zeigen, dass auch wenn das Leben nach außen hin bunt und farbenfroh wirkt, es im inneren schon lange nicht mehr so sein muss. Dass das Äußere oftmals nur Schein ist und niemals das offenbaren wird, was die Menschen eigentlich bewegt.

„Ich habe meine Mutter gebeten, das mir Teuerste für dich auf meinem Schreibtisch zu hinterlegen: meine Tagebücher. Ich möchte, dass du sie aufbewahrst. All meine blau getönten Jugendträume sind darin. Tintenblau, Azurblau, Marineblau, Yves-Klein-Blau, Cyanblau, Ultramarinblau ...“
„Blau ist eine warme Farbe für mich geworden.“
Und genau so geht es auch mir, nach dem lesen dieses Buches. Blau IST eine warme Farbe geworden. Dank Julie Marohs wunderschönen Werk, hat die einst so kühle Farbe alle ihre Kälte verloren. Sie wurde mit Liebe und Wärme gefüllt. Mit Sehnsucht und Verlangen, während die gesamte weitere hier verwendete Farbpalette ihre Fröhlichkeit verloren hat. Sofern man ein Herz besitzt, welches noch empfinden kann, wird man nach der Lektüre dieses Bandes nicht mehr derselbe Mensch sein. Es setzt ein Reifeprozess ein, nicht nur gegenüber anderen Menschen und ihrer Sexualität oder Weltanschauung, sondern auch über das Leben an sich.
Ich für meinen Teil habe sehr viel aus diesem wunderbaren Hardcoverband, der gegenüber seiner Erstveröffentlichung im Jahr 2013, durch das neue größere Splitter Books-Format immens profitiert, vor allem was das Artwork betrifft, einiges gelernt. Auch über mich selbst, und so kann ich dieses, leider bisher einzige Werk von Julie Maroh, auch bedenkenlos weiterempfehlen. Allerdings mit dem Hinweis, dass es besser ist, sich die Comicvorlage zu holen und zu lesen, als den Film zu schauen. Dieser ist für sich gesehen zwar auch sehr sehenswert, verliert aber gegenüber der Vorlage sehr stark.

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