Julie Otsuka

 4,1 Sterne bei 237 Bewertungen
Autor*in von Wovon wir träumten, Solange wir schwimmen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Julie Otsuka, geboren 1962 in Kalifornien, lebt heute in New York City und ist ehemalige Guggenheim-Stipendiatin. 2012 erschien im mareverlag ihr internationaler Bestseller »Wovon wir träumten«, der von Publikum und Presse hymnisch gefeiert wurde und für den die Autorin u.a. den PEN / Faulkner Award, den Prix Femina sowie gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Katja Scholtz den Albatros-Literaturpreis der Günter-Grass-Stiftung erhielt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Julie Otsuka

Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)

Wovon wir träumten

 (164)
Erschienen am 17.03.2014
Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783857874994)

Als der Kaiser ein Gott war

 (11)
Erschienen am 02.09.2019
Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783869741758)

Wovon wir träumten

 (14)
Erschienen am 06.03.2014
Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783869747156)

Wovon wir träumten

 (3)
Erschienen am 30.11.2012
Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783941009691)

Als der Kaiser ein Gott war

 (0)
Erschienen am 22.06.2020
Cover des Buches Solange wir schwimmen (ISBN: 9783866486911)

Solange wir schwimmen

 (34)
Erschienen am 08.08.2023
Cover des Buches The Buddha in the Attic (ISBN: 9780241956489)

The Buddha in the Attic

 (8)
Erschienen am 01.02.2013
Cover des Buches The Swimmers (ISBN: 9780241543887)

The Swimmers

 (3)
Erschienen am 24.02.2022

Neue Rezensionen zu Julie Otsuka

Cover des Buches Solange wir schwimmen (ISBN: 9783866486911)
Argentumverdes avatar

Rezension zu "Solange wir schwimmen" von Julie Otsuka

Intensiv
Argentumverdevor 13 Tagen

Alice ist krank. Sie hat Demenz. Aber anstatt sich dem Thema mit der Brechstange zu nähern, geht die Autorin dieses schwierige Thema aus verschiedenen Richtungen an. Aus vier Perspektiven nähert sich die Autorin immer weiter an: zuerst aus Sicht der Schwimmenden, die wie Alice täglich ihre Bahnen ziehen, dann der Bruch der täglichen Gewohnheiten, als das Schwimmbecken plötzlich Risse bekommt, dann die schockierende Sicht der erkrankten Alice selbst und abschließend der Blick aus den Augen der Autorin, Alices Tochter. Es passiert eigentlich nicht wirklich viel in diesem wirklich kurzen Büchlein, ist aber sehr genau beobachtet, was natürlich nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass es die Geschichte der Autorin und ihrer Mutter ist. Besonders bekommt dies der Leser in den beiden letzten Kapiteln zu spüren, die teils brutal ehrlich, schmerzhaft, hilflos und absolut traurig sind. Dagegen überwiegt in den beiden ersten Kapiteln noch ein Recht nüchterner, einfacher Schreibstil, dem es nicht an einer gehörigen Prise Ironie und Sarkasmus fehlt.

Mein Fazit: Ein Buch das mich überrascht hat, tief berührt und sicherlich noch sehr lange nachklingen wird. Definitiv eine klare Leseempfehlung für jeden, der sich dem Thema langsam annähern möchte und einen tieferen Zugang sucht.

Cover des Buches Solange wir schwimmen (ISBN: 9783866486911)
Hyperikums avatar

Rezension zu "Solange wir schwimmen" von Julie Otsuka

Was für eine schöne, trotz aller Tragik, humorvolle Geschichte
Hyperikumvor einem Monat

Alice, pensionierte Labortechnikerin schwimmt regelmäßig im Hallenbad, in den himmellosen Katakomben der Stadt, wo es ein wenig nach Clor riecht. Hier ziehen sie alle ihre Bahnen, der Blumenverkäufer, die Sportasse, die Langsamschwimmer, die Genießer, der Parteivorsitzende und Alice. Sie halten sich an die Regeln des Bademeisters, meistens. Vor dem Schwimmen heiß duschen. Badekappe tragen. Keine Pflaster. Keine offenen Wunden. Ruhe halten. Alle ziehen ihre gewohnten Bahnen. Die Seitenschwimmerin auf Bahn zwei, der ältere Herr mit der aufgequollenen Nase Bahn sechs, die Frau vom Lottogeschäft Bahn acht, der Schuhmacher Bahn vier und Alice Bahn drei. Am Nachmittag sieht es wieder anders aus und am Abend kurz vor Schluss kommt Sue von gegenüber, zieht sich um, duscht, springt ins Wasser und muss schon wieder raus, weil der Bademeister „letzte Runde!“ ruft. 

Im Wasser sind sie alle gleich. Im Wasser kommen sie zu sich, die 35-Bahnen Schwimmer ebenso, wie die 68-Bahnen Schwimmer, ganz gleich, wer sie an Land sind.

An dem Tag als der Riss ganz unten in Bahn vier entsteht, glauben die meisten noch, dass sie sich irren, aber wenige Tage danach, weigern sich schon die ersten Bahn vier zu benutzen. Zuerst tuschelt man leise hinter vorgehaltener Hand über Bahn vier und weil sich niemand so recht vorstellen kann was in ihrem geliebten Schwimmbad vor sich geht, beginnen die ersten Spekulationen. Die Schwimmbadfrequentierer nehmen den Riss mit nach Hause, lassen zu, dass er sie während ihrem Alltag begleitet und ihnen im nächtlichen Traum erscheint. Und während die Verwaltung anfängt sich des Risses anzunehmen, vergisst Alice den Namen ihres Mannes und verliert den ihrer Tochter.

Fazit: Was für eine schöne Geschichte. Julie Otsuka erzählt mir auf humorvolle und menschenfreundliche Art von den unterschiedlichsten Leuten, denen allen gemein ist, sich beim Schwimmen zu regenerieren und anschließend wie neu zu fühlen. Sie erzählt davon, wie wir dazu neigen uns von den Widrigkeiten des Lebens durch den Wolf drehen zu lassen. Und sie erzählt was am Ende eines gelebten Lebens bleibt, von dem Menschen, der es bewältigt hat. Fein erspürt sie eine Mutter-Tochter-Beziehung , in der die Mutter die Tochter etwas mehr geliebt zu haben scheint. Und sie erschließt mit großem Feingefühl, was Demenz für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet, wie sie heranschleicht, jede Erinnerung löscht und jeden Lebenssinn nimmt. Ein ganz fein gemachtes Buch über das ich verständlicherweise, schon so viel gutes gelesen habe. 

Cover des Buches Als der Kaiser ein Gott war (ISBN: 9783857874994)
A

Rezension zu "Als der Kaiser ein Gott war" von Julie Otsuka

Der Feind ist unter uns.
Almut_Scheller_Mahmoudvor 2 Monaten

                                                          

Der 2002 erschienene Debütroman von Julie Otsuka behandelt ein Thema, das in Europa eher unbekannt und in ihrer amerikanischen Heimat wenn bekannt, dann längst vergessen ist: die Internierung japanischstämmiger Menschen in den USA nach dem Angriff auf Pearl Harbour.

                       

1942 Ende April, im fünften Kriegsmonat: Über Nacht erfuhren diese Menschen durch öffentliche Bekanntmachungen - an Bäumen, Bushaltestellen, in Schaufenstern von Läden und Warenhäusern, an Telefonmasten, am Postamt - dass sie sich an Sammelpunkten einzufinden hätten für ihre Evakuierung. Jeder Mensch mit japanischen Wurzeln war der Feind an sich: die 5. Kolonne, er wird in Sippenhaft genommen und in Lager deportiert

                       

Die Frau, namenlos wie ihre 2 Kinder, ein 10 jähriges Mädchen und ein siebenjähriger Knabe, packte und räumte das Haus leer.
Ihr Mann war schon im Dezember verhaftet worden. Ab und zu erhielt sie Briefe.
Am nächsten Morgen an der Sammelstelle erhielten alle eine Erkennungsmarke und wurden in Züge verfrachtet. Vorsichtig tun sich da bei mir Reminiszenzen auf.....

                       

Ein alter langsamer Zug brachte sie nach Utah, in die Wüste.
Am Zielort erwarteten sie Hunderte von Baracken aus Teerpappe, von Stacheldraht umhegt, von Wachttürmen mit Scheinwerfern aus beobachtet. Die brütende Sonne der Wüste. Aber keine Kinderbuchwüste mit Oasen, Palmen und Kamelen, es war eine staubige trostlose Wüste.

                       

Die Rückkehr nach Ende des Krieges, nach 3 Jahren und 5 Monaten: Die Frau holte den Schlüssel, den sie an einer langen silbernen Kette um den Hals trug und den sie jeden Abend berührte, als sei er ein Stück von ihr geworden, hervor. Und auch hier Reminenszen an andere Schlüsselgeschichten, aus der Neuzeit auf einem anderen Kontinent.
„Wir waren jetzt wieder freie Menschen, konnten gehen, wohin wir wollten, keine Zäune, keine Wachen und keine Scheinwerfer mehr. Wir würden unser Leben dort leben, wo es aufgehört hatte. Keiner begrüßte uns herzlich, nicht einmal ein „Lange nicht gesehen, waren Sie verreist?“ 

Und eines Tages im Dezember kam der Mann zurück. Es war nicht der, den sie kannten. Es war ein alter Mann, in Gedanken weit weg, er misstraute allen und alltägliche Kleinigkeiten heizten ihn zur Weißglut an.

                       

Das Ende ist ein überraschendes. Ein Clou, ein Gag wie in einem Hollywoodfilm oder eine Anklage? Eine Anklage an das amerikanische Volk und seine „Vollstrecker“?

                       

Das ganze Geschehen wird in einem fast emotionslosen Ton geschildert, wie in Aufzählungen, kurz und prägnant und an einen Schulaufsatz erinnernd. Dadurch verliert der Roman nicht an Fassungslosigkeit und Tragik, sondern gewinnt vielmehr eine überzeitliche Gültigkeit.
Und vielleicht können sich manche Leserinnen und Leser mehr in das Geschehen einfühlen, als wenn es voller gefühlvoller Aufwallungen und entsprechender Dramatik beschrieben wird.

                       

Ein kleiner lesenswerter Roman, eine Mahnung: es könnte uns alle hier und jetzt und überall treffen.
Der Krieg zwischen den USA und Japan endete übrigens mit dem ersten Atombombenabwurf der bisherigen Geschichte.

                                               

       


    

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