Julie Otsuka

 4,2 Sterne bei 180 Bewertungen
Autor von Wovon wir träumten, Wovon wir träumten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Julie Otsuka

Julie Otsuka, geboren 1962 in Kalifornien, lebt heute in New York City. 2002 erschien in den USA ihr Debütroman "When the Emperor Was Divine". Sie war Guggenheim-Stipendiatin und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. "Wovon wir träumten" ist ihr zweiter Roman und der erste, der auf Deutsch erscheint. Er wurde 2012 mit dem PEN / Faulkner Award ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Julie Otsuka

Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)

Wovon wir träumten

 (153)
Erschienen am 17.03.2014
Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783857874994)

Als der Kaiser ein Gott war

 (8)
Erschienen am 02.09.2019
Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783869741413)

Wovon wir träumten

 (9)
Erschienen am 30.11.2012
Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783869747156)

Wovon wir träumten

 (3)
Erschienen am 30.11.2012
Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783941009691)

Als der Kaiser ein Gott war

 (0)
Erschienen am 22.06.2020
Cover des Buches The Buddha in the Attic (ISBN: 9780307744425)

The Buddha in the Attic

 (7)
Erschienen am 20.03.2012
Cover des Buches When the Emperor Was Divine (ISBN: 0606295577)

When the Emperor Was Divine

 (0)
Erschienen am 01.11.2003
Cover des Buches When The Emperor Was Divine (ISBN: 0739320963)

When The Emperor Was Divine

 (0)
Erschienen am 01.03.2005

Neue Rezensionen zu Julie Otsuka

Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)Suszis avatar

Rezension zu "Wovon wir träumten" von Julie Otsuka

Wohin das Leben uns auch führt...
Suszivor 2 Tagen

Anfang des vergangenen Jahrhunderts verlassen junge Japanerinnen unterschiedlicher Herkunftsschichten ihre Heimat um in Kalifornien japanische Einwanderer zu heiraten, die sie bisher nur von Fotos kennen. Ihre Reise und ihr Erleben im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ schildert Julie Otsuka auf eindringliche Weise.

Im ersten Moment ein etwas ungewohntes Buch, das durch in Wir-Form gehaltene Erzählsicht und sich wiederholende Satzanfänge besticht. Es sind einfache Sätze, die mit dem was sie ausdrücken, trotzdem sehr viel und vor allem eindringlich erzählen: Von ihren Ängsten vor dem Unbekannten, dem Erleben eines neuen Landes und Lebens, die Anpassung, die sie zu unauffälligen Einwohnern und Nachbarn macht, die Unterschiede des Lebensstandards, bis hin zu ihrem „Verschwinden“. Das so leise von statten geht, wie ihr Kommen und ihr Leben unter den Einheimischen: unauffällig und ruhig. 

Eben diese Schlichtheit macht dieses Buch für mich so fesselnd, unabhängig davon dass ein für mich bisher unbekannter geschichtlichen Aspekt thematisiert wurde. Mit wenigen, doch überaus treffenden Formulierungen wird alles gesagt – viel besser als es lange Umschreibungen je könnten. 

„Wovon wir träumten“ hat mich von Inhalt als auch Stil sehr beeindruckt und hallt noch lange in mir nach. Ich würde es definitiv wieder lesen und kann es nur weiterempfehlen.

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Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)D

Rezension zu "Wovon wir träumten" von Julie Otsuka

Unsagbar gut
Dolores999vor 10 Monaten

Das Buch behandelt das Schicksal der japanischen Arbeitsimmigranten im letzten Jahrhundert in den USA. 

Es ist sehr klug, packend, fesselnd und poetisch geschrieben. Besonders den stimm- und namenlosen Frauen wird auf geniale Weise eine Stimme gegeben. Es berührt einen tief.

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Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783857874994)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Als der Kaiser ein Gott war" von Julie Otsuka

Distanziert, asketisch, reduziert, auf den Punkt bringend
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

«Der Anfang: «Die Bekanntmachung war über Nacht aufgetaucht. An Anschlagbrettern und Bäumen und an den Rückenlehnen der Bushaltestellen. Sie hing bei Woolworth im Schaufenster.»


Die Begebenheit, die hier zugrunde liegt, ist schnell erzählt, ein schwarzes Kapitel der US-Amerikanischen Geschichte, das die japanischstämmige Autorin hier prägnant zusammengefasst hat: 1942 lagen die Amerikaner mit Japan im Krieg, der Zweite Weltkrieg – Pearl Harbor wurde angegriffen. So beschloss die amerikanische Regierung, dass alle japanischstämmigen Bürger an der Pazifikküste ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellen würden. Ca. 120 000 Menschen wurden deportiert und in Internierungslager gesteckt – von einem Tag auf den anderen.


«Es gab auch Sprachregelungen: Hier sagten wir Speisesaal und nicht Kantine; Sicherheitsrat und nicht Lagerpolizei; Einwohner, nicht Evakuierte; und nicht zuletzt geistiges Klima und nicht Lagermoral.»


An einem sonnigen Frühlingstag im Jahr 1942, in Berkeley, Kalifornien packt die Mutter alles ein. Jeder darf nur so viel mitnehmen, wie er tragen kann. Der Rest wird in Kisten verstaut, ihr Haus soll vermietet werden. Gestern waren sie noch nette Nachbarn, eine gut situierte Familie, völlig integriert in die Gemeinschaft, heute betrachtet man sie als Sicherheitsrisiko - sie sind gefährliche Schlitzaugen. Präzise verknappt, mit einer distanzierten Erzählhaltung und Erzähldistanz aus drei Perspektiven nehmen wir an den Ereignissen teil: Die Mutter, die 10-jährige Tochter und der 7-jährige Sohn  – namenlos. Schon der Auftakt trifft den Leser mitten in die Magenkuhle. Heiter, sonnig zwischen blühenden Bäumen erhält der uralte, humpelnde weiße Hund sein letztes Mal, schläft unter streichelnder Hand ein, bekommt ein Baumgrab. Die Katze wird beim Nachbarn abgegeben, der Vogel soll fliegen – erst der Besen kann ihn davontreiben. Erinnerungen liebevoll in Kisten verpackt, ein letztes Mal berührt. Am nächsten Tag sitzen sie im Bus. Den Vater hatte man kurz zuvor verhaftet, Staatsfeind – abgeführt in Bademantel und Hausschuhen – tags zuvor ein ganz normaler Bürger, der sich nie etwas zu Schulden hatte kommen lassen. Der Vater im Gefängnis, Mutter und Kinder im Internierungslager im Wüstenhochland von Utah. Sie leben in prekären Verhältnissen in Baracken hinter Stacheldraht.


«Alle paar Tage kamen die Briefe, zerrissen und zerfetzt, aus Lordsburg, New Mexico. Manchmal waren ganze Sätze von der Zensur mir Rasierklinge ausgekratzt worden, und man verstand die Briefe nicht mehr.»


Nichts wird mehr so sein wird wie zuvor. Auch nicht, als sie später in den Heimatort zurückkehren. Mehr als drei Jahre weggesperrt von der Außenwelt, nur Briefkontakt zum Vater ins Gefängnis. Die Geschichte ist fiktiv, aber die Ereignisse und die Beschreibungen stehen für jede Familie, denen dieses Unrecht angetan wurde. Hier wird präzise beschrieben, die Figuren stehen nicht als Charaktere mit inneren Konflikten, sie stehen als Schlitzauge, als japanischstämmig, als vier von vielen Betroffenen. 


«Denn sie sahen wirklich alle gleich aus. Schwarzes Haar. Schlitzaugen. Hohe Wangenknochen. Dicke Brillengläser. Schmale Lippen. Schlechte Zähne. Unerkenbar. Unergründlich.»


Sie stehen für das Leid, für Rassismus, für Vorurteil, für Unrecht, für Sippenhaft. Gerade die Entpersonalisierung der Protagonisten steht für die Entpersonalisierung, die der amerikanische Staat durch seine Mithaftung einer ganzen Volksgruppe dem Individuum angetan hat – für eine ganze Generation japanischstämmiger US-Bürger. Hinter diesem kleinen Buch steckt eine große Wucht, sprachlich, wie auch menschlich. Distanziert, asketisch, reduziert, auf den Punkt bringend – ein Roman, an dem man nicht vorbeigehen sollte. Die Aussagekraft ist heute genauso aktuell wie damals!


«Bleib im Haus. Geh nicht aus. Sei nur bei Tag unterwegs. Sprich kein Japanisch am Telefon. Meide Menschenansammlungen. Wenn du in der Stadt einen Japaner triffst, grüße ihn nicht auf japanische Art mit einer Verbeugung. Denk daran, du bist in Amerika.»


Julie Otsuka, geboren 1962 in Palo Alto (Kalifornien), lebt in New York City. Sie studierte Kunst an der Yale und Creative Writing an der Columbia University. 2002 erschien ihr Debütroman «When the Emperor Was Divine» (Als der Kaiser ein Gott war), der u.a. mit dem ALA Alex Award und dem Asian American Literary Award ausgezeichnet und bisher in elf Sprachen übersetzt wurde. 2004 war sie Guggenheim-Stipendiatin. Ihr zweiter Roman, The Buddha in the Attic (deutsch Wovon wir träumten, Mareverlag, 2012), wurde mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichnet.

http://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/als-der-kaiser-ein-gott-war-von-julie.html

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