Julie Maroh

 4,2 Sterne bei 91 Bewertungen
Autorin von Blau ist eine warme Farbe, Blue is the Warmest Color und weiteren Büchern.
Autorenbild von Julie Maroh (©Zviane)

Lebenslauf

Preisgekrönte Comics: Die 1985 geborene französische Autorin hat am Institut Saint-Luc und der Académie royale des beaux-arts in Brüssel Bildende Kunst und Lithographie studiert. Ihr literarisches Debüt „Le bleu est une Couleur chaude“ erschien 2010. Zwei Jahre später wurde die deutsche Übersetzung „Blau ist eine warme Farbe“ veröffentlicht. Beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2011 wurde das Werk über die Liebe der 15-jährigen lesbischen Schülerin Clémentine zu einer Studentin mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und auch die Verfilmung aus dem Jahr 2013 erhielt bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme für den besten Langfilm. Julie Maroh bezeichnet sich selbst als lesbisch, queer und feministisch.

Alle Bücher von Julie Maroh

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)

Blau ist eine warme Farbe

(57)
Erschienen am 23.03.2022
Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)

Zeig mir das Meer

(29)
Erschienen am 20.04.2021
Cover des Buches Blue is the Warmest Color (ISBN: 9781551525143)

Blue is the Warmest Color

(4)
Erschienen am 12.09.2013
Cover des Buches Le bleu est une couleur chaude (ISBN: 9782723498760)

Le bleu est une couleur chaude

(1)
Erschienen am 02.10.2013

Neue Rezensionen zu Julie Maroh

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Trishen77
Anders als der Film, melodramatischer

       Mal abgesehen davon, dass die Sexszenen dort einen geradezu malträtierenden (meinetwegen realistischen) Charakter haben, war ich zunächst ein Fan der Filmversion von "Blau ist eine warme Farbe". Mir gefiel, dass es darin nicht nur um sexuelle Ausrichtung oder lesbische Wirklichkeit geht, sondern dieses größere Thema sich gut über andere Lebensthemen wie Berufung, Familie, Kunst vs. gewöhnlicher Job, Leidenschaft und Beziehungsverständnis, Unterschiede und Ähnlichkeiten von Charakterzügen und einiges andere geht. Wie sich Stück für Stück aus der Liebesgeschichte die Persönlichkeit von Adele herausschält, wie sie Fehler macht, ihre Sehnsüchte zu kontrollieren versucht, unverstanden bleibt, das ist teilweise großes Kino.

Ich war nicht darauf gefasst, dass die Geschichte mich noch einmal, diesmal auf ganz andere Weise berühren könnte. Auf die Zartheit, Tragik und melodramatische Tiefe des Originalcomics war ich nicht vorbereitet. Sie hat mich umgehauen.

Die Geschichte des Comics ist in vielen Facetten eine andere als die des Films (und selbst dort, wo die gleichen Aspekte auftauchen, werden sie anders eingesetzt und haben meist eine andere Konsequenz) und nutzt das Medium der Graphic Novel gut für diese neue Erzählausrichtung. (Teilweise hat es mich an Fun Home erinnert, weil sich auch dort die Zeitlinien übereinanderlegen.) Im Ganzen wird aus der Geschichte mehr eine Art Melodram, die sich die ganze Zeit mehr um die Verwirrung der Gefühle und die verqueren Beziehungsverhältnisse der beiden dreht. Auch ist die Geschichte kürzer und wird anders erzählt, nämlich durch Tagebucheinträge.

Trotz all dieser Anmerkungen, bleibt zum Schluss die schlichte Empfehlung: Lesen! Mir ist herzlich egal, was man diesem Comic alles unterstellen könnte: es ist zeichnerisch, aber auch von der Story her ein sehr berührendes und schön komponiertes Kunstwerk, das man bestimmt öfter und immer wieder gern lesen wird. Tieftraurig, wahr und großartig.

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Ein LovelyBooks-Nutzer
Tiefgründige Graphic Novel

Ich mochte die Graphic Novel sehr, aber es ist auch sehr traurig und belastend. Ich kann es immer nicht verstehen warum alles "andersartige" so missachtet wird. Leider ist das aber immernoch viel zu sehr der Fall. 

Wichtiges Werk, das am Ende zeigt, was Liebe heißt und das Liebe die Antwort sein sollte ❤️

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)
Wesernixes avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Wesernixe
Diese Liebe lässt mich kalt

Dieser Comic ist die Vorlage für einen angeblich sehr leidenschaftlichen Film über die große Liebe zwischen zwei jungen Frauen. Ich kenne den Film nicht, aber von Leidenschaft konnte im Comic für mich keine Rede sein. Ganz im Gegenteil, die amour fou zwischen Clementine und Emma lässt mich völlig kalt. 

Das liegt an zwei Dingen: am Zeichenstil und an den Figuren. Ich beginne mit dem Zeichenstil, denn das ist an einem Comic nun mal das Entscheidende. Tolle Zeichnungen können eine mittelmäßige Comic-Story retten; umgekehrt nützt die mitreißendste Handlung nichts, wenn der Autor entweder kein zeichnerisches Talent hat oder einen Stil pflegt, der mit meinem Geschmack schlicht inkompatibel ist.

Hier machen die Zeichnungen einen amateurhaften Eindruck auf mich. Anatomie und Proportionen stimmen nicht und „verrutschen“ von einem Bild zum anderen. Die Gesichter haben kaum individuelle Züge, sodass sich viele Figuren im Grunde nur durch ihre Kleidung und ihre Frisur voneinander unterscheiden. Am meisten stört mich aber die völlig übertriebene Mimik mit aufgerissenen Mündern und hervorquellenden Glubschaugen. Die Autorin wollte auf diese Weise sicherlich die überschäumenden Gefühle ihrer Protagonistinnen zum Ausdruck bringen, aber ich finde diese Grimassen einfach nur hässlich.

Nach unten abgerundet wird der visuelle Eindruck durch die monotone Panel-Aufteilung und eine Farbgebung, die sich für den größten Teil des Comics auf verwaschene Grautöne und Schwarz beschränkt.

Der zweite Punkt ist, dass die übrigen Figuren (Clementines Eltern, ihre Schulfreundinnen, Emmas Ex) kaum bis gar nicht als eigenständige Charaktere etabliert werden. Sogar Clementines bester Freund Valentin, der von allen Nebenfiguren die meiste „Sendezeit“ erhält, ist wenig mehr als das Klischee vom schwulen Kumpel, bei dem man sich ausheulen kann. Und so kann den Leser das, was sie tun, auch nicht wirklich berühren. Egal ob Clementines Schulfreundinnen sie als Lesbe mobben oder ihre Eltern sie vor die Tür setzen – es sind ja nur Papierpuppen, also was soll`s.

Kurz zusammengefasst: Die Zeichnungen gefallen mir nicht und zu den Protagonisten konnte ich keine Beziehung aufbauen. Vielleicht ist der Film ja wirklich besser, aber so wie die Liebesgeschichte zwischen Clementine und Emma hier im Comic-Original präsentiert wird, bleibt Blau für mich eine kühle Farbe.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks