Julie Maroh

 4,3 Sterne bei 87 Bewertungen
Autorin von Blau ist eine warme Farbe, Blue is the Warmest Color und weiteren Büchern.
Autorenbild von Julie Maroh (©Zviane)

Lebenslauf

Preisgekrönte Comics: Die 1985 geborene französische Autorin hat am Institut Saint-Luc und der Académie royale des beaux-arts in Brüssel Bildende Kunst und Lithographie studiert. Ihr literarisches Debüt „Le bleu est une Couleur chaude“ erschien 2010. Zwei Jahre später wurde die deutsche Übersetzung „Blau ist eine warme Farbe“ veröffentlicht. Beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2011 wurde das Werk über die Liebe der 15-jährigen lesbischen Schülerin Clémentine zu einer Studentin mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und auch die Verfilmung aus dem Jahr 2013 erhielt bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme für den besten Langfilm. Julie Maroh bezeichnet sich selbst als lesbisch, queer und feministisch.

Alle Bücher von Julie Maroh

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)

Blau ist eine warme Farbe

 (54)
Erschienen am 23.03.2022
Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)

Zeig mir das Meer

 (28)
Erschienen am 19.04.2021
Cover des Buches Blue is the Warmest Color (ISBN: 9781551525143)

Blue is the Warmest Color

 (4)
Erschienen am 12.09.2013
Cover des Buches Le bleu est une couleur chaude (ISBN: 9782723498760)

Le bleu est une couleur chaude

 (1)
Erschienen am 02.10.2013

Neue Rezensionen zu Julie Maroh

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)
Wesernixes avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Diese Liebe lässt mich kalt
Wesernixevor 9 Monaten

Dieser Comic ist die Vorlage für einen angeblich sehr leidenschaftlichen Film über die große Liebe zwischen zwei jungen Frauen. Ich kenne den Film nicht, aber von Leidenschaft konnte im Comic für mich keine Rede sein. Ganz im Gegenteil, die amour fou zwischen Clementine und Emma lässt mich völlig kalt. 

Das liegt an zwei Dingen: am Zeichenstil und an den Figuren. Ich beginne mit dem Zeichenstil, denn das ist an einem Comic nun mal das Entscheidende. Tolle Zeichnungen können eine mittelmäßige Comic-Story retten; umgekehrt nützt die mitreißendste Handlung nichts, wenn der Autor entweder kein zeichnerisches Talent hat oder einen Stil pflegt, der mit meinem Geschmack schlicht inkompatibel ist.

Hier machen die Zeichnungen einen amateurhaften Eindruck auf mich. Anatomie und Proportionen stimmen nicht und „verrutschen“ von einem Bild zum anderen. Die Gesichter haben kaum individuelle Züge, sodass sich viele Figuren im Grunde nur durch ihre Kleidung und ihre Frisur voneinander unterscheiden. Am meisten stört mich aber die völlig übertriebene Mimik mit aufgerissenen Mündern und hervorquellenden Glubschaugen. Die Autorin wollte auf diese Weise sicherlich die überschäumenden Gefühle ihrer Protagonistinnen zum Ausdruck bringen, aber ich finde diese Grimassen einfach nur hässlich.

Nach unten abgerundet wird der visuelle Eindruck durch die monotone Panel-Aufteilung und eine Farbgebung, die sich für den größten Teil des Comics auf verwaschene Grautöne und Schwarz beschränkt.

Der zweite Punkt ist, dass die übrigen Figuren (Clementines Eltern, ihre Schulfreundinnen, Emmas Ex) kaum bis gar nicht als eigenständige Charaktere etabliert werden. Sogar Clementines bester Freund Valentin, der von allen Nebenfiguren die meiste „Sendezeit“ erhält, ist wenig mehr als das Klischee vom schwulen Kumpel, bei dem man sich ausheulen kann. Und so kann den Leser das, was sie tun, auch nicht wirklich berühren. Egal ob Clementines Schulfreundinnen sie als Lesbe mobben oder ihre Eltern sie vor die Tür setzen – es sind ja nur Papierpuppen, also was soll`s.

Kurz zusammengefasst: Die Zeichnungen gefallen mir nicht und zu den Protagonisten konnte ich keine Beziehung aufbauen. Vielleicht ist der Film ja wirklich besser, aber so wie die Liebesgeschichte zwischen Clementine und Emma hier im Comic-Original präsentiert wird, bleibt Blau für mich eine kühle Farbe.

Cover des Buches Blau ist eine warme Farbe (ISBN: 9783868696950)
FamiGirl_06s avatar

Rezension zu "Blau ist eine warme Farbe" von Julie Maroh

Sollte es nicht egal sein, wen wir lieben?
FamiGirl_06vor einem Jahr

Als Clementine auf Emma trifft, ist nichts mehr wie vorher. Emma verändert Clementines Welt von Grund auf. Allerdings ist es leider nicht für alle "normal". Clementine wird von ihren Freunden verurteilt und trifft immer wieder auf Unverständnis. Trotzdem möchte sie nur eins ... Emma lieben dürfen.

Dieses Buch hat mich sehr berührt. Einfach weil es so wahr ist, was dort geschrieben steht. Man muss sich nach wie vor rechtfertigen, wenn man nicht das Bild von einem "normalen" Paar, bestehend aus Mann und Frau, abgibt. Dabei sollte es doch egal sein, wen man liebt, oder?

Auch die Bilder in dem Comic sind super schön gezeichnet und passen gut zur Geschichte. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil mich die Geschichte so gefesselt hat. Und das, obwohl ich eigentlich keine Comics lese. ;-)

Alles in allem: Eine tolle Geschichte mit Taschentuchfaktor.

Cover des Buches Zeig mir das Meer (ISBN: 9783741621178)
K

Rezension zu "Zeig mir das Meer" von Alex Sanchez

Berührende, aber etwas überladene Coming-Out-Geschichte
Kirschbluetevor 2 Jahren

„Zeig mir das Meer“ erzählt die Origin-Geschichte des Superhelden Aqualad als Coming-Out-Story.

Aqualad, eigentlich Jake Hyde, ist ein eher unbekannter Superheld aus dem DC-Universum. Jake lebt mit seiner Mutter in einem abgeschiedenen Dorf in New Mexico. Er fühlt sich vom Meer und seinem Mitschüler Kenny magisch angezogen. Der Comic verknüpft diese beiden Handlungselemente geschickt miteinander.

Eine Verbindung zum DC-Universum schafft der Comic vor allem durch Nachrichtensendungen im Fernsehen, in denen bekannte DC-Superhelden erscheinen. Aber auch Jakes Geschichte ist mit dem DC-Universum verwoben.

Die Zeichnungen sind sehr pastellig und haben einen fast poetischen Stil. Der Stil ist sehr untypisch für eine einen Comic im Superhelden-Comic. Er passt aber wunderbar zur Geschichte, die ihren Fokus mehr auf den Comic-out-of-Age-Aspekt legt als auf den Superhelden-Teil.

Bei den Charakteren gibt es sowohl Licht als auch Schatten. Jake und Kenny sind sympathische Jugendliche und haben eine gute Chemie miteinander. Kenny geht sehr offen mit seiner Homosexualität um, während Jake noch sehr zurückhaltend ist. Gerade für junge Leser sind die beiden gute Identifkationsfiguren. Schade ist, dass es gerade im Superhelden-Genre wenige Identifikationsfiguren für Homosexuelle gibt. 

Schön ist auch, dass mit Kennys Vater Probleme eines Outings thematisiert werden. Jedoch ist hier problematisch, dass gerade Kennys Vater in seiner Haltung sehr sprunghaft ist und der Konflikt nicht glaubhaft gelöst wird. An dieser Stelle hätte sich die Geschichte deutlich mehr Zeit nehmen müssen, um die Charakterentwicklung realistisch darzustellen. Insgesamt hätte der Comic an vielen Stellen mehr Seiten oder weniger Konflikte gebraucht, um alle Geschichten glaubhaft zu Ende zu erzählen. 

Wer also gerne eine Coming-Out-Geschichte im DC-Universum lesen möchte, findet hier einen soliden Ansatz. Leider sind homosexuelle Superhelden immer noch eine Rarität. 

Man sollte auch nicht vergessen, dass dieser Comic an ein jugendliches Publikum gerichtet ist. Gerade für Jugendliche ist der Comic ist sehr geeignet, weil er einige gute Identifikationsfiguren enthält und Probleme behandelt, die für Jugendliche sehr nachvollziehbar sind. Zudem bietet er am Ende auch eine Seite mit wichtigen Kontaktstellen.

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