Julie Maroh Blau ist eine warme Farbe

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Inhaltsangabe zu „Blau ist eine warme Farbe“ von Julie Maroh

Das Leben von Clementine kippt an dem Tag, als sie Emma trifft, eine junge Frau mit blauen Haaren, die sie alle Facetten der Lust entdecken lässt und ihr ermöglicht, sich dem Blick der anderen zu stellen. Eine einfühlsame Erzählung voller Zärtlichkeit.Die ebenso sanfte wie tragische und mit autobiografischen Elementen versehene Coming-Out Geschichte über die zwei jugendlichen Frauen Clementine und Emma, die miteinander eine Liebesbeziehung eingehen und deswegen den homophoben Attacken ihrer Umwelt ausgesetzt sind, erhielt auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 als Verfilmung 'Blue is the Warmest Colour' mit der Goldenen Palme die wohl wichtigste cinephile Auszeichnung der Filmbranche und wurde somit in der Geschichte des Festivals als erster Film, der auf einer Comicvorlage basiert, ausgezeichnet. Die in Angoulême lebende Schöpferin der Vorlage, Julie Maroh, wiederum erhielt für ihr Graphic Novel-Debüt bereits im Jahr 2011 den Prix du Public auf dem berühmten Festival der Stadt.

Eine traurig schöne und berührende Liebesgeschichte, die Maroh wunderhübsch umgesetzt hat.

— katzenminze

Eine Graphic Novel, die ich jedem ans Herz lege

— Jari

Tolle Zeichnungen, berührende Geschichte ... am Ende bedarf es Taschentücher.

— Chuckster

Berührend & intensiv. Hat mein Herz in Stücke gerissen.

— loveisfriendship

Feinfühlig und sehr gut illustrierte Graphic Novel zu den Themen, Liebe, Begehren und Coming Out.

— BecameInsane

Bücher wecken Emotionen, bringen mich zum lachen, machen wütend oder traurig. Aber selten hat mich eine Geschichte so berührt wie dieses!

— IrishKadda

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  • "Alles in meinem Kopf hat nur einen Namen. Emma."

    Blau ist eine warme Farbe

    katzenminze

    22. September 2017 um 19:30

    Endlich mal wieder eine Graphic Novel! Und dann noch eine so schöne: Es geht hauptsächlich um Clementine, die zu Beginn der Geschichte 15 Jahre alt ist. Jungs sind in dem Alter ja ein großes Thema, aber obwohl der allseits beliebte Thomas auf sie steht, sie später sogar aufrichtig liebt, kann sie sich nicht völlig auf ihn einlassen. Das allein lässt sie schon an sich selbst zweifeln, doch als sie dann auch noch eine junge Frau mit blauem Haar auf der Straße sieht, gerät ihr Selbstbild völlig ins wanken. Die Unbekannte verfolgt sie in ihre Träume und lässt sie Dinge denken, die sie - ihrer Meinung nach - eigentlich nicht denken dürfte. Einige Zeit später, trifft sie die Frau, Emma, in einer Homokneipe wieder und Clementines Gefühlschaos ist perfekt. Inhaltlich hat mir die Mischung aus Coming-Out, Lovestory und Selbstfindung gut gefallen. Nur hätte sie an manchen Stellen gerne ausführlicher sein können. Ich habe zwar jeweils verstanden welche Zweifel und Ängste Clementine plagten, aber manchmal wirkte sie recht wechselhaft und bockig, weil dem Problem das sie beschäftigte nicht genug Raum gegeben wurde. Das lag aber ausschließlich an der Umsetzung. Generell fand ich all ihre Reaktionen sehr nachvollziehbar. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Autorin selbst Homosexuell ist und eben solche Probleme kennt, wie sie Clementine im Buch hat. Die hauptsächlich in Aquarell angefertigten Zeichnungen mochte ich sehr gerne! Auch wie Maroh damit spielt und bei manch ernsteren Szenen mehr zum Stift greift – den Zeichnungen also mehr Härte gibt - ist schön. Die Szenen die in der Vergangenheit spielen, sind in schwarz/weiß gehalten. Nur mit blau wurden Akzente gesetzt. Das hat mir sehr gut gefallen und hätte von mir aus gerne noch mehr ausgereizt werden dürfen. Alles, was in der Gegenwart spielt ist farbig gestaltet, aber sehr leicht und fließend - typisch Aquarell eben. Beim Zeichenstil bin ich ja superpingelig. Ich habe schon verworfen die eine oder andere Graphic Novel überhaupt zu lesen, nur weil mir der Stil nicht gefiel. Hier habe ich nichts zu meckern. Maroh sind zum Teil wunderschöne Bilder der beiden Frauen gelungen um die sich die Geschichte dreht. Insgesamt ist Blau ist eine warme Farbe eine traurig schöne, berührende und lesenswerte Liebesgeschichte, die von Maroh sehr hübsch umgesetzt wurde.

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  • Julie Maroh - Blau ist eine warme Farbe

    Blau ist eine warme Farbe

    Jari

    07. December 2016 um 22:10

    Von dieser Graphic Novel habe ich bereits einmal eine Rezension gelesen und wahrscheinlich sprang mir das Buch in der Bibliothek deswegen entgegen. Maroh erzählt in „Blau ist eine warme Farbe“ teilweise autobiographisch von Emma und Clementine, einem gleichgeschlechtlichen Paar. Im Gegensatz zu Emma hadert Clementine stark mit ihren Gefühlen für eine andere Frau. Aber auch als Liebespaar erleben sie immer wieder Attacken, vor allem auch aus dem Umfeld von Clementines Eltern. Durch Clementines Brief an Emma erleben wir mit, was in der Protagonistin vor sich geht, wie sie sich fühlt und was sie denkt. Obwohl ich ja lesetechnisch nicht sehr emotional bin, nahm mich „Blau ist eine warme Farbe“ stark mit. Man mag meinen im Europa das 21. Jahrhunderts könnten Homosexuelle ein gutes Leben führen, doch Maroh beweist leider das Gegenteil. Doch im Hintergrund all dieser traurigen Erlebnisse schimmert stets Clementines Liebe zu Emma durch und auch umgekehrt merkt man, wie sehr Emma ihre Clementine liebt. Die zierlichen Zeichnungen mit den feinen Linien passen zur Atmosphäre und ziehen den Leser noch tiefer in diese Liebesgeschichte hinein. „Blau ist eine warme Farbe“ ist eine Graphic Novel, die ich jedem ans Herz lege. Es ist eine Geschichte vom Leben geschrieben und wundervoll umgesetzt. Dass Maroh dafür mit dem Prix du Publique erhielt, ist verdient. Denn solange es so verbohrte und engstirnige Leute wie z.B. Clementines Eltern gibt, braucht es Gesichten wie eben diese hier.

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  • Mein blauer Engel ...

    Blau ist eine warme Farbe

    Mueli77

    06. October 2016 um 19:59

    Emma betritt mit traurigem Blick die Wohnung der Eltern ihrer Freundin Clementine. Clementines Mutter übergibt ihr wortlos einen Brief, indem sich Clementine von ihrer großen Liebe Emma verabschiedet. In diesem Brief, den Clementine auf ihrem Totenbett schrieb, während Emma an ihrer Seite schlief, erzählt sie ihrer Freundin noch einmal ihren Weg zueinander …Alles beginnt mit Clementines 15. Geburtstag. Sie geht in die 10. Klasse und ein netter Junge hat gerade ihr Interesse geweckt. Doch beim ersten Date begegnet ihr mitten in der Stadt dieses geheimnisvolle Mädchen mit den blauen Haaren. Seit diesem Tag geht es Clementine nicht mehr aus dem Kopf. Sie entwickelt erotische Fantasien und zweifelt an sich selbst und ihrer Sexualität. Unsicher ihrer selbst vergehen die Monate, in denen Clementine ihre Beziehung zu dem Jungen niemals komplett auslebt und sich schlussendlich sogar von ihm trennt. Eines Tages geht Clementine mit ihrer besten Freundin auf eine Demo und kurz danach wird sie von dieser Freundin geküsst. Für Clementine ist dies ein Weckruf. Sie liebt Frauen, aber sie kann es nicht wirklich akzeptieren. Ihr homosexueller Freund Valentin nimmt sie bei einem nächtlichen Streifzug durch die Schwulenbars der Stadt mit, wo sie erneut auf das Mädchen mit den blauen Haaren trifft. Emma! Obwohl Emma in einer Beziehung mit einer lesbischen Malerin ist, entwickeln sich Gefühle zwischen den Beiden und es entsteht eine Affäre. Doch auf Dauer kann und will Clementine das nicht mitmachen. Nach einer schweren Trennung und Versöhnung kommen die beiden wieder zusammen. Doch ihr Glück soll nicht von Dauer sein …Eine tragische Liebesgeschichte bildet das Grundgerüst für eine autobiografisch inspirierte Coming Out-Geschichte eines jungen Teenager-Mädchens, das sich seiner Gefühle zwar bewusst ist, sich aber für diese schämt. Aber „Blau ist eine warme Farbe“ ist keine typische Geschichte. Keine einfache Liebesgeschichte mit Happy End. Nichts, was einen nach dem Lesen mit einem Lächeln zurücklässt, mit dem Wissen das alles Gut wird. Es ist eine traurige Geschichte, die sehr deutlich zeigt, dass das Leben, jedes Leben, egal wie lange es letztendlich währt, doch zu kurz ist, um sich nicht ausgiebig mit den Menschen zu befassen, die einen tief im Herzen berühren. Dass jede Sekunde des Zweifels und der Angst, eine vergeudete Sekunde ist. Doch obwohl dem Leser von der ersten Seite an bewusst gemacht wird, dass diese Liebesgeschichte nicht glücklich enden wird, schafft es Julie Maroh sehr gut immer wieder eine Leichtigkeit mit sehr viel Frohsinn zu erzeugen. Als Leser vergisst man zwischendurch einfach, dass das Ende endgültig und keinesfalls ein Schönes ist. Stattdessen erlebt und lebt man mit den beiden Hauptfiguren Emma und Clementine. Man genießt jede Sekunde und nimmt teil an einem wunderschönen Leben, das nicht normal und durchschnittlich ist. Es ist besonders, es ist aufregend, es ist voller Liebe und gleichfalls voller Hass, und es ist wunderbar. Jeder einzelne Moment, egal wie schön, oder traurig er auch ist.Natürlich „lebt“ eine solche Geschichte nicht alleine von der Story oder den ausgezeichneten Figuren, mit allen ihren Facetten, sondern auch durch das Artwork. Und in diesem Fall, kann man wirklich von „leben“ sprechen. Trotz des skizzenhaften Stils, der in sich in großen teilen um realismus bemüht, dann aber immer wieder anatomische Regeln über Bord wirft und gerade zu Beginn vor allem mit Schwarz/Weiß und diversen Graustufen dominiert und nur gelegentlich mit blauen Akzenten daherkommt, beginnen die Figuren plötzlich zu leben. Sie beginnen sich zu bewegen, zu sprechen, zu leiden, sich zu freuen, einfach nur zu „leben“. Die Vergangenheit von Emma und Clementine ist grau. Schwarz/Weiß und grau. Nur Blau sticht heraus, vor allem Emmas Haare, aber auch ein paar andere Kleinigkeiten, sofern sie für Clementines persönliches Empfinden von Wert sind. Das emotional geprägte Leben der Vergangenheit wirkt oberflächlich betrachtet trist; während die für Emma traurige und leblose Gegenwart in den schönsten Farben erstrahlt. Oder anders gesagt. Ab einem gewissen Punkt in Clementines Leben, dann, wenn die für sie schöne Zeit vorbei ist, halten die Farbe Einzug in die Geschichte. Sie täuschen über die eigentlich gedrückte Stimmung hinweg. Sie zeigen, dass auch wenn das Leben nach außen hin bunt und farbenfroh wirkt, es im inneren schon lange nicht mehr so sein muss. Dass das Äußere oftmals nur Schein ist und niemals das offenbaren wird, was die Menschen eigentlich bewegt.„Ich habe meine Mutter gebeten, das mir Teuerste für dich auf meinem Schreibtisch zu hinterlegen: meine Tagebücher. Ich möchte, dass du sie aufbewahrst. All meine blau getönten Jugendträume sind darin. Tintenblau, Azurblau, Marineblau, Yves-Klein-Blau, Cyanblau, Ultramarinblau ...“„Blau ist eine warme Farbe für mich geworden.“Und genau so geht es auch mir, nach dem lesen dieses Buches. Blau IST eine warme Farbe geworden. Dank Julie Marohs wunderschönen Werk, hat die einst so kühle Farbe alle ihre Kälte verloren. Sie wurde mit Liebe und Wärme gefüllt. Mit Sehnsucht und Verlangen, während die gesamte weitere hier verwendete Farbpalette ihre Fröhlichkeit verloren hat. Sofern man ein Herz besitzt, welches noch empfinden kann, wird man nach der Lektüre dieses Bandes nicht mehr derselbe Mensch sein. Es setzt ein Reifeprozess ein, nicht nur gegenüber anderen Menschen und ihrer Sexualität oder Weltanschauung, sondern auch über das Leben an sich.Ich für meinen Teil habe sehr viel aus diesem wunderbaren Hardcoverband, der gegenüber seiner Erstveröffentlichung im Jahr 2013, durch das neue größere Splitter Books-Format immens profitiert, vor allem was das Artwork betrifft, einiges gelernt. Auch über mich selbst, und so kann ich dieses, leider bisher einzige Werk von Julie Maroh, auch bedenkenlos weiterempfehlen. Allerdings mit dem Hinweis, dass es besser ist, sich die Comicvorlage zu holen und zu lesen, als den Film zu schauen. Dieser ist für sich gesehen zwar auch sehr sehenswert, verliert aber gegenüber der Vorlage sehr stark.

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    • 3
  • Blau ist die Farbe, die das Herz berührt

    Blau ist eine warme Farbe

    Iudas

    19. June 2016 um 22:05

    Als die junge Clementine auf Kunststudentin Emma trifft,  wird ihr bisheriges Verständnis von Liebe auf den Kopf gestellt. Das Mädchen mit den leuchtend blauen Haaren fällt ihr auf und geht ihr seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Trotz einer kurzzeitigen Beziehung, die Clementine zu einem Mitschüler eingeht, kreisen ihre Gedanken immer wieder um Emma, doch sie kann ihre Gefühle nicht verstehen und versteckt sie aus Angst vor den Reaktionen der anderen. Es entspinnt sich eine Geschichte, die getragen wird von Charakterfindung, Gesellschaftskritik und einer großen Portion Emotionalität. Die Graphic Novel »Blau ist eine warme Farbe« (OT: »Le Bleu est une couleur chaude«) wurde von der Französin Julie Maroh entworfen und gestaltet, die darin autobiographische Hintergründe einfließen ließ. Er wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erschien auch in Deutschland 2013 im Splitter Verlag. Sicherlich sind viele erst durch die bekanntere Verfilmung »La vie d’Adèle« von Abdellatif Kechiche, der die Graphic Novel als Vorlage wieder in den Vordergrund hob, darauf aufmerksam geworden. Dieser Film, der 2013 auf den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, sorgte für zwiegespaltene Meinungen. Während der Film vor allem von der Jury als politische Fahnenspitze gegen die Proteste in französischen Städten gegen die Heirat homosexueller Paare gesehen wurde, verließen während der Vorführung einige der Zuschauer entrüstet den Saal. Man sah den Filmen wegen der expliziten Sexszenen als zu pornographisch an und warf dem Regisseur vor, hier nur eine heterosexuelle Lesbenfantasie zum Besten geben zu wollen. Auch Julie Maroh selbst ist eine erklärte Gegnerin des Films. Wer aufgrund des Filmes eine ebensolche Aufmachung bei der Graphic Novel erwartet, wird enttäuscht sein, denn diese Geschichte ist weit mehr und reduziert die Beziehung nicht auf die erotische Ebene und ausgedehnte Sexszenen, sondern setzt den Fokus auf die Gefühle, die Emma und Clementine bewegen. Es ist die Erzählung um die Sorgen und Probleme, das Aufeinandertreffen von persönlichen Sehnsüchten auf die Vorurteile der Gesellschaft. Clementine durchläuft auf ihrer Suche nach dem Glück mit Emma verschiedene Stationen: der erste Freund, der sich falsch anfühlt; die Ablehnung ihrer homophoben Freunde, als sie erfahren, daß Clementine mit Emma ausging; und die fehlende Akzeptanz Clementines Eltern, die ihre Tochter verstoßen. Das alles versteht Maroh mit großer Einfühlsamkeit zu erzählen. Die Handlung ist klug konzipiert und umfaßt die in der heutigen Zeit angesiedelte Rahmenhandlung um die Tagebucheinträge Clementines. Man ist als Leser ganz nah an den Charakteren und kann neben ihren Gefühlsausbrüchen auch ihren Überlegungen zum Sein folgen. So versucht Clementine ihren Kreis zu finden, in den sie gehört und fragt sich, warum das Leben, das für sie vorgesehen ist, ihr nicht entspricht und ob es auch andere Frauen gäbe, die so empfinden wie sie. Und so sind es Fragen, in denen sich gerade junge Leser wiederfinden können. Es ist keine schreiende Anklage gegen Homophobie, keine wüste Streitschrift, sondern die Darstellung zweier Leben, deren Verwirklichung ihrer Träume von gesellschaftlichen Vorurteilen behindert wird. Und es sind leise und trotz allem versöhnliche Töne, die Clementine anschlägt, wenn sie Emma mitteilt: »Du hast mich vor einer Welt voller Vorurteile und absurder Moralvorstellungen gerettet und mir geholfen, mich zu finden. Niemand trägt Schuld daran, was heute mit mir geschieht.« (S. 153) Aber nicht nur inhaltlich, auch zeichnerisch ist die Graphic Novel überzeugend. Dabei ist der Teil, der in der Gegenwart spielt, mit zarten Farben koloriert, die fast sphärisch wirken und die Szenerie perfekt untermalen, wenn beispielsweise für die Szenen im Krankenhaus alles wie mit einem kränklichen grünen Schleier überzogen ist, der sich auf die Gesichter legt und ihre Verzweiflung noch stärker herausarbeiten.  Die Erzählung, die aus den Tagebucheinträgen hervorgeht, ist dagegen einzig in Graustufen gehalten. Doch eine Farbe sticht daraus hervor: Blau. Das Blau der Haare und Augen Emmas. Blau ist hier in den Objekten, die mit Emotionen aufgeladen sind und die Erinnerung Clementines farbig machen. Marohs Frauenbild ist eine wahre Wohltat und ausdifferenziert. Hier erwarten den Leser keine unrealistischen Schönheitsköniginnen oder stereotype, maskulin aussehende Lesben, sondern Frauen, die realistisch aussehen. Auch die Darstellung von Emotionen gelingt Maroh ausgesprochen gut und sie weiß ihren Fokus so zu setzen, daß man Leser fast wie durch einen Film geführt wird. Es ist sehr szenisch aufgebaut und legt gerade in emotionalen Szenen den Fokus sehr stark auf die Augen der Protagonisten, die die Gefühle transportieren. »Sagen Sie ihm einfach, dass, wenn ich ein Junge gewesen wäre, Clem sich auch in mich verliebt hätte.« (S. 14) Es ist ein Plädoyer für die Liebe geworden, das nicht allein homosexuelle Partnerschaften verteidigen will, sondern aufzeigen will, daß Liebe menschlich, wandelbar und unabhängig von einem Geschlecht und moralischen Konventionen ist. Dabei ist eine Erzählung entstanden, die nur differenziert und lebensnah ist, deren Dialoge und Figuren glaubhaft sind, sondern die den Leser berührt und nachdenklich stimmen kann.

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  • Blau ist eine warme Farbe

    Blau ist eine warme Farbe

    loveisfriendship

    01. April 2016 um 08:47

    Eine herzzerreißende Graphic Novel, die den Verlauf einer Liebe eines ganzen Menschenlebens skizziert. Der Comic beginnt mit Clementines Tagebuch, das diese mit fünfzehn Jahren anfängt und ihrer großen Liebe Emma hinterlässt, die es nun liest. In Rückblenden erleben wir Clementines Wandlung, ihr inneres und äußeres Coming-Out, ihre Gefühle hautnah am eigenen Leib, so intensiv werden sie durch die Bilder von Julie Maroh rübergebracht. Diese sind hauptsächlich grau, düster. Emmas blauen Haare und Augen sind die einzigen farbigen Elemente. Blau ist für Clementine eine warme Farbe, und blau = warm ist kein Widerspruch, denn Emma gibt Clementine als einziger Mensch Wärme und ist ihr „Lebensquell“. Blau als anfangs einziges farbiges Element drückt auch den Zauber aus, den Emma für Clementine hat und kennzeichnet Emma als besonders und aus der Einheit für Clementine herausstechend. Das Innere, die Gefühlswelt und das Verliebtsein, wird in poetischen Worten und Bildern eingefangen. Gleichzeitig das Äußere, die Homophobie des Umfelds und wie Clementine sich anfangs selbst verurteilt. Fazit: „Blau ist eine warme Farbe“ von Julie Maroh ist die aufregende und gefühlstiefe Geschichte einer differenziert dargestellten Liebesbeziehung zweier Menschen, die sich auseinanderentwickeln, aber deren Bedeutung füreinander nicht schwindet, nicht schwinden kann, trotz Konflikten und unterschiedlichen Auffassungen zu der Bedeutung ihrer Liebe. Liebe vergeht nicht, auch wenn sie sich wandelt. Die schmerzlich und sensibel geschilderte Entwicklung eines unsicheren Mädchens, das erkennt, was sie wirklich will und braucht und zum ersten Mal damit konfrontiert wird, hat mich zutiefst berührt. Auch zu lesen unter: https://jubiwi.wordpress.com/2016/03/01/buchvorstellung-blau-ist-eine-warme-farbe/

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  • Feinfühlige Geschichte

    Blau ist eine warme Farbe

    BecameInsane

    12. October 2015 um 21:46

    "Blau ist eine warme Farbe" fiel mir aufgrund seiner guten Cover-Illustration auf. Dieser Eindruck verfestigt sich im Verlauf des Buches, das die Geschichte von Clémentine und Emma vorstellt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Clémentine in der Zeit, in der sie Emma kennenlernt. Der Leser wird mitgenommen auf eine wunderbar detailgetreue und feinfühlige Reise von Clémentine zu sich selbst und ihrer eigenen Sexualität. Die Konflikte werden gut dargestellt und lassen dem Leser noch viel Raum. Die Geschichte weist einen zeitlich sehr langen Bruch auf, den ich persönlich für zu lang und zu wenig ausgeführt halte, da man der Geschichte ein wenig mehr Tiefe bei der Paarbeziehung der Protagonistinnen hätte geben können. Alles in allem aber eine gute Graphic Novel zum Thema Liebe, Begehren und Coming Out.

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  • Eine wunderschöne Liebesgeschichte

    Blau ist eine warme Farbe

    IrishKadda

    30. April 2015 um 10:18

    Darum geht’s: Ich möchte niemanden spoilern. Daher ist es schwer, das Buch zu beschreiben. Das Buch selbst nimmt das Ende nämlich auf den ersten Seiten vorweg. Das werde ich hier nicht tun. Da müsst ihr es schon kaufen (Oder die Bilder des Verlags anschauen) Ich erzähle von der Geschichte nur so viel: Clementine ist 15 Jahre alt, hat einen großen Freundeskreis, geht zur Schule und ein süßer Kerl aus der Oberstufe hat sich auch noch in sie verliebt. Alles ist super. Doch dann trifft sie auf Emma, eine schlanke Frau mit blauen Haaren und blauen Augen. Was dann mit ihr passiert, überfordert sie auf ganzer Linie. Sie hat Emma nur einmal im Vorbeigehen gesehen und doch träumt sie von ihr und wünscht sich von ihr berührt zu werden. Erst später, als sich die beiden wieder treffen, erfährt sie, dass auch Emma das Zusammentreffen mit Clementine nicht vergessen kann. Die beiden verlieben sich ineinander. Fazit Viele Bücher wecken Emotionen in mir, bringen mich zum lachen, machen mich wütend oder traurig. Aber selten hat mich eine Geschichte so berührt, wie diese hier. Schon nach der zweiten Seite war ich in Tränen aufgelöst. Vor lauter Heulerei konnte ich die letzten fünf Seiten kaum mehr sehen! “Blau ist eine warme Farbe” ist eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen. Es geht um Liebe auf den ersten Blick, um Liebe die ewig hält trotz Widerstände und über alle Grenzen hinweg! Die Autorin Julie Maroh spricht aber auch ein anderes Thema an. Die Geschichte zeigt wie sehr homosexuelle Paare unter Vorurteilen und Ausgrenzung zu leiden haben und wie sie für mehr Toleranz kämpfen. Clementine leidet still und leise unter dem Hass, der ihr auf einmal von ihrem Freundeskreis entgegenkommt und unter ihren Eltern, die sie, als sie von der Liebe zu Emma erfahren, kurzerhand aus dem Haus warfen. Emma hingegen wehrt sich lautstark, ist bei Demos mit Regenbogen-Flagge immer an vorderster Front. Was die wenigsten wissen: Der Comic ist die Vorlage zum preisgekrönten Film “Blue is the Warmest Colour”. Julie Maroh gewann bereits 2011 den Prix du Public für ihre Graphic Novel. Der Film bekam 2013 die Goldene Palme auf den Filmfestspielen von Cannes. Eine ganz dicke Empfehlung und 5 Sterne! (www.geile-zeile.de)

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  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368
  • Der schmerz der Liebe

    Blau ist eine warme Farbe

    Daninsky

    02. March 2014 um 10:46

    Blau ist eine warme Farbe erzählt die Liebesgeschichte von Clementine und Emma. Clementine, fünfzehn, begegnet Emma auf der Strasse, im vorübergehen, und ist sofort fasziniert von dem Mädchen mit dem blauen Haar. Diese Farbe wird zur Schlüsselfarbe der Geschichte, alles sonst erscheint in farblosen, ausgewaschenen Tönen, alles das nicht Blau ist, das Clementine nicht an Emma erinnert, ihr Herz nicht zum Pochen bringt. Julie Maroh macht jedoch kein Geheimnis daraus dass dieser Liebe kein Glückliches Ende beschert ist, tatsächlich beginnt die Erzählung mit Emma, im Bus, einen Brief der verstorbenen Clementine lesend, auf dem weg zu deren Elternhaus. Für zarte Gemüter gilt es also sich schon einmal mit Taschentüchern zu wappnen bevor man den Comic aufschlägt. Zudem ist Blau ein erwachsener Comic, Maroh ist sehr freizügig in ihren sexuellen Darstellung, die zwar nicht überhand nehmen aber eben doch Gewicht haben in der Erzählung. Damit steht der Comic Blau irgendwo im Spannungsfeld zwischen der sensuellen Darstellung lesbischer Liebe in Donna Deitchs Film "Desert Hearts", und der Tragik im Film "Kaffee, Milch und Zucker". Graphisch bewegt sich Julie Maroh in einem soliden Mittelfeld, ihre Zeichnungen sind perspektivisch realistisch und geben die Szenerie ausreichend detailliert wieder. Stilistisch scheint sie dabei mehr vom Animationsfilm geprägt, was ihrer Erzählung eine angenehm klare, den Blick leitende Struktur verleiht, aber leider dann die wenigen comic-strip artigen Momente unfreiwillig komisch, und deplaziert wirken lässt. Inhaltlich zeigt sich der Comic genauso wenig aufregend wie Julie Marohs Zeichenstil, aber gerade das ist es was Blau so aufregend macht. Maroh erzählt ganz nüchtern vom Alltag und den ganz allgemeinen Problemen, von der Schwierigkeit sich zu finden, und sich danach auch so zu akzeptieren, vom Schulalltag, vom Alltag mit den Freunden, von der Normalität der Homosexualität. Eine unaufgeregt erzählte Geschichte die ohne aufgesetzte Moral daher kommt; Maroh ist nicht ausgezogen uns zu lehren, und schafft es genau dadurch.

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