Julie Maroh

 4,3 Sterne bei 83 Bewertungen
Autorin von Blau ist eine warme Farbe, Blue is the Warmest Color und weiteren Büchern.
Autorenbild von Julie Maroh (©Zviane)

Lebenslauf von Julie Maroh

Preisgekrönte Comics: Die 1985 geborene französische Autorin hat am Institut Saint-Luc und der Académie royale des beaux-arts in Brüssel Bildende Kunst und Lithographie studiert. Ihr literarisches Debüt „Le bleu est une Couleur chaude“ erschien 2010. Zwei Jahre später wurde die deutsche Übersetzung „Blau ist eine warme Farbe“ veröffentlicht. Beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2011 wurde das Werk über die Liebe der 15-jährigen lesbischen Schülerin Clémentine zu einer Studentin mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und auch die Verfilmung aus dem Jahr 2013 erhielt bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme für den besten Langfilm. Julie Maroh bezeichnet sich selbst als lesbisch, queer und feministisch.

Alle Bücher von Julie Maroh

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)

Blau ist eine warme Farbe

 (51)
Erschienen am 23.03.2022
Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)

Zeig mir das Meer

 (27)
Erschienen am 20.04.2021
Cover des Buches Blue is the Warmest Color (ISBN: 9781551525143)

Blue is the Warmest Color

 (4)
Erschienen am 12.09.2013
Cover des Buches Le bleu est une couleur chaude (ISBN: 9782723498760)

Le bleu est une couleur chaude

 (1)
Erschienen am 02.10.2013

Neue Rezensionen zu Julie Maroh

Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)K

Rezension zu "Zeig mir das Meer" von Alex Sanchez

Berührende, aber etwas überladene Coming-Out-Geschichte
Kirschbluetevor 7 Monaten

„Zeig mir das Meer“ erzählt die Origin-Geschichte des Superhelden Aqualad als Coming-Out-Story.

Aqualad, eigentlich Jake Hyde, ist ein eher unbekannter Superheld aus dem DC-Universum. Jake lebt mit seiner Mutter in einem abgeschiedenen Dorf in New Mexico. Er fühlt sich vom Meer und seinem Mitschüler Kenny magisch angezogen. Der Comic verknüpft diese beiden Handlungselemente geschickt miteinander.

Eine Verbindung zum DC-Universum schafft der Comic vor allem durch Nachrichtensendungen im Fernsehen, in denen bekannte DC-Superhelden erscheinen. Aber auch Jakes Geschichte ist mit dem DC-Universum verwoben.

Die Zeichnungen sind sehr pastellig und haben einen fast poetischen Stil. Der Stil ist sehr untypisch für eine einen Comic im Superhelden-Comic. Er passt aber wunderbar zur Geschichte, die ihren Fokus mehr auf den Comic-out-of-Age-Aspekt legt als auf den Superhelden-Teil.

Bei den Charakteren gibt es sowohl Licht als auch Schatten. Jake und Kenny sind sympathische Jugendliche und haben eine gute Chemie miteinander. Kenny geht sehr offen mit seiner Homosexualität um, während Jake noch sehr zurückhaltend ist. Gerade für junge Leser sind die beiden gute Identifkationsfiguren. Schade ist, dass es gerade im Superhelden-Genre wenige Identifikationsfiguren für Homosexuelle gibt. 

Schön ist auch, dass mit Kennys Vater Probleme eines Outings thematisiert werden. Jedoch ist hier problematisch, dass gerade Kennys Vater in seiner Haltung sehr sprunghaft ist und der Konflikt nicht glaubhaft gelöst wird. An dieser Stelle hätte sich die Geschichte deutlich mehr Zeit nehmen müssen, um die Charakterentwicklung realistisch darzustellen. Insgesamt hätte der Comic an vielen Stellen mehr Seiten oder weniger Konflikte gebraucht, um alle Geschichten glaubhaft zu Ende zu erzählen. 

Wer also gerne eine Coming-Out-Geschichte im DC-Universum lesen möchte, findet hier einen soliden Ansatz. Leider sind homosexuelle Superhelden immer noch eine Rarität. 

Man sollte auch nicht vergessen, dass dieser Comic an ein jugendliches Publikum gerichtet ist. Gerade für Jugendliche ist der Comic ist sehr geeignet, weil er einige gute Identifikationsfiguren enthält und Probleme behandelt, die für Jugendliche sehr nachvollziehbar sind. Zudem bietet er am Ende auch eine Seite mit wichtigen Kontaktstellen.

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Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)Toxicass avatar

Rezension zu "Zeig mir das Meer" von Alex Sanchez

Zeitgemäße Coming-out-Geschichte
Toxicasvor einem Jahr

Du bist kein Freak, nur weil du dich nicht für Mädchen interessierst. Kein Monster, nur weil du dich in den Jungen aus deiner Klasse verliebt hast. Der Junge, der sein Coming-out schon hatte, welches dir selbst noch bevorsteht.

Jake lebt mitten in einer Kleinstadt irgendwo in New Mexico, umgeben von Sand und Kakteen. Dabei zieht es ihn ans Meer. Schon immer verspürte er den Drang, in die Welt unterhalb der Wasseroberfläche einzutauchen. Doch ein Aquarium in seinem Zimmer ist der einzige Bezug zum maritimen Lebensraum. Seine Mutter versucht mit allen Mitteln, ihn vom Wasser fernzuhalten, und Jake will endlich verstehen, warum. Ich konnte seine innere Zerrissenheit, seine Verzweiflung, seine Wut gut nachvollziehen. Habe verstanden, warum er sich so verloren fühlt, umgeben von all diesen Menschen, denen er sich nicht anvertrauen kann. Nicht mal seiner besten Freundin erzählt er seine Sorgen. Weil er Angst hat. Sich anders fühlt. Und es einfach nicht besser weiß. Einzig Kenny, der Junge aus seiner Klasse, scheint ihn mit anderen Augen zu sehen.

Ich habe das zarte Annähern der beiden, ihre ersten Blickkontakte, die ersten richtigen Worte miteinander gerne mitverfolgt. Manchmal fühlte ich mich an meine eigene Kindheit zurückerinnert, an den Jungen, für den ich so geschwärmt hatte. Bei dessen Blicken ich Rot wurde. Der mir in der Pause kleine Zettelchen zusteckte: Willst du mit mir gehen? Ja / Nein / Vielleicht

Dass es für Kenny und Jake nicht leicht werden würde, war mir leider klar. Sie werden angefeindet, beleidigt, diskriminiert. Müssen zusammenhalten und stark sein, um sich in ihrer Welt zu behaupten. Schön fand ich, dass Kenny es schafft, Jake ein wenig mitzuziehen, ihm Mut zuzusprechen und Trost zu spenden. Auch wenn er vielleicht zu viel auf einmal erwartet. Da merkt man deutlich, dass jeder von ihnen noch einiges zu lernen hat und an sich arbeiten muss. Klug gewählte Passagen, die den jugendlichen Lesern sicher weiterhelfen könnten. Wobei auch ich als Erwachsene einiges reflektieren konnte.

Die Dritte im Bunde ist übrigens Maria, die beste Freundin von Jake. Auch sie hat mit Problemen zu kämpfen, die nach wie vor in unserer Gesellschaft auftreten. Sie muss ihren Platz finden, wie jeder von uns, nicht wahr?

Und dann ist da noch die Sache mit Jakes Herkunft. Warum zieht ihn das Meer so magisch an? Was verschweigt ihm seine Mutter?

Die Superhelden-Elemente fühlten sich anfangs etwas befremdlich an, wirkten recht deplatziert. Doch mit Voranschreiten der Story kam quasi Licht ins Dunkel und ich habe begriffen, warum diese oder jene Einblendung bzw. Erwähnung gewählt wurde. Für mich hätte das Buch gänzlich ohne diese Elemente erscheinen können, denn die Story bot auch so alles, was sich das Leserherz wünscht.

Persönliches Fazit: Eine zeitgemäße und verspielte Coming-out-Geschichte mit wunderschönen Illustrationen, die zum Nachdenken anregt und hoffentlich dem Einen oder Anderen etwas Mut macht.

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Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)Zuckerwatte-im-Kopfs avatar

Rezension zu "Zeig mir das Meer" von Alex Sanchez

Berührend, sanft, ehrlich
Zuckerwatte-im-Kopfvor einem Jahr

Der Zeichenstil von Julie Maroh hat mich sehr begeistert! Manchmal kantig und grob, sodass der Fokus nur auf die wichtigen Szenen geworfen wurde, in anderen Situationen weich und emotional. Gerade in den Gesichtern wurden so viele Gefühle widergespiegelt. Ich konnte die Unsicherheiten spüren, das Zaghafte in manchen Handlungen. Jakes Zwiespalt und die Hemmungen über sich selbst nachzudenken und darüber zu reden, wie er sich fühlt.
Außerdem die Frage mit der sich Jake jeden Tag beschäftigt: wo komme ich her und wer bin ich?

Ich mag es, dass nicht nur die Liebe, sondern auch die Freundschaft im Vordergrund steht. Dass der Autor so viele wichtige Botschaften vermittelt. Das Gefühl von Zugehörigkeit, genauso wie das Gefühl der Verlorenheit. Dass jeder sein eigenes Tempo hat, um den Mut aufzubringen über den eigenen Schatten zu springen und sich selbst zu finden. Es wichtig ist, seine Freundschaften zu bewahren und ehrlich zu sein und trotz allem zueinander zu stehen, auch wenn man mal sauer oder wütend aufeinander ist.

Fazit: Alex Sanchez erzählt in »Zeig mir das Meer« sehr sanft über die erste Liebe, über den Mut zu seiner Sexualität zu stehen und bringt die Magie des Wasser mit ein. Eine Geschichte, die auch ohne Superkraft ausgekommen wäre, aber ihr dadurch etwas magisches und sehnsuchtsvolles gegeben hat. Die Zeichnungen von Julie Maroh unterstützen die Geschichte auf einfühlsame Weise und bringen die Mimik und Emotionen dynamisch zur Geltung.

Die ganze Rezension gibt es auf unserem Blog!

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